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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Hermann Hesse

„Bücher“ von Hermann Hesse

Hermann_Hesse.jpgSchon des öfteren habe ich Sie an dieser Stelle an meiner Leidenschaft für die Poesie teilhaben lassen: Ich habe Ihnen von und zu meinen Lieblingsautoren Gedichte vorgestellt, Lebensläufe, Anekdoten und Geschichten. Ein Name kam dabei immer wieder vor: Hermann Hesse, der große Dichter und Autor mit dem ausgefüllten und nicht immer einfachen Leben und dem Hang zur Melancholie. Als Folge vieler bewegender und dramatischer Ereignisse war Hermann Hesse sogar in psychotherapeutischer Behandlung bei einem der Schüler von C.G. Jung. Er überstand nicht nur einen Nervenzusammenbruch, der durch die Erkrankung seiner ersten Frau an Schizophrenie mit verursacht wurde, er erlebte auch zwei Eheschließungen und zwei Kriege. Aufgrund politischer Umstände schrieb Hesse später unter dem Pseudonym Sinclair, auch seine vielen Umzüge zeugen von seiner inneren Zerrissenheit.

Die meisten kennen und schätzen Hesse aufgrund seiner Erzählungen und Geschichten, und doch verspricht ein Blick in seine zahlreichen Verse und Gedichte einen Kunstgenuss ohnegleichen: Hermann Hesse trifft ins Herz. Seinen 133. Geburtstag möchte ich nutzen, um Ihnen eines seiner Gedichte nahe zu bringen. Denn wenn ein Bücherfreund ein Gedicht vor allen anderen kennen muss, dann ist es Hesses „Bücher“:

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.

Dort ist alles was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond,
Denn das Licht, danach du frugst,
In dir selber wohnt.

Weisheit, die du lang gesucht
In den Büchereien,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt –
Denn nun ist sie dein.


Bild Hermann Hesse: wikimedia.de

23.07.2010, 16.06 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Emil entdeckt den Fluss des Lebens

Hermann HesseWie sehr der eigene Perfektionismus oft zum Verhängnis wird, zeigt mir gerade wieder Emil. Seit ein paar Jahren beschäftigt sich mein Freund intensiv mit fernöstlichen Meditationsarten. Dabei versucht er sich aktiv in Tai Chi Chuan, dem chinesischen „Schattenboxen“. Doch je mehr er sich bemüht, umso verzweifelter wird er. „Ich entdecke ständig wieder eine neue Bewegung, die ich nicht kann und auch nicht verstehe. Und am Ende habe ich das Gefühl, überhaupt nichts verstanden zu haben.“ Als Laie auf dem Gebiet meditativer Lehren weiß ich mir wieder einmal nur mit Literatur zu helfen. So empfahl ich den Klassiker, Hermann Hesses „Siddharta“.

Das Buch erzählt vom jungen Brahmanen Siddhartha und seinem Freund Govinda. Beide begeben sich auf die Suche nach dem Atman, dem All-Einen, der obersten Erkenntnis, die in jedem Menschen ruht. Dabei führt der Lebensweg Siddharta vom Asketen und Bettler über den Kaufmann, den Fährmann, den Vater bis hin zum Erleuchteten. Immer wieder begegnet der Suchende dabei einem Fluss. Allmählich beginnt er, vom Rauschen des Flusses zu lernen, der sich im ständigen Wandel befindet und doch immer der Gleiche bleibt.

So wenig ich tatsächlich von fernöstlichen Lehren verstehe, so viel hat mich doch diese Erzählung gelehrt. Wie schon in „Narziss und Goldmund“ zeigt Hesse darin, dass Leben Bewegung und Entwicklung bedeutet. Die endgültige Erleuchtung gibt es, wenn überhaupt, erst nach lebenslangem Streben. Emil selbst hat nach eigenen Angaben „Siddharta“ auf einen Rutsch durchgelesen und übt wieder fleißig Tai Chi Chuan. „Jetzt gewöhne ich mir das Denken einfach ab“, erzählte er mir heute. „Stattdessen folge ich einfach dem Fluss des Lebens und übe weiter.“

(Geschrieben von Matthias Stöbener)  

12.02.2010, 15.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sommer: ein Gedicht



Es sind kurze Sätze oder Strophen
, die so wunderbar passen: „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“ ist so eine Zeile, die mir an langen Herbstabenden in den Kopf kommt. Genauso geht es mir mit dem Frühling. Wenn ich über eine taufeuchte Morgenwiese schlendere, murmelt Hölderlin in meinem Kopf:

Es kommt der neue Tag aus fernen Höhn herunter,
Der Morgen, der erwacht ist aus den Dämmerungen,
Er lacht die Menschheit an, geschmückt und munter,
von Freuden ist die Menschheit sanft durchdrungen.

