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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Nobelpreis

Der Visionär unter den Poeten

Transtroemer.jpgSeit langem verfolge ich die Vergabe des Nobelpreises für Literatur nicht nur aus beruflichem Interesse, sondern weil für mich diese Auszeichnung auch die aktuelle gesellschaftliche Richtung reflektiert. So fand ich es nicht überraschend, dass 2010 der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa die Auszeichnung erhielt. Der bereits seit seinem Erstling »Die Stadt und die Hunde« (1962) erfolgreiche Vargas Llosa mischte sich stets aktiv in die Politik seines Landes ein, 1990 kandidierte er sogar gegen den späteren Präsidenten Fujimori. Er gilt bis heute als Kritiker jener lateinamerikanischen Schriftsteller, die sich bewundernd über den Sozialismus äußerten.


Der Name allerdings, der Anfang Oktober vom Nobel-Komitee als diesjähriger Preisträger bekannt gegeben wurde, ließ zunächst erst einmal keine Glocken bei mir klingeln: Wer ist Tomas Tranströmer? Doch dann erinnerte ich mich: Ich hatte von seiner Lyrik gekostet, und eben diese fast schwermütig anmutende Dichte seiner Poesie ist es, die mich schon bei der ersten Begegnung mit den Werken des schwedischen Schriftstellers bannte. So heißt es auch in der Begründung der Akademie, Tomas Tranströmer, heute 80 Jahre alt, werde im Dezember 2011 der Preis verliehen, weil er "uns in komprimierten, erhellenden Bildern neue Wege zum Wirklichen weist«.


Der Lebensweg des studierten Psychologen Tomas Tranströmer geht nahe: Er wurde am 15.04.1931 in eine Journalistenfamilie hinein geboren (seine Mutter war Lehrerin, sein Vater Redakteur) und debütierte bereits 1954 mit einem ersten Gedichtband. Dennoch arbeitete Tranströmer bis zum Jahre 1990 als Psychologe, auch in einer Anstaltspsychiatrie für jugendliche Kriminelle. 1990 ereilte ihn ein schwerer Schlaganfall, der unter anderem sein Sprachvermögen stark einschränkte. Doch der Poet mit Leib und Seele gab nie auf. Dieses Durchhaltevermögen musste er schon in den 1968er Jahren unter Beweis stellen, als plötzlich im Zuge der neuen Bewegung viele ehemalige Fans sein Werk verachteten: Zu wenig konfrontativ, zu optimistisch seien seine Texte, lautete der Vorwurf der damaligen »Revoluzzer«, Tranströmer leiste keinen wertvollen Beitrag zu aktuellen politischen Diskussionen. Doch Tomas Tranströmer sah sich selbst niemals einer Ideologie anhaftend, er sei vielmehr Visionär, wie er in diesem Zusammenhang betonte.


Buch "Das große Rätsel" von Tomas Tranströmer bei Jokers


Tomas Tranströmer © Andrei Romanenko/wikimedia commons



02.12.2011, 10.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nobel: Von Rezeptoren zum Gähnen von Schildkröten

536093_R_K_by_Rita Thielen_pixelio.de.jpgEs war eine traurige Nachricht: Ralph Steinman, einer der drei diesjährigen Träger des Medizin-Nobelpreises, starb bereits drei Tage vor seiner Benennung. Dennoch wurde ihm der Preis posthum zugesprochen, was eine Neu-Definition des Reglements des Nobelpreises bedeutete. Steinman teilt sich den mit 10 Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierten Preis mit zwei weiteren Forschern zur Immunabwehr, Bruce Beutler und Jules Hoffmann. Die Begründung der Preisverleihung: Die Arbeiten der Forscher hätten maßgeblich zur Entwicklung besserer Impfstoffe bei Infektionen und zu Fortschritten im Kampf gegen den Krebs beigetragen. Auf Steinman geht die Entdeckung der dendritischen Zellen, die zu einer Aktivierung der T-Lymphozyten führen, zurück. 1973 entschlüsselte er diesen komplizierten Teil der Immunabwehr.


