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Tag: Bücher
Vom Sachbuch zum Psychothriller
Sachtext und Thriller haben nicht viel gemeinsam. Sebastian Fitzek ist ein 40-jähriger Schriftsteller und Journalist aus Berlin. Zu Beginn seiner Karriere hat er Sachbücher geschrieben. Seit dem Jahr 2006 ist er erfolgreicher Autor von Psychothrillern, die alle zu Bestsellern wurden. Interessanter Wandel, oder? Seine eigene Begründung für seine Psychothriller-Vorliebe: »Unser Gehirn ist wie die Tiefsee. Vielleicht das letzte unerforschte Terrain auf Erden, voll von Geheimnissen, die darauf warten, entdeckt zu werden.«. Die Phänomene der menschlichen Psyche inspirierten ihn dazu, auf das Thriller-Genre umzusteigen. Vermutlich fand er das spannender, als Sachbücher zu verfassen.
Persönliche Erlebnisse oder Träume baut er gelegentlich in seine Thriller ein. Wie in seinem ersten Buch »Die Therapie«. Während der Zeit, in der er es schrieb, träumte Fitzek, mit seinem Auto im Meer zu versinken. Dieser Traum wurde sofort in die Geschichte eingebaut. Spannend zu erfahren, wie ein Autor auf seine Ideen kommt. Es gibt eine weitere Sache, die ihn mir ziemlich sympathisch macht: Er kann mit negativer Kritik umgehen. Wenn also jemand kommt und sagt, etwas an seinem Buch sei schlecht, denkt er erst mal: »Der hat Recht.« Erst nach vielen positiven Mails ist er wieder davon überzeugt, dass es wohl doch gut sein muss.
Er ist auch nicht der Typ, der erst mal groß recherchiert. Seine Geschichten entwickeln sich während er schreibt mit Hilfe seiner Fantasie. Deshalb wird alles nach seinen Vorstellungen und Bildern im Kopf geschrieben. Bei medizinischen Fällen übergibt Fitzek seine Texte anschließend an Ärzte, die sie dann für ihn überprüfen. Das kann natürlich zu viel Korrekturarbeit führen, aber verhindert auch Fehler der Erzählung. Genau das will er nämlich vermeiden. Und er will Geschichten schreiben, die er selbst gerne liest.
Auch wenn er sich selbst gerne mit Büchern dieser Art beschäftigt, ist er trotzdem schockiert von Gewalt in der realen Welt. Um sich dann nicht in seinen eigenen Geschichten zu verlieren, hat er extra seinen Schreibtisch umgestellt. Der steht jetzt im Wintergarten mit Ausblick auf Garten und Teich. Je schlimmer die Geschichte, umso schöner muss also der Ausblick sein - das braucht er zum Schreiben. Ein weiterer Sympathiepunkt, wie ich finde.
Was mir zum Beispiel gut an »Splitter« oder »Der Seelenbrecher« gefällt: Die Bücher sind von Anfang bis Ende interessant und spannend. Viel zu oft war ich schon nach den ersten Kapiteln von einem Buch gelangweilt. Der spannende Teil spielte sich oft nur auf den letzten Seiten ab. Da fragte ich mich: Das soll also ein Thriller sein? Ganz anders bei Fitzek. Man möchte von Beginn an wissen, wie es weiter geht. Er schreibt sehr spannend, verrät aber nicht zu viel und schafft es nicht langweilig zu werden.
Bücher von Sebastian Fitzek bei Jokers
12.12.2011, 09.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Pop-Ups - Bücher, die so richtig ins Auge springen
Meine erste große Bilderbuch-Liebe war was sonst Die kleine Raupe Nimmersatt von Eric Carle. Ein absoluter Klassiker, der auch schon zu den Favoriten meiner Tochter zählt. Dann folgte das rückblickend furchtbar naiv anmutende - Mein grosses Teddy-Buch von Helene Weilen. Mit den bunten, lieblichen Illustrationen von Anny Hoffmann im Stil der braven 50er-/60er-Jahre.
Mein erstes Pop-Up-Buch war Goldglöckchen und die drei Bären, das ich schon ziemlich aufregend fand mit seinen dreidimensionalen Zimmern und Schiebeelementen. Doch dann wurde meine kleine Bilderbuchwelt revolutioniert: Bei meiner Freundin Alice sah ich es zum ersten Mal: Jan Pienkows Pop-Up-Buch "Pension zum ewigen Frieden". DAS war ein Buch wie keines zuvor! Besser als jede Geisterbahn!