Ein neues Leben will der Zukunft sich enthüllen,
Mit Blüten scheint, dem Zeichen froher Tage,
Das große Tal, die Erde sich zu füllen,
Entfernt dagegen ist zur Frühlingszeit die Klage.

Was aber ist mit dem Sommer? Lange war der Sommer, was Poesie betrifft, für mich nicht belegt. Bis ich neulich über ein Gedicht von Hermann Hesse „stolperte“. August heißt es und ich will es Ihnen nicht vorenthalten.

August

Das war des Sommers schönster Tag,
Nun klingt er vor dem stillen Haus
In Duft und süßem Vogelschlag
Unwiederbringlich leise aus.
In dieser Stunde goldnen Born
Gießt schwelgerisch in roter Pracht
Der Sommer aus sein volles Horn
Und feiert seine letzte Nacht.

Klicken Sie doch einfach mal bei uns vorbei: Jokers hat zahlreiche Werke von Hermann Hesse im Angebot!

(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

21.08.2009, 08.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Im Nebel

Er ist da, der Herbst, ganz eindeutig. Seit einigen Wochen liegen dichte morgendliche Bodennebel in Schwaden auf den Feldern, die Sonne muss sich erst mühsam ihren Weg hindurch bahnen. Für mich ist es diese wunderbar melancholische Zeit, in der ich wieder und wieder über das Leben nachdenke.

Doch wir alle wissen, dass das ewige Grübeln über Sinn und Verstehen, Leben und Tod zu wenig führt. Zu leicht bricht ein menschliches Herz am wirklichen Schmerz, ehe es letztgültige Antworten findet. Ich flüchte mich dann oft in Gedichte: Denn sie beschreiben so eindringlich die Emotionen vieler anderer vor mir, großer Denker und Philosophen, die sich ebenfalls irgendwann damit begnügen musste, niemals WISSEN, sondern stets nur GLAUBEN zu können.

Letztens wanderte ich frühmorgens alleine über die Wiesen: Nebel umgab mich, es war still, kein Vogel erhob seine Stimme. Mir kam das bezauberndes Gedicht von Hermann Hesse in den Sinn:

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern,
einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum kennt den andern,
jeder ist allein.



Und so weiter.

Mich trösteten diese Zeilen auf eine behutsame Art. Das, was uns trennt, sagt mir das Gedicht, ist unser Alleinsein, aber weil es uns alle trennt, verbindet es uns wieder in unserer Erfahrung. Nicht nur ich bin allein, alle sind allein. Ein schönes Gefühl der Verbundenheit.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

21.10.2008, 13.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der erste Satz sagt mehr als 1000 Worte

Der erste SatzAm Anfang steht der Satz – nur welcher? Eine Herausforderung, der sich Schrei- bende aller Art stellen müssen. Was für Blogs, Zeitungsartikel, Rezensionen, Tagebucheinträge, Waschzettel und Liebesbriefe gleichermaßen gilt, be- schäftigt vor allem auch den Buchautor. Zumal sein Werk ein umfangreicheres und in der Regel ausgeklügelteres werden soll, als der gemeine Jokers-Blog zum Beispiel.

So entstehen denn oft wahre Meisterleistungen, welche jetzt die Initiative Deutsche Sprache und die Stiftung Lesen zu einem ganz besonderen Wettbewerb bewogen haben (ich hatte es schon erwähnt): Sie riefen Literaturfreunde auf, den schönsten Romananfang zu wählen. Über 17 000 Menschen schickten ihre Vorschläge, aus denen schließlich die Jury den schönsten Romananfang wählte.

„Ilsebill salzte nach.“ Dieser Satz von Günter Grass, knapp, prägnant, würzig, gefiel der Jury so gut, dass sie auf den ersten Platz hob. Er stammt aus dem Werk „Der Butt“.

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ Der überraschend andere Einstieg brachte dem Werk „Die Verwandlung“ von Franz Kafka Platz 2 ein.

„Hamilkar Schaß, mein Großvater, ein Herrchen von, sagen wir mal, einundsiebzig Jahren, hatte sich gerade das Lesen beigebracht, als die Sache losging.“ Siegfried Lenz landete mit der Erzählung „Der Leseteufel“ auf dem dritten Platz.