Doch es gibt auch einen Nobelpreis ganz anderer Art. Ich meine nicht den Alternativen Nobelpreis, sondern den IG Nobelpreis. Dieser Preis ehrt Forscher-Ambitionen, die keine empirische Relevanz haben, zumindest nicht auf den ersten Blick. So muten die Kurzbeschreibungen des Preises teilweise skurril an. Oder finden Sie es normal, wenn ein Bürgermeister ordnungswidrig geparkte Autos einfach von einem Panzer überrollen lässt? Der Bürgermeister der litauischen Hauptstadt Vilnius, Arturas Zuokas,
hat so gehandelt und für sein unorthodoxes Vorgehen den IG Nobelpreis bekommen.


Doch auch die anderen Preisträger dieses Preises zeichnen sich durch besonderen Erfindergeist aus. So fanden japanische Forscher heraus, dass Wasabi-Geruch perfekt als Feueralarm einsetzbar ist und sogar Taube wecken kann; von anderen ausgezeichneten Forschern wurde der blinde Paarungstrieb australischer Käfermännchen, die gerne eine Bierflasche besteigen, genauso unter die Lupe genommen wie die Angewohnheit des Homo Sapiens, unter bestimmten Umständen herzerweichend zu seufzen.


Mein besonderer Liebling unter den ausgezeichneten Forschungsergebnissen der IG Veranstaltung ist die Untersuchung, ob man(n) eine Schildkröte zum Gähnen bringen kann: Bislang gelang es nicht. Der Forscher, der das herausfand, ist ebenfalls IG Nobelpreisträger.


Diese Auszeichnung (der IG-Nobelpreis ist ein Wortspiel mit "ignoble«, also schändlich, unwürdig) ist keineswegs als Veräppelung des traditionellen Nobel-Preises. Er wird von der Universität Harvard verliehen und von »echten« Nobelpreisträgern überreicht. Ein extravaganter Clou ist, dass die Ausgezeichneten nur wenige Sekunden Zeit für ihre Dankesworte zur Verfügung haben. So wird das humorige Ambiente der Veranstaltung unterstützt - seit nun mehr 21 Jahren.


Bild: Schildkröte © Rita Thielen/
www.pixelio.de

28.10.2011, 14.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL

George Bernhard Shaw

Manchmal bin ich selbst erstaunt, welche Meisterwerke wir bei Jokers anbieten. Man findet bei uns keine typischen »Restseller«, also Bücher, die keiner mag. Vielmehr erinnert unser Shop eher an den Lagerverkauf einer Edelmarke wie Prada oder Gucci. Als ich letztens wieder unsere Regale inspizierte, um mir Anregungen für neue Aktionen einzuholen, fiel mir ein Werk besonders auf: »Zu wahr um schön zu sein«. Ein Titel, der zwei Stücke von George Bernhard Shaw aus dem Jahr 1932 vereint.


Der irische Dramatiker hat bis heute einen Sonderstatus unter den großen Autoren inne: So ist er der einzige, der einen Nobelpreis und einen Oscar erhielt! Und er hat diesen Monat Geburtstag! Er wurde am 26. Juli 1856 in Dublin geboren.


George_Bernard_Shaw.jpgDas weltberühmte Ausnahmetalent starb 1950 im Alter von stolzen 94 Jahren in einer kleinen Stadt in Hertfortshire (England). Nach einer problematischen Kindheit in Dublin zog es Shaw als jungen Mann nach London. Dort wollte er als Musik- und Theaterkritiker arbeiten. Zuerst versuchte er sich an einigen Romanen, schlussendlich aber veröffentlichte er ab 1898 Theaterstücke, Komödien, die sehr gut aufgenommen wurden. Seine literarischen Erfolge können sich sehen lassen: Beispielsweise wurde das 1913 erschienene Stück "Pygmalion" Grundlage für das Musical "My Fair Lady". Und 1925 wurde George Bernard Shaw mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, 1939 erhielt er den Oscar für das beste Drehbuch, die Verfilmung von «Pygmalion.


George Bernard Shaw tat sich jedoch auch als politischer Autor hervor. So engagierte er sich für den Sozialismus und war Zeit seines Leben ein leidenschaftlicher Kriegsgegner. Er ließ keine Gelegenheit aus, sich gesellschaftskritisch auszulassen oft auf eine heitere, skurrile Art, die dem Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubert. In »Zu wahr um schön zu sein« (im Original »Too good to be true«) zeigt er sich allerdings auf eher ungewöhnliche Art. So schreibt "offwestend.com", ein geniales Internetportal der unabhängigen Londoner Theaterszene: "Written in 1932, during the economic collapse of the Great Depression, Too True To Be Good is a bizarrely hilarious and startlingly relevant analysis of out-of-control wealth as it asks what we would do if we finally got everything we ever wanted... Too True To Be Good is a side of Shaw we rarely see as the grand old man of the theatre leaves the drawing-room for the beach."



