
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Auto
Vom Leiden des Lesers
Kennen Sie das auch? Zufällig haben Sie einen Ihnen unbekannten Autor entdeckt, haben wahllos eines seiner Bücher aus dem Regal gegriffen und gekauft: der Anfang einer großen Leidenschaft. Wochen später ertappen Sie sich dabei, wie Sie sämtliche Ihnen bekannten Online Shops nach dem 8., gerade neu erschienenen Fortsetzungsroman der Serie Ihres neuen Lieblingsautors durchsuchen, seine Werke vielleicht sogar im Original bestellen, weil sie noch nicht auf Deutsch erschienen sind, und sich Tage lang in ihren vier Wänden verbarrikadieren, um zu lesen. Sie tauchen ein in eine wunderbare, spannende, mitreißende Welt schwelgerischen Lesegenusses.
Doch dann passiert es: Lange nach Mitternacht haben Sie die allerletzte Zeile des bislang letzten Werks des Autors gelesen und Sie fallen in ein tiefes Loch. Es ist sogar möglich, dass Sie den Rest dieser sowieso schon kurzen Nacht nicht mehr schlafen können, weil Sie Gedanken um all die endlosen Tage machen, die sich scheinbar ewig düster ohne neuen Lesestoff von ihrem liebgewonnenen Dichter dahin strecken.
Müde klicken Sie sich am nächsten Feierabend durch die Listen mit Neuerscheinungen im Internet, doch irgendwie schafft es kein Titel, kein Autor, erneut Ihr Interesse zu wecken. Ich habe viele solcher deprimierender Phasen hinter mir: Immer dann, wenn ich einen Schriftsteller entdeckte, sah ich mich irgendwann damit konfrontiert, dass auch das beste Buch einmal zu Ende ist.
Zwischenzeitlich habe ich gelernt, wie ich mir »die Phase danach« etwas erleichtern kann. Ich habe es aufgegeben, unzählige andere Werke anzulesen, nur, um sie nach der zwanzigsten Seite enttäuscht aus der Hand zu legen (das hat wahrlich kaum ein Buch verdient), weil sowieso keines meine akut überhöhten Ansprüche erfüllen könnte. Wenn ich heute ein Buch, das mich zutiefst begeisterte, fertig gelesen habe, versüße ich mir die Wartezeit auf meine nächste heiße Buchflamme mit Verfilmungen früherer Lieblingstitel von mir. Und siehe da, die Stimulierung anderer sensorischer Kanäle (also Filmgucken statt Lesen) hilft tatsächlich meinen Kopf frei zu machen für weitere Buchentdeckungen.
Als es also letztens wieder so weit war und schweren Herzens die Lektüre zuklappte, die mich über Wochen gefesselt hielt, besorgte ich mir am nächsten Tag die Doppel-DVD zu genau jenen Geschichten, die mich in Jugendjahren um den Schlaf brachten: Verfilmungen zu »Die unendliche Geschichte« und »Momo«. Wer hätte es geglaubt: Zur Zeit verbringe ich jede Nacht mit Harlan Coben. Meine Augenringe sprechen für sich...
Bild: Buch © Cisco Ripac/www.pixelio.de
28.11.2011, 09.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL
»Von guten Mächten wunderbar geborgen«
Sie ist das derzeit wohl bekannteste Gesicht der evangelischen Kirche und das, obwohl sie keine hohe Position mehr innehat. Viel mehr noch: Wegen einer peinlichen Alkoholfahrt im Februar 2010 trat sie von ihren Ämtern als EKD-Ratsvorsitzende und Landesbischöfin von Hannover zurück. Es hat ihr nicht geschadet, im Gegenteil: Sie ist daran gewachsen und auch die Achtung ihr gegenüber wuchs. Margot Käßmann hat das schier Unmögliche erreicht: Durch einen Fehltritt bzw. ihre Reaktion darauf hat sie Sympathien und Respekt gewonnen. Sie ist noch glaubwürdiger geworden, als sie es ohnehin schon war.
