
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Leben
Mein Einstieg ins Azubi-Leben
Lautes Klingeln ok, was ist denn jetzt los? Der Wecker zeigt: 01.09.2011 - 06:00 Uhr! Was, so früh? Genau, heute beginnt meine Ausbildung! Wie Sie schon sehen, war es eine große Umstellung, wieder täglich früh aufzustehen. Nach dem Schulabschluss waren nämlich erst mal drei Monate Zeit zum Nichtstun. Aber an besagtem Morgen war das dann (leider) vorbei. Doch da der Mensch sich ziemlich schnell an Dinge gewöhnt, wurde das nach kurzer Zeit schon Normalität.
Der erste Tag war natürlich sehr aufregend alles neu, keiner da, den man kennt und ein viel zu großes Haus mit vielen Gelegenheiten, sich zu verlaufen. Ich war schon sehr froh, es zu der richtigen Uhrzeit an den richtigen Ort geschafft zu haben: Dort wo sich alle treffen sollten.
Nach einer Einführungspräsentation ging es dann auch schon in die erste Abteilung. Gefühlte 100 verschiedene Namen und natürlich Personen, wurden mir dort vorgestellt. Drei davon konnte ich mir immerhin bis zum nächsten Tag merken - und sogar den richtigen Personen zuordnen! Ja man konnte allerdings nach dem 1. Tag behaupten: zu viel Information...
Nach kurzer Zeit hatte ich mich aber schon gut »eingelebt«. Danken muss ich den vielen hilfsbereiten Mitarbeitern. Es hat mich sehr überrascht, dass ich direkt in die Arbeit eingebunden wurde. Ich musste nicht stundenlang neben jemandem sitzen, um bei irgendetwas zuzuschauen. Das führte dann dazu, dass mir die Arbeit wirklich sehr viel Spaß gemacht hat. Der Tag war schneller vorbei, als gedacht. Ganz anders als im Schulleben, wo man den ganzen Tag nur auf seinem Stuhl sitzt und zuhören muss.
Nach vier Wochen war die Freude dann vorerst vorbei. Das Prinzip der Dualen Ausbildung sieht vor, dass man als Auszubildende/r auch die Berufsschule besuchen darf. Weil wir alle so gerne reisen, steht unsere Schule natürlich weit weg. Das brachte dann meinen Wecker dazu, mir vier Wochen lang morgens beim Aufstehen 05:00 Uhr anzuzeigen. Da ich schon vor einigen Jahren aufgehört hatte, um 21 Uhr ins Bett zu gehen, war ich morgens dann natürlich dementsprechend müde. Wussten Sie, wie schwierig es sein kann, seine Haltestelle nicht zu verschlafen? Und das selbst, wenn der Zug dort endet? Zum Glück habe ich es bis jetzt immer geschafft aufzuwachen, bevor der Zug wieder Richtung Heimat gefahren ist. Kurz vor Unterrichtsbeginn (8:30 Uhr) war ich in der Schule. Die Begeisterung für unser Klassenzimmer im 3. Stock können Sie sich jetzt sicherlich auch vorstellen.
Trotz des langen Reisewegs war aber auch der erste Berufsschulblock eine interessante Erfahrung. Der Unterricht selbst ist meist sehr interessant und wir lernen auch viele alltägliche Dinge. Hätten Sie gewusst, wer Lidl gegründet hat, was die Aldi-Brüder dazu brachte, sich in Nord und Süd aufzuteilen oder was hinter der Geschichte von Adidas und Puma steckt? Also wir wissen es jetzt zumindest.
Wenn ich Schule und Arbeit vergleiche, gewinnt definitiv die Arbeit. Und das natürlich nicht nur wegen der kürzeren Anreise. Ich freue mich auf die Ausbildungszeit bei Jokers!
Geschrieben von Ramona Ratschker
Buch "Bewerben für die Ausbildung" bei Jokers
30.11.2011, 15.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Faulsein ist wunderschön...
...denn die Arbeit hat noch Zeit. Wenn die Sonne scheint und die Blumen blühn ist die Welt so schön und weit«! Pippi Langstrumpf wusste, wovon sie singt. Und das Faulheits-Lied ist das Lebensmotto von Astrid Lindgrens rotbezopfter Heldin. Einfach nichts tun, in den Tag hineinleben, die Sonne genießen, die Seele baumeln lassen. Pippi ist das große Vorbild für alle, die sich nach »Entschleunigung« sehnen. Dabei ist sie zwar faul, aber nie träge. Gerade ihr Nichtstun ist die Quelle für ihre überbordende Phantasie, die sie viele verrückte, unkonventionelle Dinge tun lässt.
