Jokers Blog Deutschland

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Bertolt Brecht

Bert Brecht und Lion Feuchtwanger

Bert BrechtAm 10. Februar 2010 feierten wir Bert Brechts 112. Geburtstag. Was wurde über Eugen Berthold Friedrich Brecht – erst später machte er seinen zweiten Vornamen ohne das „h“ zu seiner „Marke“ – nicht schon alles gesagt und geschrieben! Wir wissen, dass er bei Karl Valentin in die „Schule“ ging, und wir wissen auch, dass er Lion Feuchtwanger auf eine sehr spezielle Weise freundschaftlich verbunden war.

Marta Feuchtwanger erzählt unter anderem vom Beginn dieser ungewöhnlichen Männerfreundschaft, die nicht immer unproblematisch war: „Brechts Vater kam aus Augsburg zu Lion, um ihn um Rat zu bitten. Sein Sohn habe jetzt vor, das Medizinstudium aufzugeben, um Schriftsteller zu werden. Und da wollte er Lion fragen, der doch schließlich schon ein bekannter Autor sei, ob er glaube, dass sein Sohn genügend Talent habe, um es zu etwas zu bringen. Feuchtwanger antwortete: ‚Ich bin sonst nicht der Ansicht, dass man einem jungen Menschen anraten soll, Schriftsteller zu werden. Aber wenn Brecht nicht schreibt – der ist nämlich ein Genie -, wäre es eine Sünde.’ Da hat der Vater gesagt: ‚Schön, ich werde Ihren Rat befolgen und ihm auch weiter seinen Scheck schicken.’ Als er an der Tür war, drehte er sich noch einmal um und sagte: ‚Sehen Sie, ich bin Fabrikant, ich fabriziere wunderbares weißes Papier, und dann bedrucken Sie es.’“

Auch der umfangreiche Briefwechsel zwischen Brecht und Feuchtwanger ist sehr aufschlussreich und informativ (Lion Feuchtwanger. Briefwechsel mit Freunden 1933 – 1958, Band 1. Aufbau-Verlag. Berlin). Der Freundschaft zwischen Brecht und Feuchtwanger entstammen sogar drei gemeinsam erarbeitete Stücke: „Das Leben Eduards II“, „Kalkutta, 4. Mai“ und „Die Geschichte der Simone Machard“.

Dabei wäre die Freundschaft beinahe in die Brüche gegangen, weil sich Brecht in Feuchtwangers Roman „Erfolg“ sehr ungünstig charakterisiert empfand. Dort hat Feuchtwanger mit der Figur des Kaspar Pröckl seinem Freund Bert Brecht ein literarisches Denkmal gesetzt, das diesem ganz und gar nicht gefiel, wie man leicht verstehen kann, wenn man nur einige Stellen in dem wunderbaren Roman, der so etwas wie ein Zeitdokument ist, liest: „Der Kerl roch wirklich wie Soldaten auf dem Marsch“, oder an anderer Stelle: „die anstrengend, unmanierliche, schrille, schreiende Stimme Pröckls“. Brecht soll sogar wiederholt auf Feuchtwanger eingeredet haben, diese Stellen zu entschärfen. Aber Feuchtwanger wollte dies offensichtlich nicht, da es sich schließlich um einen Roman und nicht um eine Dokumentation handelte. Hätte er sich von seinem Freund dazu erweichen lassen, wäre dies gewissermaßen eine Bankrotterklärung seines künstlerischen Schaffens gewesen.

Brecht und Feuchtwanger haben sich zeitlebens gegenseitig sehr viel gegeben, vom politischen Durchblick bis hin zum dramatischen Bewusstsein. Nachzulesen in: „Schatten über München“. Eine Dokumentation von Reinhart Hoffmeister. Langen Müller, München, sowie in Volker Skierka: „Lion Feuchtwanger. Eine Biographie, erschienen im Quadriga Verlag J. Severin, Berlin, oder im oben erwähnten Briefwechsel bzw. in „Nur eine Frau“ von Marta Feuchtwanger. Aufbau-Verlag, Berlin.

Wer mehr über diese seltsam anmutende Seite Brechts erfahren will, dem seien die hier erwähnten Bücher wärmsten ans Herz gelegt. Wenn er nicht bei uns im Shop etwas findet!


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

16.02.2010, 08.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Brechts Anekdoten

Brecht„Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt“, sagte Bert Brecht. Als einflussreichster deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts wird er bezeichnet, er gilt als Begründer des epischen Theaters bzw. „dialektischen Theaters“. Bert Brecht machte aus seiner politischen Einstellung nie ein Hehl. Er war ein bekennender Anti-Nazi, er bezeichnete sich selbst als "Kommunisten". Diese Haltung brachte ihm zu seiner Zeit natürlich sehr viel Ärger und schlussendlich auch das Exil ein.

