
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Frankfurt
Kleistjahr 2011
Wir haben noch nicht mal 2010, und doch laufen die Vorbereitungen für das Kleist-Jahr 2011 bereits auf Hoch- touren: Wie die Nachrichtenagentur ddp mitteilte, gab der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), Martin Patzelt (CDU), bekannt, dass die Eröffnungs- veranstaltung zu dem großen Jubi- läumsjahr in Frankfurt stattfinden wird, die Abschlussveranstaltung in Berlin. „Die großen Veranstaltungen, die in Deutschland laufen sollen, sind mit der Kleist-Gesellschaft sowie der Landes- und Bundesregierung abgestimmt, und insofern kann man als gesetzt ansehen, dass die Eröffnungsveranstaltung in Frankfurt (Oder) stattfindet und die Abschlussveranstaltung in Berlin“, sagte er wörtlich. „Der Auftakt des Jubiläumsjahres soll in die Musikfesttage an der Oder im März 2011 eingebunden werden, schon um die Sprachbarriere zu überwinden“, teilte er weiterhin mit. Man rechnet also mit vielen ausländischen Gästen.Ich habe es nicht gewusst: Frankfurt an der Oder ist die Geburtsstadt des im Oktober 1777 geborenen Heinrich von Kleist. Am 21. November 1811 starb er bei Berlin am Kleinen Wannsee. Somit jährt sich 2011 sein Todesjahr zum 200. Mal. Der noch nicht einmal 40 Jahre alte junge Mann starb keines natürlichen Todes. Er beging Selbstmord. Er hinterließ einen umfangreichen literarischen Nachlass. Mit am bekanntesten dürften „Der zerbrochene Krug“ sowie „Die Marquise von O...“ sein. Wir von Jokers haben nun ein besonders empfehlenswertes Übersichtswerk im Angebot: „Kleist für Eilige“. Es liefert nicht nur die wichtigsten Informationen über das Leben und Schaffen des Autors, sondern macht, meine ich, richtig Lust darauf, Kleist in voller Länge zu genießen.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
13.05.2009, 09.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Buchmesse-Kritik
Gestern in der Mittagspause redete ich mit einem Kollegen noch einmal über die Frankfurter Buchmesse, obwohl sie ja schon längst vorbei ist. Mit Besucherrekorden ging sie zu Ende. Vor allem der Samstag übertraf alle Erwartungen: Weit über 70.000 Personen drängten sich in den Gängen.
Mein Kollege, der auf der Messe war, berichteten Seltsames: Denn während an den Fachtagen zuvor Geschäfts- kunden und Fachbesucherinnen in Anzug und Kostüm durch die Hallen drängten, gaben sich am Publikums- wochenende zahlreiche Fans der Fantasy und Science Fiction ein Stelldichein. Nicht nur, dass Aber- tausende von jungen und auch älteren Herrschaften sich wie ihr jeweiliger Comic-Held (oder ihre Heldin) kleideten, sie führten auch deren Waffen mit sich: Riesige, selbst gebastelte Schwerter, Hämmer und Bogen aus Pappmaché. Um die Mittagszeit sammelten sich die bunten Heere im Innenhof. Meinem Kollegen bot sich ein außergewöhnliches Bild. Oder haben Sie schon einmal gesehen, wie sich zahllose Wesen ferner Welten vereinen, um sich mit gezückten Waffen gegenüberzutreten?
Was das alles mit der Buchmesse zu tun habe? Mancher fragte sich das. Mein Kollege berichtete von Kritik an dem Treiben. Was diese vielen Rollenspiel-Fans denn da zu suchen haben, beschwerten sich manche andere Besucher, die nicht mehr durch die verstopften Gänge kamen.
Ich verstehe nicht, weshalb sich die Besucher aufregen. Ich finde es sogar aufregend, auf diese Weise ein wenig in die Welt der Fantasy- und Comic-Anhänger hineinschnuppern zu können. Wer bestimmt denn, was Literatur ist und was nicht, wer zur Messe darf und wer nicht?
(geschrieben von Matthias Stöbener)
31.10.2008, 00.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL
China als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2009
Nach der Türkei wird China Gastland der Frankfurter Buchmesse sein. Manchem Verantwortlichen in der Buchbranche schlägt das Gewissen. Es gibt Verlags- leiter, Buchhändler, Ehrenamtliche und Funktionäre der Buchhändler- und Verlagsverbände, denen das quer im Magen liegt und die sich dafür aussprechen, im September 2008 nicht an der chinesischen Buchmesse in Peking teilzunehmen, die ein Jahr vor der Frankfurter Buchmesse stattfindet. Angesichts des Vorgehens der chinesischen Staatsmacht gegen die Tibeter mahnt man Distanz an.Die offizielle Haltung der Frankfurter Buchmesse und der Buchhandelsverbände ist natürlich eine andere. Man glaube an Dialog und freie Meinungsäußerung als Mittel zur Lösung von Konflikten, heißt es. Auch die chinesischen Verbände signalisierten den Wunsch zum Kontakt, gerade auch in dieser schwierigen Situation. Man sei sich einig, dass die weiter Öffnung Chinas nur über persönliche Kontakte und gegenseitiges Verständnis laufen könne. Dafür seien Buchmessen eine mögliche Plattform.