Der moderne Mensch ist auf der Suche nach einem »gelingenden Leben«, zugleich entspannt und doch kreativ. Kein Stress, dafür Arbeit, die Spaß macht; liebe FreundInnen und Familie, aber keine Einengung... In der Ruhe liegt also die Kraft, wie es so schön heißt, und die Literatur hierzu ist unerschöpflich und unübersichtlich. Vom Yoga- und Entspannungsbuch über Inspirationen vom philosophischen Lebensberater und Persönlichkeitscoach bis zu den Lebensregeln der Mönche und Nonnen.
Ein Buch aber ist anders, denn es wurde von einer geschrieben, die das Abenteuer »Faulsein« gewagt hat und ganz unaufgeregt darüber berichtet: Die Journalistin Friederun Pleterski (geb. 1948) gönnt sich immer wieder eine Auszeit auf »ihrer« dalmatinischen Insel. Dort, auf Olib in der Adria, genießt sie den Luxus des Einfachen. Der Müßiggang bestimmt den Tag, das »dolce far niente«: ein bisschen Fischen, mit den NachbarInnen plaudern, herumschlendern, die Sonne genießen. Alles kann, nichts muss.
In ihrem »Dalmatinischen Inselbuch« erzählt Friederun Pleterski von der Kunst, nichts zu tun. Sie beschreibt ihr abgeschiedenes Inselleben in einem historischen Steinhaus als puren, Luxus, weil sie es selbst gewählt hat und jederzeit ausbrechen kann in die andere Welt: nach Österreich, wo sie nach wie vor als Autorin arbeitet und ihre Inspiration aus dem beschaulichen und bescheidenen Inselleben bezieht. Dass sie auf Olib auch einen interessanten Mann, Typ einsamer Wolf, kennenlernt, sei nur am Rande erwähnt. Spannend und amüsant sind ihre Beschreibungen des bunten Inselvölkchens von IndividualistInnen, die einfach, ungezwungen und frei leben.
Pleterskis zeitweiser Ausstieg ist Selbstfindung und Liebesgeschichte zugleich, mit wunderschönen Bildern und Rezepten der dalmatinischen Inselküche. Ein Buch, wie ein kleiner Urlaub zu finden bei Jokers:
"Dalmatinisches Inselbuch" bei Jokers
Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger
Bild: Relax © Sassi/www.pixelio.de
14.10.2011, 08.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Das Jahr der Wälder
Dieses Jahr ist das Jahr der Wälder. Das beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen. Traurig, dass wir schon ein spezielles Jahr brauchen, um uns an die Bedeutung unserer Umwelt zu erinnern. Immer mehr Waldflächen werden abgeholzt. Der Wald mit seiner Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Geräuschen ist nicht nur ein Ort der Erholung und für viele Menschen eine Existenzgrundlage mit seiner Bedeutung für das Klima sichert er das Überleben von uns allen. Sogar eine eigene Internetplattform wurde für den Wald geschaffen: Auf www.Das-Jahr-der-Waelder.de können zahlreiche Informationen eingeholt werden. Vor allem, wie gut uns der Wald tut.
Der Wald ist ein komplexes Ökosystem. 30 % der Flächen von Deutschland und der Schweiz sind mit Wald bedeckt. In Österreich macht die Waldfläche 47% der Staatsfläche aus. In Deutschland stehen aktuell etwa 35 Milliarden Bäume.
Der Wald sorgt für ein ausgeglichenes Klima: Er verringert die Gegensätze zwischen Hitze und Kälte und schützt vor Wind. Ohne Wälder würde die Erosion leichtes Spiel haben. Durch das weitverzweigte Wurzelwerk der Bäume und Sträucher im Boden wird das Wegschwemmen von Erde durch Wasser verhindert.
Der Wald speichert und reinigt Wasser: Lockerer Waldboden mit zahlreichen Hohlräumen und Poren nimmt Niederschläge, also Regen, schnell auf, er gibt das Wasser aber nur nach und nach wieder ab. Die Abflussmengen aus Waldgebieten sind daher gleichmäßiger verteilt als diejenigen aus offenem Gelände, hier kommt dem Moos auch eine wichtige Aufgabe zu, das wie ein Schwamm wirkt. Hochwasser kommen in Waldgebieten selten vor.
