Jokers Blog Deutschland
Sie können in diesem Blog mitschreiben. Laden Sie einfach Ihren Text oder Ihr Bild hoch!
Hier mitmachen!
Suchmaschine
Es wird in allen
Einträgen gesucht.

Friedhelm:
Gruss aus Ostfriesland!Was die "Kurzgeschicht
...mehr

Markus:
Kann man nur unterstreichen. Man denke da nur
...mehr

Erwin Hilbert:
Wie wahr und treffend!
...mehr

Henk Mantel:
Hallo Kollege,Schön in diesem Beitrag: Tuchol
...mehr

Buch: Die Selbstmord-Schwestern @ :
Buch: Die Selbstmord-SchwesternDas Buch "
...mehr

Einträge ges.: 1265
ø pro Tag: 0,7
Kommentare: 250
ø pro Eintrag: 0,2
Online seit dem: 15.05.2005
in Tagen: 1942

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Kritik

Michael Moore für Intellektuelle: Noam Chomsky feierte Geburtstag

Noam Chomsky ist der Michael Moore für Intellektuelle, titulierte der Spiegel einmal einen Bericht über den amerikanischen Professor für Linguistik am MIT. Als Großvater der Amerika-Kritik gilt er, aber berühmt geworden ist Chomsky vor allem mit seinen psychologischen und sprachwissenschaftlichen Beiträgen. In den 1960er Jahren hat der Wissenschaftler die Vorstellungen über Sprache und Denken revolutioniert.

Obwohl der Kritiker des US-Imperialismus von der New York Times als "einflussreichster westlicher Intellektueller" und als "bekanntester Dissident der Welt" beschrieben wird und über 57 Bücher über US-Interventionismus in den Entwicklungsländern, die politische Ökonomie der Menschenrechte und die Propagandarolle der Medien in unserer Gesellschaft geschrieben hat, ist sein politisches Wirken doch nur wenigen „Insidern“ ein Begriff.

Und auch die „Chomsky-Hierarchie“ werden nicht allzu viele kennen, auch wenn es sich um einen etablierten Begriff handelt. Mit dieser Hierarchie von Klassen formaler Grammatiken werden formale Sprachen erzeugt. Die vier von Noam Chomsky beschriebenen Grammatiktypen entstehen aus einer nicht eingeschränkten Grundgrammatik (der Typ-0-Grammatik), indem zunehmend Einschränkungen bezüglich der für den Typ erlaubten Produktionsregeln gemacht werden. Entsprechend dem Typ einer Grammatik, die mindestens erforderlich ist, um eine bestimmte formale Sprache zu erzeugen, werden auch formale Sprachen in dieselben Kategorien von Typ 0 bis Typ 3 eingeteilt.

Am 7. Dezember hatte Chomsky Geburtstag: 1928 wurde der Akademiker in Philadelphia geboren. Ein ganz herzliches nachträgliches HAPPY BIRTHDAY!


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 30.12.2009, 10.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Weihnachtliche Sozialkritik

Charles DickensEbenezer Scrooge ist wohl der bekannteste Geizhals der Welt. Allein dieser Name lässt einen schon frösteln. Der alte Grantler gehört zu den wichtigsten Figuren von Charles Dickens und begegnet uns dieser Tage wieder im Kino. Diesmal in 3D und verkörpert von Jim Carey. Er zeigt uns, wie er durch den Besuch von drei Geistern eine Persönlichkeitswandlung vom Bösen zum Guten vollzieht.

„Eine Weihnachtsgeschichte“ heißt Charles Dickens berühmte Erzählung, auf der dieser Film beruht. Ich habe bislang nur den Trailer zum Kinofilm gesehen und fand Scrooge ziemlich düster und unheimlich. Und Dickens’ Erzählung selbst ist ja auch nicht ohne: Dem knauserigen alten Mann, der ohne Mitleid über die Armen und Benachteiligten der Gesellschaft urteilt, wird durch die drei Geister der Weihnacht gnadenlos der Spiegel vorgehalten.

In einer der Traum-Szenen in der Nacht vor Weihnachten erlebt Ebenezer Scrooge sogar seinen eigenen Tod und muss erkennen, dass ihm niemand nachtrauert. Er erkennt, wie unbeliebt er sein muss – als kalter, nur am Profit interessierter Geschäftsmann, der keine Almosen gibt und sich dem Elend anderer gegenüber verschließt.

