
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Duden
Auf keine Kuhhaut
Neben den Jokers Depeschen gibt es noch einige andere interessante Newsletter von Verlagen. Einer, den ich seit langer Zeit bestellt habe, ist der Duden-Newsletter. Da lernt man richtig zu schreiben, bekommt Grammatiktipps und hin und wieder Redewendungen erklärt. Im letzten Duden-Newsletter habe ich erfahren, was es bedeutet, wenn man sagt: „Das geht auf keine Kuhhaut.“ Ich schäme mich ein bisschen es zu sagen, aber wie oft habe ich den Spruch verwandt, ohne zu wissen, was er genau bedeutet! Die Dudens klärten auf, dass die Wendung auf eine mittelalterliche Vorstellung zurückgeht. Man glaubte, der Teufel habe die Sünden eines Sterbenden auf ein Pergament aus Kuhhaut notiert und sie ihm vorgehalten. Wenn die Sünden eines Menschen nicht einmal auf einer Kuhhaut Platz hatten, das zeugte natürlich schon von großer Boshaftigkeit und überstieg jedes Maß, war unerhört und unerträglich. Und in diesem Sinn wird die Redewendung auch noch heute benutzt.Wieder ein wenig schlauer. Wie schön, dass man jeden Tag etwas dazulernen kann.
18.08.2007, 11.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Kennen Sie weiland?
Es ist schon lustig, welche Verwirrung sieben kleine Buchstaben stiften können...
Eine Bekannte lag zu Ostern am Gardasee gemütlich im Liegestuhl und blätterte in einem Nachrichtenmagazin. Da sprang ihr ein Wort ins Gesicht, das sie zwar schon gehört hatte, dessen Bedeutung ihr aber nicht bewusst war. "Weiland" hieß das Wort.
Meine Bekannte fragte ihren Mann: "Weiland? So hat doch unser letzter Nachbar mit Nachnamen geheißen! Aber das kann doch nicht sein, dass hier ein Herr oder Frau Weiland gemeint ist! Weißt du, was weiland meint?" Doch auch ihr Mann wusste nichts mit dem Wort anzufangen. Und so verbiss sich meine Bekannte in die "Problemstellung". Sie begann unter den deutschsprachigen Urlaubern rings um ihren Liegestuhl zu recherchieren. Dabei wurden die abenteuerlichsten Theorien über die Bedeutung des Wortes „weiland“ entwickelt. Die Bedeutungsvorschläge reichten von "wahrscheinlich" über "denn" bis hin zu "das könnte der Name des Dackels der Mutti sein". Tatsächlich kannte keiner ihrer Miturlauber dieses Wort. Und der Weg zum nächsten Duden, erst recht zum nächsten Internet-Anschluss war - von den Liegestühlen aus gesehen - weit.
So blieb der Bekannten nichts anderes als zu raten. Sie versuchte das Wort semantisch herzuleiten. Wei-land. Doch sie konnte keinen der beiden Seme identifizieren. So wich sie auf andere Sprachen aus. "Vielleicht whyland?", schlug Günther vor, der Zimmernachbar im Hotel.
Schließlich hielt es meine Bekannte nicht mehr aus und bat die hübsche Dame an der Rezeption einen kurzen Blick ins Internet am Hotel-Terminal werfen zu dürfen. Die Dudenseite verriet meiner Bekannten zumindest, dass es sich um ein veraltetes Wort handelte, und eigentlich vom Dativ Plural des Wortes "Weile" abgeleitet ist. Weitere Informationen hätten 25 Cent gekostet …
Weil sie diese 25 Cent nicht zahlen wollte, surfte meine Bekannte flott weiter, sie wollte ja die Geduld der Rezeptionistin nicht überstrapazieren. Auf kurzefrage.de, einem Forum für die unterschiedlichsten Fragen des Lebens, fand sie schließlich, was sie so dringend suchte: Ein User namens Nutria hatte vor ihr schon das gleiche Problem gehabt und hatte wissen wollen: "Was heißt weiland?". Die Antwort kam vom User Stardust: "weiland = vormals, einstmals, ehemals - aus dem mittelhochdeutschen "wielen(t)" = Dativ Plural zu Nomen >wil(e<) für weile."
Aufgeklärt und befriedigt konnte sich meine Bekannte jetzt wieder in ihren Liegestuhl legen. Deutsche Sprach – schwere Sprach.
Eine Bekannte lag zu Ostern am Gardasee gemütlich im Liegestuhl und blätterte in einem Nachrichtenmagazin. Da sprang ihr ein Wort ins Gesicht, das sie zwar schon gehört hatte, dessen Bedeutung ihr aber nicht bewusst war. "Weiland" hieß das Wort.
Meine Bekannte fragte ihren Mann: "Weiland? So hat doch unser letzter Nachbar mit Nachnamen geheißen! Aber das kann doch nicht sein, dass hier ein Herr oder Frau Weiland gemeint ist! Weißt du, was weiland meint?" Doch auch ihr Mann wusste nichts mit dem Wort anzufangen. Und so verbiss sich meine Bekannte in die "Problemstellung". Sie begann unter den deutschsprachigen Urlaubern rings um ihren Liegestuhl zu recherchieren. Dabei wurden die abenteuerlichsten Theorien über die Bedeutung des Wortes „weiland“ entwickelt. Die Bedeutungsvorschläge reichten von "wahrscheinlich" über "denn" bis hin zu "das könnte der Name des Dackels der Mutti sein". Tatsächlich kannte keiner ihrer Miturlauber dieses Wort. Und der Weg zum nächsten Duden, erst recht zum nächsten Internet-Anschluss war - von den Liegestühlen aus gesehen - weit.