Die 1958 in Marburg geborene evangelisch-lutherische Theologin fiel während ihrer gesamten kirchlichen Laufbahn durch schonungslose Offenheit auf. Als sie 2006 an Brustkrebs erkrankte, machte sie das ebenso öffentlich wie ihre Scheidung ein Jahr später. Durch ihre Sympathien für feministische Theologie und das Verständnis für offen gelebte Partnerschaften homosexueller Pfarrer sorgte sie für Konfliktpotential in kirchlichen Kreisen, ebenso durch ihre Forderung nach radikaler Ökumene und einem Dialog mit dem Islam. Auch ihr bedingungsloses Eintreten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahren der Schöpfung brachte ihr nicht nur Freundschaften ein. Ins Zentrum der Öffentlichkeit geriet Margot Käßmann durch ihre Kritik am Bundeswehreinsatz in Afghanistan. »Nichts ist gut in Afghanistan«, sagte sie in ihrer Weihnachtspredigt 2009. Ihrer Meinung nach seien der Rückzug der Armeen und zivile Konfliktbewältigungsstrategien der einzige Weg, dem gebeutelten Land Stabilität zu verleihen.
Nach ihrem Rückzug aus öffentlichen Ämtern, derzeit hat sie eine Gastprofessur an der Bochumer Ruhr-Universität, wurde es um Margot Käßmann keineswegs stiller. Auf dem evangelischen Kirchentag in Dresden, der Anfang Juni stattfand, war sie der Star, der die Massen anzog und wurde als »Mutbürgerin« gefeiert, wie es Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt ausdrückte. Und auch hier war Afghanistan wieder ihr großes Thema, mit dem sie kontroverse Diskussionen auslöste mit ihrer Meinung, es sei sinnvoller, mit den Taliban zu beten, als Tanklastzüge zu bombardieren.
Woher nimmt diese Frau den Mut und die Energie, immer und überall unbequem zu sein, anzuecken, sich einzumischen, die Stimme zu erheben und zu mahnen? Vielleicht liegt es an ihrer Grundüberzeugung: »Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand!«
Gedanken von Margot Käßmann gibt es hier auf DVD:
"Margot Käßmann in der Mitte des Lebens" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
26.07.2011, 15.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Freiheitskampf unter Apfelbäumen
Bei dieser Postkartenidylle denkt man nicht an Terrorismus, Bombenanschläge und Aufruhr. Südtirol gilt als beschauliches Urlaubsland für Naturliebhaber, Bergfreunde und Erholungssuchende. Doch die Region hat auch ihre wilden Seiten - und damit sind nicht nur die schroffen Bergmassive der Dolomiten gemeint. Südtirol hat eine kämpferische Natur und die zeigte sich in zahlreichen Befreiungskämpfen.
Los ging's damit, dass der Süden Tirols nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1918 Italien zugeschlagen wurde. Die Mehrheit der Bevölkerung überwiegend deutschsprachig, wobei man rund 40 verschiedene Regionaldialekte zählt - lehnte dies ab. Verschlimmert wurde der Konflikt, als eine systematische »Italienisierung« Südtirols einsetzte. Die deutsche Sprache wurde in den Schulen verboten, Amtssprache war allein das Italienische. Zusätzlich wurden gezielt italienische BürgerInnen angesiedelt, um die deutsche Mehrheit aufzuweichen.
Die heiße Phase des Protestes gegen Italien erfolgte allerdings sehr viel später, nämlich in die 1950er- und 1960er-Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die SüdtirolerInnen gehofft, bei der Neuordnung Europas wieder mit dem restlichen Tirol vereinigt zu werden. Diese Hoffnung zerschlug sich; versprochen wurde allerdings weitreichende Autonomie. Die Umsetzung erfolgte allerdings so zögerlich, dass dem gebeutelten Bergvolk buchstäblich der Kragen platzte.
Unter der Federführung des »Befreiungsausschusses Südtirol« (BAS), der von italienischer Seite als terroristische Vereinigung gewertet wurde, hagelte es Anschläge gegen Versorgungseinrichtungen und schließlich auch gegen Menschen. Der Kampf wurde von beiden Seiten unerbittlich geführt. Die Südtiroler Aufständischen sprengten Autos und Strommasten in die Luft und legten Brände, was mit einer rigorosen Verhaftungswelle, drakonischen Strafen und langen Gefängnisaufenthalten für die AttentäterInnen beantwortet wurde.
Erst 1972 kehrte Ruhe ein im Land der Apfelbäume und wildromantischen Bergdörfer. Damals nämlich erhielt Südtirol tatsächlich Autonomie und nennt sich seither »Autonome Provinz Bozen/Südtirol«. Der Wunsch nach einer Loslösung von Italien und die Wiedervereinigung mit dem nun österreichischen Teil Tirols besteht nach wie vor. Und auch der BAS lebt in der »Südtiroler Freiheit« weiter, die sich für ein freies Tirol einsetzt...