Charles Dickens schlägt hier ganz deutliche sozialkritische Töne an, die auch für seine übrigen Werke charakteristisch sind. Denken Sie nur an „Oliver Twist“. Die Darstellung von Kinderarmut ist hier wirklich drastisch. Auch in „David Copperfield“ widmet sich Dickens dem Thema Kindheit. Kein Wunder, hatte doch Charles Dickens selbst eine harte Jugend in einer kinderreichen Familie, die zeitweise sogar im Londoner Schuldgefängnis leben musste.

Die Lektüre dieses englischen Klassikers lohnt sich auf jeden Fall. Bei Jokers haben wir eine Vielzahl an Titeln von und über Charles Dickens, in Deutsch und im englischen Original – selbstverständlich zu unwiderstehlichen, fast schon „Scrooge“-mäßigen Preisen.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

Jokers 16.12.2009, 09.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Harte Momente für Bücher

FeuerDie Zeiten werden rau. Nicht nur auf dem Bankenmarkt, in deutschen Schulen, auf der Straße oder im Dschungelcamp. Nein, auch im Umgang mit Büchern. Und dabei meine ich noch nicht einmal den hart umkämpften Markt der Bestseller. Ich meine den Stellenwert von Büchern an sich.

Wenn es um Bücher geht, die, sagen wir mal, nicht so gelungen sind. Die nach der Lektüre weggelegt werden und bei denen man sich sicher ist, sie nie wieder aufzuschlagen. Selbst Bücher, die man nach wenigen Seiten wieder gelangweilt, entrüstet oder genervt zuschlägt und am liebsten in die Ecke feuert, ja selbst diese Bücher genossen bislang noch eine gewisse Art der Würde und eine Vielzahl an Möglichkeiten der Entsorgung.

Ungeliebte Bücher konnte man verschenken, auf dem Bücherflohmarkt verscherbeln, unter wackelige Tischbeine schieben oder sogar in bestimmten Städten auf geheimnisvolle Buchreisen schicken. Wenn ein Buch trotz allem den Weg in die Mülltonne fand, dann nur verdeckt im Altpapier, verschämt und heimlich.

Das hat sich geändert. Seit Denis Scheck, der Moderator der Sendung „Druckfrisch“ aktiv ist, geht er meines Erachtens zu hart mit diesen Büchern um. Mag sein, dass er in seinen Augen schlechte Bücher deshalb verurteilt, um dadurch die seiner Meinung nach guten Bücher zum Strahlen zu bringen, um es metaphorisch auszudrücken.

Mir persönlich ist diese Art der Literaturkritik ehrlich gesagt zu kompromisslos. Literatur ist immer noch, so finde ich, Kunst. Kunst ist aber subjektiv. So wie Meinungen. Immerhin werden die meisten Bücher auch heute noch lektoriert und korrigiert. Menschen in Verlagen bemühen sich um gute Bücher, halten die Bücher, die sie veröffentlichen für gelungen. Ich finde, schon allein deshalb sollte man mit Büchern wohlwollender umgehen.


(geschrieben von Matthias Stöbener, geändert am 25.02.09, nachdem an dem früheren Text massiv Kritik geäußert wurde) 

Jokers 25.02.2009, 10.18 | (6/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Top 10 der Rezensierten

RezensionenDie Mühe muss man sich erst einmal machen! Dieser Tage las ich im Buchreport eine interessante Studie. Fleißige Menschen haben neun Wochen lang in 14 Print-Zeitungen und Magazinen gestöbert und kamen per Hochrechnung darauf, dass in deutschen Tages- und Wochen- zeitungen über 20.000 Buchbesprech- ungen jährlich veröffentlicht werden. Damit steht Deutschland an der Spitze der Kulturen, in denen in den Medien über Bücher berichtet wird. Kaum irgendwo sonst findet sich eine so rührige Rezensionswelt. Das hängt auch mit den Presseabteilungen der Verlage zusammen, die den Zeitungsredakteuren jährlich tausende von Vorabexemplaren gratis zukommen lassen.