Quellen im Wald spenden auch bei anhaltender Trockenheit Wasser mit Trinkwasserqualität. Das langsame Durchsickern des Wassers durch den Waldboden wirkt wie ein Filter und ersetzt so chemische Reinigungsmaßnahmen. Von 100 Kubikmeter Wasser, die jährlich auf die Fläche eines Baumes fallen, nimmt er 40 Kubikmeter auf und speichert davon etwa 30 Kubikmeter.
Der Wald reinigt die Luft und produziert Sauerstoff: Die Pflanzen des Waldes stellen mit Hilfe der Photosynthese große Mengen an lebensnotwendigem Sauerstoff her. Ein hundertjähriger Baum produziert mit seinen 1 Million Blättern pro Jahr etwa 4500 kg Sauerstoff: Das sind 3,2 Millionen Liter (3200 Kubikmeter). Dafür benötigt er etwa 75000 Tonnen Kohlendioxid.
Die Blätter der Bäume filtern Schadstoffe, Abgase und Staubteilchen aus der Luft heraus. Das ist mit ein Grund für das heutige Waldsterben: Die Schadstoffteilchen reichern sich innerhalb der Blätter an. Der hundertjährige Baum filtert jedes Jahr etwa 1 Tonne Staub und Abgase.
In den Alpenländern schützen Lawinenschutzwälder viele Ortschaften vor herabstürzenden Schneemassen.
Der Wald ist für viele Pflanzen- und Tierarten ein unverzichtbarer Lebensraum.
Wir haben uns das internationale Motto »Das Jahr der Wälder« zu Herzen und viele Artikel rund um das Thema Wald in unser Programm genommen. Besonders empfehle ich Ihnen ein Spiel, denn vor allem unseren Kleinen sollten wir vermitteln, wie schön der Wald für uns Menschen ist. Und genau dies gelingt mit dem Bilder-Memo »Im Wald«. Denn hier können Kinder nicht nur ihre Konzentrationsfähigkeit trainieren, sondern erfahren anhand der Merkbilder auch, was den Wald zu einem bedeutenden Lebensraum für Tiere und Pflanzen macht.
http://www.jokers.de/3/15957786-1/spielwaren/was-ist-was-junior-im-wald-memo.html
Bild: Katrin Weyermann Bötschi/PIXELIO
01.03.2011, 11.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL
"Gehn wir noch'n happen essen?"
Skandale über Skandale. Gammelfleisch, Dioxin, Analogkäse, Klebeschinken... Was ist in unserer Nahrung eigentlich alles drin? Was ist noch gesund was schädlich? Schenkte die Lebensmittelindustrie uns tatsächlich reinen Wein ein, würden wir merken, dass gerade dieser bereits gar kein solcher mehr ist. Oder wussten Sie, dass der Rebensaft bisweilen mit Knochenmark oder Fischöl geklärt (»geschönt«) wird?
Solch ein Wein ist freilich nicht jedermanns Bier. Und beim Bier gleichermaßen: In manchen Ländern wird der Gerstensaft mit einem aus Fischblasen gewonnenen, eiweißreichen Mittel geklärt. Immerhin: Im Mittelalter noch verwendete man hierfür Rinderblut... Das bayerische Reinheitsgebot ist schon eine gute Sache.
Es findet sich aber noch mehr Unappetitliches: Zur Bleiche des raffinierten weißen Zuckers wird vielerorts tierische Knochenkohle verwendet, Harnstoff hilft manch »braun« gebackener Brezel nach. Und das in der Bar gern getrunkene, rote Bitterspirituosen-Getränk verdankte seine Färbung lange Zeit der Karminsäure gewonnen durch die Quetschung weiblicher Cochenilleschildläuse.
Man sollte sich trotzdem weder den Durst noch den Appetit verderben lassen. Denn unser Essen ist im Großen und Ganzen allen Skandalen zum Trotz besser, sauberer, gesünder, sicherer als je zuvor. Ob Grenzwerte für gefährliche Stoffe oder die zahlreichen Hygienevorschriften für die Nahrungsmittelproduktion so lange gibt es sie noch gar nicht. Das berüchtigte Insektizid DDT (angewandt seit dem 19. Jahrhundert) wurde erst in den 1970er-Jahren verboten. Der Verkauf des ebenso lebensbedrohlichen Pflanzenschutzmittels E 605 (angewandt seit den 1940er-Jahren) endete gar erst 2002.