Dennoch war sein Leben reich an Esprit und Anekdoten. An dieser Stelle möchte ich nur zwei der zahlreichen „Geschichten vom Herrn B“ widergeben:

"Im Namen des Volkes"

In dem Lazarett, wo Herr B. Dienst tat, fehlten Decken. Neben dem Lazarett lagerten Decken und Herr B. ließ sie stehlen und gab sie den kranken Soldaten. Der Diebstahl wurde entdeckt und Herr B. wurde mit der Untersuchung beauftragt. Er führte sie mit aller Strenge, aber leider erfolglos.

"Zuviel Folgsamkeit"

Die Schriftstellerin Anna S. hatte einen Roman geschrieben, und Herr B. wurde nach seinem Urteil gefragt. Er meinte: "Sie ist eine große Novellistin. Wenn sie dabei geblieben wäre, hätte man nicht umhin gekonnt, ihr eines Tages auch den Nobelpreis zu geben. Leider hat Georg L. ihr eingeredet, sie müsse "Krieg und Frieden" noch einmal neu schreiben. Da hat sie sich als gute deutsche Hausfrau hingesetzt und ihre Novellen zu Romanen zusammengehäkelt. Das hat ihr sehr geschadet."

Bereits in 10. Auflage liegen die gesammelten Geschichten vor. Jetzt bieten wir sie Ihnen zum Sonderschmökerpreis. Denn: So lange viele an BB denken, ist er nicht wirklich tot.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

28.10.2009, 12.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL

BB

BB111 Jahre wäre diese berühmt-berüchtigte Person dieses Jahr geworden. Ich spreche nicht von Brigitte Bardot, die Rede ist von Augsburgs international bekanntestem Sohn, Bertolt Brecht (wohl gemerkt mit zwei „t“ im Vornamen!). Augsburg versucht mit zahlreichen Führungen und Wanderungen auf seinen Spuren an ihn zu erinnern, doch auch Brecht affine Gruppierungen und Vereine warten mit Veranstaltungen wie Slams, Konzerten etc. auf.

Brecht, der angeblich einmal sagte, das Beste an Augsburg sei der Zug nach München, war nie auf den Mund gefallen. So wird ihm zugeschrieben, schon während seiner Schulzeit äußerst vorlaut gewesen zu sein: „Die Volksschule langweilte mich 4 Jahre. Während meines 9-jährigen Eingewecktseins an einem Augsburger Realgymnasium gelang es mir nicht, meine Lehrer wesentlich zu fördern. Mein Sinn für Muße und Unabhängigkeit wurde von ihnen unermüdlich hervorgehoben.“

Brecht lebte in wirren Zeiten: Er machte das Notabitur, musste zum Sanitätsdienst beim Militär, wurde zum Pazifisten, begann an der LMU in München zu studieren. Und schrieb schon mit zwanzig das Theaterstück „Baal“; am 8. Dezember 1923 wurde es in Leipzig uraufgeführt.

Es gäbe noch viel über ihn zu erzählen, doch am besten ist es, Sie machen sich selbst ein Bild von diesem begnadeten und äußerst auffallendem Mann: Wir haben anlässlich seines 111. Geburtstages viele seiner Werke im Angebot.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

05.03.2009, 09.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bianka Schmidtlein:
Tatsächlich. Auf jokers.de führt die Sucheing
...mehr

Ute Berger:
es ist wirklich schlimm was mit den Handys un
...mehr

Gabi Bergermann:
Auweia. Jorges Verhalten erinnert schon sehr
...mehr

Anne-Marie Kollmannsberger:
Anti-BILD-Mail-Aktion:Hier klicken
...mehr

Gabi Bergermann:
Soso, man ist ein paar Wochen in Mittelamerik
...mehr

Einträge ges.: 1523
ø pro Tag: 0,6
Kommentare: 268
ø pro Eintrag: 0,2
Online seit dem: 15.05.2005
in Tagen: 2559
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Bloggeramt.de
frisch gebloggt
Deutsches Blog Verzeichnis
Blog Top Liste - by TopBlogs.de
TwitThisFacebookGoogleMySpaceTechnoratiMister WongDiggDeliciousYiggLinksilo
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3





<< Mai 2012 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
 010203040506
07080910111213
14151617181920
21222324252627
28293031