So beeindruckend die 20.000 Buchbesprechungen pro Jahr klingen, so ernüchternd ist der genaue Blick auf sie. Da stellt sich nämlich heraus, dass die Neuerscheinungen der beiden Frankfurter Verlage S. Fischer und Suhrkamp am meisten rezensiert werden. Daniel Kehlmann hatte vor Wochen über die Konzentration auf wenige Titel geschimpft. Was nicht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stehe, werden gar nicht mehr rezensiert. So der Schriftsteller.

Gut, so schlimm ist es noch nicht. Aber 20.000 Buchbesprechungen bedeuten nicht, dass 20.000 Bücher in die Mangel genommen werden. Der Buchreport wies genau nach, dass es vor allem die Bücher der Verlage S. Fischer, Suhrkamp, Beck, Rowohlt, Berlin Verlag, dtv, Hanser, Diogenes, Kiepenheuer & Witsch sowie Eichborn sind, die es zu Hauf in die Feuilletons deutscher Printmedien schaffen.

Woran das wohl liegen mag? Sind diese 10 Verlage wirklich diejenigen, die unsere besten Bücher herausbringen? Oder haben sie die besten Presseabteilungen oder die tollsten Buchmessefeste oder warum finden die Bücher von anderen Verlagen nicht so viel Aufmerksamkeit bei deutschen Kritikern?


(geschrieben von Matthias Stöbener) 

Jokers 14.11.2008, 11.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Anfänge einer modernen Zensur

Mit Kritiken und Rezensionen ist es so eine Sache. Sie sind subjektiv. Und das ist gut so. Es trifft für Bücher und Filme ebenso zu wie für Spiele und Musik.

Empfindet der Schreiber einer Rezension das Buch, den Film, das Spiel oder die CD als nicht gut, als fehlerhaft, als unlogisch, als langweilig oder gefällt es ihm schlicht und ergreifend nicht, dann wird er dies in seiner Rezension kundtun. Ist er dagegen von dem Produkt überzeugt, hatte er Spaß damit, hat es ihn gefesselt, ihm Neues vermittelt, konnte er es genießen oder hat es ihm schlicht und ergreifend gefallen, dann wird er auch dies kundtun.

Und auch das ist gut so.

Jeder Autor einer Rezension schreibt diese aus seinem Erfahrungshorizont heraus, gespickt mit seinen persönlichen Bedürfnissen. Da kann er noch so um sachliche Objektivität bemüht sein. Eine sterile, vom Rest der Welt abgekoppelte Rezension wird und kann es nicht geben.

Und auch das ist gut so.

Auch jeder Leser einer Rezension konsumiert diese aus seinem Erfahrungshorizont heraus, gespickt mit seinen persönlichen Bedürfnissen. Der eine Leser möchte sich kurz über den Inhalt informieren, der andere interessiert sich für die persönliche Bewertung des Autors.

Und auch das ist gut so.

Es gibt Menschen, die huldigen den Rezensionen, kaufen nur die über den Klee gelobten Bücher, schauen sich nur die mit dicken bunten Sternen geschmückten Filme an und kaufen auch nur die CDs, die ein erlesener Zirkel von Hörgenussexperten anpreist wie warme Brötchen. Andere Menschen dagegen (ja, ich bekenne mich) machen sich einen Heidenspaß daraus, oftmals genau entgegengesetzt Medien zu konsumieren und fahren nicht immer schlecht damit. Einige Insider meinen sogar, dass ein Verriss die Verkaufszahlen weit mehr fördert als eine gefällig dahinplätschernde Besprechung.

Und auch das ist gut so.

Neuerdings aber gibt es Verlage und Labels, die gern einmal dem Rezensenten oder dessen Auftraggeber eine Abmahnung schicken, weil sie ihr Produkt nicht objektiv genug bewertet sehen. Nicht nur, dass der Lohn ein recht zweifelhafter Ruf für den Abmahnenden sein wird, er gleichzeitig Dritte in finanzielle Nöte bringt, vielmehr werden diese seltsamen Gestalten Türen zu einer modernen Form der Zensur aufstoßen.

Und das ist nun ganz und gar nicht gut so.