So weit ich es herausfinden konnte, war mein Favorit leider nicht dabei, der erste Satz, der mich seit meiner Jugend immer wieder dazu brachte, „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse zu lesen: „Vor dem von Doppelsäulchen getragenen Rundbogen des Klostereinganges von Mariabronn, dicht am Wege, stand ein Kastanienbaum, ein vereinzelter Sohn des Südens, von einem Rompilger vor Zeiten mitgebracht, eine Edelkastanie mit starkem Stamm.“ Schade.

22.11.2007, 09.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein weiser Mann

Hermann HesseIn diesen Tagen wäre Hermann Hesse 130 Jahre geworden, Grund genug, diesen großen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts zu würdigen. Zumal seine Werke „Narziss und Goldmund“, „Der Steppenwolf“, „Das Glasperlenspiel“ und „Siddhartha“ in einem bestimmten Alter zu meinen absoluten Lieblings- büchern zählten.

Geboren wurde Hesse am 2. Juli 1877 in der Württembergischen Stadt Calw als eins von 5 Kindern. Dank seines weltoffenen und intellektuellen Eltern- hauses (Vater und Mutter hatten als Missionare in Indien gearbeitet) ent- wickelte er schon früh eine pazifistische Ader, einen Protest gegen alles Totalitäre und einen starken Individualismus.

Nach einer gescheiterten Buchhändlerlehre und 14 Monaten als Mechanikerlehrling arbeitete er ab 1899 in Basel als Buchhändler und Antiquar.

Hermann HesseMit dem Roman „Peter Camenzind“ gelang Hesse 1903 der Durchbruch als Schriftsteller. 1904 heiratete er die Baseler Fotografin Maria Bernoulli. Mit ihr bekam er insgesamt drei Söhne: Bruno (1905–1999), Hans Heinrich, auch „Heiner“ genannt (1909–2003) und Martin (1911–1968).

Nach der Trennung von seiner Frau und drei Kindern siedelte Hesse 1919 allein ins Tessin über. 1924 heiratete er Ruth Wenger, allerdings ging die Ehe drei Jahre später ebenfalls in die Brüche. 1931 heiratete er zum dritten Mal, und zwar Ninon Dolbin.

Als wichtigste Meilensteine seines schriftstellerischen Schaffens gelten 1906 „Unterm Rad“, 1910 „Gertrud“, 1914 „Roßhalde“, 1919 „Demian“, 1920 „Klingsors letzter Sommer“, 1922 „Siddhartha“, 1927 „Der Steppenwolf“, 1930 „Narziss und Goldmund“ und 1943 „Das Glasperlenspiel“.

Hermann Hesse starb am 9. August 1962 an einem Gehirnschlag. Er liegt auf dem Friedhof Sant´Abbondio in Gentilino bei Montagnola begraben.

Sein komplettes Lebenswerk lässt sich als Autobiografie lesen, mit der Hesse den Leser auf einen „Weg nach innen“ führt. Am besten verdeutlicht das sein Gedicht „Stufen“.

Sollte glatt mal wieder etwas von ihm lesen!

13.07.2007, 08.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Lach mal wieder

Hermann HesseIch bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen behaupten, über sich selbst lachen zu können, es dann aber nicht tun. Stattdessen herrscht Verbissenheit. Manchmal wenn ich zum Beispiel mit dem Auto in der größten Rushhour mitten in der Stadt unterwegs bin, überlege ich mir, wie viel weniger Aggression, wie viel weniger Krieg und Leid es wohl gäbe, wenn tatsächlich alle Menschen über sich lachen könnten.

Ich persönlich bin auch nicht gerade der geborene Humorist, der in jeder Situation vor sich hin kichert. Doch immer, wenn mir überhaupt nicht mehr zum Lachen ist, wenn alles trostlos erscheint, denke ich an Hermann Hesses „Steppenwolf“. An die „Geschichte eines Menschen, der darunter leidet, dass er zur Hälfte ein Mensch, zur Hälfte ein Wolf ist. Die eine Hälfte will fressen, saufen, morden und dergleichen Dinge, die andere will denken, Mozart hören und so weiter … Aus diesem Gegensatz entstehen Störungen, und es geht dem Mann nicht gut, bis er entdeckt, dass es zwei Auswege aus seiner Lage gibt: sich entweder aufzuhängen oder aber sich zum Humor zu bekehren. So etwa erklärt Hesse selbst das Grunddebakel eines jeden Menschen. Für dieses Werk bekam Hesse übrigens den Literaturnobelpreis. Nur schade, dass ihn trotzdem scheinbar wenige Menschen verstanden haben.

Hermann Hesse bei Jokers


09.04.2007, 09.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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