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Tag: Michael Ende
Gefährliche Bücher
Lesen ist nicht gerade als Risikosportart bekannt. Und dennoch: Bücher können höllisch gefährlich sein. Erinnern wir uns nur an Umberto Ecos „Der Name der Rose“. Was da ein alter Schmöker so alles angerichtet hat… Fünf Mönche brachte das Werk um die Ecke – und warum? Weil sein Inhalt als so brisant eingestuft wurde, dass der Bibliothekar, der es hütete, beschloss, niemand dürfe die Lektüre überleben. Er präparierte die Seiten mit Gift. Dabei ging es durchaus um ein heiteres Thema. Bei dem „gefährlichen“ Buch handelte es sich um Augustinus’ Band über die Komödie. Humor kann ja bekanntlich äußerst subversiv wirken... Mindestens ebenso furchtbar ist das Buch in Robert W. Chambers „Der König in Gelb“: Es treibt jeden, der darin liest, in den Wahnsinn.
Von ganz anderem Kaliber ist der Schmöker in Michaels Endes „Unendlicher Geschichte“. Durch seine Seiten schlüpft der kleine Balthasar in die „Anderswelt“ hinein und erlebt dort gefährliche Abenteuer. Auch das geheimnisvolle Buch in Cornelia Funkes „Tintenwelt“-Geschichten ist ein Tor zu anderen Sphären.
In Walter Moers
„Stadt der träumenden Bücher“ haben es ahnungslose Bücherfreunde gehäuft mit gefahrbringendem
Lesestoff zu tun und verlieren sich hoffnungslos im Bücher-Labyrinth.
Keine Angst, die Bücher, die Sie bei Jokers finden, richten keinerlei Schaden an. Gefährlich sind sie trotzdem: gefährlich fesselnd, spannend, amüsant… Und für alle Mutigen haben wir hier die Verfilmung „gefährlicher“ Klassiker!
"Die unendliche Geschichte" auf DVD bei Jokers
"Der Name der Rose" auf DVD bei Jokers
23.12.2010, 17.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Gedichte gegen die „Innenweltverwüstung“
Unfreundliche Schuhverkäuferinnen, pöbelnde Autofahrer, intrigante Nachbarn – ich will erst gar nicht damit anfangen, über die Verrohung der Menschen zu klagen. Dennoch werde ich mich nie daran gewöhnen, dass man mit Ellenbogen und Aggression scheinbar weiterkommt als mit Freundlichkeit. Aber was hilft dagegen? Die Mitmenschen weiterhin nett behandeln? Achtsam und mitfühlend mit dem sozialen Umfeld umgehen, wie mir gestern mein Glückskeks riet?
Michael Ende hatte
einen sehr schönen Begriff für dieses Verrohungsphänomen. Er nannte es die
Innenweltverwüstung. Das beste Mittel gegen die eigene Verrohung sei es, gleich
einem inneren Bäumepflanzen gute Gedichte zu schreiben. „Man pflanzt nicht nur
einen Baum, um Äpfel davon zu haben, sondern ein Baum ist einfach schön, und es
ist wichtig, dass er das ist, nicht nur, weil er zu etwas nütze ist. Und so ist
das, was viele Schriftsteller, nicht viele, aber doch einige Schriftsteller und
Künstler versuchen, nämlich einfach etwas zu schaffen, was dann da ist und was
gemeinsamer Besitz der Menschheit werden kann - einfach, weil es gut ist, dass
es da ist.“
Mein letztes Gedicht ist zugegeben schon lange her. Doch gleich heute Abend werde ich Stift und Papier zur Hand nehmen und wieder eines versuchen. Was draus wird, kann ich nicht sagen. Aber es ist sicher besser, Gedichte zu schreiben, als sich sinnlos über die Welt aufzuregen.