Wer sich mit dem Englischen etwas schwerer tut, dem legen wir die deutsche Übersetzung "Zu wahr um schön zu sein" ans Herz - jetzt bei uns erhältlich!


"Zu wahr um schön zu sein" bei Jokers




Bild: George Bernhard Shaw © wikimedia commons

25.07.2011, 11.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wangari Muta Maathai

Kenia.jpgSie ist nicht nur die erste afrikanische Frau, die den Friedensnobelpreis erhielt (2004): Die Kenianerin Wangari Muta Maathai ist auch Umweltaktivistin, Biologin, Politikerin, Initiatorin des Aufforstungsprojekts bzw. der Umwelt- und Sozialbewegung »Green Belt Movement (1977) und nicht zuletzt Doktorin der Biologie - als erste ostafrikanische Akademikerin, die in diesem Fach promovierte. Geboren wurde sie am 1. April 1940 in Ihithe, Tetu, Nyeri in Kenia. Wer mehr über ihre Heimat erfahren will: Wir haben gerade eine DVD im Angebot, die Sie auf eine Reise nach Afrika mitnimmt.


Mehrfach wurde Muta Maathai als Kämpferin gegen das autoritäre Regime des kenianischen Präsidenten Daniel arap Moi und als Frauenrechtlerin, Umweltschützerin und Demokratin inhaftiert und misshandelt. Erst durch eine Kampagne von Amnesty International erlangte sie ihre Freiheit zurück. 2002 zog Wangari Muta Maathai für die National Rainbow Coalition in das kenianische Parlament ein. Als stellvertretende Umweltministerin des ostafrikanischen Landes amtiert "Mama Miti", die "Mutter der Bäume", seit 2003. Ihre Verdienste um eine nachhaltige, friedliche und demokratische Entwicklung Afrikas brachten ihr imDezember 2004 als erster Afrikanerin den Friedensnobelpreis.


Maathai verhalf sich selbst zum Erfolg. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, jedoch erhielt sie aufgrund ihrer Leistungen ein Stipendium, das ihr nach der Schule erlaubte, in den 1960er Jahren in den USA Biologie zu studieren. Dort absolvierte sie ihre Bachelor- und Masterabschlüsse am Mount St. Scholastica College in Kansas und an der Universität Pittsburgh. Auch nach Deutschland führte sie ein Stipendium: Nachdem sie 1971 in Kenia promovierte, forschte sie 1978 an verschiedenen deutschen Universitäten.


Maathai trat 1976 in den National Council of Women in Kenya ein, für den sie sich bis 1987 engagierte. 1977 gründete Maathai das "Green Belt Movement". Diese Bewegung macht sich bis heute mit Wiederaufforstungsprojekten in ganz Afrika verdient. Die Heinrich-Böll-Stiftung ehrte die couragierte Umweltpolitikerin im Frühjahr 2004 mit dem internationalen Petra-Kelly-Preis.



http://www.jokers.de/3/16590846-1/dvd/7-tage-kenia-dvd.html



Bild: Kenia © ULLA TRAMPERT/www.pixelio.de



04.05.2011, 09.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Mit Esprit und Zeitkolorit

Vor dem Fenster weiße Schneepracht. Das Auto rutscht und schlittert, die Scheiben sind mühsam freigekratzt, die Menschen sehen aus wie Michelinmännchen und haben Schnupfennasen - eindeutig: Es ist Winter. Also ganz ehrlich, bei allem Spaß an Lebkuchen, Glühwein & Co., oft denke ich da doch sehnsüchtig an warme Orte mit ordentlich Sonnenschein. Ägypten zum Beispiel. Da könnte man jetzt mal hinfliegen, um sich ein wenig aufzuwärmen. Geht nicht? Machen Sie sich nichts draus, ich habe natürlich ein Trostpflaster für Sie.

 

Und zwar die Bücher des ägyptischen Autors Nagib Machfus, die wir bei Jokers im Programm haben. Der 2006 verstorbene Machfus gehört nicht nur zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart, er erhielt 1988 sogar als erster arabischsprachiger Autor den Literaturnobelpreis.