So blieb der Bekannten nichts anderes als zu raten. Sie versuchte das Wort semantisch herzuleiten. Wei-land. Doch sie konnte keinen der beiden Seme identifizieren. So wich sie auf andere Sprachen aus. "Vielleicht whyland?", schlug Günther vor, der Zimmernachbar im Hotel.
Schließlich hielt es meine Bekannte nicht mehr aus und bat die hübsche Dame an der Rezeption einen kurzen Blick ins Internet am Hotel-Terminal werfen zu dürfen. Die Dudenseite verriet meiner Bekannten zumindest, dass es sich um ein veraltetes Wort handelte, und eigentlich vom Dativ Plural des Wortes "Weile" abgeleitet ist. Weitere Informationen hätten 25 Cent gekostet …Weil sie diese 25 Cent nicht zahlen wollte, surfte meine Bekannte flott weiter, sie wollte ja die Geduld der Rezeptionistin nicht überstrapazieren. Auf kurzefrage.de, einem Forum für die unterschiedlichsten Fragen des Lebens, fand sie schließlich, was sie so dringend suchte: Ein User namens Nutria hatte vor ihr schon das gleiche Problem gehabt und hatte wissen wollen: "Was heißt weiland?". Die Antwort kam vom User Stardust: "weiland = vormals, einstmals, ehemals - aus dem mittelhochdeutschen "wielen(t)" = Dativ Plural zu Nomen >wil(e<) für weile."
Aufgeklärt und befriedigt konnte sich meine Bekannte jetzt wieder in ihren Liegestuhl legen. Deutsche Sprach – schwere Sprach.
28.04.2007, 10.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Neue Wörter braucht das Land
„Weißt du, wie viele neue Wörter in den letzten Jahren entstanden sind?“, fragte mich jüngst eine Kollegin. Ich tippte spontan: „Naja, 100 vielleicht“ und dachte dabei an Vokabeln wie „Rentnerschwemme“, „Babyalarm“ oder „Global Player“. Wörter eben, die uns erst seit Neuem die Medien um die Ohren werfen.
Meine Kollegin lachte mitleidig auf. „Es sind fast 3000 neue Wörter! Stell dir nur vor, was sich in den letzten Jahren allein durchs Internet und den Fortschritt am PC alles geändert hat.“ Da wurde mir das Ausmaß erst bewusst. „Downloaden“, „Mauspad“ (nicht „Mousepad“!), „scannen“, „Touchscreen“„Computerkriminalität“ – all das waren 1997 noch Worte, die mehr vom Computer-Profi gebraucht wurden, weniger vom „Normalverbraucher“ (auch dieses Wort ist neu im Duden).
Auch die neue Wirtschaft, die „New Economy“, hat das deutsche Wör- terbuch bereichert. Genauso wie das „Bodystocking“, die „Markt- lücke“, die „Economyklasse“, das „Assessment-Center“, das „Ein- eurostück“ oder das „Discount- geschäft“. Auch das „Piercen“ war vor zehn Jahren weniger verbreitet als heute, ebenso wie der „Gettoblaster“ oder der „Intercity- expresszug“.
Was ein „Religionskrieg“ ist, wussten offensichtlich 1997 noch weniger Menschen als heute. Und unter „Sixpack“ verstand man in den 90er-Jahren wohl noch eher das, was es eigentlich ist. Nämlich ein Sechserpack Bierflaschen. Muskulöse Leibesmitten nannte man damals noch „Waschbrettbauch“. Ganz beiläufig gesagt: In letzter Zeit höre ich immer öfter vom „Waschbärbauch“ – bin ja mal gespannt, wann der in den Duden aufgenommen wird…
Meine Kollegin lachte mitleidig auf. „Es sind fast 3000 neue Wörter! Stell dir nur vor, was sich in den letzten Jahren allein durchs Internet und den Fortschritt am PC alles geändert hat.“ Da wurde mir das Ausmaß erst bewusst. „Downloaden“, „Mauspad“ (nicht „Mousepad“!), „scannen“, „Touchscreen“„Computerkriminalität“ – all das waren 1997 noch Worte, die mehr vom Computer-Profi gebraucht wurden, weniger vom „Normalverbraucher“ (auch dieses Wort ist neu im Duden).
Auch die neue Wirtschaft, die „New Economy“, hat das deutsche Wör- terbuch bereichert. Genauso wie das „Bodystocking“, die „Markt- lücke“, die „Economyklasse“, das „Assessment-Center“, das „Ein- eurostück“ oder das „Discount- geschäft“. Auch das „Piercen“ war vor zehn Jahren weniger verbreitet als heute, ebenso wie der „Gettoblaster“ oder der „Intercity- expresszug“. Was ein „Religionskrieg“ ist, wussten offensichtlich 1997 noch weniger Menschen als heute. Und unter „Sixpack“ verstand man in den 90er-Jahren wohl noch eher das, was es eigentlich ist. Nämlich ein Sechserpack Bierflaschen. Muskulöse Leibesmitten nannte man damals noch „Waschbrettbauch“. Ganz beiläufig gesagt: In letzter Zeit höre ich immer öfter vom „Waschbärbauch“ – bin ja mal gespannt, wann der in den Duden aufgenommen wird…
23.03.2007, 10.03 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

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