
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Frühling
Ein Kater im xten Frühling
Vom Kater auf das Katzenrudel gekommen ist meine Freundin Susanne. Nach drei Jahren harmonischen Zusammenlebens mit dem betagten Stubentiger begann dieser nach Vollendung seines 19. Katzenjahres müde zu werden. Doch sein Frauchen ertrug den Gedanken nicht, auf ihren lieb gewonnen Wohnungsgenossen verzichten zu müssen. So ging sie schnurstracks ins Tierheim und holte noch zwei zehnjährige Wohnungskatzen ins Haus. Diese sollten, so der Plan, den Lebensabend des alten Herrn versüßen und wenn möglich verlängern.
Doch selbst „Das große Felidae-Katzenbuch“ von Akif Pirincci, „Nero Corleone“ von Elke Heidenreich, „Schmitz´ Katze“ von Ralf Schmitz oder „Die Katze, die rückwärts lesen konnte“ von Lilian Jackson Braun hatten Susanne nicht auf das Pelztheater vorbereiten können, das nun folgte.
Denn die neue Bewohnerin „Blacky“ ist zwar lieb und anhänglich. Allerdings auch nicht kastriert. Den gesetzten Herrn bringt das völlig aus dem Häuschen. Halbblind, stocktaub und zeugungsunfähig sollte er eigentlich längst über den Dingen stehen. Doch die jüngeren Katzendamen bescheren ihm den dritten Frühling. Trotz schmerzender Hüfte und kurzem Atem jagt er die Damen über Kratzbaum, Polstersessel, Näpfe und Teppiche und besteigt sogar die Höhen des Bücherregals wieder. Blacky und Lucy freut das nicht immer. Und so erwartet Susanne jeden Morgen eine neue Überraschung in Form von umgestürzten Wäscheständern, zerpflückten Büchern, hier und da einem Häufchen Erbrochenem.
Der Kater allerdings, der noch zwei Monate dem Leben zuvor dem Leben Ade zu sagen schien, lebt jetzt seinen xten Frühling aus. Susanne dagegen ist in ihrer Not kurz davor, selbst ein Katzenbuch zu schreiben. Quasi als Ka(ter)tharsis zum Katzentheater um sie herum.
Bücher rund um Katzen
Bild: Rainer Sturm / pixelio.de
26.04.2010, 20.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ach, du dickes Ei!
Kaum zu glauben: Bald ist Ostern. Vor kurzem noch schimpften wir über meterhohen Schnee, die ersten Frühlingsstürme zogen schon über unsere Lande hinweg und einige haben sich schon ihren ersten Sonnenbrand des Jahres in der noch zaudernden Frühjahrssonne geholt. Für mich läutet immer Ostern den Frühling ein. Dieses Jahr fällt Ostern zwar sehr früh auf Anfang April, aber auch diesmal werde ich das Osterfest als meinen persönlichen Frühlingsbeginn begehen.Und mit der Wärme der Sonne traut sich auch die Heiterkeit wieder hinter dem Ofen hervor, wo sie während der langen Wintermonate Zuflucht suchte. Es ist die Zeit der Freude, der Fröhlichkeit, des Witzes, des Charmes. Ringelnatz, der Meister der Heiterkeit, hat Ostern ein eigenes Gedicht gewidmet.
Ostergedicht
Wenn die Schokolade keimt,
wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
Glockenklingen sich auf Lenzeschwingen
endlich reimt,
und der Osterhase hinten auch schon presst,
dann kommt bald das Osterfest.
Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, -
dann mit jenen Dichterlingen
und mit deren jugendlichen Bräuten
draußen schwelgen mit berauschten Händen –
ach, das denk ich mir entsetzlich,
außerdem - unter Umständen –
ungesetzlich.
Aber morgens auf dem Frühstückstische
fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingwärme
durch geheime Gänge und Gedärme
in die Zukunft zieht,
und wie dankbar wir für solchen Segen
sein müssen.
Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
die so langgezogene Kugeln legen.
