Jokers Blog Deutschland

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Geburtstag

Bibliophiles 2012: Literarische Jubiläen im Überblick

Wie jedes Jahr feierte ich auch dieses Jahr Silvester im Freundeskreis. Und wie immer verbrachten wir den Abend bis zum Jahreswechsel damit, nicht nur auf das vergangene Jahr zurückzublicken, sondern konzentrierten uns auf das, was uns im neuen Jahr erwartet. Insbesondere für uns Bücherliebhaber wird 2012 ein ereignisreiches Literaturjahr. Ein rundes Jubiläum reiht sich an das andere. Ich habe Ihnen einen kleinen, nicht vollständigen Überblick wichtiger Literaturjahrestage - vielleicht möchten Sie ergänzen, welche Jahrestage großer Autoren, die hier nicht erwähnt sind, Ihnen wichtig sind.


Es geschieht wohl nicht oft, dass Wilhelm Busch und Novalis nacheinander genannt werden, doch vereint die beiden unterschiedlichen Schriftsteller, dass sie beide dieses Jahr einen runden Geburtstag feiern würden. Auch so große Namen wie Tolkien, Karl May, Douglas Adams oder José Saramago finden sich unter den Jubilaren, Karl May hat es 2012 sogar auf beide Seiten der Listen geschafft: Er hätte im Februar seinen 170. Geburtstag begangen, im März gedenken wir seines 100. Todestages.


Runde Geburtstage:


Du Fu 1300. Geburtstag


Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen 390. Geburtstag


J. R. R. Tolkien 120. Geburtstag am 3.1.


Umberto Eco 80. Geburtstag am 5.1.


Franz Fühmann 90. Geburtstag am 15.1.


Molière 390. Geburtstag am 15.1.


Virginia Woolf  130. Geburtstag am 25.1.


Lewis Carroll 180. Geburtstag am 27.1.


James Joyce 130. Geburtstag am 2.2.


Georg Trakl 125. Geburtstag am 3.2.


Charles Dickens 200. Geburtstag am 7.2.


Alexander Kluge 80. Geburtstag am 14.2.


Karl May 170. Geburtstag am 25.2.


Victor Hugo 210. Geburtstag am 26.2.


John Steinbeck 110. Geburtstag am 27.2.


John Irving 70. Geburtstag am 2.3.


Douglas Adams 60. Geburtstag am 11.3.


Wilhelm Busch 180. Geburtstag am 15.4.


Novalis 240. Geburtstag am 2.5.


Arthur Schnitzler 150. Geburtstag am 15.5.


Kurt Schwitters 125. Geburtstag am 20.6.


Ambrose Bierce 170. Geburtstag am 24.6.


Georg Christoph Lichtenberg 270. Geburtstag am 1.7.


Walter Benjamin 120. Geburtstag am 15.7.


Isabel Allende 70. Geburtstag am 2.8.


Günter Wallraff 70. Geburtstag am 11.10.


Georg Heym 125. Geburtstag am 30.10.


Arnold Zweig 125. Geburtstag am 10.11.


Gerhart Hauptmann 150. Geburtstag am 15.11.


José Saramago 90. Geburtstag am 16.11.


Bjrnstjerne Bjrnson 180. Geburtstag am 8.12.


Robert Gernhardt 75. Geburtstag am 13.12.


Ingo Schulze 50. Geburtstag am 15.12.



Runde Todestage:


Georg Heym 100. Todestag am 16.1.


Franz Grillparzer 140. Todestag am 21.1.


Astrid Lindgren 10. Todestag am 28.1.


Alexander Puschkin 175. Todestag am 10.2.


Edgar Wallace 80. Todestag am 10.2.


Georg Büchner 175. Todestag am 19.2.


Stefan Zweig 70. Todestag am 23.2.


Nikolai Gogol 160. Todestag am 4.3.


Johann Wolfgang von Goethe 180. Todestag am 22.3.


Stendhal 170. Todestag am 23.3.


Walt Whitman 120. Todestag am 26.3.


Karl May  100. Todestag am 30.3.


Robert Musil 70. Todestag am 15.4.


Bram Stoker 100. Todestag am 20.4.


Ralph Waldo Emerson 130. Todestag am 27.4.


Henry David Thoreau 150. Todestag am 6.5.


Peter Weiss 30. Todestag am 10.5.