(geschrieben von André Kröckel, Pößneck)


Jokers 25.06.2008, 20.35 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Vielleicht doch kein 100%iger Heiliger

Dalai LamaIm tibetischen Buddhismus ist es einer der höchsten weltlichen Titel und bis 1951, also bis zur chinesischen Okkupation von Tibet, hatte er auch höchste weltliche Autorität: der „Ozeangleiche Lehrer“. Das bedeutet Dalai Lama in der Übersetzung aus dem Mongolischen/Tibetischen. Kürz- lich besuchte der so verehrte und umstrittene Tibeter, der seit unzähligen Jahren im Exil lebt, Deutschland. Es war der erste Besuch des Dalai Lama seit Beginn der anti-chinesischen Proteste in Tibet.

„Kein Friede ohne Menschenrechte“ war das Leitmotto des Besuchs des Friedensnobelpreisträgers. Tenzin Gyatso ist der Mönchsname des jetzigen Dalai Lama, der im Alter von nicht einmal zwei Jahren von zwei Mönchen, denen der heute 72-Jährige zuvor in einer Vision erschienen sein soll, als Wiedergeburt seines 1933 verstorbenen Vorgängers Thub-Idan-rgya-mtsho (Thubten Gyatso) entdeckt wurde.

Doch welcher Mensch, welche Persönlichkeit steckt hinter dem heute weltbekannten Mann? Hätten Sie beispielsweise gewusst, dass der Dalai Lama aus einer Bauernfamilie stammt? Was bedeutet es für ein Kleinkind, von heute auf morgen höchste religiöse und weltliche Autorität zu erhalten?

Lesen Sie die spannende Biografie von Gilles van Grasdorff, eines Bekannten der Familie des Dalai Lama! Seit vielen Jahren tauscht er sich mit der tibetischen Exilregierung aus. In seinem Werk „Der Dalai Lama“ beschreibt er spannend die persönliche und politische Lebensgeschichte des Mannes, der heute die Weltpolitik beeinflusst.

Es ist zwar kaum vorstellbar, weil der Dalai Lama hier im Westen immer wie ein Heiliger dargestellt wird, aber es gibt auch Kritik an ihm. So hat er bis zu seiner Flucht das feudalistische System Tibets verteidigt, in dem es Leibeigene und Sklaven gab, die von einer Mönchspolizei überwacht wurden. Auch soll es im Rechtssystem so drakonische Strafen wie das Abschneiden von Gliedmaßen, Nasen und Ohren oder das Augenausstechen gegeben haben. Dieses alte System, so seine Kritiker, stelle der Dalai Lama heute viel zu idealisiert dar.


Jokers 12.06.2008, 15.07 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schöne neue traurige Arbeitswelt

Jetzt ist die traurige neue Arbeitswelt auch im Buch angekommen. "Schicht! Arbeitsreportagen für die Endzeit" lautet der Titel des Suhrkamp-Werkes, das jüngst herausgekommen ist. In diesem Buch geht es um Plackerei von Billigbestattern und Altenpflegern, es wird ein Blick in eine Sex-Show-Produktionshalle geworfen, der Leser begleitet einen Lehrling in der Spitzengastronomie. Behandelt wird der Alltag eines Ziegenhirten, eines Bettlers, eines Bundestagsmitarbeiters, eines Ruheständlers und eines Arbeitslosen.

Die Reportagen verklären nicht. Sie sind Kapitalismuskritik im Detail und können dem Leser helfen, die neuen Strukturen der heutigen Arbeitswelt zu analysieren. Strukturen, in denen das Menschenrecht auf einen Feierabend immer mehr dahinschwindet.

Ich finde solche Bücher wichtig. Keine Ahnung, ob sie etwas daran ändern können, dass immer mehr Menschen immer weniger verdienen, bei gleicher oder mehr Arbeit. Oder daran, dass die Kluft zwischen Reich und Arm in Europa wieder größer wird. Meine Hoffnung: Manche Bücher haben die Welt verändert.

