
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Hand
Wenn selbst die Schwaben ihre Sparsamkeit vergessen...
... dann haben sie ihr »Handy« eingeschaltet. Bis fast ans Ende der 1990er-Jahre galten Menschen, die mit Handys rumliefen, als lächerliche Wichtigtuer. Heute macht sich lächerlich, wer noch ein Festnetz-Telefon benutzt und noch lächerlicher, wer überhaupt kein Mobil-Telefon hat.
Vergessen ist, dass sich noch vor ein paar Jahren fast jede/r über nervige Klingeltöne und dämliche, in aller Öffentlichkeit geführte Telefonate aufregte. Heute piepsen und dämlichen alle mit.
Auch von den Bürgerinitiativen gegen Handy-Sendemasten hört man kaum noch was. Und schon gar nicht von den Vermutungen der ewigen Schwarzseher, dass Handy-Strahlung schwere Gesundheitsschäden verursacht: an Zellen, an den Genen, am Gehirn. Ist ja auch egal. Schließlich hat man mit dem Handy die Möglichkeit, die lebenswichtige Info »Ich bins. Ich bin in der Straßenbahn. Bis bald. Tschüs.« weiterzugeben.
Mehreren Studien zufolge drehen sich 99% aller Mobil-Telefonate um solch wertvolle Inhalte. Hirnschäden? Na und? Wozu braucht man denn da noch Hirn? Das fragt man sich auch, wenn man hört, dass die meisten Smartphone-Nutzer deswegen keine Angst vor schädlicher Mobiltelefon-Strahlung haben (selbst wenn sie existieren würde), weil sie mit ihren Mobiltelefonen kaum telefonieren. Sondern überwiegend SMS schreiben oder Social Networken. Und von schädlicher SMS- oder Facebook-Strahlung war ja nie die Rede...
Sehr interessant ist auch, dass die Umsätze der Mobilfunk-Anbieter steigen und steigen. Egal, wie viel Krise grade ist. Tatsächlich könnte man aus den Statistiken herauslesen, dass die Lohnerhöhungen seit dem Jahrtausendwechsel nicht etwa von der Inflation und schon gar nicht von der Euro-Einführung »aufgefressen« wurden. Sondern von der ausufernden Handy-Telefoniererei.
Sogar in Schwaben vermobiltelefoniert man Häusle und Hof. Womit wir wieder am Anfang des Lamentos wären. Denn von den Schwaben erhielten die Mobiltelefone ihren Namen. Sie kennen den Witz: »Hän die koi Schnur?« Haha.
Autor: Gerald Wunder
Bild: Handy © Niko Korte/www.pixelio.de
25.04.2012, 16.04 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Betrachtungen des großen Zehs
Manchmal erzählt uns eine Freundin, die an der Universität Philosophie unterrichtet, von Diskussionen mit den Studierenden. In der letzten Sitzung ging es beispielsweise darum, was den Menschen zum Menschen macht. Das ist für mich immer noch eine ausgesprochen spannende Frage. Schließlich habe ich ja Theologie studiert, bevor ich im Verlagswesen landete.
Ja: Was macht den Menschen zum Menschen, was unterscheidet ihn von den Tieren? Oder: Gibt es überhaupt einen wesentlichen Unterschied? Groß ist die Bandbreite an Antworten. Am Schluss sind es immer die individuelle Weltsicht und das persönliche Selbstbild, von der die Ansichten geprägt sind. Macht den Unterschied die Fähigkeit zu ethischem Handeln? Oder der so genannte freie Wille? Die Bereitschaft zu lieben oder auch zu hassen? Leider lassen sich diese metaphysischen Konstrukte weder verifizieren noch falsifizieren kurzum: Man glaubt sie oder glaubt sie eben nicht.