 

Mit realistischen, zeitgenössischen Texten erobert er ab den 1940er Jahren rasch die Gunst der Leser und wird mit seiner "Kairoer Trilogie" weltberühmt. Auch "Das Buch der Träume" und "Karnak-Café" gehören zum brillanten, umfangreichen Werk des "Vaters des ägyptischen Romans". Im autobiographisch gefärbten "Buch der Träume" beschreibt Nagib Machfus seine Jugend in Ägypten, seine Liebesgeschichten und historische Begebenheiten. Während er leichtfüßig parliert, beschreibt Machfus nebenbei ein ganzes Jahrhundert.

 

Etwas politischer und intellektueller, aber nicht minder faszinierend, kommt das 1974 erstmals auf Deutsch erschienene Buch "Karnak-Café" daher. Dieses Café ist ein Ort des Austauschs für Besucher jeden Alters und sogar jeden Geschlechts, ein Ort des Müßiggangs und des Dialogs. Als 1967 der Sechstagekrieg ausbricht, hat das auch Auswirkungen auf diesen beschaulichen Ort, denn dort ist es mit der friedlichen Stimmung vorbei.

 

Mein Tipp für verschneite Winterabende lautet also: Nagib Machfus lesen. Anspruchsvolle Unterhaltung mit Esprit und Zeitkolorit.

 

"Karnak-Cafe" bei Jokers


"Das Buch der Träume" bei Jokers


Bild: © Katharina Wieland Müller/PIXELIO

28.12.2010, 12.04 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Friede, Freude, Eierkuchen?

Seit 1901 wird jedes Jahr am Todestag Alfred Nobels, also am 10. Dezember, der Friedensnobelpreis in Oslo verliehen. Er ist mit 10 Millionen schwedischen Kronen dotiert. Schon letztes Jahr gab es einige Unmutsäußerungen, als der amerikanische Präsident Barack Obama die Auszeichnung erhielt, doch im Vorfeld der diesjährigen Verleihung des Friedenspreises zeichnen sich größere Auseinandersetzungen ab.

 

Vaclav Havel, Desmond Tutu und der Dalai Lama haben sich dafür stark gemacht, dem inhaftierten chinesischen Schriftsteller Liu Xiaobo den Friedensnobelpreis zu verleihen. Doch so, wie es aussieht, will die chinesische Regierung das verhindern. Viel Zeit hat sie nicht mehr, um die mögliche Entscheidung des Nobel-Komitees zu boykottieren: Sie soll am 08.10.2010 bekannt gegeben werden.

 

China geht es augenscheinlich darum, dass ein "nominierter Dissident", so die offizielle Aussage, den Preis erhalten soll: Anderthalb Wochen vor der Entscheidung in Oslo sagte Geir Lundestad, der Direktor des norwegischen Nobelinstitutes, im Fernsehsender NRK, dass Vize-Außenministerin Fu Ying ihm gegenüber bei einem Besuch im Juni mit einer "Verschlechterung der chinesisch-norwegischen Beziehungen" drohte, falls die Auszeichnung an eben einen der "nominierten Dissidenten" vergeben werde. Der Autor Liu ist Präsident des unabhängigen chinesischen PEN-Clubs und wurde im vergangenen Dezember zu elf Jahren Haft wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" verurteilt. Zu den 237 Kandidaten für den Friedensnobelpreis gehören auch der Anti-Aids-Aktivist Hu Jia und der Menschenrechts-Anwalt Gao Zhisheng.

 

Vize-Außenministerin Fu Ying bestritt bei einer Pressekonferenz in Peking, dass China das Nobelpreis-Komitee unter Druck setze, allerdings gab die Außenamtssprecherin Jiang Yu bei einer anderen Pressekonferenz bekannt, dass sie Liu für eine „schlechte Wahl“ als Friedensnobelpreisträger halte: "Diese Person wurde verurteilt, weil sie gegen chinesische Gesetze verstoßen hat", sagte sie Ende September: "Seine Handlungen widersprechen fundamental den Zielen des Nobelpreises."

 

Schon im Jahre 1989 mussten gewaltige Schwierigkeiten in der bilateralen Kommunikation zwischen Norwegen und China überwunden werden, als der Dalai Lama den Friedensnobelpreis erhielt. Es bleibt abzuwarten, wie in Zeiten, in denen Norwegen und China ein bilaterales Handelsabkommen verhandeln, die Entscheidung ausfällt. Ich bin gespannt.