August Strindberg 100. Todestag am 14.5.


Johann Nepomuk Nestroy 150. Todestag am 25.5.


J. M. R. Lenz 220. Todestag am 4.6.


E. T. A. Hoffmann 190. Todestag am 25.6.


William Faulkner 50. Todestag am 6.7.


Kenneth Grahame 80. Todestag am 6.7.


Clemens Brentano 170. Todestag am 28.7.


Waldemar Bonsels 60. Todestag am 31.7.


Hermann Hesse 50. Todestag am 9.8.


Tania Blixen 50. Todestag am 7.9.


Walter Scott 180. Todestag am 21.9.


Emile Zola 110. Todestag am 29.9.


Géza Gárdonyi 90. Todestag am 30.10.


Ezra Pound 40. Todestag am 11.11.


Ludwig Uhland 150. Todestag am 13.11.


Paul Éluard 60. Todestag am 18.11.


Marcel Proust 90. Todestag am 18.11.


Günter Eich 40. Todestag am 20.12.


Louis Aragon 30. Todestag am 24.12.



26.01.2012, 08.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Rilkes Geburtstag

Rainer_Maria_Rilke_1900.jpgJahrestage, Geburts- und Sterbedaten sind für mich manchmal Anlass, mich mit Dichtern und Denkern auseinanderzusetzen. Der 4. Dezember war Rainer Maria Rilke gewidmet. Es ist viele Jahre her, dass mein Urgroßvater starb. Ich habe nur noch eine vage Erinnerung an den hoch gewachsenen, hageren Mann. Ich weiß: Er liebte die Gedichte von Rilke. So sehr, dass er, bereits ein alter Mann, noch nach Prag fuhr, um Rilke zu ehren, denn der wurde am 4. Dezember 1875 dort geboren. Es war auch ein Dezembertag, an dem Rilke für immer seine Augen schloss: Am 29. Dezember 1926 starb er an Leukämie. Meine erste Berührung mit Rilke war dessen Grabinschrift, die mein Urgroßvater zitierte: Rose, oh reiner Widerspruch, Lust, Niemandes Schlaf zu sein unter soviel Lidern.


Dieses Wort hat berührt mich bis heute, ohne dass ich sagen kann, wieso das so ist. Es wäre anmaßend von mir, wenn ich behaupten würde, ich verstände Rilkes Worte. Rilke bleibt mir nach wie vor ein Rätsel, ein großes Faszinosum, ein Labyrinth, in das ich eintauchte und in dem ich bis heute herumirre, sowohl erschrocken wie gefesselt. Letztens hörte ich mir wieder das »Rilke Projekt« an. Insbesondere die CD »In meinem wilden Herzen« hat es mir angetan.


Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!

Sie zu halten, wäre das Problem.

Denn, wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,

wo ein endlich Sein in alledem? -


Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen

jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:

Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,

und das willig Liegende verschwimmt -


Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -

aber auch in ihnen flimmert Zeit.

Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt

obdachlos die Unvergänglichkeit.


CD "Vertonte Lyrik von Rainer Maria Rilke" bei Jokers"



Bild: Rainer Maria Rilke/wikimedia

25.12.2011, 09.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Happy Birthday, Milan Kundera!

Geboren wurde Kundera am 1. April 1929. Heute lebt er zurückgezogen in Frankreich. Seine letzte Veröffentlichung war sein 2009 erschienener Gedichtband »Rencontre« (Begegnung), der hierzulande jedoch lange nicht mehr die Aufmerksamkeit erregte wie viele seiner früheren Werke. Am bekanntesten ist wohl »Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins«. Dieses Buch wurde 1982 gedruckt und sogar verfilmt. Seine Gedichte sind nicht ganz so berühmt, dafür aber umso berüchtigter: Bereits als Schüler verfasste er erste (hochpolitische) Werke. Doch der Krieg kam seinen Zukunftsplänen dazwischen. Danach schlug sich Milan Kundera als Jazzmusiker durch, bevor er 19-jährig in Prag ein Studium der Literatur- und Musikwissenschaften beginnen konnte. Ebenfalls in diesem Jahr trat Kundera »der Partei« bei. Sein Studium der Literatur und Musik brach er bald ab, um auf die Filmhochschule zu wechseln.