Jokers 14.12.2007, 18.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Amateur der Literatur

Manchmal frage ich mich, welche Berechtigung ich habe über Literatur zu schreiben. Ich habe Rechtswissenschaften und katholische Theologie studiert. Germanistik, Literaturwissenschaft oder ähnliche Fächer: Fehlanzeige. Ich bin also kein Profi des Literaturbetriebs, sondern ein Dilletant, ein Amateur. Amateur meint einen, der einen Gegenstand liebt. So gesehen, bin ich gerne ein Amateur. Ich muss nichts beweisen, ich bin nicht in einer Karrierepflicht, keinem Verlag verpflichtet, ich kann „frei Schnauze“ schreiben, was ich von einem Buch oder einem Autor halte. Ich muss auch nicht gedrechselt schreiben, damit alle anderen professionellen Literaturkritiker oder –wissenschaftler sehen, wie intelligent ich zu einem Thema schreiben kann oder dass ich ein Angebot von der FAZ bekomme …

Eigentlich gut, dass ich ein Amateur bin. So wie all die Menschen, die bei Amazon, Weltbild oder anderen Online-Buchhandlungen ihre Kritiken von Büchern hinterlassen. Eine tolle Sache und für viele andere Menschen eine Anregung oder Warnung, Geld für Bücher auszugeben – wenn sich hinter den Rezensenten nicht gerade die Autoren der jeweiligen Bücher verstecken, was ja auch schon vorgekommen sein soll.

KritikBei Jokers haben wir einen solche Buchkritik noch nicht eingebaut. Viele Kunden fragen, warum? Warum habt ihr das nicht auch? Ganz einfach: 90 Prozent unserer Titel sind Rest- auflagen und oft ganz schnell ausverkauft, weil wir nur noch geringe Mengen von ihnen haben. Bis da jemand eine Rezension geschrieben und eingestellt hätte, wäre so ein Titel oft schon ausverkauft. Oder es schreibt jemand eine Rezension und am anderen Tag ist der Titel schon aus dem Shop gefallen, weil er ausverkauft ist: Als Rezensent würde ich mich da gehörig ärgern.

Aber wer will, kann ja hier das Buch vorstellen, das er gelesen hat und toll findet. Einfach oben links den Text hochladen! Oder er kann eine Rezension für das Bücher-Wiki schreiben. Auch im Umfeld von Jokers gibt es also Möglichkeiten, sich als Amateur der Literatur einen Namen zu machen.

Jokers 03.10.2007, 08.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Aufreger der letzten Woche

DepescheIn unserem Hauptnewsletter letzte Woche hatten wir vom "Digital Shoplifting", dem digitalen Ladendiebstahl, berichtet und geschrieben: „Statt Bücher und Zeitschriften zu kaufen, ziehen die Interessenten mit ihren Foto-Handys in die Buchhandlungen. Dort fotografieren sie einfach alles, was sie interessiert. Gelesen wird dann zu Hause. Muss das denn sein? Bleibt zu hoffen, dass ein jeder, der mit oben geschildertem frevelhaften Tun liebäugelt, rechtzeitig auf JOKERS aufmerksam wird. Hier gibt es zu fabelhaften Preisen alles schwarz auf weiß, was man getrost (und ohne Gewissensbisse) nach Hause getragen bekommt ...

Auf diese Zeilen bekamen wir viele Leserzuschriften, die sich damit auseinandersetzten.

So meinte z. B. ein Leser, wir sollten das „Problem“ nicht zu richten versuchen, sondern daraus ein Geschäftsmodell machen, wie es in der Musikindustrie geschehen ist. Sprich, wir sollten Bücher im Internet in Top-Qualität herunterladbar machen und damit dafür sorgen, dass Papier gespart und die Umwelt geschont wird.

Eine gute Idee finde ich! Sicher wird es immer mehr Downloads von Büchern im Internet geben, aber wahrscheinlich erst einmal nur Downloads von Sach- oder Fachbüchern. Das ist noch ein kleiner Markt, aber wir wissen, dass er wächst und werden uns da sicher auch dran beteiligen. Jedoch setzt er erst einmal große Investitionen voraus, die amerikanische Giganten wie Google mit seiner Booksearch oder Amazon mit Search Inside locker machen können, wir hier in Old Europe uns aber als Verlage und Händler erst zusammenschließen müssen, um ein solches Projekt zu stemmen. Das ist gerade im Gang, aber ob die so genannte „Volltextsuche online“ ein Erfolg sein wird und wie genau die Vorgehensweise und die Geschäftsmodelle dabei sein werden, kann noch niemand so genau sagen.