Auch unsere Audio-CD „Ach, du dickes Ei“ steht ganz im Zeichen von Ostern. Kecke und übermütige Texte laden alle Hörer ein, sich einfach nur zu freuen. Über Ostern, über den Frühling, über die Sonne…
26.03.2010, 15.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Das Licht bringt es an den Tag
Eben freuen wir uns darüber, dass es wieder länger hell ist. Dass diese längere Helligkeit auch einen ganz gewaltigen Haken hat, darüber spricht niemand. In meiner lichtdurchfluteten Wohnung kann ich jetzt leider wieder sehen, was da so alles im Argen liegt. Die Parkett-Fußleisten beginnen sich hier und da zu lösen, Bücherregale biegen sich, was nach neuen Regalböden schreit. Unser Balkon sieht nicht wie der ursprünglich geplante mediterrane Traum aus, die Wohnzimmerwände könnten auch mal wieder einen Anstrich gebrauchen, vom klassischen Topos des tropfenden Wasserhahns in der Küche ganz zu schweigen.Nun bin ich ja aber nicht Handwerker geworden, sondern habe aus gutem Grund einen Beruf mit Büchern gewählt, was ich nicht müde werde zu Hause zu verkünden. Dennoch spüre auch ich in diesen Frühlingstagen das Bedürfnis, mit eigenen Händen etwas (hoffentlich) Sinnvolles zu tun, zu schleifen und zu hobeln, zu spachteln und zu hämmern. Die wirklich entscheidenden Dinge überlasse ich zwar nach wie vor den Profis (dafür ist mir der häusliche Frieden zu viel wert). Aber an Kleinigkeiten und Verschönerungsarbeiten wage ich mich, denn Spaß macht es ja schon irgendwie! Und es macht auch stolz, wenn man abends sieht, was man tagsüber heimwerkerisch geleistet hat. Wer schon einmal einen Kabelschlitz gestemmt oder Großvaters alten Tisch abgeschliffen hat, weiß, wovon ich rede.
Wertvolle Hinweise von Fachleuten sind da für eher selten werkelnde Freizeithandwerker wie mich von unschätzbarem Wert. Legen Sie sich ein Buch mit Tipps und Tricks also möglichst vor Beginn größerer Frühjahrs-Heimwerker-Aktionen zu…
(geschrieben von Matthias Stöbener)
24.04.2009, 11.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Welttag der Poesie
Und weil es so gut in diese Jahreszeit und zu meiner momentanen Gefühlslage passt, möchte ich Ihnen ein Gedicht für die Zeit zwischen Winter und Frühling, zwischen Bangen und Hoffen, zwischen Sehnsucht und Erfüllung vorstellen. Gedichtet von Hugo von Hofmannsthal.
Es läuft der Frühlingswind
durch kahle Alleen,
seltsame Dinge sind
in seinem Wehn.
Er hat sich gewiegt,
wo weinen war,
und hat sich geschmiegt
in zerrüttetes Haar.
Er schüttelte nieder
Akazienblüten
und kühlte die Glieder,
die atmend glühten.
Lippen im Lachen
hat er berührt,
die weichen und wachen
Fluren durchspürt.
Er glitt durch die Flöte
als schluchzender Schrei,
an dämmernder Röte
flog er vorbei.
Er flog mit Schweigen
durch flüsternde Zimmer
und löschte im Neigen
der Ampel Schimmer.
Es läuft der Frühlingswind
durch kahle Alleen,
seltsame Dinge sind
in seinem Wehn.
Durch die glatten
kahlen Alleen
treibt sein Wehn
blasse Schatten
Und den Duft
den er gebracht,
von wo er gekommen
seit gestern Nacht.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
21.03.2009, 13.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Effi Briest
Und jetzt kommt „Effi Briest“! Es soll eine moderne Adaption des Klassikers von Theodor Fontane sein, die auch junges Publikum begeistert, heißt es. Und was bei Fontane noch sein tragisches Ende findet (es waren Zeiten, in denen die aufgesetzte Moral einfach über jede Art von romantischen Gefühlen siegen musste), geht 2009 im Kino besser aus. Obwohl ich denke, dass es ein begnadeter Autor wie Theodor Fontane gar nicht nötig hat, auf „modern“ getrimmt zu werden. Seine Werke unterhalten trotz, oder vielleicht gerade wegen ihres eigentümlichen Stils auf wunderbare Weise:
Frühling
Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
"Er kam, er kam ja immer noch"
Die Bäume nicken sich's zu.
Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.
Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt; "Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai."
O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag's auch du.
Wer ein wenig stöbern will, hier haben wir allerhand von dem deutschen Dichter zusammengestellt.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
27.02.2009, 10.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Heat me up!