Bereits nach zwei Jahren wurde er wegen »individueller Neigungen« aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen und musste deshalb auch sein Studium für zwei Jahre unterbrechen. 1967 wurde Kundera erneut in die KP aufgenommen. Wer seine Erzählung »Der Scherz« gelesen hat, mag gewisse Parallelen zwischen dem Protagonisten des Romans und dem Autor selbst erkennen. »Der Scherz« entstand im Jahre 1967 und setzt sich satirisch-zynisch mit dem Stalinismus auseinander. Nach dem Studium arbeitete Kundera an der Filmhochschule in Prag als Dozent für Weltliteratur. Seinen Durchbruch als Autor hatte er mit dem dreibändigen Prosawerk »Das Buch der lächerlichen Liebe«. Die drei Bände wurden zwischen 1958 und 1968 publiziert. Als einer der Hauptakteure im Prager Frühling verlor Kundera 1968 seine Dozentur. 1970 wurde er mit einem Veröffentlichungsverbot in der Tschechoslowakei belegt, alle seine Werke wurden aus den öffentlichen Bibliotheken verbannt.

 


So kam es, dass sein zweiter Roman, »Das Leben ist anderswo«, 1973 in Paris veröffentlicht wurde. 1975 folgte Kundera einem Lehrauftrag der Universität Rennes (Bretagne, Frankreich). 1979 entzog ihm die tschechische Regierung als Reaktion auf  »Das Buch vom Lachen und Vergessen« die Staatsbürgerschaft der Tschechoslowakei. Deshalb nahm Milan Kundera 1981 die französische Staatsbürgerschaft an. Fünf Jahre später publiziert Kundera sein erstes auf Französisch verfasstes Werk, den Essay »L'Art du Roman« (Die Kunst des Romans). »Die Unsterblichkeit« war 1990 sein erster in Frankreich geschriebener Roman. Weitere Werke folgten: 1994 die Erzählung »Die Langsamkeit«, 1998 »Die Identität« und 2000 »Die Unwissenheit«, zunächst in spanischer Fassung unter dem Titel »La Ignorancia«.


Beeinflusst wurde er von Boccacio, Rabelais, Sterne, Diderot, Musil, Gombrowitz, Broch, Kafka und Heidegger. Milan Kunderas Preise und Auszeichnungen sind fast unüberschaubar. Ich glaube, es wird Zeit, dass ich mal wieder etwas von ihm lese.





03.05.2011, 14.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Woody Allen

Woody Allen„Whatever works“ heißt der neue Kinoerfolg des genialen Komikers, der fast zeitgleich zu seinem Geburstag auf die Leinwände kam. Am 1.12. feierte er seinen 74. Geburtstag. Im Jahre 1935 wurde er als Allan Stewart Konigsberg in Brooklyn, New York, geboren. Was auch immer er anfasst, es verwandelt sich in Gold: Die Talente von Woody Allen sind fast nicht aufzuzählen. So hat er als Komiker, Filmregisseur, Autor, Schauspieler und Musiker große internationale Auftritte.

Dabei hat er selbst sein Können stets vortrefflich aufs Korn genommen. Eines seiner berühmtesten Zitate ist: „Ich habe keine Ahnung, was ich da tue ... Aber Inkompetenz hat mich auch noch nie von etwas abgehalten...“

Über 50 Filme hat er als Drehbuchschreiber und Regisseur gemacht. Daneben schrieb er zahlreiche Erzählungen, Theaterstücke und Kolumnen und auch als Jazzmusiker kann er sich sehen bzw. hören lassen.

Woody Allen ist Balsam für die geschundene Alltags-Seele. Seine Filme umgeben den Zuschauer mit einer ganz bestimmten Gravitation. Angezogen von diesem unendlich erscheinenden Universum voller Melancholie, Verzweiflung und Leidenschaft, Absurdität und tiefer Wahrheit. Woody Allen nimmt uns durch seine Filme in eine Zelluloid-Familie auf und gibt uns eine cineastische Heimat. Jeder findet in Woodys intellektuellem Krieg der Dialoge eine Rechtfertigung- auch für die allerletzte menschliche Regung. Woodys Filme sind Antidepressiva, Aufputschmittel und Seelen-Tankstelle zugleich. Man könnte sich verlieben- in diese Art des Filmemachens. Seine Filme machen glücklich. Zumindest für 90 Minuten.“, heißt es auf der Seite www.woody-allen.de .

