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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Herbst

Wegfliegen...

Mythos VogelSchon vor Tagen fiel mein Blick aus dem Fenster und streifte einen Schwarm vorüber ziehender Vögel. Kurz schien es, als ob der bleierne Morgenhimmel sich noch ein wenig mehr verdüsterte. Die Zugvögel begannen ihren Flug Richtung Wärme, zur Sonne hin. Und mir wurde schwer ums Herz: Alleine saß ich in meinem Arbeitszimmer, vor mir leuchtete der Flachbildschirm, und um mich schien sich die unendliche Einsamkeit des Herbstes auszubreiten.

Nehmt mich doch mit, rief ich still den flatternden Vögeln nach, bringt mich in den Süden! Ich will auch ein Vogel sein. Später im Büro fiel meiner Kollegin auf, dass ich versonnen durch die Glasscheibe in die grauen Wolken blickte. „Was ist da?“, wollte sie wissen, „Vögel“, antwortete ich nur knapp, denn ich wollte noch einige Momente länger das wunderbare Bild in mir halten.

Doch die Kollegin war in Plauderstimmung. Sofort begann sie, in freien Assoziationen eine literarische rote Schnur durch das Motiv Vögel zu ziehen. „Die Vögel“ erwähnte sie, auch „Krabat“ und andere Geschichten, deren Protagonisten Vögel waren. Böse wie gute Vögel, verzauberte wie auch reale. Als sie später am Mittag wieder in mein Büro kam, hatte sie sich ein Buch unter den Arm geklemmt: „Mythos Vogel“ führt durch die Geschichte des Vogels. Ich glaube, es gibt wenig Tiere, die derart oft in der Magie, Mystik und auch Religion „gebraucht“ wurden. „Mythos Vogel“ stellt vierzig der gefiederten Geschöpfe vor und beleuchtet sie z. T. auch aus der wissenschaftlichen Perspektive, doch gut für Laien verständlich.

Nachdem ich hier und dort in dem Werk geblättert und gelesen hatte, stand für mich fest: Besser doch kein Vogel sein! Als Vogel lebt man ständig in der Gefahr, in einer Hexenküche zu landen und von ihrer Besitzerin in den Suppentopf geworfen zu werden!

(geschrieben von Matthias Stöbener)

03.11.2008, 12.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Im Nebel

Er ist da, der Herbst, ganz eindeutig. Seit einigen Wochen liegen dichte morgendliche Bodennebel in Schwaden auf den Feldern, die Sonne muss sich erst mühsam ihren Weg hindurch bahnen. Für mich ist es diese wunderbar melancholische Zeit, in der ich wieder und wieder über das Leben nachdenke.

Doch wir alle wissen, dass das ewige Grübeln über Sinn und Verstehen, Leben und Tod zu wenig führt. Zu leicht bricht ein menschliches Herz am wirklichen Schmerz, ehe es letztgültige Antworten findet. Ich flüchte mich dann oft in Gedichte: Denn sie beschreiben so eindringlich die Emotionen vieler anderer vor mir, großer Denker und Philosophen, die sich ebenfalls irgendwann damit begnügen musste, niemals WISSEN, sondern stets nur GLAUBEN zu können.

Letztens wanderte ich frühmorgens alleine über die Wiesen: Nebel umgab mich, es war still, kein Vogel erhob seine Stimme. Mir kam das bezauberndes Gedicht von Hermann Hesse in den Sinn:

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern,
einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum kennt den andern,
jeder ist allein.



Und so weiter.

Mich trösteten diese Zeilen auf eine behutsame Art. Das, was uns trennt, sagt mir das Gedicht, ist unser Alleinsein, aber weil es uns alle trennt, verbindet es uns wieder in unserer Erfahrung. Nicht nur ich bin allein, alle sind allein. Ein schönes Gefühl der Verbundenheit.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

21.10.2008, 13.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Herbst – endlich Zeit!

NibelungenliedUm mich herum seufzen meine Freunde: Der Herbst ist da. Auch wenn es tagsüber noch schön warm werden kann, deuten doch Bodennebel und frühe Abenddämmerung auf die nahende dunkle Jahreszeit hin. Wenn ich ehrlich bin, freue ich mich sogar ein klein wenig auf die kommenden Monate: Endlich kann ich mich ohne schlechtes Gewissen wieder zu Hause einigeln und lange Nächte mit Schmökern verbringen.