Neugierig geworden auf diese faszinierende Region mit ihrer kämpferischen Vergangenheit? Dann fahren Sie doch mal hin! Bei Jokers finden Sie die passende Reiselektüre:
"Genußtouren in Südtirol" bei Jokers
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"Reiseführer Südtirol" bei Jokers
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"Das blaue Gold - Wasser in Südtirol" Bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Foto: Schlernmassiv in Südtirol © Erich Keppler/www.pixelio.de
22.07.2011, 10.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Weg mit dem Glimmstengel!
Es gibt viele Menschen, die sich lange vergebens bemühen, mit dem Rauchen aufzuhören. Dabei ist es gar nicht so schwer, soll schon Mark Twain behauptet haben. Sein berühmter Spruch »Rauchen aufhören ist kinderleicht ich habe es schon hundert Mal geschafft« ist wohl jedem Raucher bekannt. Und es stimmt ja auch. Nicht das Aufhören ist das eigentliche Problem, die dauerhafte Nikotin-Abstinenz ist das Thema! Denn genau daran scheitern viele Entwöhnungsbereite: Nicht die Zigarette wegzulassen, sondern sie für immer aus den täglichen Gewohnheiten zu verbannen, ist die Schwierigkeit.
Eine aufschlussreiche Studie aus den Vereinigten Staaten hat jetzt genau diese Problematik unter die Lupe genommen, genauer gesagt: unter den Kernspintomographen. Mit diesem bildgebenden Verfahren konnten Wissenschaftler voraussagen, ob ein ehemaliger Raucher auch nach vier Monaten noch zum Club der »Ex-Raucher« gehört oder ob er rückfällig wird. Dazu wurde die Gehirnaktivität von Rauchern untersucht, die aufhören wollten: Man hatte ein spezielles Entwöhnungsprogramm entwickelt, das individuell auf die Raucher zugeschnitten war und Lebensumstände, Bedürfnisse und Interessen ebenso wie persönliche Probleme und Charakterzüge berücksichtigte. Autosuggestionen, Selbstbotschaften, wurden hierbei entwickelt, die den Raucher zur Selbstreflexion anregen und damit sozusagen einen mentalen Riegel vor das Laster schieben sollten.
Schon vor Durchlaufen dieses Entwöhnungsprogramms zeichneten die Forscher die Gehirnaktivität im Kernspin auf und stellten fest: Diejenigen Raucher, die beim Anhören der Suggestionen eine erhöhte Aktivität in den Gehirnbereichen des Precuneus (präfrontaler Cortex) und im Gyrus Cinguli (zum Gefühlszentrum gehörend) aufwiesen, hatten weitaus höhere Erfolgsaussichten das Rauchen zu beenden. Die beiden Hirnregionen sind augenscheinlich stark an der Fähigkeit zur Selbstreflexion beteiligt und springen eben auch bei Selbstbotschaften an. Ihre Aktivierung wirkt demzufolge dem Drang, sich doch wieder eine Kippe anzuzünden, entgegen.
Was heißt das nun für uns Otto-Normal-Verbraucher? Wir wissen nun, dass Autosuggestionen tatsächlich das Aufgeben des lästigen Habitus unterstützen. Und auch, wenn wir vorab nicht sagen können, ob Sie zu den Personen gehören, deren Zentren der Selbstreflexion hoch aktiviert sind, können Sie es zumindest ausprobieren: Denn unser Care-Paket »Nie wieder rauchen« arbeitet mit eben jenen Botschaften und kostet weniger als fünf Euro da kanns nun wirklich jeder versuchen.
http://www.jokers.de/3/15597054-2/buch/care-paket-nie-wieder-rauchen.html
11.04.2011, 09.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL
125 Jahre Automobil
Früher war alles besser - die Autos zumindest. Das jedenfalls meinen Oldtimer-Freaks, jene Liebhaber historischer Fahrzeuge, die sich für glänzendes Chrom, »Haifischflossen« und Weißwandreifen begeistern. Und seien wir ehrlich, in früheren Zeiten sahen Autos irgendwie freundlicher aus. Sie hatten ein Gesicht, runde Kulleraugen und ein Lächeln.