Man kann sich darüber streiten, ob früher alles besser war. Die Lebensmittel waren es sicher nicht.
"50 einfache Dinge die Sie über gutes Essen wissen sollten" bei Jokers
Bild: © Günther Gumhold/Pixelio
07.02.2011, 15.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Neue Landlust
Es ist unverkennbar und zwar nicht nur im Privatfernsehen: Das Landleben hat Hochkonjunktur. Allenthalben suchen Bauern Frauen oder besinnen sich Semi-Prominente auf ihre Wurzeln. Dann ziehen sie vom Berliner Szene-Viertel oder aus dem Hamburger Kiez in die Einöde und finden plötzlich den Geruch von Gülle ganz apart.
In den Verlagen sprießen
die Bücher über die Entdeckung der Landlust wie Pilze aus dem Boden, die
gleichnamige Zeitschrift freut sich über tolle Verkaufszahlen. Republikweit
scheint eine Fluchtbewegung im Gange zu sein: raus aus der schnellen, kalten Bürowelt
voller Technik und rein in den warmen Stall. Weg mit den schicken Budapestern
und her mit den Gummistiefeln!
Die Suche nach Authentizität, nach urigem Leben mit richtigen Tieren und Pflanzen, die Suche nach echtem Geschmack von Milch und Butter treibt vor allem die - vielleicht ja doch nicht immer so karrierebewusste - junge Generation aufs Land. Voller Sehnsucht nach dem Wahren stürzen sie sich ins Abenteuer Landleben.
Ab und zu sind auch ältere Herrschaften dabei, wie etwa Fernsehmoderator Dieter Moor, der seine Berufung zum Biobauern in Brandenburg entdeckt hat, dort Galloway-Rinder züchtet und die Bücher über seine neue Passion trefflich verkauft. Er hat den Zeitgeist zweifellos entdeckt.
Natürlich ist etwas dran an der Land-Thematik. Land verbinden wir mit einem wohligen, heimeligen Gefühl und dem Geruch nach frisch gebackenem Apfelkuchen in einer gemütlichen Bauernstube. Und daran ist ja nun eigentlich wirklich nichts auszusetzen. Sollten Sie auch einmal das Bedürfnis nach einer kleinen "Landflucht" haben, dann empfehle ich Ihnen, bevor Sie gleich mit Sack und Pack Richtung Dorf ziehen, erst einmal das Buch "Landleben". Es enthält nicht nur tolle ländliche Rezepte, sondern auch einen immerwährenden Kalender, Tipps und Geschichten. Die Landpartie können Sie ja dann immer noch machen ...
19.01.2011, 12.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eine Adventsidee
Wie verbringen Sie
die Adventszeit? Haben Sie Ihren Kindern einen Adventskalender voll leckerer
Schokolade besorgt, entzünden Sie jeden Adventssonntag eine weitere Kerze?
Dieses Jahr beschert uns die Vorweihnachtszeit mehr erwartungsvolle Tage: Auf
den 4. Advent folgt noch eine fast vollständige Arbeitswoche bis zum Heiligen
Abend.
Mit meiner Nichte habe ich einen wundervollen Zeitvertreib entdeckt, um uns so richtig für den 24.12. einzustimmen. Unser eigener „Adventskalender“ für die Zeit zwischen dem 19.12. und dem 24.12. hat in den sechs Tagen je ein Gedicht versteckt. Klar, dass es mir obliegt, diese Wintergedichte auszusuchen und bei Kerzenschein vorzutragen. Die Kleine sitzt dann mit leuchtenden Augen im Schneidersitz auf der Eckbank und lauscht den Versen. Ich habe schon einmal ein Gedicht, das mich besonders anspricht, für sie herausgesucht:
Der Traum
von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Ich
lag und schlief; da träumte mir
ein wunderschöner Traum:
Es stand auf unserm Tisch vor mir
ein hoher Weihnachtsbaum.
Und
bunte Lichter ohne Zahl,
die brannten ringsumher;
die Zweige waren allzumal
von goldnen Äpfeln schwer.
Und
Zuckerpuppen hingen dran;
das war mal eine Pracht!
