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Tag: Klett
Klettern: ein alter Traum wird zum Massensport
Schauen Sie Ihrem Kollegen, der Kassiererin im Supermarkt oder auch Ihrem Arzt doch einmal genau auf die Finger! Achten Sie beim nächsten Händedruck auf die Beschaffenheit der Haut: Sehen Sie an den Fingern mit den ganz kurz getragenen Nägeln vielleicht seltsam anmutende weiße Rückstände oder spüren Sie beim Händeschütteln eventuell Schwielen an den Handinnenseiten? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie es mit einem Kletterer zu tun haben.
Es gibt kaum einen Sport, der in den letzten Jahres so einen Aufschwung erlebte wie das Klettern. Und dazu muss keiner mehr wie früher in die Berge oder an den Felsen fahren, um hoch hinaus zu können. Wie Pilze schießen in jeder größeren und kleineren Stadt moderne Kletteranlagen aus dem Boden. Hier kann an Plastikgriffen geklettert werden. In alten Fabrikhallen, in neu errichteten Klettertürmen, in Turnhallen, in Fitnessstudios Und natürlich kann der Naturfreund auch einen der zahlreichen Klettergärten besuchen. Dort wurden Felswände mit Bohrhaken präpariert, in denen der Kletterer seine Zwischensicherungen einhängen kann.
Immer noch ist es hauptsächlich ein Name, der als Inbegriff mit dem Klettern verbunden wird: Reinhold Messner steht bis heute als Synonym für wahren Klettergeist. Er ist der Individualist geblieben, der Abenteurer, der Wandbezwinger: In »Vertical« erzählt der Freigeist von der uralten Geschichte des Bergsteigens, von den Pionieren unter den Kletterern, die sich Schritt um Schritt bis zum augenscheinlich Unmöglichen vorwagten. Messner erzählt von jenen Künstlern, die das Erreichte nie als letztes Limit empfinden, die extrem hohe Ansprüche an sich selbst stellen, die immer neue Zugänge zu »unbezwingbaren« Problemen finden und so das Klettern ständig weiterentwickeln. Kurz: Er erzählt die Geschichte des uralten Menschheitstraums, der heute von vielen gelebt werden kann, ganz nach seinem Motto: »Das Erlebnis, nicht die Eroberung einer Route steht über allem.« Die Kletterexperten der jüngsten Generation haben inzwischen gezeigt, dass fast alle früher "unmöglichen« Routen frei durchstiegen werden können. Und so kommt auch Paul Preuß zu Wort: »Das Können beim Freiklettern ist des Dürfens Maß.«
»Vertical« ist ein reich bebildertes Abenteuerwerk, das sich nicht nur als Geschenk für Kletterer eignet, sondern auch einen aufregenden Einblick in die Philosophie des menschlichen Wollens gibt.
Bild: Kletterpark © CHRISTEL WISMANS/www.pixelio.de
15.06.2011, 09.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Rosige Zukunft
Der Schulbuchmarkt stagniert wegen tendenziell zurück gehenden Schüler- zahlen? Kein Problem für die Schul- buchverlage. Der Bildungsmarkt ist groß und Bildungsdienstleistungen lassen sich ausbauen! Da ist z. B. der Privatschulmarkt. Gerade hat sich Klett mit Schweizern zusammengetan, um Privatschulen zu gründen, denn immer mehr Eltern wollen ihre Kinder auf einer Privatschule sehen. Man setzt sich damit von der Unterschicht und Familien mit Migrationshintergrund ab. Vermutlich werden hier noch andere Bildungsverlage nachziehen. Privatschulen finanzieren sich durch Gebühren, möglicherweise sind auch Städte als Zuschussgeber zu gewinnen. Noch sind 80 Prozent der Privatschulen kirchlich, aber das wird sich wohl bald ändern. Klett zieht das Projekt gleich als Ganztagsschule auf, damit entfällt für Eltern mit dem nötigen Kleingeld auch gleich die lästige Nachmittagsbetreuung.
Ein weiteres Feld, das sich Bildungsverlage in den letzten Jahren erobert haben, ist die Nachhilfe. Hier ist Cornelsen mit etwa 1.000 Ablegern des Studienkreises schon lange im Geschäft, aber auch Duden Paetec und neuerdings auch Klett.
Und dann sollte man nicht die private und berufliche Weiterbildung vergessen. Auch da sind die früheren Schulbuchverlage zu Dienstleistern geworden. Und mit ihren verschiedenen Fernschulen erwirtschaften sie schon ganz beträchtliche Umsätze. Der Tag der ersten Verlagsuniversität ist sicher nicht mehr fern.
Die Bildungsverlage werden in den nächsten Jahren noch mehr zu umfassenden Bildungsdienstleistern werden, weil sich der Staat immer mehr aus diesem Bereich zurückzieht und Bildung privatisiert. Die soziale Auslese wird damit verschärft, denn nur Eltern ab der Mittelklasse werden das Geld haben, ihren Kindern auch in Zukunft noch die beste Bildung zukommen zu lassen. Aber das juckt keinen Politiker und die Bildungsverlage freut´s. Denn lebenslanges Lernen bedeutet auch lebenslange Einnahmen.
17.02.2008, 14.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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