Ein unvergessenes altes »Schnauferl« etwa ist der legendäre »Käfer«, 1938 als »Volkswagen« produziert. Er zaubert noch heute Alt und Jung ein Lächeln ins Gesicht und lässt Geschichten sprudeln nach dem Motto: Ja damals hatte ich auch einen Oder die »Ente«, der mythenbehaftete Citroen 2 CV, DAS Vehikel der 1968-Protestgeneration schlechthin, dassich vom lahmen Watschler zum Kult-Mobil mauserte. Dabei war dem »Deux Chevaux« (zwei Pferde) oder »Deux Pattes« (Doppel-Pfote), wie die Ente in Frankreich heißt, ein eher bodenständiges Leben beschieden. Sie sollte zwei Bauern, einen Zentner Kartoffeln und einen Korb roher Eier unbeschadet über einen frisch gepflügten Acker transportieren. Dieses Kunststück vollbrachte der »Döschwo« seit 1948 brav schnatternd.
Im Luxussegment sind es dann Schönheiten wie der Mercedes 300 SL mit seinen Flügeltüren oder der herrschaftliche Bugatti Royale, Ende der 1920er-Jahre das teuerste Auto der Welt, die die Herzen der Freunde alten Blechs höher schlagen lassen.
Hätte Carl Benz 1886 nicht das Automobil erfunden, wäre es zu derartigen Leidenschaften gar nicht gekommen. Ihm gelang als erstem Tüftler die Entwicklung eines mittels Verbrennungsmotor sich selbst bewegenden Fahrzeuges - Automobil genannt, zusammen gesetzt aus dem griechischen »auto« = selbst und dem lateinischen »mobilis« = beweglich.
Experimentiert wurde schon lange mit verschiedenen Antrieben, etwa mit Dampf, Gas oder Segeln. Aber erst der Benzsche »Motorwagen« brachte den Durchbruch. Die erste längere Fahrt mit der stinkenden, fauchenden Maschine übernahm übrigens Benz Ehefrau Bertha - ohne Wissen ihres Gatten. Sie tuckerte mit ihren beiden Söhnen von Mannheim nach Pforzheim und holte sich Benzinnachschub in der Apotheke - Tankstellen gab es noch nicht. Damit bewies die Pionierin der Automobilisten nicht nur Wagemut, sondern stellte auch die Fernreisetauglichkeit der neuen Erfindung unter Beweis. Immerhin betrug die Strecke 106 Kilometer. Die Fahrerin blieb unbeschadet und strafte damit alle Zweifler Lügen. Opfer des Höllen-Trips wurden lediglich ein paar Hühner, die Bertha Benz im Eifer des Gefechts überfahren haben soll.
Und da Oldtimer-Fans nie genug bekommen beim »Autos-gucken«, gibt es hier Bücher mit Suchtpotential:
http://www.jokers.de/3/16384953-1/buch/die-lieblingsautos-der-deutschen.html
http://www.jokers.de/3/16140429-1/buch/1001-oldtimer.html
http://www.jokers.de/3/15879552-1/buch/deutsche-autos.html
21.03.2011, 14.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ein Pole, der mir ans Herz gewachsen ist
Gäbe es einen Preis für den kompliziertesten Autorennamen, wäre dieser hier einer meiner Favoriten: Andrzej Szczypiorski. Ausgesprochen klingt der polnische Name wunderbar melodisch, beim Schreiben muss man sich allerdings richtig konzentrieren.
Literarisch ist Szczypiorski einer meiner Favoriten, seitdem ich seinen wohl bekanntesten Titel, „Die schöne Frau Seidenman“ gelesen habe. Was da aus dem Warschau während des Zweiten Weltkriegs geschildert wird, ist nichts weniger als ein ganzes Universum an menschlichen Empfindungen – Feigheit, Mitgefühl, Hass, Wahnsinn und Hoffnung. Viele Einzelschicksale spiegeln sich in der Verhaftung der jüdischen Arztwitwe Irma Seidenman und erzählen dabei Polens wechselvolle Geschichte zu dieser Zeit.