Bild: Andreas Hermsdorf/pixelio.de
08.12.2010, 11.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Michael Ende – Ein Rückblick
Am 28. August 1995 starb Michael Ende an Magenkrebs in Filderstadt-Bonlanden, geboren wurde er am 12. November 1929 als Michael Andreas Helmut Ende in Garmisch-Partenkirchen. Er zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren der neueren Zeit. Insbesondere seine Kinderromane wie „Die unendliche Geschichte“ oder „Momo“, aber auch „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ sind auch international bedeutend. So mancher erinnert sich an eine seiner Figuren noch in hohem Alter. Ich zum Beispiel habe als Kind vor allem den weißen Glücksdrachen Fuchur über alles geliebt, der in der „unendlichen Geschichte“ durch die Lüfte flog. Letztens besuchte ich meine Nichte: Die Kleine besitzt schon ein eigenes Handy und spielte mir ihre neuesten Klingeltöne vor. Ihr ganzer Stolz ist zur Zeit „Eine Insel mit zwei Bergen“, das Lummerlandlied aus Jim Knopf. Ich war entzückt!Michael Endes Leben war genau wie seine Bücher abwechslungsreich und ausgefüllt. Seine Eltern waren Luise Ende (1892-1973) und Edgar Ende (1901-1965). Der Vater Edgar Carl Alfons Ende war ebenfalls Künstler, ein surrealistischer Maler, seine Kunst galt während der NS-Zeit als "entartet". 1933 erhielt er deswegen von der Reichskulturkammer ein Ausstellungsverbot. Der Sohn Michael wuchs im Zweiten Weltkrieg auf, erlebte die Bombenagriffe und die weitgehende Zerstörung Hamburgs 1943 mit. In Hamburg sollte er als 16-Jähriger im Jahre 1945 zur Waffen-SS eingezogen werden, Michael floh zu seiner Mutter nach München. Der Vater geriet während dieser Zeit in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Im Jahr 1946 konnte Michael Ende bereits wieder ein Gymnasium in München besuchen, wechselte aber in die Waldorfschule Stuttgart. 1947 wurde sein erster Text "Der Gaukler" in einer Zeitung veröffentlicht. Von 1948 an besuchte er die Schauspielschule Otto Falckenberg der Münchner Kammerspiele. Dort studierte er 2 Jahre klassische und moderne Schauspieltheorien. Daran anschließend erhielt er ein Engagement an der Landesbühne Schleswig-Holstein. In der Zeit von 1954 bis 1962 war Michael Ende Mitarbeiter sowie Filmkritiker beim Bayerischen Rundfunk. Um sein mageres Gehalt aufzubessern begann er, Sketche und Kabarett-Stücke zu schreiben.
1960 wurde „Jim Knopf“ veröffentlicht und postwendend mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Michael Ende erlangte Popularität. Im Jahr 1962 wurde der zweite Band „Jim Knopf und die Wilde Dreizehn“ veröffentlicht. Das Buch wurde in mehreren Sprachen herausgegeben, der erfolgreiche Autor erlangte so finanzielle Unabhängigkeit. Michael Ende heiratete am 7. August 1964 die Schauspielerin Ingeborg Hoffmann, die er bereits seit 1952 kannte. Gemeinsam zogen sie in das italienische Genzano in der Nähe von Rom.
Der internationale Durchbruch gelang Ende im Jahr 1972 mit "Momo", ein Buch, das verfilmt wurde. 1974 wurde „Momo“ mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Zu Endes bekanntesten Werken zählt „Die unendliche Geschichte“ aus dem Jahr 1979, für die er 1981 mit dem Europäischen Jugendbuchpreis prämiert wurde. „Der Spiegel im Spiegel“ ist eines seiner anderen Werke, die international bekannt wurden.
Im März 1985 starb seine Frau Ingeborg. Ende zog zurück nach München. 1989 heiratete Michel Ende in zweiter Ehe Mariko Sato. Zu seinem 60. Geburtstag wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
In den 1990er Jahren folgten Romane wie „Der lange Weg nach Santa Cruz“, „Die Vollmondlegende“ oder „Lirum Larum Willi Warum“. „Die Geschichte von der Schüssel und dem Löffel“ wurde posthum im Jahr 1996 publiziert.
Mein Favorit bleibt nach wie vor „Die unendliche Geschichte“: Es beflügelt auf packende Weise die Phantasie.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
23.09.2009, 16.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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