Für September habe ich mir etwas ganz Besonderes vorgenommen: Seit uns meine Deutschlehrerin der 5. Klasse „Das Nibelungenlied“ in Häppchen vorgelesen hat, will ich das Heldenepos einmal selbst komplett lesen. „Viel Wunderdinge melden die Mären alter Zeit, von preiswerten Helden, von großer Kühnheit...“, sind die ersten verlockenden Zeilen der Sage.

Kennen Sie die fesselnde Geschichte um Liebe, Hass, Verrat und Rache? Wissen Sie, mit welch schändlicher Tat es Gunther gelingt, die isländische Königin Brunhild zu erobern? Sind auch für Sie Siegfried und Kriemhild ein Traumpaar? Auf 365 Seiten wird Ihnen die mitreißende Geschichte vom Drachentöter Siegfried und den anderen Nibelungen-Helden und Heldinnen erzählt... Genau das Richtige für diesen ersten Herbstmonat!

(geschrieben von Matthias Stöbener)


02.09.2008, 15.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nachdenklicher Herbst

HerbstMögen Sie den Herbst? Die Meinungen gehen ja sehr auseinander, was diese Jahreszeit betrifft: Die einen lieben seine bunten Farben, die nebeligen Morgen, die schwermütigen Abende. Die anderen jedoch laufen Gefahr, in eine Depression zu ver- sinken: Kündigt der Herbst doch den nahenden Winter an, all die endlosen Monate der klirrenden Kälte und schweren Dunkelheit. Manch einer setzt sich in den zeitlosen Nächten des Herbstes mit jenen existentiellen Fragen auseinander, die in der Wärme des Sommers leicht ungestellt bleiben können, und schwermütige Gedichtzeilen wie das berühmte "Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr" von Rilke ziehen durch den Sinn.

Wozu leben wir, was steckt hinter all diesem, sinniert der grüblerische Denker und bläst in seinen dampfenden Tee. "Leben, das Sinn hätte, fragte nicht danach," war die resolute Feststellung von Theodor Wiesengrund Adorno. Katholisch getauft doch mit jüdischen Vorfahren, war er einer der vehementesten Kritiker des Nationalsozialismus. Der Holocaust ließ ihn verzweifeln: Wie könnte ein Leben nach diesem schrecklichen Völkermord überhaupt noch möglich sein, schrie er in die Welt, sein Glaube an das Gute im Menschen für immer verloren.

Es müsste doch möglich sein, sich mit letzten Fragen nach der Bedeutung des Lebens auseinanderzusetzen, ohne dabei depressiv zu werden. So, dass die eigene Erfahrung ihr Zentrum bekommt.

17.10.2007, 13.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Depressive Verstimmungen

HerbstEine Freundin meiner Frau ist einmal im Jahr für ein paar Wochen saft- und kraftlos. Normalerweise beginnt diese Phase Mitte September, dann wenn die Blätter der Bäume sich langsam gelb färben, Kastanien auf dem Boden zerplatzen, glasklare Morgen frischen, kühlen Nordwind bringt, kurz: wenn es Herbst wird.

Ich selbst mag den Herbst sehr, doch sie kann nur den drohenden Abschied vom Sommer darin erkennen. Und sie leidet. Dieses Mal schon seit Mitte August, vier Wochen früher als sonst, aber das ist nicht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der Sommer dieses Jahr ja tatsächlich reichlich kurz ausfiel.

Den Herbst kann man tatsächlich sehr zwiegespalten betrachten. Kein anderer als Christian Morgenstern hat in seinem Gedicht "Ein Septembertag" das Doppelgesicht dieser Zeit wunderbar eindringlich beschrieben. Gönnen Sie sich die folgenden Zeilen:

"Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit,
die dich befreit, zugleich sie dich bedrängt;
wenn das kristallne Gewand der Wahrheit
sein kühler Geist um Wald und Berge hängt.
Dies ist des Herbstes leidvoll süße Klarheit..."

09.09.2007, 09.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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