Dass Andrzej Szczypiorski ein philosophischer Chronist und sensibler Beobachter ist, zeigt sich auch in seinem Buch „Der Teufel im Graben“. Hier wirft die Vergangenheit des Krieges erneut Schatten auf das Dasein der handelnden Personen und lässt die Zeiten verschwimmen. In einem Nest in der polnischen Provinz trifft der durchreisende Stanislaw Ruge auf Rostocki, der in diesem Dorf lebt und Ruge für einen ehemaligen Kollaborateur hält. Der Verdächtige wird am folgenden Tag tot auf den Bahngleisen aufgefunden – war es tatsächlich Selbstmord?
Das bei Andrzej Szczypiorski immer wiederkehrende Motiv der Kriegs- und Nachkriegszeit erklärt sich aus seiner Biographie: Er erlebte als Jugendlicher die Besetzung seiner Heimatstadt Warschau durch die Deutschen, zeitweise war er im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Rastlose politische Aktivität kennzeichnete sein ganzes Leben, noch in den neunziger Jahren war er Mitglied des polnischen Parlaments.
Szczypiorskis Todestag jährt sich in diesen Tagen zum zehnten Mal – Grund genug, den polnischen Autor und ein Stück literarisches Europa (wieder)zu entdecken.
„Der Teufel im Graben“ bei Jokers
Bild Königspalast Warschau: Bernd Schwarz/pixelio.de
28.05.2010, 14.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Verblüffendes rund ums Auto
Dort lebte nämlich ein kleiner Junge, Johnnie, seines Zeichens Sohn des Tierarztes John Boyd Dunlop und stolzer Besitzer eines gummibereiften Dreirads. Leider jedoch hinterließ dieses Gefährt tiefe Furchen in dem gepflegten Garten des Doktors. Kurzerhand zerschnitt der Tierarzt daraufhin seine Gummischürze und klebte die einzelnen Streifen zu einem Schlauch zusammen, als Ventil bediente er sich eines Babyschnullers. Mit einer Fußballpumpe bläst Dunlop den zum Schutz mit Segelstoff umwickelten Schlauch auf und tauft ihn „Pneu“ (griechisch pneuma = Luft). Ein Glück, dass kurz vorher Carl Benz das Automobil erfunden hatte! Eisenbeschlagene Holzräder waren dafür nicht geeignet, schon bald schwebten die Autos der neuen Generation auf ihren Luftreifen … Ich habe keine Ahnung, ob diese Anekdote stimmt oder fiktiv ist. Fakt ist allerdings, dass eben jener Tierarzt als Erfinder des Luftreifens gilt: Und noch heute sind ja die „Dunlop“-Reifen sehr beliebt.
Überhaupt: Die Geschichte des Automobils weist zahlreiche unglaubliche Begebenheiten auf. Nicht nur damals, sondern auch in jüngeren Jahren verblüfft uns die Auto-Szene mit erstaunlichen Anekdoten. 180 Fragen und Antworten rund ums Auto finden Sie in dem Quiz „Auto“. Hier sind so manche Aha-Erlebnisse garantiert, zum Beispiel, wenn es um die Frage geht, was „Audi“ bedeutet, was es mit dem „Elchtest“ auf sich hat u.v.m …
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
24.02.2010, 09.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Welt der verbrannten Bücher
Erich Kästner gehört zu den deutschen Kinderbuch-Autoren, die in der ganzen Welt bis heute am meisten gelesen werden. Seine bekanntesten Werke “Emil und die Detektive”, “Pünktchen und Anton” und “Das doppelte Lottchen” wurden in über 100 Sprachen übersetzt und teilweise mehrfach verfilmt.Doch seine bezaubernden Kinderbücher, die auch noch Erwachsene verzücken, waren nicht immer so beliebt, wie sie heute sind: In der Nazizeit hatte der deutsche Literat nicht nur Publikationsverbot, seine Bücher wurden sogar verbrannt. Es lag sicher auch an seinen Antikriegs-Gedichten, die trefflich die kalte Sinnlosigkeit von Waffengewalt beschreiben. Das folgende Gedicht sollte man kennen:
Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn
Kennst Du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
Dort stehn die Prokuristen stolz und kühn
in den Büros, als wären es Kasernen.
Und unsichtbare Helme trägt man dort.
Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe.
Und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort!
Wenn dort ein Vorgesetzter etwas will
- und es ist sein Beruf etwas zu wollen -
steht der Verstand erst stramm und zweitens still.
Die Augen rechts! Und mit dem Rückgrat rollen!
Die Kinder kommen dort mit kleinen Sporen
und mit gezognem Scheitel auf die Welt.