Knallbunte, dreidimensionale Wesen treiben in diesem Buch ihr gruseliges Unwesen: in der Küche räkelt sich eine Krake, im Badezimmer springt einem ein Alien ins Gesicht und im Speicher umfliegt einen eine Fledermaus. Dazu sich öffnende geheimnisvolle Schranktüren und (zum Glück) zuklappbare Klodeckel gegen weitere Schreckgespenster. Am Seitenrand kann man an kleinen Laschen ziehen und so dem Ganzen noch zusätzliches Leben einhauchen: von rollenden Augen über ein flackerndes Kaminfeuer bis zu einem Krokodil, das nach dem Besucher schnappt.
Hatten Sie als Kind auch ein Lieblingsbuch? Schreiben Sie uns (unter Kommentare)!
Geschrieben von Anne Eichmann
14.11.2011, 10.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Jokers kommt in die Seppel-Glöckert-Passage!
Mainz ist bekanntlich die Heimat der Medien-Revolution. Hier weiß man ein gutes Buch zu schätzen. Und so gibt es kaum einen besseren Ort für eine Buchhandlung als die Gutenberg-Stadt. Deshalb öffnet im September eine frisch herausgeputzte Jokers-Filiale in der Seppel-Glöckert-Passage ihre Tore! Und weil die Mainzer in Sachen Buch sehr verwöhnt sind, wird Ihnen allerhand geboten: Da gibt es Taschenbücher für 2,99 Euro - oder am besten nehmen Sie gleich 5 zum Preis von 4. Da gibt es Bücher zu gewinnen und zwar so viele Sie tragen können. Und es gibt unglaubliche Bücher-Schnäppchen zur Eröffnungsfeier vom 1. - 4. September. Lassen Sie sich überraschen, was sich bei Jokers sonst noch alles entdecken lässt!
Wer von unseren tollen Angeboten einfach nicht genug kriegt, kann auch am verkaufsoffenen Sonntag von 13 -18 Uhr am gemütlichen Lesetisch Platz nehmen. Jokers-Filialleiterin Petra Schiffl lädt alle Bücherfreunde ein, dort zu verweilen und nach Herzenslust zu schmökern. Vom spannenden Thriller bis zur Weltliteratur, vom bunten Bilderbuch bis zum Lexikon, von der Musik-CD bis zum Kino-Film: Hier finden alle preisbewussten Genießer das Passende - und vielleicht sogar ein zweites Zuhause...
20.09.2011, 12.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Kennen Sie eigentlich...
...einen Traummann?
So einen gut aussehenden, intelligenten Mann mit viel Humor, Fantasie, Witz und Herz? Kennen Sie ganz bestimmt: Helme Heine! Helme Heine der Bilderbuch-Autor mit den drei viehischen Freunden. Seine knallbunten Aquarelle mit dem dicken Waldemar, Johnny Mauser und Franz von Hahn sind inzwischen weltberühmt. Das Motto des Trios: Nur gemeinsam sind wir stark! Ihre kleinen Abenteuer auf dem Bauernhof Mullewap wurden 2009 sogar verfilmt.
Angefangen aber hat alles 1976 mit dem Elefanteneinmaleins. 1977 folgte Na warte, sagte Schwarte. Heines Bücher mit philosophischem Anspruch wurden in über 30 Sprachen übersetzt und international mit vielen Preisen ausgezeichnet: u.a. mit Schönste deutsche Bücher, dem Europäischen Jugendbuchpreis und dem Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder - und Jugendliteratur. Die Weltauflage liegt inzwischen bei 25 Millionen Büchern.
Aber der gebürtige Berliner kann noch viel mehr als nur nette Bilderbuchgeschichten schreiben. Zusammen mit seiner Frau Gisela von Radowitz, die er beim Theaterspielen in Afrika kennen gelernt hat, verfasst er auch Romane für Erwachsene. Außerdem schreibt der studierte Wirtschaftswissenschaftler für Theater und Film, zeichnet Cartoons und Zeichentrickfilme, kreiert Skulpturen, entwirft Möbel, Theater-Kostüme, Porzellan u.v.m.
Aus dem Berliner Jungen (*1941) wurde im Lauf der Jahrzehnte ein echter Weltbürger: Seit Anfang der 1960er reiste er durch Europa und Asien, lebte dann für über ein Jahrzehnt in Südafrika und gründete das politisch-literarische Kabarett Sauerkraut. Dort brachte er auch eine satirische Zeitschrift heraus, spielte Theater und führte Regie.