Die Wissenschaft geht hier anders vor. Naturforscher untersuchen, welche physischen und auch psychischen Qualitäten im Laufe der Evolution auftraten, die den Menschen zum Menschen machten. Vielleicht hat der eine oder andere noch den Biologieunterricht im Kopf: Uns wurde vermittelt, dass vor allem der abspreizbare Daumen sowie der Kehlkopf des Menschen, der zur genauen Artikulation, mithin zum Sprechen befähigt, die Entwicklungsstufen für den Übergang vom Affen zum Menschen waren. Aber reicht das aus, den Unterschied zu erklären? Nein, sagt der Autor Chip Walter und belegt seine Thesen in dem Buch »Hand und Fuß« unterhaltsam und anschaulich. Neben dem Daumen und dem Kehlkopf waren auch der große Zeh sowie die emotionalen Fähigkeiten zu lachen, zu weinen und zu küssen daran beteiligt, dass der Mensch zum Menschen wurde. Der große Zeh? Die komische überflüssige dickliche Wurst am Fuß, die manchmal daran Schuld ist, dass uns Schuhe nicht richtig passen? Jawohl: Unser großer Zeh ist im Verhältnis zu denen anderer Primaten nicht nur verlängert, sondern auch von der Außenseite des Fußes nach vorne gewandert: Vom abgespreizten Greifzeh der Affen hat er sich zum Stützelement des aufrechten Gangs gemausert. Nur durch den großen Zeh konnte sich ein stabiler aufrechter Gang, mit der konsequenten Freiheit der Hände, entwickeln. Und hatte dabei noch weitreichendere Folgen: Die Hüfte des Menschen musste sich logischerweise der neuen Gangart anpassen, was wiederum zu einer Verengung des Geburtskanals und damit der Notwendigkeit der physiologischen Frühgeburt führte. Forscher gehen sogar so weit zu behaupten, dass durch die nun vermehrt als Werkzeuge und Greifinstrumente einsetzbaren Hände mit der einhergehenden besseren Ernährung das Großhirn in seinem Volumen so immens zunehmen konnte, dass eben unsere heutigen abstrakten Begriffe von Ethik, Moral, Glaube, Liebe etc. so entstehen konnten.
Spannend, nicht? Mehr dazu, wie uns die Evolution zu Menschen machte, erfahren Sie in »Hand und Fuß« von Chip Walter.
Bild: Füße © Robert Babiak jun./www.pixelio.de
28.07.2011, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Alternative Energien nutzen
Alternative Energien sind in aller Munde. Doch was bedeutet das? Was kann der Einzelne tun, um sich unabhängiger von Atomenergie und den traditionellen Stromerzeugern zu machen? Was sind Vor- und auch Nachteile so genannter alternativer Energiequellen? Atom- und Kohlekraftwerke erreichen ihre Wirtschaftlichkeit auch dadurch, dass sie mit relativ geringem Platzbedarf dezentral Energie liefern können. Dennoch ist es heute nicht mehr vertretbar, die Risiken von Atomkraft und die Umweltbelastung von Kohlekraftwerken, auch vor dem Hintergrund der schwindenden Ressourcen, zugunsten der Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen. Die Umwelt wird durch Atom- wie auch Kohleenergie stark beeinträchtigt: Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke erzeugen Abwärme, die in Flüsse oder die Luft abgeleitet werden muss. Was geschieht, wenn die Kühlung im Reaktor versagt, wissen wir alle. Kohlekraftwerke erzeugen enorm hohe Mengen an Kohlendioxid - trotz modernen Rauchgasreinigungsanlagen. Die terrestrische Biosphäre, also Wälder, können ihn »entsorgen« doch mit der fortschreitenden Entwaldung und Wüstenbildung ist dieses natürliche Mittel längst aufgezehrt. Atomkraftwerke werfen, wenn das Risiko, das sich schon im laufenden Betrieb ergibt, nicht weiter beachtet wird, das Problem der Endlagerung auf. Eine sichere Lösung für die Endlagerung von radioaktivem Material ist bis heute nicht gefunden worden.
Um Deutschland flächendeckend mit alternativem Strom zu versorgen, müsste das vorhandene Stromnetz stark ausgebaut werden, wobei die Versorgung mit alternativem Strom durch Wind- oder Sonnenenergie nicht immer konstant sein kann. Deshalb müssten verschiedene alternative Energiequellen kombiniert werden, um eine lückenlose und kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten.
