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Tag: Japan
Naokos Lächeln
"Nur eine Liebesgeschichte" so lautet der Untertitel zu dem poetischen Meisterwerk »Naokos Lächeln«, im Original: »noruwei no mori« (Norwegian Wood) von Haruki Murakami. Doch was so lapidar daherkommt, sich so unscheinbar als eine kleine Erzählung um die Liebe tarnt, ist ein ominöses Prunkwerk, das vehement Leidenschaft gegen Verzweiflung ausspielt. Und uns, den Lesern, den Filmliebhabern, bleibt nichts Anderes übrig, als uns von diesem intensiven, wort- und bildgewaltigen Einblick in die menschliche Seele bannen zu lassen. »Naokos Lächeln« kommt nun in die deutschen Kinos:
Toru hat die Mitte Dreißig bereits überschritten, als ihn «Norwegian Wood, Beatles-Ohrwurm und Lieblingslied der jungen Japanerin Naoko, das er zufällig hört, zusammenbrechen lässt: »And when I awoke I was alone. This bird has flown Isnt it good? Norwegian wood«. Mit den Zeilen des Songs taucht er unvermittelt ein in seine eigene Reise in die Vergangenheit, zwanzig Jahre zurück, in die 1960er Jahre eines Japan, in dem sich die junge Generation wie überall auf der Welt auf die Suche nach sich selbst macht: »I once had a girl / Or I should say, she once had me«. Nicht alle erreichen ihr Ziel, finden ihren Sinn: Torus Freund Kizuki setzt, kaum 17-jährig, seinem Leben ein Ende. Über diesen Selbstmord bricht die Freundschaft von Toru, der sich selbst als Durchschnittsjungen empfindet, und der stillen, anmutigen Naoko auseinander: Naoko zieht sich in die Einsamkeit zurück, begibt sich schließlich in ein abgelegenes Sanatorium, während sich Toru in wilde Ablenkung stürzt, die ihm die Bekanntschaft mit der lebenslustigen Midori schenkt. Viel mehr als »Nur eine Liebesgeschichte« ist die Essenz des wortgewaltigen Romans von Haruki Murakami, der sich in dieser rückblickenden »Studie« der gewaltigen Dialektik von Todessehnsucht und Lebenshunger, Einsamkeit und Sinnsuche, Verzweiflung und Hoffnung stellt.
Jetzt ist die Erzählung, die 2001 unter dem Titel »Naokos Lächeln« das erste Mal auf Deutsch publiziert wurde, von dem vietnamesischen Regisseur Tran Anh Hung verfilmt worden: »Im Leid kann sich Schönheit verbergen«, fasst Tran Anh Hung sein Werk, das von einer bilderreichen Poesie durchdrungen ist, zusammen. Und wahrlich: Unabhängig davon, ob Sie den Roman von Haruki Murakami bereits kennen oder ob Sie mit dieser intensiven Liebesgeschichte das erste Mal in der Verfilmung in Berührung kommen: »Naokos Lächeln« geht unter die Haut.
Der japanische Autor Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, ist der gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Verfasser von Romanen und Erzählungsbänden.
Auch hat er die Werke von Raymond Chandler, John Irving, Truman Capote und Raymond Carver ins Japanische übersetzt. »Naokos Lächeln«, im Original »noruwei no mori« (Norwegian Wood), wurde gleich nach seiner Erstveröffentlichung im Jahre 1987 in Japan zum Kultbuch und in 33 Sprachen übersetzt. Dabei ist Haruki Murakami auch in deutschsprachigen Landen durchaus kein Unbekannter: Mitte des letzten Jahrzehnts (2005) sorgte sein anderer weltbekannter Entwicklungsroman für helle Empörung im »Literarischen Quartett«: Die in »Gefährliche Geliebte« geschilderten Sexszenen wurden von den Kritikern mehr als polemisiert. Wer in »Naokos Lächeln« nach vergleichbaren Beschreibungen sucht, wird enttäuscht sein: Natürlich geht es in dieser »Liebesgeschichte« auch um Erotik, um Sex, und doch: Im Vordergrund steht immer das mal zarte, mal heftige Streben nach Erfüllung, nach der Erkenntnis des fernen Sinns dieses so leidenden, so schönen Lebens, stets begleitet von der eindringlichen Musik des Komponisten Jonny Greenwood, der bereits 2007 mit seinem Soundtrack zu Paul Thomas Andersons Film There will be Blood glänzte.
Bei Jokers haben Sie die Chance, einmal zwei Freikarten für den Kinohit »Naokos Lächeln« sowie eine CD mit dem Soundtrack zum Film zu gewinnen!
Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an:
mit der Betreffzeile »Naokos Lächeln«. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass Sie sich bald von »Naokos Lächeln« verzaubern lassen können!
http://naoko.pandorafilm.de/
22.06.2011, 21.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Geisha, das unbekannte Wesen
Seit jeher will ich nach Japan. Nicht für ein paar Tage oder Wochen, nein. Am liebsten würde ich für einige Monate das Land erkunden, Kultur und Menschen kennenlernen. Und ich möchte einmal im Leben einer echten Geisha begegnen! Das ist hoch gegriffen, ich weiß, denn diese Wesen gehören nicht zu den aufdringlichsten Bekanntschaften im Land der aufgehenden Sonne. Doch einmal möchte ich mit einer echten Geisha gerne Tee trinken!
Geweckt wurde dieser
Wunsch durch die Lektüre Arthur Goldens Roman „Die Geisha“. Bis dahin war mir
nie bewusst gewesen, dass sich hinter dieser „Unterhaltungskünstlerin“ ein so
facettenreicher wie historisch wertvoller Beruf verbirgt. Denn neben einem
perfekten Äußeren, tadellosen Manieren und makelloser Konversation beherrscht
eine Geisha auch mehrere japanische Musikinstrumente, traditionelle japanische
Künste wie Kalligrafie, Tanz und Gesang und sie muss eine Meisterin der
Teezeremonie sein. Mit meiner Begeisterung bin ich natürlich nicht allein.
Goldens Roman aus dem Jahr 1997 wurde 2005 höchst erfolgreich verfilmt und
spielte weltweit rund 162 Mio. US-Dollar ein.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, einer echten Geisha zu begegnen, für mich im Moment noch sehr gering ist, gebe ich meinen Wunsch nicht auf und spare fleißig für den Japanurlaub. Bis es soweit ist, übe ich mich in Geduld und – Teetrinken.
DVD "Die Geisha" bei Jokers
11.10.2010, 19.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eine neue literarische Gattung?
Erstaunlich ist, dass fünf der japanischen Top-Ten-Bestseller des letzten Jahres auf solchen Handy- Novels basieren. Grauenhaft, so das Urteil von Literaturkritikern. Die Handy-Romane seien der Untergang der japanischen Literatur. Ihre liter- arische Qualität tendiere gegen Null. Das sehen die Fans dieser neuen Form von Literatur natürlich völlig anders. Sie glauben natürlich fest daran, dass sich Handy-Romane durchsetzen werden.Möglich ist das. So hat ein Verlag die tragische Geschichte einer Liebe von Kindesbeinen an in Buchform gegossen und das Buch mit 142 Seiten aus dem Stand 400.000 Mal verkauft. Wenn das kein Erfolg ist! Da hat die Autorin ihre Handy-Flatrate sicher wieder reingespielt. Erst wenn ein Verlag einen Handy-Roman auflegt, fließt Geld, die Online-Texte allein werfen nichts ab.
22.02.2008, 16.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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