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Tag: Leseratten
Bücher fürs Drogennäschen
Laut Oliver Kahn riecht Fußball nach einer Mischung von Gras, Schweiß und Metall. Heinrich Heine befand, Sauerkraut sei ein toller Duft (»Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut! // Holdselig sind deine Gerüche.«) Es gibt so exzentrische Parfüm-Kreationen wie »Eau de Karotte« und nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans bewegte viele Journalisten die Frage, welchen Duft der Eyjafjallajökull habe.
Einen Berliner Parfümeur hat nun, so berichtet die SÜDDEUTSCHE, die Frage gelöst, wie Bücher riechen. Er hat in Kooperation mit Größen wie Karl Lagerfeld und Günter Grass das Parfüm »Paper Passion« kreiert, mit dem angeblich Leseratten zu betören sind. Ein Jahr lang brauchte es, bis er auf der Designmesse Mailand sein Werk präsentieren konnte, das weltweit erste Parfüm mit Papiergeruch. Angeblich riecht das Parfüm nach druckfrischem Buch. Für Menschen wie den Göttinger Verleger Gerhard Steidl soll der Geruch eines frischen Buchs so betörend wie ein Rauschmittel sein. Aber Vorsicht: Für Bibliophile kann die Droge Buch sehr teuer werden (es sei denn, sie bestellen ihre Bücher bei Jokers).
17 Versuche und 13 verschiedene Rohstoffe wurden für das neue Parfüm gebraucht. Nun soll Paper Passion weltweit in Buchhandlungen, Museumsshops, Concept Stores (was immer das ist) und so genannten Nischenparfümerien verkauft werden. Und wenn es stimmt, dass in Reisebüros mit Sonnenmilchduft mehr Reisen verkauft werden, dürfen wir Bibliophile uns freuen, wenn wir bald in allen Thalias und Hugendubels dieser Republik mit einem noch stärkeren Buchgeruch als bisher umworben werden.
Bild: Bücher © Lupo/www.pixelio.de
16.05.2012, 09.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Verführung zum Lesen
Das ist kaum zu glauben, wenn man in Betracht zieht, dass pro Jahr und Kopf nur 11 Bücher erworben werden. Doch was man hier vielleicht nicht vergessen darf, ist die Tendenz, Bücher auszuleihen, gebraucht zu kaufen oder online zu lesen. Auch wenn Bibliotheken wegen schwindender Kunden seufzen (angeblich sind die Klientenzahlen innerhalb von 10 Jahren von 46% auf 30 % der Bevölkerung gefallen), geben dennoch immerhin 27% der Befragten an, "Leseratten" zu sein: Nur 9 % Umfrageteilnehmer haben innerhalb des letzten Jahres kein einziges Buch gelesen.
Eine Untergruppe der Bücherfreunde ist mir persönlich sehr sympathisch, weil ich mich oftmals ähnlich verhalte: Es sind die Personen, die ein Buch erwerben und dann doch nicht lesen. Stattdessen schmückt es das Bücherregal und wartet darauf, dass der Leser doch mal Zeit findet, sich seiner Lektüre zu widmen. Manch einer mag über dieses "Regal-Stell"-Verhalten schmunzeln, doch ich denke, dass auch die nicht gelesenen Bücher im Hause eines Menschen sehr viel über seine Persönlichkeit aussagen. Schließlich stehen hier seine Interessen und Phantasien, seine Zukunftsvisionen und Affinitäten vereint.
Nein, ich möchte Ihnen nun kein Buch empfehlen, dass Sie nicht lesen sollen. Ich lege Ihnen ein Werk ans Herz, für das Sie vielleicht doch Zeit finden: "Verführung zum Lesen" heißt es. In ihm erläutern 52 bekannte Persönlichkeiten, welches Buch sie besonders geprägt hat. Zumindest dieses Buch müssen die Promis gelesen haben!
22.10.2007, 08.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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