Wir kommen wohl nicht darum herum, uns mehr Gedanken um unsere Bauweise zu machen. Heute ist es nicht mehr vertretbar, ein Haus zu bauen, ohne alternative und autonome Energiequellen einzubeziehen. Doch auch in alten Gebäuden kann nachgerüstet werden. Nicht nur Sonnenkollektoren auf dem Dach, auch richtige Dämmstoffe und alternatives Heizmaterial wie z.B. eine Pellets-Heizung machen viel Sinn. Was Sie selbst tun können und welche Energiequelle die richtige für Ihr Heim ist, zeigt das Buch »Handbuch Hausversorgung«.
http://www.jokers.de/3/15560334-1/buch/handbuch-hausversorgung.html
Bild: Windräder © SILKA KAISER/www.pixlio.de
29.04.2011, 10.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Heilige Handwerker…
Es ist kalt, es ist Freitagabend und die Heizung fällt aus. Ein langes, kaltes Wochenende steht also bevor. Oder gibt es Rettung? Wo war noch mal der Zettel mit der Telefonnummer des Installateurs – doch halt, der hatte ja erwähnt, dass er auszuwandern gedenke. Da hätte man sich wohl beizeiten um einen Nachfolger kümmern sollen. Jetzt ist guter Rat teuer, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der einzige Herrscher über die Heizungen, hektisch aus dem Branchenverzeichnis gesucht, der bereit war, sich des Desasters anzunehmen, stellte wenige Tage später eine horrende Rechnung – da war die Heizung schon wieder tot… Zahlen oder klagen, das ist jetzt die Frage!
Mit Handwerkern kann
man eine Menge erleben – aber nicht nur Schauderhaftes, das sei ebenfalls
erwähnt. Es gibt ihn, den fürsorglichen Autoschrauber, der ein schrottreifes Gefährt
noch einmal durch den TÜV bringt und dafür auch kein Jahressalär fordert; oder den
gewieften Klempner, der intuitiv die leckende Wasserleitung ortet, ohne das
ganze Haus in Schutt und Asche zu legen; und es soll auch schon Häuslebauer
gegeben haben, die in ihr Eigenheim einziehen durften und nicht vorher dem
Wahnsinn aufgrund Pfuschs am Bau erlegen sind.
Aber es gibt eben auch die andere Seite, die dunkle, die abgründige. Und man schwört sich, man werde selbst jeglichen Lehrberuf absolvieren, den die Handwerksordnung kennt, nur um ja keinen „Fremdarbeiter“ mehr beauftragen zu müssen.
Soweit muss es nicht kommen - wir haben den rettenden Strohhalm! Ob Sanierung oder Schönheitsreparatur – der Ratgeber „Ärger mit Handwerkern“ bereitet optimal auf den „Ausnahmezustand“ vor!
„Ärger mit Handwerkern“ bei Jokers
Bild: Rainer Sturm/pixelio.de
16.11.2010, 16.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Schutz gegen den Schmutz
Gehören Sie auch zu denen, die ihn immer gleich abreißen, achtlos weglegen oder gar zerknüllt in den Papierkorb werfen? Ich meine den "Schutzumschlag". Scheinbar geht er vielen Leseratten gehörig auf die Nerven. Dabei hat er einen Sinn: Er soll das darin eingehüllte Buch schützen – vor Fingerabdrücken, Schrammen, Staub ... Und er bringt auch zusätzlichen Nutzen: Informationen über den Autor, einen Klappentext zum Buch, Kurzrezensionen ... Eigentlich eine feine Sache, sollte man meinen. Einige Zeitgenossen haben den Wert dieser Hülle auch durchaus erkannt. So gibt es Sammler, die sich auf Schutzumschläge spezialisiert haben, z. B. von großformatigen Bildbänden oder bibliophilen Werken. Die „Verpackung“ benötigt auch wesentlich weniger Platz, als der „Inhalt“ selbst ...