Zu Ehren seines Geburtstages haben wir Werke zu dem Künstler ins Angebot genommen.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

04.01.2010, 08.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Verlosung: 5.000 Euro sind zu gewinnen!

Dieses Jahr feiern wir unseren zehnten Geburtstag. Deshalb verlosen wir unter allen Gratulanten, die auf www.jokers-spiele.de einen gefilmten Glückwunsch einreichen, insgesamt 5.000 Euro! Bei den Gratulations-Filmen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Ob lustig, frech oder verrückt – drehen Sie Ihren ganz persönlichen Glückwunsch-Film zu Jokers zehntem Geburtstag und stellen Sie ihn auf einem der bekannten Video-Portale ins Internet ein. Sobald Ihr Film dort veröffentlicht ist, können Sie Ihre Bewerbung um den Titel des originellsten Gratulanten unter www.jokers-spiele.de einreichen. Hier finden Sie auch alle weiteren Informationen zu diesem Gewinnspiel.

Eine Jury wählt aus allen Geburtstagsfilmen, die bis spätestens 30. April 2009 in eines der bekannten Video-Portale eingestellt werden, die zehn originellsten aus und prämiert sie mit je 500 Euro.

So einfach geht’s: Glückwunsch-Video drehen, im Internet auf einem der großen Video-Portale einstellen, Bewerbung bei www.jokers-spiele.de einreichen und mit ein bisschen Glück 500 Euro Glückwunsch-Prämie gewinnen.

Jokers drückt die Daumen!

BLW 07.04.2009, 10.00 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Astrid Lindgren zum 100.

Astrid LindgrenIn diesen Tagen feiert die litera- rische Welt den 100. Geburtstag der wohl bekanntesten schwedischen Schriftstellerin: Am 14. November 1907 wurde Astrid Anna Emilia Ericsson, später bekannt als Astrid Lindgren, auf Näs bei Vimmerby geboren.

Das erstaunliche an ihrer Karriere ist, dass sie erst mit Mitte Dreißig anfing, Geschichten zu schreiben. Wie sie selbst später sagte, lag das an ihrem Umfeld, das sie bereits als Kind zur Schriftstellerei drängte: „Schon in meiner Schulzeit erhoben sich warnende Stimmen: ´Du wirst mal Schriftstellerin, wenn du groß bist.´ (…) Das entsetzte mich derart, dass ich einen förmlichen Beschluss fasste: Niemals würde ich ein Buch schreiben. (…) Ich hielt mich nicht für berufen, den Bücherstapel noch höher anwachsen zu lassen.“

Erst als ihre Tochter Karin 1941 krank im Bett lag und sich eine Figur mit dem Namen Pippi Langstrumpf ausgedacht hatte, schrieb Lindgren die passende Geschichte dazu und schenkte sie ihrer Tochter zum Geburtstag. Drei Jahre später schickte sie die Geschichte einem Verlagshaus, das sie prompt ablehnte. 1945 versuchte sie es noch einmal bei einem anderen Verlag – und hatte Glück. 1946 erschien „Pippi Langstrumpf geht an Bord“, 1948 „Pippi in Taka-Tuka-Land“. Ab da war das Eis gebrochen und Lindgren schrieb bis zu ihrem Tod zahllose Kinderbücher, die bis heute schlicht und einfach unerreicht sind. Darunter zum Beispiel „Kalle Blomquist“ (1946), „Wir Kinder aus Bullerbü“ (1947), „Karlsson vom Dach“ (1955), „Die Kinder aus der Krachmacherstraße“ (1958), „Madita“ (1960), „Michel aus Lönneberga“ (1963) und „Ronja Räubertochter“ (1981).

1978 wurde Astrid Lindgren der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen – als erster Kinderbuchautorin überhaupt. Ihr ganzes Leben lang hatte sich Lindgren für den Tierschutz und die Menschenrechte, vor allem die Rechte der Kinder, eingesetzt.

Sie muss eine tolle Person gewesen sein. So kletterte sie noch zu ihrem 80. Geburtstag auf einen Baum, mit dem Kommentar, es gäbe „kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern.“ Am 28. Januar 2002 starb sie mit 94 Jahren in Stockholm. Die literarische Welt hat ihr viel zu verdanken.