Eine schwierige Situation, gerade für eine Branche, die Freiheit, Menschenrechte, Demokratie, Gewaltlosigkeit und Offenheit mit ihrem Wirken durchsetzen will. Was ist der richtige Weg? Hätte Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg nicht vom Zaun gebrochen, wenn die Länder der Welt seine olympischen Spiele boykottiert hätten? Wäre ein Jude weniger vergast worden? Würde die chinesische Regierung ihre Unterdrückungsmaßnahmen in Tibet stoppen, wenn wir sie boykottieren? Wahrscheinlich ist der Weg des Dialogs der richtige. Die eigene Meinung deutlich sagen, aber den Kontakt nicht lassen. Nur so kann Veränderung geschehen – auch wenn sie uns viel zu langsam zu geschehen scheint.
26.04.2008, 08.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Buchmesse-Podcast
http://www.jokers.de/frankfurt
Arno Geiger, Dieter Nuhr, Fay Weldon, Frank Goosen, Hans Leyendecker, Horst Jaedicke, Jess Jochimsen, Judith Franck, Juli Zeh, Katharina Schmidt (Sprecherin), Kathrin Passig, Martin Mosebach, Michael Köhlmeier, Michael Lentz, Nessa Altura, Quim Monzó, Reimer Gronemeyer, Roger Schawinski, Roger Willemsen, Rolf Dobelli, Rüdiger Safranski, Sibylle Berg, Thomas Glavinic, Thomas von Steinäcker, Thommie Bayer, Tommy Jaud, Torsten Casimir (Chefredakteur Börsenblatt), Urs Widmer …
Fünf davon stehen auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis!
Außerdem gibt es Hintergrundberichte zur Buchmesse, Themenbeiträge und vieles mehr. Wenn da nicht für jeden etwas dabei ist!
05.10.2007, 07.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eine gigantische Veranstaltung
Die 59. Frankfurter Buchmesse nähert sich mit Riesenschritten. Dieses Jahr will ich zum ersten Mal mit meiner Frau und meinem Sohn zur weltgrößten Bücher- schau vom 10. bis 14. Oktober fahren. 7.300 Aussteller aus 110 Ländern haben sich angemeldet. Mehr, so meldet die Messe, geht nicht. Man sei am Ende der Kapazitäten Frankfurts angelangt. 170.000 Quadratmeter sind gebucht, alle sechs monumentalen Hallen belegt. 400.000 Bücher und buchnahe Produkte werden präsentiert.Aus Deutschland kommen 3.300 Aussteller, viele Verleger kommen aus Großbritannien und den USA. Auch China schickt mit 160 Verlagen mehr und mehr Verlage ins internationale Literaturgeschäft und hat seine Ausstellungsfläche deutlich vergrößert.
130 katalanische Schriftsteller werben für die reichste spanische Provinz mit der Hauptstadt Barcelonas. Zahlreiche Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen stellen Katalonien ins Rampenlicht. Das ist aber nur ein kleiner Teil der 2.500 Veranstaltungen mit etwa 1.000 Autoren, die auf der Frankfurter Buchmesse stattfinden. Dieses Jahr kann man z. B. Umberto Eco, Richard Ford, Fay Weldon, aber auch Politikern wie Klaus Wowereit, Joschka Fischer, Eduard Schewardnadse und vielen anderen über den Weg laufen.
Ein besonderer Schwerpunkt wird die Digitalisierung der Buchwelt sein. Da geht es um das E-Book oder das Online-Marketing für Bücher, um die Folgen der Digitalisierung für das Urheberrecht … Wichtige Themen, die noch nicht restlos geklärt sind.
Da Frankfurt auch der weltweit wichtigste Ort für den Lizenzhandel ist, hat man auch das Zentrum, wo Verlage und Literaturagenten um Rechte feilschen, vergrößert.
Weitere Schwerpunkte sind im Forum Film & TV, wo es um die Kooperation von Film- und Buchbranche geht, und bei den Fachverlagen, die sich mit Bildung be- schäftigen, zu besichtigen. Das Thema Analphabetis- mus ist am „Afrikatag“ (Samstag, 13. Oktober) sich- er nicht zu übersehen.Meinen Sohn und meine Frau interessieren vor allem die englischen Verlage. Ich glaube nicht, dass sie an einem Tag alle Ausstellungsflächen dieser Sprache „schaffen“ werden. Was ich auf der Messe anschauen werden? Ich weiß noch nicht genau. Berufsmäßig müsste ich mich mit dem Thema „Digitalisierung“ beschäftigen, aber ich könnte mir auch vorstellen, mit meiner Frau und meinem Sohn zu gehen, da immer noch viel Neues aus der englischsprachigen Welt kommt.
Übrigens haben wir von Jokers ein Special zu Frankfurt vorbereitet, wo Sie noch eine von 1.000 Eintrittskarten und eine Reise nach Barcelona gewinnen können. Wenn die Buchmesse am 10. Oktober eröffnet ist, berichten wir auf diesem Special regelmäßig mit Podcasts direkt von der Messe.
02.10.2007, 08.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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