Die ersten Schutzumschläge tauchten bereits im ausgehenden 15. Jahrhundert auf und waren reich verziert. Erst 400 Jahre später entwickelte sich jedoch ihre heutige Form als Mixtur von Werbebotschaften, Informationen über das Buch und ansprechender grafischer Gestaltung. Zum Teil verwirklichten sich sogar Künstler an den Umschlägen, so etwa der Maler Henri Toulouse-Lautrec oder John Heartfield mit seinen berühmten Fotomontagen. Einen regelrechten Boom erlebten die Schutzumschläge durch den Aufschwung der Bahnhofsbuchhandlungen in den 1940er-Jahren. Mit knalligen Farben sollten sie Reisende auf das Produkt aufmerksam machen.
Behandeln Sie also den Schutzumschlag in Zukunft doch etwas liebevoller, er hat eine große Geschichte! Auch bei uns im Internet gibt es jede Menge "eingehüllter" Bücher, die Lust aufs Blättern und Entblättern machen.
20.10.2010, 21.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Buchhandelszahlen
Mein Herz schlug höher, als ich einen Artikel auf Zeit Online entdeckte: Die Deutschen lesen noch, allen Unkenrufen von Internet-Fetischisten zum Trotz. Gerade auch im Netz wird gelesen! Statistiken besagen, dass seit Jahrzehnten der Umsatz des deutschen Buchhandels (mit einem kleinen Einbruch zwischen 2001 und 2004) jährlich um rund ein Prozent steigt. 2009 erreichte die Produktion 93.124 neue Titel. Von einer Krise im Buchhandel sei also nicht die Rede, so Jens Jessen, der Autor des genannten Artikels.
Darüber hinaus ist es auch keinesfalls so, dass sich nur noch Comics und Bildbände verkaufen: Mit einem Drittel aller verkauften Bücher stellt die Belletristik das stärkste Segment dar: Romane, Krimis, Thriller, historische Romane, Fantasy etc. Und zwar eben nicht als Hörbuch oder als E-Book, sondern als gute alte Papierausgabe.
Allerdings sind die Leser unter den Deutschen nicht gerade heterogen verteilt: Ein Viertel aller Jugendlichen und Erwachsenen liest nie, insgesamt ein Viertel der Gesamtbevölkerung findet, dass Lesen sie zu sehr anstrenge. Und es gibt noch weitere Zahlen, die erschrecken: "Funktionelle Analphabeten" sind Menschen, die zwar irgendwann Lesen und Schreiben gelernt haben, zumindest auf dem (Zeugnis-)Papier – aber tatsächlich äußerst große Schwierigkeiten damit haben. Sechs Prozent der erwachsenen Bevölkerung werden zu eben diesen funktionellen Analphabeten gerechnet. Auch die Zahl der pro Jahr gelesenen Bücher und die Anzahl der im Durchschnittshaushalt vorhandenen Bücher nimmt ab.
Die Statistiken belegen auch, dass die Leser sich zu Gourmets entwickeln: Denn wem ein Buch nicht gefällt, der liest es einfach nicht zu Ende. Und doch soll es auch Menschen geben, die mehrere Bücher auf einmal lesen. Ob man da noch genießen kann? Die wählerischen „Buch-Schleckermäuler“, immerhin ein Viertel der Population, lesen ein- oder mehrmals pro Woche, ein Fünftel sogar täglich. Ein knappes Zehntel liest zwanzig bis fünfzig Bücher im Jahr. Wenn Zeitungen und Zeitschriften dazu gezählt werden, steigt die Zahl der Vielleser auf ein Drittel, dieses Verhältnis ändert sich nicht, wenn man ausschließlich Menschen mit Migrationshintergrund befragt.
Ich finde diese Zahlen ganz okay. Natürlich sind sie ausbaufähig, 1/3 Vielleser sagt auch aus, dass 2/3 selten oder nie lesen, aber immerhin nimmt jeder Dritte häufig ein Buch oder ein anderes Printprodukt in die Hand. Und wer weiß: Vielleicht wird 2010 ja die Lichtschranke von 100.000 produzierten Titeln durchbrochen?