Dort wird man nicht als Zivilist geboren.
Dort wird befördert, wer die Schnauze hält.
Kennst Du das Land? Es könnte glücklich sein.
Es könnte glücklich sein und glücklich machen?
Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein.
und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen.
Selbst Geist und Güte gibt's dort dann und wann!
Und wahres Heldentum. Doch nicht bei vielen.
Dort steckt ein Kind in jedem zweiten Mann.
Das will mit Bleisoldaten spielen.
Dort reift die Freiheit nicht. Dort bleibt sie grün.
Was man auch baut - es werden stets Kasernen.
Kennst du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
01.02.2010, 08.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ein Ausflug in die Fantasy
Lisvana lebt in Snögglingduralthorma. Ok, werden Sie vielleicht denken, wir befinden uns offensichtlich irgendwo bei „Herr der Ringe“ oder in ähnlich sagenhaften Gefilden. Dort, wo Elfen und Trolle wohnen und wo alle wallende Gewänder tragen. In gewisser Weise stimmt das auch, denn das Land mit dem unaussprechlichen Namen ist wirklich ein Reich voller märchenhafter Wesen. Erfunden hat es Karen Duve und es ist Handlungsort ihres Romans „Die entführte Prinzessin“. Wer schon einmal etwas von Karen Duve gelesen hat, dürfte sich nicht wenig wundern, ist die Hamburger Autorin doch eher für ihre schnoddrig-modernen Bücher wie „Dies ist kein Liebeslied“ oder „Taxi“ bekannt. Aber Frau Duve kann auch anders, wie sie uns mit „Die entführte Prinzessin“ beweist.
Hier geht es um eine Brautwerbung, die grandios mit Märchenmotiven und Elementen der Fantasy-Welt spielt. Zwei Galane buhlen trotz popeliger Mitgift um die Gunst einer schönen Königstochter. Kammerjungfern, Drachen mit Mundgeruch, edle Ritter und Zwerge geben sich ein Stelldichein – eine schillernde, bunte Märchen-Parodie! Etwas, was typisch für die Schriftstellerin ist, bleibt aber zur Freude der Duve-Leser auch bei diesem Genrewechsel erhalten: Spaß, Humor und Unterhaltung. Sie versteht es, überall komische Momente zu platzieren, zu überzeichnen und amüsant zu parlieren.
Ganz offensichtlich hatte die Autorin großes Vergnügen am Ausflug in die Fantasy- und Märchenwelt und das überträgt sich! Wer also einmal Karen Duves andere Seite entdecken und sich dabei köstlich amüsieren möchte, ist hier richtig. Und absolut fantastisch ist natürlich auch unser Preis.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
23.11.2009, 08.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Beam mich in den Urlaub
Bossa Nova. Klingt nach Sommernacht und kühlen Drinks. Für mich der perfekte Soundtrack für heiße Nächte, genauso wie Bar- und Loungemusik aus Kuba und anderen karibischen Ländern. Der Trend zu den coolen Sounds ist seit einigen Jahren ungebrochen und ich finde, man kann (und will) sich dem auch gar nicht entziehen.Weil ich mir in meinem Alter nicht mehr die Nächte in irgendwelchen Clubs um die Ohren schlage, ist es schön, wenn sich die südlichen Klänge auf der heimischen Terrasse ausbreiten und sich der Feierabend irgendwie ein wenig lässiger anfühlt.
Ich kann vom Urlaub träumen oder mir vorstellen, weißer Strand und zart brandendes Meer lägen gleich hinter dem Rasen. Die Tageshektik verschwindet mehr und mehr und macht Platz für Entspannung.
Nun will ich der Art von Musik nicht Unrecht tun und sie komplett in den Hintergrund verweisen, aber man kann natürlich auch wunderbar dazu lesen. Zum Beispiel mal wieder südamerikanische Autoren wie Isabel Allende, Carlos Fuentes oder Mario Vargas Llosa. Die finden Sie natürlich bei Jokers zum kleinen Preis.
Es muss also nicht immer der ganz große Urlaub sein – manchmal bewirkt ein wenig Chillout-Musik in Begleitung eines stimmungsvollen oder spannenden Buches auch schon ganz viel. Probieren Sie es doch einfach mal aus, es kostet ja schließlich nicht viel:
Chillout-Musik
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
19.08.2009, 13.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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