Bild: Alfred Nobel/wikimedia.de

04.10.2010, 20.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Überraschende Auszeichnungen

Natürlich haben Sie es mitbekommen, dass der diesjährige Nobelpreis für Literatur an die in Rumänien geborene Deutsche Herta Müller ging. Die Königlich-Schwedische Akademie in Stockholm begründete ihre Auswahl unter anderem mit der „Reinheit der Dichtung“, die Müllers Werke beinhalten. Die Autorin Herta Müller zeichne "mittels der Verdichtung der Poesie und der Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit".

Bereits 1987 war sie mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Richard Wagner, von Rumänien nach Deutschland ausgewandert, sie ließ damit ein von ihr verabscheutes politisches System zurück, das sie in vielen Erzählungen beschrieb. Müllers Werke sind hauptsächlich von jenen Erfahrungen im totalitären System des rumänischen Ceausescu-Regimes geprägt.

Wichtige Werke sind die Bände "Niederungen" (1984), "Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt" (1986) und "Barfüßiger Februar" (1987). Ihre bedeutendsten Romane sind: "Der Fuchs war damals schon der Jäger" (1992), "Herztier" (1994), "Heute wär ich mir lieber nicht begegnet" (1997) und ihr letztes Werk "Atemschaukel" (2009).

Herta Müller publizierte auch die Essay-Sammlungen "Der fremde Blick oder Das Leben ist ein Furz in der Laterne" (1999), "Der Teufel sitzt im Spiegel" (1991), "Hunger und Seide" (1995) und "Der König verneigt sich und tötet" (2003).
Mit Herta Müller ist zum 13. Mal ein deutschsprachiger Autor mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Hier eine Übersicht über ihre deutschsprachigen Vorgänger:

1902 Theodor Mommsen
1908 Rudolph Eucken
1910 Paul Heyse
1912 Gerhart Hauptmann
1919 Carl Spitteler (Schweiz)
1929 Thomas Mann
1946 Hermann Hesse (Schweiz)
1966 Nelly Sachs (schwedisches Exil)
1972 Heinrich Böll
1981 Elias Canetti (Bulgarien)
1999 Günter Grass
2004 Elfriede Jellinek (Österreich)
2009 Herta Müller

Die Auszeichnung Herta Müllers ist genauso viel diskutiert worden wie die Ehrung des amerikanischen Präsidenten Barack Obama mit dem Friedensnobelpreis. Der „Hoffnungsträger für eine friedlichere Welt“ ist der dritte US-Präsident, der während seiner Amtszeit den Friedensnobelpreis erhält. Vor ihm hatten Theodore Roosevelt im Jahr 1906 und Woodrow Wilson 1919 die Ehre. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Weißen Haus erhielten Jimmy Carter (2002) und Ex-Vizepräsident Al Gore die Auszeichnung.

Egal, wie sehr die beiden frisch gekürten Nobelpreisträger polemisiert werden: Ich finde, beide haben ihren Preis verdient. Und ich gratuliere ihnen aus ganzem Herzen.

(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

23.10.2009, 09.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Blechtrommel vertont

Es war ein doppelter Geburtstag: Am 3. Tag der Frankfurter Buchmesse, also am 16.10., feierte der Autor Günter Grass seinen 82. Geburtstag und gleichzeitig den „Runden“ seines wohl bekanntesten Werks: „Die Blechtrommel“ wurde 50 Jahre alt.

Die BlechtrommelGünter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig-Langfuhr geboren: Er ließ wohl keine Kunstrichtung aus, probierte sich mit großem Erfolg in den veschiedenen Künsten. So betätigte er sich im Laufe seines Lebens als Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker.
Für seine „Blechtrommel“ erhielt er im Jahr 1999 den Nobelpreis für Literatur.Nicht nur in deutschsprachigen Ländern sondern weltweit gilt diese Erzählung als ein wichtiges Stück Literaturgeschichte. Heute ist das Buch in 52 Sprachen übersetzt.

Im großen Kino der Buchmesse fand eine Geburtstagsfeier der besonderen Art statt: Günter Grass und der Free-Jazzer Baby Günter Sommer traten zusammen auf und begeisterten mit einer unglaublichen Performance zur „Blechtrommel“ das Publikum. Schon vor rund 20 Jahren stand das Team zusammen auf der Bühne, um die „Blechtrommel“ den Lesern mit allen Sinnen nahe zu bringen: „Es war einmal ein Land“ war der Titel der musikalischen Lesung.