Da gab's, was ich nur wünschen kann
und was mir Freude macht.
Und
als ich nach dem Baume sah
und ganz verwundert stand,
nach einem Apfel griff ich da,
und alles, alles schwand.
Da
wacht' ich auf aus meinem Traum,
und dunkel war's um mich.
Du lieber, schöner Weihnachtsbaum,
sag an, wo find' ich dich?
Da
war es just, als rief er mir:
"Du darfst nur artig sein;
dann steh' ich wiederum vor dir;
jetzt aber schlaf nur ein!
Und
wenn du folgst und artig bist,
dann ist erfüllt dein Traum,
dann bringet dir der heil'ge Christ
den schönsten Weihnachtsbaum.
Bild: ©tokamuwi/PIXELIO
15.12.2010, 10.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Auf der Suche nach dem perfekten Leben
„Deine Eltern versauen dir die erste Hälfte des Lebens, und deine Kinder die zweite.“ Dieses Statement muss sich die kleine Cat Jewell von ihrer Mutter anhören. Da ist sie elf Jahre alt und die Mutter ist gerade dabei, ihre Taschen zu packen, um die Familie zu verlassen. Cat bleibt mit ihren zwei jüngeren Schwestern Megan und Jessica zurück. Sie leben bei ihrem Vater und werden von einer nicht enden wollenden Reihe von Au Pairs und Kindermädchen betreut.
Doch die Wut auf die leichtlebige Mutter, die ihre Familie im Stich ließ, hört nicht auf. Noch als Erwachsene plagt sich Cat damit herum, während ihre Schwestern versuchen, sich eine biedere bürgerliche Existenz aufzubauen.
Drei Frauenleben in der Großstadt London, drei Lebensentwürfe, die uns Tony Parsons in „Erzähl mir nichts von Wundern“ präsentiert. Auf den ersten Blick wirkt alles ganz normal: Beziehungen, die mehr oder weniger funktionieren, die erste gemeinsame Wohnung, Alltagsstress.
Doch da sind auch die ungewollte Schwangerschaft der einen und der unerfüllte Kinderwunsch der anderen, kleine Katastrophen und Schicksalsschläge. Cat, Megan und Jessica tun sich nicht immer leicht bei ihrem Kampf um das perfekte Leben. Irgendwo muss es doch zu finden sein, glauben die Schwestern und geben das Streben nach Idylle einfach nicht auf.
Tony Parsons ist erfolgreicher Fernsehjournalist und Kolumnist, er gehört zu den Großen der britischen Literaturszene, seine Bücher sind Bestseller. „Erzähl mir nichts von Wundern“ beweist, warum das so ist: Dieser Roman um drei Frauen, die versuchen, das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen so gut wie möglich zu meistern, ist einfühlsam, voller Komik und ganz einfach gut!
„Erzähl mir nichts von Wundern“ bei Jokers
23.09.2010, 13.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Frage nach dem Sinn
Ein Junge sitzt im Pflaumenbaum und verweigert sich dem Leben. Anstatt in die Schule zu gehen und sich mit Gleichaltrigen zu treffen, provoziert Pierre Anthon seine vorbei gehenden Mitschüler. Er wirft mit Pflaumen und ruft: „In demselben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben. Und so ist das mit allem.“ Auf Dauer beginnen seine nihilistischen Ansichten an den Seelen seiner Kameraden zu nagen. Schließlich beschließen die, Pierre Anthon das Gegenteil zu beweisen.
Ein fatales Spiel nimmt seinen Lauf, in dem sich die Kinder zu immer größeren Opfern anstacheln, die sie auf dem „Berg der Bedeutung“ im örtlichen Sägewerk stapeln. Es beginnt mit einem Paar grüner Sandalen, geht weiter mit einem geliebten Hamster und endet damit, dass ein Mädchen seine Unschuld und ein leidenschaftlicher Gitarrenspieler seine Finger opfern sollen.
Der Jugendroman „Nichts“ der dänischen Autorin Janne Teller provoziert vor allem Erwachsene. Es ist wohl die Fragestellung des Buches, die irritiert. Denn abseits romantisch-verklärter Vampir-Idyllen oder actionlastiger Zauberei stellt Teller die eher unspektakuläre Frage nach dem Sinn des Lebens und beantwortet sie kurz darauf selbst: In Geld und Ruhm liegt er schon mal nicht. In der heutigen Zeit der Möchtegern-Superstars und Castingshows ist diese Theorie erfrischend ehrlich. Wahrscheinlich macht das diesen Roman so umstritten.