Mit dem ersten Frühlingserwachen der letzten Wochen sieht man sie wieder durch die Straßen ziehen: In farben- prächtige Shirts, Hosen und Röcke gehüllt streifen Jugendlichen durch die fast schon laue Luft. Unsereiner wagte in seinen "wilden Jahren" höchstens einmal, Dunkelschwarz mit Hellschwarz zu kombinieren, heute jedoch darf gelassen ein pinkfarbenes Hemd mit einem orangeroten Rock getragen werden.Auf so mancher Brust prangt ein Slogan, ob weiblich oder männlich. "Zicke" ist noch einer der harmloseren Ausdrücke auf den bunten Shirts. Wer bezeichnet sich denn gerne als Zicke, fragte ich mich letztens in der Mittagspause.
Und heute sehe ich die T-Shirts in unserem Shop: Schwarz wie die Nacht, anschmiegsam wie Nachbars Katze, versüßt mit einem eingehenden Spruch. „Heat me up“ steht in großen Lettern auf dem einen, verführerisch leuchtet mir der rote Hintergrund entgegen. Darunter Zeilen Goethes: „Es dringen Blüten aus jedem Zweig und tausend Stimmen aus jedem Gesträuch.“ Ich ringe noch mit mir, ob ich mir nicht eins zulege. Eigentlich bin ich ja eher der Hemdentyp, aber vielleicht für den Sommer, wenn ich mich leger bewege?
Unsere "Modeecke" ist hier!
11.04.2007, 08.55 | (1/1) Kommentare (RSS) | (1) TB | PL
Singen, springen, scherzen
Freilich: Es ist Frühling! Da fängt man schon mal zu dichten an. Und durch Gazetten, Moderationen und Fernseh- Weisheiten flattert wieder jenes blaue Band, das ich hier nicht weiter aus- führen will. Wen es interessiert, kann ja mal nach dem blauen Band in unserer Gedichte-Datenbank suchen und dort auch gleich beim Jokers Lyrikwettbe- werb mitmachen. Immerhin locken 5.000 Euro Preisgelder.Statt das blaue Band zu bemühen, will ich hier mal ein Gedicht, ein Frühlingslied zum Besten geben, das ich viel schöner finde. Die meisten meiner Bekannten kennen leider nur die ersten zwei Zeilen. Der deutsche Hochschullehrer und Dichter Hoffmann von Fallersleben hat es 1835 geschrieben:
Alle Vögel sind schon da,
alle Vögel, alle.
Welch ein Singen, Musiziern,
Pfeifen, Zwitschern, Tiriliern!
Frühling will nun einmarschier'n,
kommt mit Sang und Schalle.
Wie sie alle lustig sind,
flink und froh sich regen!
Amsel, Drossel, Fink und Star
und die ganze Vogelschar
wünschen dir ein frohes Jahr,
lauter Heil und Segen.
Was sie uns verkünden nun,
nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein,
lustig wie die Vögelein,
hier und dort, feldaus, feldein,
singen, springen, scherzen.
31.03.2007, 08.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Schalkhafte Veilchen
Fühlen auch Sie sich beinahe überwältigt von unerhörten Frühlingsgefühlen? Schon morgens zwitschern die Vögel mit dem Wecker um die Wette, der Kaffeeduft mischt sich mit dem betörenden Geruch erwachender Blumen, während die Schnee- glöckchen noch einmal vorwitzig den Kopf heben. Keine andere Jahreszeit weckt so viel Hoffnung, spendet so viel Trost wie der Frühling.Gerade auch die DichterInnen hat er inspiriert. Doch nicht so sehr das aufwallende Blut von Jünglingen, sondern das Erwachen der Natur ist es, was bei den meisten Dichtern im Vordergrund steht. Goethe hat z. B. gedichtet:
„Das Beet schon lockert/ Sich´s in die Höh´,/ Da wanken Glöckchen/ So weiß wie Schnee;/ Safran entfaltet/ Gewalt´ge Glut,/ Smaragden keimt es/ Und keimt wie Blut./ Primeln stolzieren/ So naseweis,/ Schalkhafte Veilchen/ Versteckt mit Fleiß;/ Was auch noch alles/ Da regt und webt,/ Genug, der Frühling/ Er wirkt und lebt.“Die kompletten Gedichte Goethes jetzt günstig bei Jokers
28.03.2007, 07.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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