Wir haben zwar leider nicht den genialen Auftritt des unglaublichen Künstler-Gespanns im Mitschnitt, dafür aber „Die Blechtrommel“ als vertontes Meisterwerk im Angebot: Sehen Sie selbst!

(Geschrieben von Matthias Stöbener)

20.10.2009, 14.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Berufswunsch Nobelpreisträger

Meine Schwester hatte geladen: Rund 15 Kinder sammelten sich um den Geburtstagstisch meiner Nichte, die 10 Jahre alt wurde. Nachdem die Torte gegessen war und die Geschenke ausgepackt waren, wollten die Kids natürlich spielen. Doch bei den jungen Gymnasiasten kann man mit Würstchenschnappen oder Topfschlagen nicht mehr punkten. Also wurde kurzerhand „Beruferaten“ gespielt: Die Jungs und Mädchen sollten pantomimisch ihren Traumberuf nachstellen, die anderen Gäste sollten ihn erraten.

NobelpreistraegerEs war eine lustige Runde: Einige der Mädchen hüpften Pirouetten drehend auf einem Bein (Balletttänzerin), ein Junge hielt die Hände um ein imaginäres Lenkrad und „brummte“ (Formel-1-Fahrer), ein anderer reckte sich empor und hob den Zeigefinger (Lehrer). Doch ein Mädchen, so sehr es sich auch mühte, scheiterte an der künstlerischen Darstellung ihres Berufswunsches: Sie legte die Stirn in Falten, verdrehte die Augen, öffnete den Mund halb und zog die Augenbrauen hoch. Keiner wusste, was sie darstellen wollte.

„Ich will Friedensnobelpreisträger werden!“ rief sie schließlich empört. „Das ist doch nicht so schwer!“ Und wirklich: Jetzt, da ich es wusste, meinte ich eine gewisse Ähnlichkeit zu Martti Ahtisaari, dem ehemaligen finnischen Präsidenten und diesjährigen Träger des Friedensnobelpreises, zu erkennen. Weltweit wurde der Diplomat in zahlreichen politischen Vermittlungsmissionen eingesetzt – und mit dem hoch dotierten Preis geehrt.

Wenn ich groß bin, werde ich Nobelpreisträger“ heißt das zauberhafte Bilderbuch, das wir im Angebot haben: Leider ist die Freundin meiner Nichte wohl zu alt für das wunderschöne Büchlein, aber wer weiß – vielleicht kann Ihr Kind aus dem Werk eine Anregung ziehen …

(geschrieben von Matthias Stöbener)

25.11.2008, 10.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Le Clézio – noch nie gehört

Sollten Sie schon einmal etwas von Jean-Marie Gustave Le Clézio gehört haben, dann haben Sie mir etwas Entscheidendes voraus. Ja selbst unser Oberkritiker Marcel Reich-Ranicki hat noch nichts von ihm gelesen. Überraschend, so hieß es, ging der Literaturnobelpreis an Le Clézio. Der erste Franzose seit 23 Jahren, der diesen Preis erhält. Die Begründung lautete, er sei „Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Exstase“. Eine Million Euro bekommt der Dichter dafür.

Als er eine Pressekonferenz gab, konnte Le Clézio es noch nicht glauben, dass er den begehrten Preis erhielt. „Das ist eine mutige Entscheidung“, sagte er, und „Ich weiß nicht, ob ich den Nobelpreis überhaupt verdient haben“.

In der Zwischenzeit habe ich mich etwas über den Autor informiert. Scheint ein Weltenbummler zu sein und ein Zivilisationskritiker. Er gehört mehreren Kulturen an und weil er mit dem Preis seine Schulden bezahlen will, gönne ich ihm die Million von Herzen.


(geschrieben von Matthias Stöbener)

18.11.2008, 12.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bianka Schmidtlein:
Tatsächlich. Auf jokers.de führt die Sucheing
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Ute Berger:
es ist wirklich schlimm was mit den Handys un
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Gabi Bergermann:
Auweia. Jorges Verhalten erinnert schon sehr
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Anne-Marie Kollmannsberger:
Anti-BILD-Mail-Aktion:Hier klicken
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Gabi Bergermann:
Soso, man ist ein paar Wochen in Mittelamerik
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