Seit 1977 wieder zurück in Deutschland, ging es 1990 nach Irland. Inzwischen lebt er schon seit über 20 Jahren in einer Bucht an der Küste Neuseelands. Dort schaffte er sich selbst ein nur mit Regenwasser betriebenes, kleines Paradies mit Blick aufs Meer.
Wenn Heine mal zwischen all den Projekten Zeit hat, segelt er und angelt sich was für den Kochtopf. Seine eigenen Freundschaften pflegt er am liebsten mit Mahlzeiten im kleinen Kreis und wöchentlich verfassten Briefen. Ein echtes Multitalent eben!
Heines größter Wunsch ist es, alt genug zu werden, um alle seine Pläne und Projekte zu verwirklichen. Das wünschen wir ihm auch. Am 4. April diesen Jahres wurde Helme Heine 70 Jahre alt. Wir gratulieren - ganz herzlich!
Helme Heine bei Jokers:
Freunde wie du und ich, BELTZ Verlag
Geschrieben von Anne Eichmann
15.04.2011, 09.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Rekordverdächtige Bücher
Schneller, höher, weiter Dieses Motto gilt nur für sportliche Höchstleistungen? Weit gefehlt! Auch Bücher stellen rasante Rekorde auf. So konkurrieren sie etwa darum, welches denn nun das größte, teuerste, schwerste, seltenste, meistverkaufte, schnellste ist. Ja, Sie haben richtig gelesen: das schnellste Buch. Die Stiftung Lesen wollte herausfinden, ob es möglich ist, ein Buch an einem einzigen Tag zu schreiben, lektorieren, setzen, drucken, binden, ausliefern, verkaufen, lesen, rezensieren. Es klappte. 2003 startete das Turbo-Buch, geschrieben von einem AutorInnen-Kollektiv mit 96 Seiten und einer Auflage von einmalig 1.000 Exemplaren. Thema: Tempo, was sonst...
Normalerweise geht es bei der Buchproduktion nicht mit Überschallgeschwindigkeit zu, vor allem nicht bei schwergewichtigen Schmökern, die jedes Bücherregal sprengen. Lange Zeit galt ein elefantöser Bildband über das Königreich Bhutan als größtes Buch der Welt. Mit 1,52 x 2,13 Metern und einem Gewicht von 65 Kilogramm machte er mächtig was her. Der Rekordhalter wurde allerdings kürzlich entthront von einem noch gewaltigeren Schmöker, der sagenhafte 3,07 x 3,42 Meter misst. Mit diesen Ausmaßen passt der Bildband des Autoherstellers Mazda nicht einmal mehr durch eine normale Tür.
Das größte handschriftlich gefertigte Buch des Mittelalters ist übrigens der »Codex Gigas« (gigas = griechisch für riesig), der es bereits auf 50 x 90 cm und ein Gewicht von fast 75 Kilogramm brachte. Nebenbei bemerkt: Schelme bezeichnen schon mal das Entlebuch als größtes Buch der Schweiz. Dieses malerische Schweizer Tal im Kanton Luzern ist 397 Quadratmeter groß.
Nun sollte man annehmen, derart riesige Bücher seien auch entsprechend schwer. Keine Frage, sie bringen ordentlich Gewicht auf die Waage, aber leider nicht genug. Denn das wohl schwerste Buch Welt ist verhältnismäßig klein. »Das Buch der Apokalypse« von Salvador Dali ist gerade mal 78 x 86 cm groß, mit seinen 210 Kilogramm allerdings so schwer wie ein Pony. Grund dieses stattlichen Übergewichts ist die Herstellung des Wälzers aus dickem Pergament.
Die Liste der Buch-Superlative kommt nun zum Thema Geld. Was kostet das teuerste Buch aller Zeiten? Eine ganze Menge, wenn man einen Fantasiepreis in schwindelnder Höhe ansetzt. Das hat der Schweizer Philosoph Tomas Alexander Hartmann getan und für sein Werk »Die Aufgabe« schlappe 153 Mio.Euro veranschlagt. Kein Pappenstiel für ein 13-seitiges Bändchen. Allerdings machte der Autor geltend, er habe 30 Jahre für die Fertigstellung gebraucht. Das ist trotzdem noch ein fürstliches Honorar. Ob das Werk jemals an den Mann oder die Frau gebracht werden konnte, ist nicht bekannt.