Zu unserem Lindgren-Special geht es hier!

Astrid Lindgren-Special

Und hier kann man Fragen zu Astrid Lingren beantworten:

Fragen zu Astrid Lingren


15.11.2007, 10.21 | (3/1) Kommentare (RSS) | (2) TB | PL

80 geworden

guenter GrassEr sei "ein Autor von Weltrang, ein vielseitig bildender Künstler und ein streitbarer Demokrat" meinte Schles- wig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen in einer brieflichen Würdigung von Günter Grass. Am 16. Oktober feierte der international erfolgreiche Schriftsteller seinen 80. Geburtstag.

Was verbinden Sie mit dem Namen Grass? Denken Sie an "Die Blech- trommel" oder kommt Ihnen sein Bekenntnis in den Sinn, zu Ende des Zweiten Weltkriegs Panzerschütze gewesen zu sein? Egal, wie man zu ihm steht, Günter Grass ist ein außer- gewöhnlicher Zeitgenosse, ein Mensch mit so zahlreichen Facetten, dass so mancher Biograph seine Probleme damit hat, dem genialen Autor gerecht zu werden: Welche Seite von ihm soll in den Vordergrund gerückt werden? Seine Liebe zur Kunst, seine kontinuierliche kritische Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen, seine beeindruckende Wortgewalt, seine Fähigkeit, Leser von der ersten bis zur letzten Seite seiner Erzählungen zu fesseln?

Eine der treffendsten Biographien zu Günter Grass ist in meinen Augen das Werk von Ute Brandes. Sie beschreibt vor allem die Wechselbeziehungen zwischen Epik, Lyrik, bildender Kunst und öffentlichem Engagement, die Grass prägten. Damit bekommt der Leser einen bleibenden Eindruck, wie Günter Grass das werden konnte, was er ist: ein Autor von Weltrang, ein vielseitiger bildender Künstler und ein streitbarer Demokrat.


25.10.2007, 08.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein Antiheld und ein abenteuerliches Leben

Don QuijoteHaben Sie einmal überlegt, woher viele unserer Redensarten kommen? Wie z. B. das Wort, dass jemand als "deus ex machina" auftaucht? Natürlich: Die Literatur hat unsere Sprache ordentlich geprägt! Besonders gut gefällt mir der Ausdruck, dass jemand "gegen Windmühlen kämpft". Wie oft „kämpfen wir gegen Windmühlen“! Genau wie der famose Don Quijote, der mit seinem treuen Begleiter Sancho Panza („heiliger Bauch“) durch die spanische Mancha zog - und sich so mancher Windmühle gegenübersah.

"Don Quijote de La Mancha" zählt zur Weltliteratur: In unzählige Sprachen übersetzt, beflügelt der sympathische Antiheld noch heute unsere Herzen. Über seinen Schöpfer Miguel de Cervantes y Saavedra wissen wir nicht allzu viel. Sein exaktes Geburtsdatum ist bis heute ein Rätsel, man vermutet, es fiel auf den 29. September des Jahres 1547. Was jedoch sicher ist: Er wurde in Alcalá de Henares geboren und am 9. Oktober 1547 in Alcázar de San Juan getauft, gestorben ist er am 23. April des Jahres 1616 in Madrid.

Don QuijoteCervantes muss ein abenteuerliches Leben gehabt haben. Er stammte aus einer verarmten Adelsfamilie, verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Knecht und Diener, dann als Soldat bei der Marine und wurde schließlich als Gefangener nach Algerien verschleppt. Als er nach vielen Jahren Spanien wiedersah, hatte er nur noch eine Hand. Seine Erlebnisse als Kriegsgefangener beschrieb er in "Los Tratos de Argel", seinen literarischen Durchbruch erreichte er aber erst mit der Figur des tragikkomischen Don Quijote, der ihn fast sein ganzes restliches Leben begleiten sollte - auch, wenn er den damit erzielten Ruhm nicht in bleibendes Vermögen umwandeln konnte und anno 1616 verarmt starb.

Zu Ehren seines Geburtstages am vermuteten 29. September bieten wir Ihnen den "Don Quijote" dieses Mal nicht zum Lesen: Stattdessen können Sie sich diesen wichtigen Teil der Weltliteratur als Hörbuch oder Zeichentrickfilm gönnen.