Andere Kunden meinten, wir unterstellten ihnen ebenfalls „Digital Shoplifting“ und fühlten sich angegriffen. Manche gaben uns den Rat, unsere News positiver und weniger anklagend zu verfassen, bevor wir sie versenden. Okay, ich muss zugeben, so kann man unsere Zeilen, auch wenn es nicht unsere Absicht war, verstehen. Wir wollten auf keinen Fall unseren Kunden „Digital Shoplifting“ unterstellen, das kam leider nicht deutlich rüber. Und jammerig waren unsere Zeilen auf jeden Fall, auch ohne Hinweis darauf, dass das Problem des „Digital Shopliftings“ in Asien, aber nicht bei uns besteht. Ganz klar: Die Depesche der letzten Woche war nicht in Ordnung. Und ich möchte mich für die Missdeutungsmöglichkeiten in ihr entschuldigen, lese ich sie doch jedes Mal, bevor ich sie versenden lasse.

Eine Kundin fragte uns, warum wir in der letzten Depesche so humorlos gewesen seien? Naja, wir dachten: Wovon sollen Autoren, Verleger und Händler wie wir denn noch leben, wenn jeder Bücher abfotografiert und auf dem PC liest oder sie gar ins Netz stellt, ohne den Urheberrechtsschutz zu beachten. Es gibt ja viele Tausend Leute, die von ihren Ideen, Texten und Büchern leben müssen. Wie andere Menschen haben auch sie ein Recht auf Entlohnung. Und wenn man diesen Menschen durch „Digital Shoplifting“ ihre Lebensgrundlage stiehlt, fanden wir das nicht witzig.

Die Kundin, die uns fragte, warum wir so humorlos seien, machte uns auch den Vorschlag ein Preisausschreiben aus dem Thema zu machen: „Welches Jokers-Buch wird am meisten fotografiert?“ Das ist ein konstruktiver Vorschlag. Im Moment haben wir unter http://www.jokers-spiele.de einen Fotowettbewerb zum Thema „Ihr Lieblingslese-Platz“ laufen. Ich könnte mir auch einen Fotowettbewerb vorstellen „Fotografieren Sie eine unserer Jokers Filialen!“ Doch so viele Filialen gibt es noch nicht und so wären viele FotografInnen benachteiligt …

Ein anderer Leser unserer Depesche von letzter Woche outete sich so: „Ich bin ein großer Jokers-Fan, was Ihr Sortiment und ihre Aufmachung betrifft. Ich freue mich, wenn Sie tolle Infos zu literarischen Themen sowie interessante Schnäppchen haben.“ Um dann aber unsere letzte Hauptdepesche zu kritisieren: „Bei E-Mails in der vorliegenden Art bekomme ich diese Freude irgendwie "miesgemacht". Marketingmails dieser Art gehen schon genug im Internet umher. Das ist meiner Meinung nach eben auch eine Unsitte die ich nicht benötige. Nehmen Sie doch besser wieder den positiven Stil Ihrer bisherigen Mailings wieder auf, sonst verzichte ich in Zukunft lieber auf den Empfang derselbigen.“

Puh, das ist deutlich. Hier wird auf den Punkt gebracht, wie „schlecht“ unsere letzte Hauptdepesche war. Dem ist nichts hinzuzufügen als dass wir uns bemühen, in Zukunft dem Rat dieses Lesers zu folgen.

Eine letzte negative Stellungnahme bezog sich auf das Wort „Digital Shoplifting“. Es sei ein unnötiger Anglizismus. Ja, auch da hat der Leser oder Kunde recht. „Digitaler Ladendiebstahl“ ist jedenfalls die deutsche Entsprechung und funktioniert mindestens genauso gut.

Jetzt bleibt mir noch übrig allen Lesern, die uns auf die letzte Depesche geschrieben haben, zu danken. Wir nehmen jedes Feedback wichtig. Auch wenn es mal nicht schmeckt. Jeder hört ja lieber Positives. Wir sind da keine Ausnahme. Aber wir wissen auch, dass wir nur durch negative Stellungnahmen besser werden können.


Jokers 02.05.2007, 13.26 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3
Follow Jokers at twitter

TwitThisFacebookGoogleMySpaceTechnoratiMister WongDiggDeliciousYiggLinksilo
<< September 2010 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  0102030405
06070809101112
13141516171819
20212223242526
27282930   






Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Bloggeramt.de
frisch gebloggt
Deutsches Blog Verzeichnis
Blog Top Liste - by TopBlogs.de