Ganz real teuer hingegen ist das ornithologische Buch »Die Vögel Amerikas« aus dem 19. Jahrhundert, das bei einer Rekordversteigerung bei Sothebys für 8,6 Mio. Euro unter den Hammer kam. Dagegen wirkt die erste Shakespeare-Gesamtausgabe von 1623, die in derselben Auktion für 1,8 Mil. Euro versteigert wurde, fast wie ein Schnäppchen. Lange sparen müsste man auch auf den »Codex Aureus«, so er denn verkäuflich wäre. Diese über und über mit Gold und Edelsteinen verzierte Kostbarkeit lagert im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und wird auf 80 Mio. Euro geschätzt.
Wir von Jokers backen lieber kleinere Brötchen. Unsere Bücher sind allesamt handlich und ihr Erwerb führt garantiert nicht zum finanziellen Ruin. Stöbern Sie doch mal wieder in unserem Online-Shop!
05.04.2011, 09.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Reiseberichte berichten nicht nur von der Reise...
... und geben dem Leser mehr als die von den Werbetextern immer wieder beschworenen »tiefen Einblicke in Geschichte und Kultur« der bereisten Länder. Viel tiefgehender sind oft die Rückschlüsse, die Reiseberichte über das Weltbild, die Lebensumstände und die Persönlichkeit des Reisenden zulassen. Die Reisetagebücher der folgenden beiden Kandidaten zum Beispiel gelten bis heute als wichtige geschichtliche und völkerkundliche Dokumente. Doch wie muss ein Mensch gestrickt sein, der auf solche Trips geht...
Der Österreicher Georg Christoph Fernberger begab sich 1588 auf eine Pilgerreise ins Heilige Land. Ein Vorhaben, das damals eigentlich abenteuerlich genug gewesen wäre. Doch Neugier und Entdeckerdrang trieben Fernberger weiter: auf den Sinai, nach Babylon, Persien bis nach Indien. Stets war ihm das Glück hold und 1593 kehrte er wohlbehalten nach Wien zurück um 1594 gleich wieder loszuziehen: in den »langen Türkenkrieg«. Doch damit hatte er sein Glück überstrapaziert. Noch im selben Jahr erlag der 37-Jährige einer Wundinfektion.
Ausgerechnet der Neffe (es könnte auch ein Vetter gewesen sein) von Georg Christoph Fernberger ging als der erste österreichische Weltreisende in die Geschichte ein. Und das nicht einmal freiwillig. Vielleicht lag der Hang zu Umwegen in der Familie. Jedenfalls geriet Christoph Carl Fernberger im 30-jährigen Krieg in den Niederlanden in Gefangenschaft. 1621 kaufte ihn seine Familie frei. Doch um nach Hause zu gelangen kämpfen wollte er wohl nicht mehr -,hätte er sich durch die feindlichen Linien schlagen müssen. Zu gefährlich, befand er. Ob Christoph Carl aus der fatalen Risikobereitschaft seines Onkels gelernt hatte?
Jedenfalls entschied er sich für den Seeweg. Bis Venedig wollte er segeln, dann bis Wien auf dem Landweg. Und so ging er 1621 an Bord eines Schiffes. Versehentlich auf das falsche. Statt Venedig steuerte das Schiff Westafrika an. Es zerschellte bei den Kapverdischen Inseln. Fernberger überlebte und wurde von einem Schiff der Ostindien-Kompanie aufgelesen. Das fuhr aber nicht nach Europa zurück, sondern nach Südamerika, durch die Magellanstraße, an die Pazifikküste Nordamerikas, zu den Philippinen und nach Indonesien. Hier begann Christoph Carl, sich als Händler zu betätigen, reiste nach China, Japan, Indien, Persien... Erst als er das Gerücht hörte, Österreich sei von den Türken besetzt, machte er sich 1628 auf den Heimweg.
Bemerkenswert, diese Reiselust, dieser Erlebnishunger. Heute dagegen planen wir jeden Urlaub bis ins kleinste Detail. Und kriegen schon einen Stress-Anfall, wenn die Bahn mal nicht pünktlich auf die Minute fährt.
Bild: © Andreas Hermsdorf/PIXELIO
22.03.2011, 13.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Der Dschungel ruft
Kakerlaken essen, durch Schlamm waten, auf einem wackligen Steg über einer Schlucht balancieren... Was C-Promis im RTL-Dschungelcamp zu bewältigen haben, ist im Vergleich zu den Abenteuern Mowglis ein Spaziergang. Wir erinnern uns: Mowgli, der kleine Junge, der im Dschungel von Wölfen großgezogen wurde und ohne menschlichen Kontakt aufwuchs. Er kämpfte mit dem verschlagenen Tiger Shir Khan, wehrte sich gegen eine verrückte Affenbande und widerstand den Hypnosekünsten der Schlange Kaa.