Bild: knipseline/pixelio.de
14.09.2010, 16.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Dunkles Mittelalter?
Jetzt sprießen sie wieder wie Pilze aus dem Boden: die Mittelaltermärkte. Fast an jedem Wochenende kann man sich nun wie ein Landsknecht, eine Marketenderin oder ein edler Ritter fühlen. Ganz Passionierte hüllen sich sogar in eigens angefertigte Gewänder, setzen leinene Hauben auf und tragen spitzes Schuhwerk. Dann werden deftige Speisen aufgetischt und ein Humpen aus gebranntem Ton mit dunklem Bier oder Met gefüllt – fertig ist unser Bild vom Mittelalter. Nur dass wir für das Spektakel Eintritt zahlen, im klimatisierten Auto oder mit dem High-Tech-Fahrrad angereist sind und unter dem Leinenwams Funktionsunterwäsche tragen. Klar, dass der sommerliche Mittelalter-Zinnober in ganz Deutschland kaum ansatzweise etwas mit der realen Epoche zu tun hat.
Von dunklen Katen, strohgefüllten Bettlagern voller Ungeziefer, Armut, Hunger, Aberglauben und Krankheiten möchte man ja auch eigentlich nicht so viel wissen. Aber irgendwie übt dieses Zeitalter auf uns eine ganz große Anziehungskraft aus. Vielleicht, weil die Welt von damals so überschaubar scheint. Alles war ein paar Nummern kleiner, und jeder kannte seinen Platz in der Gesellschaft. Und außerdem gab es sie ja tatsächlich, die Ritter im Kettenhemd, die Minnesänger, Gaukler und Edeldamen. Faszinierende Gestalten einer immer noch einflussreichen Zeit.
Vielleicht haben Sie ja Lust, einmal hinter die Kulissen des Mittelalters zu blicken und mehr darüber zu erfahren, wie das Alltagsleben damals tatsächlich aussah, wie man mit der Umwelt umging, was auf dem Speiseplan stand und wie die gesellschaftliche Position von Mann und Frau war. Sehr spannend! Denn es gibt zu entdecken, dass das Mittelalter gar nicht so „dunkel“ war, wie wir meist glauben.
"Streifzüge durch das Mittelalter" bei Jokers
"Mensch und Umwelt im Mittelalter" bei Jokers
Bild: Codex manesse Heinrich von Breslau/wikimedia
27.08.2010, 07.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eine ungewöhnliche Freundschaft
Warum müssen so viele Romanen über frustrierte Großstadtsingles um die 30 geschrieben werden? Nicht alle Singles sind frustriert und nicht alle alten Leute haben Alzheimer. Das zeigt Marina Lewycka mit „Das Leben kleben“. Darin trifft die frisch getrennte Georgie Sinclair auf die exzentrische Greisin Mrs. Shapiro. Diese bewohnt mit ihren sieben Katzen ein altes Haus, um das sich trotz mangelnder Hygiene in den Räumen bald alle Immobilienmakler der Stadt reißen. Als die alte Frau schließlich gegen ihren Willen in ein Heim gesperrt werden soll, nimmt Georgie den Kampf gegen Immobilienhaie und unfähige Sozialarbeiterinnen auf.
Unaufgeregt und wunderbar poetisch beschreibt Lewycka die ungewöhnliche Freundschaft der beiden Frauen. Wenn Mrs. Shapiro zum Beispiel im Supermarkt auf Schnäppchenjagd geht und Rentnern die reduzierten Würstchen aus den Fingern reißt oder sich das Katzenpärchen Violetta und Mussorgski vor dem tyrannischen Kater Wonder Boy in seinem heimlichen Liebesnest versteckt, dann ist das wahre Liebe zu den Romanfiguren. Wer Menschen sucht, die nahe an der Hysterie mit dem Älterwerden hadern und manisch dem Liebesglück hinterher jagen, wird hier nicht fündig. Im Gegenteil. Wenn Mrs. Shapiro in ihren Peeptoes mit viel zu grellen Make-up und verrutschtem Lippenstift von ihrer großen Liebe erzählt, fühlt man sich fast schon stolz, selbst bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel zu haben …
Bild: sokaeiko/pixelio.de
12.05.2010, 11.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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