Bild: Peter Kirchhoff/pixelio.de
09.09.2010, 16.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Männerdomänen
Vor kurzem stand eine Freundin mit ihrem 1980er-Jahre-Kadett in der Pampa. Nichts ging mehr. Sie rief mich an, ihr zu helfen. Als ungefähre Wegbeschreibung erhielt ich vage Angaben wie „da ist ein LKW-Parkplatz in der Nähe“ und „ein Spargelhäuschen ist auch da“. So dauerte es fast 2 Stunden, bis ich sie gefunden hatte. Sie war bis zu den Ellbogen ölverschmiert und doch strahlte sie vor Freude, als sie mir kundtat, sie hätte die vermeintlichen Fehlerquellen aufgetan.
Super, dachte ich. Ich hätte den ADAC angerufen. Doch da war sie natürlich nicht Mitglied. Ich sah mir die Sache an. Aber helfen konnte ich nicht. Inzwischen war es dunkel. Da kam ihr, dass sie bei ihrer Versicherung einen Schutzbrief abgeschlossen hatte. Ein Glück: Die Versicherung bestätigte meiner Freundin, dass sie tatsächlich stolze Inhaberin eines Schutzbriefes sei. Und es würde auch nur etwa eine Stunde dauern, bis der Abschleppdienst vor Ort wäre.
Nun gut, es dauerte dann doch fast zwei Stunden, bis uns der Service-Wagen im Nirvana fand. Nachdem meine Freundin dem Mechaniker vom Dienst berichtete, dass die Benzinleitung total trocken sei, fragte er: „Haben Sie da auch Benzin drin?“ Eine Frage, die meine Freundin völlig unangebracht fand und sich schmollend zurückzog. Ja, es war genug Benzin im Tank und der Mechaniker stellte bald schon fest, dass der Schaden an der Pumpe und an der Zündspule lag. Der alte Kadett musste abgeschleppt werden.
Meine Freundin beschwerte sich hinterher bitter bei mir: „Glaubst du, dass ein Mann auch gefragt worden wäre, ob er Benzin im Tank hat? Solche dämlichen Fragen bekommen nur wir Frauen gestellt.“ Stimmt, musste ich zugeben. Mit der Gleichberechtigung und Gleichbehandlung ist es auch heute oft gar nicht so weit her, wie man annimmt.
Bild: Marina B./panthermedia.de
01.06.2010, 12.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL
José M. Sousa Saramago
Vor 11 Jahren erhielt er den Literaturnobelpreis: Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass seine Großeltern noch nicht lesen oder schreiben konnten. José Saramago, der portugiesische Vorzeige-Autor, wurde am 16. November 1922 in Azinhaga in der portugiesischen Provinz Ribatejo geboren und wuchs in einer Kleinbauernfamilie auf, bis sein Vater 1924 mit der Familie nach Lissabon zog, um eine Anstellung als Polizist anzutreten. Als José zwölf Jahre alt war, schenkte ihm seine analphabetische Mutter sein erstes Buch: Den Besuch des Gymnasiums musste er 1936 allerdings aufgrund von finanziellen Problemen, seine Eltern konnten das Schulgeld nicht aufbringen, vorzeitig abbrechen. José wechselte auf eine technische Realschule, im Anschluss machte er eine Schlosserlehre.
1944 heiratete er die Malerin Ilda Reis. Drei Jahre später wurde als einziges Kind des Paares seine Tochter Violante geboren. José Saramago verdingte sich als technischer Zeichner, Behördenangestellter, Verlagsmitarbeiter, Übersetzer, Journalist und Literaturkritiker. Im Alter von 47 Jahren schloss er sich der unter Salazar und Caetano verbotenen Kommunistischen Partei Portugals an. Nach dem Scheitern seiner Ehe, die 1970 geschieden wurde, lebte er bis 1986 mit der Autorin Isabel da Nóbrega, im Jahre 1988 heiratete er die spanische Journalistin Pilar del Río. Mit ihr zog er später auf die kanarische Insel Lanzarote.
Seinen ersten Roman hatte José Saramago im Alter von fünfundzwanzig Jahren veröffentlicht ("Land der Sünde", 1947), dreißig Jahre später erschien sein zweiter ("Handbuch der Malerei und Kalligraphie", 1977). International bekannt wurde er 1982 mit dem Roman "Das Memorial", für den er den Nobelpreis für Literatur erhielt.