29.09.2007, 07.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Happy birthday, dear Goethe!

Goethe hat GeburtstagImmer noch gelten die Deutschen als das „Volk der Dichter und Denker“. Goethe trug maßgeblich dazu bei, dass sich die deutsche Literatur einen der ersten Plätze unter den schreibenden Nationen sicherte. Am 28. August 1749 hat er das Licht der Welt erblickt.

Von und über Goethe ist mindestens so viel geschrieben worden, wie der einzigartige Literat selber verfasste. Als Lebemann galt er, als einer, der den Mädchen und den schönen Dingen zugeneigt war - wahrscheinlich würden wir ihn heute als "Dandy" bezeichnen. Er war ein großer Romantiker und ein Freigeist, jemand, der gerne mal den Bauch statt des Kopfes entscheiden ließ.

Eine Anekdote veranschaulicht die sentimentale Ader des Poeten: Goethe diskutierte einmal mit Eckermann über den Unsinn, Mathematik als einzig geltende Wissenschaft in den Himmel zu heben. Für Goethe existierte wesentlich mehr, als sich mit mathematischer Logik beweisen lässt. Kurzerhand brachte er ein Beispiel, um Eckermann seine Einstellung zu verdeutlichen: Wie ist es denn mit der Liebe, fragte Goethe, wie lässt die sich denn mathematisch beweisen? Die Mitgift eines Mädchens gehorche wohl mathematischen Gesetzen, seine Liebe jedoch entziehe sich mathematischer Definitionen.

Genau deswegen liebe ich Goethe: Es ist diese Romantik, diese Emotionsbetontheit, die aus Goethes Mund durch und durch einleuchtend, ja logisch klingt.

Wer Goethe kennen lernen will, greift hier zu!

28.08.2007, 08.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein weiser Mann

Hermann HesseIn diesen Tagen wäre Hermann Hesse 130 Jahre geworden, Grund genug, diesen großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts zu würdigen. Zumal seine Werke „Narziss und Goldmund“, „Der Steppenwolf“, „Das Glasperlenspiel“ und „Siddhartha“ in einem bestimmten Alter zu meinen absoluten Lieblings- büchern zählten.

Geboren wurde Hesse am 2. Juli 1877 in der Württembergischen Stadt Calw als eins von 5 Kindern. Dank seines weltoffenen und intellektuellen Eltern- hauses (Vater und Mutter hatten als Missionare in Indien gearbeitet) ent- wickelte er schon früh eine pazifistische Ader, einen Protest gegen alles Totalitäre und einen starken Individualismus.

Nach einer gescheiterten Buchhändlerlehre und 14 Monaten als Mechanikerlehrling arbeitete er ab 1899 in Basel als Buchhändler und Antiquar.

Hermann HesseMit dem Roman „Peter Camenzind“ gelang Hesse 1903 der Durchbruch als Schriftsteller. 1904 heiratete er die Baseler Fotografin Maria Bernoulli. Mit ihr bekam er insgesamt drei Söhne: Bruno (1905–1999), Hans Heinrich, auch „Heiner“ genannt (1909–2003) und Martin (1911–1968).

Nach der Trennung von seiner Frau und drei Kindern siedelte Hesse 1919 allein ins Tessin über. 1924 heiratete er Ruth Wenger, allerdings ging die Ehe drei Jahre später ebenfalls in die Brüche. 1931 heiratete er zum dritten Mal, und zwar Ninon Dolbin.

Als wichtigste Meilensteine seines schriftstellerischen Schaffens gelten 1906 „Unterm Rad“, 1910 „Gertrud“, 1914 „Roßhalde“, 1919 „Demian“, 1920 „Klingsors letzter Sommer“, 1922 „Siddhartha“, 1927 „Der Steppenwolf“, 1930 „Narziss und Goldmund“ und 1943 „Das Glasperlenspiel“.

Hermann Hesse starb am 9. August 1962 an einem Gehirnschlag. Er liegt auf dem Friedhof Sant´Abbondio in Gentilino bei Montagnola begraben.

Sein komplettes Lebenswerk lässt sich als Autobiografie lesen, mit der Hesse den Leser auf einen „Weg nach innen“ führt. Am besten verdeutlicht das sein Gedicht „Stufen“.

Sollte glatt mal wieder etwas von ihm lesen!

13.07.2007, 08.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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