Rudyard Kipling (1865 - 1936), der in Indien aufgewachsene britische Schriftsteller, hat sich die Mowgli-Geschichten ausgedacht. Sie sind Teil seiner beiden »Dschungelbücher«, die 1894/1895 erschienen. Durch die Walt-Disney-Verfilmung von 1967 wurden die Erzählungen aus dem Dschungel weltberühmt, bekamen aber auch ein neues Flair. Aus einem dramatischen Jugendbuch wurde ein niedlicher Kinderfilm, in dem Mowgli fröhlich durch den Urwald tollt, beschützt von dem Bären Baloo und dem Panther Bagheera. Keine Frage, das Disney-Dschungelbuch ist große Klasse, aber Lichtjahre entfernt von der literarischen Vorlage. In der lässt Kipling Mowgli zu einem Geschöpf heranwachsen, das mit dem Dschungel verwachsen ist. Der Junge muss sich im Rudel gegen Leitwolf Akela behaupten und immer auf der Hut sein vor seinem Erzfeind Shir Khan. In einem Kampf auf Leben und Tod besiegt er den gefährlichen Tiger schließlich, der nicht nur ihn bedroht, sondern die gesamte Tierwelt aufgewiegelt und Unfrieden in den Urwald gebracht hat.
Nicht nur, um Mowgli als strahlenden Helden zu erleben, lohnt sich ein Blick ins dschungelige Original - man lernt noch viele andere faszinierende Gestalten kennen: die weiße Robbe Kotick, den Mungo Rikki-Tikki-Tavi, Toomai, den Elefantenjungen Kiplings zweibändiges Dschungelbuch gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Jugendbüchern überhaupt. Robert Baden-Powell, ein Freund Kiplings, gründete 1907 die Pfadfinderbewegung auf der Grundlage der Mowgli-Geschichten. Sie dienten ihm als Vorlage für eine zur damaligen Zeit revolutionären Methode in der pädagogischen Arbeit, wonach Kinder und Jugendliche eigenverantwortlich in einer Art fortschreitender Selbsterziehung zu verantwortungsvollen Mitgliedern der Gesellschaft heranwachsensollen.
Übrigens erhielt Rudyard Kipling 1907 als erster Engländer und damals jüngster Preisträger (mit 42 Jahren) den Nobelpreis für Literatur.
Wer dem Ruf des Dschungels folgen möchte, kann sich hier einlesen:
http://www.jokers.de/3/13733287-1/buch/das-dschungelbuch.html
http://www.jokers.de/3/15598676-1/buch/mein-dschungelbuch.html
Bild: © wikimedia
22.02.2011, 09.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Buchgestütztes Wohnen
Der bibliophile Mensch von heute neigt ja dazu, alle möglichen Bücher zu horten, die er nie im Leben lesen wird. Da wären zum Beispiel die Günter Grass Studienausgabe in 20 Bänden. Die macht sich natürlich unglaublich gut an einer präsenten Stelle im Bücherregal. Mehr als Eindruck schinden bei Gästen, die sich pflichtschuldige »Ahs« und »Ohs« abringen, wird man damit jedoch meist nicht bewirken. Nachdem die große Zeit der Bücherverbrennungen hierzulande Gott sei Dank vorbei zu sein scheint, wirkt selbst die Befeuerung des hauseigenen Kamins mit überflüssigen Schmökern irgendwie anrüchig. Was also anstellen mit den unzähligen Seiten gebundenen Papiers?
Eine besonders elegante Lösung ist die Einrichtung einer dekorativen Hausbibliothek. Wie so etwas aussehen kann - und dabei noch kostengünstig mit nur wenigen Stunden angestrengten Schraubens zu bewerkstelligen ist - entdeckt, wer sich samstags durch überfüllte schwedische Möbelhäuser schieben lässt. Doch die Mühe lohnt sich! Farblich sortierte Buchrücken in blütenweiß lackierten Regalen sind laut Feng Shui unglaublich harmonisierend.
Eine andere Möglichkeit der zweckentfremdeten Buchverwendung dann nämlich wenn es mit dem Möbelaufbau wieder einmal nicht so richtig klappen wollte sind die sogenannten »tragenden Bücher«. Analog zur tragenden Wand stabilisieren sie vortrefflich Schränke, Betten oder was da sonst nicht ordentlich stillstehen mag.