Hier bei Jokers finden Sie derzeit das „Handbuch der Malerei und Kalligraphie“, ein stimmungsvolles Porträt des Vorabends zur portugiesischen »Nelkenrevolution« vom April 1974, für nur 3.95.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
09.12.2009, 15.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Stau? Na und!
Mitteleuropa ist im Urlaubsfieber: Die Staus auf den Autobahnen zeigen es. Ich selbst gehöre zu den Menschen, die sich gerne aufregen, wenn sie zwischen Tausenden von Mitreisenden im Auto gefangen sind. Meine Geduld reicht nicht einmal aus, mir einen Radiosender mit guter Musik auszusuchen und einfach meine Gedanken ein wenig fließen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Mich machen Staus wahnsinnig!Ganz anders ist da eine Freundin. Kürzlich erzählte sie mir, dass sie die lange Warterei auf den Straßen ab und zu sogar genießt. Weil eben dieses erzwungene Nichtstun einem Zeit-Geschenk gleichkomme. Plötzlich gewinnt man Zeit, kann sie nicht mit Effizienz füllen, man muss diese Zeit mit sich selbst verbringen. Sie hat einen ganz einfachen Trick, sich Staus zu verkürzen: Wenn sie sich an den kleinen Szenen, die sich in den Autos vor, neben und hinter ihr abspielen, satt gesehen hat, hört sie sich ein Buch an. Dazu ist sie ja immer ausgestattet. Sie benutzt nämlich ihr Handy, um ein Audio-Book zu genießen.
Sie können das auch. Denn die Hörbücher, die wir im Angebot haben, laufen auf ganz unterschiedlichen Geräten, vom Computer bis zum Handheld. Gucken Sie doch mal selbst nach, ob Sie sich lieber mit einem Krimi oder einer Novelle den Stau verkürzen wollen! Ich probiere es diesen Sommer ebenfalls.
http://www.jokers-audio.de/
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
26.08.2009, 08.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL
„Altmodische“ Hobbys sind richtig trendy
In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts klapperten sie überall, in den neunziger Jahren galten sie als Trendaccessoire der Hollywood-Promis, jetzt sind sie wieder da: die Strick- und Häkelnadeln. Selbermachen ist das neue Ding überhaupt. Gemeint sind natürlich nicht Tante Edeltrauds kratzige Wollsocken und der dazu passende Ringelschal aus bunten Resten, die man statt der ersehnten Carrerabahn unter dem Weihnachts- baum fand. Gemeint sind Unikate, die man voller Stolz selbst herstellt.So ein richtig altmodisches Hobby wie Nähen oder Stricken ist mehr als salonfähig geworden – es ist total angesagt. Im Internet gibt es plötzlich sehr erfolgreiche Portale für Selbstgemachtes, sogar ein neues Magazin für selbst hergestellte Mode (mit beiliegendem Schnittmuster!) haben ein paar findige junge Münchnerinnen aus der Taufe gehoben. Das alles hat nichts mehr mit den verstaubten tantigen Heften zu tun, die sich automatisch vor das geistige Auge drängen. Und kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit der Finanzkrise – nach dem Motto: man kann sich ja jetzt nicht mehr so viele schicke Klamotten leisten, da muss man wohl selber schneidern. Ich bin mir sicher, dieser Trend hat damit nichts zu tun.
Was zählt, ist Spaß am besonderen, auch mal nicht so perfekten Charme von selbst gemachten Dingen. Und schauen Sie außerdem mal auf die Säume von Sachen, die Sie in einem der typischen Läden einer deutschen Fußgängerzone erworben haben. Sind die etwa alle gerade? Na also. Die eigene Kreativität wieder zu entdecken – sei es beim Filzen, Schmuckherstellen oder Stricken – das tut nicht vor allem Büchermenschen gut, die sonst immer nur lesen oder mit krummem Rücken über ihrer Computertastatur kauern. Lassen Sie sich hier inspirieren!
(geschrieben von Matthias Stöbener)
29.04.2009, 08.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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