Wenn selbst das nichts hilft, bietet sich dem leidgeplagten Do-it-Yourself-Wohndesigner noch ein letzter, viel besserer Ausweg sozusagen die Königsklasse des buchgestützten Wohnens: Man lege eine Glasplatte auf vier gleich hohe Bücherstapel und erhalte im Handumdrehen einen sehr belesen wirkenden Schreibtisch. Auf ähnliche Weise und mit etwas Fantasie lassen sich auch durchaus tragfähige Fernsehtischchen, Sideboards oder gar Wohnwände konstruieren. Nur Mut! Günter Grass wäre sicher nicht beleidigt. Denn auch er weiß: Papier ist geduldig.
Vielleicht möchten Sie einen Film drehen, was man mit Büchern alles machen kann? Es gibt tolle Preise zu gewinnen!
http://www.jokers-spiele.de/gratis-spiele/buecher-film....259./
02.02.2011, 08.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Mehr als einfach nur lesen…
Mit einem Buch kann
man ungeheuer viel anstellen. Natürlich zuerst einmal lesen. Aber da gibt es
weitere Möglichkeiten. Gerade die soliden gebundenen Schmöker sind noch zu viel
mehr nütze. Sie sind schwer genug, um Blumen darin zu pressen. Und man kann sich
draufsetzen, wenn man ein Wunderkind ist, vor der österreichischen Kaiserin
vorspielen soll und nicht an die Klaviertasten reicht. Wolfgang Amadeus Mozart
sollen im zarten Alter von sechs Jahren Bücher untergeschoben worden sein, als
er am Wiener Hof eigene Kompositionen vortrug.
Ein Segen, dass die Kunst des Buchbindens schon erfunden war. Man stelle sich vor, der Knabe hätte sich auf Papyrusrollen setzen müssen… Die nämlich gelten als die ersten Bücher überhaupt, benutzt vor etwa 5.000 Jahren im alten Ägypten. Im ersten Jahrhundert nach Christus begannen Griechen und Römer, beschriftete Papierstücke zu einem so genannten Codex zusammenzuheften – das gebundene Buch war erfunden. Das Handwerk des Buchbindens mit Fadenheftung und festem Deckel zählt zu den ältesten Gewerben und entstand um 300 n. Chr.
Heute freilich
werden Bücher zumeist industriell gefertigt, die handwerkliche Bindung bleibt
exklusiven Werken vorbehalten oder dient der Restaurierung alter Bücherschätze.
Sie sehen, ein Buch hat im
wahrsten Sinne des Wortes viele Seiten – entdecken Sie sie!
Bild: © Paul Golla/PIXELIO
12.01.2011, 13.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL
„Bücher pflücken“ gegen die Analphabetisierung
Kostenlos Bücher „pflücken“, mit nach Hause nehmen und lesen – diese Möglichkeit nutzten viele Paderborner beim diesjährigen Weltalphabetisierungstag am 8. September. Als engagierte Unterstützer der Alphabetisierung hatten Jokers und die Buchhandlung Linnemann mehrere Hundert Bücher gespendet, um die Passanten für das Lesen zu begeistern. Die freuten sich sichtlich über das Gratis-Lesefutter und griffen beherzt zu.
Vor
der Buchhandlung informierten die Mitarbeiter des Bundesverbands Alphabetisierung
und die VHS Paderborn die Öffentlichkeit über das Thema Alphabetisierung. Neben
zahlreichen Mitmachaktionen erzählte der ehemalige Betroffene Tim-Thilo Fellmer
aus seinem Alltag ohne Schrift. Als feierlicher Abschluss las der Poetry-Slammer
Sulaiman Masomi aus seinem Werk mit dem Titel „Lyrik locker – wenn
Alphabetisierung und Dichtkunst unter einer Decke stecken“.
Weltweit können rund 860 Mio. Erwachsene nicht richtig lesen und schreiben. In Deutschland zählen etwa 4 Mio. Bürger zu den Analphabeten. Um dies zu ändern, rief die UNESCO 1965 den Weltalphabetisierungstag ins Leben, der seitdem jeden 8. September weltweit begangen wird.
Vielleicht konnte Jokers Restseller mit dem Bücherpflücken ja bei dem ein oder anderen die Liebe zum Buch (neu) entfachen!
Bild: Renate Kalloch/pixelio.de
25.10.2010, 18.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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