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Tag: Preise
Buchgestütztes Wohnen
Der bibliophile Mensch von heute neigt ja dazu, alle möglichen Bücher zu horten, die er nie im Leben lesen wird. Da wären zum Beispiel die Günter Grass Studienausgabe in 20 Bänden. Die macht sich natürlich unglaublich gut an einer präsenten Stelle im Bücherregal. Mehr als Eindruck schinden bei Gästen, die sich pflichtschuldige »Ahs« und »Ohs« abringen, wird man damit jedoch meist nicht bewirken. Nachdem die große Zeit der Bücherverbrennungen hierzulande Gott sei Dank vorbei zu sein scheint, wirkt selbst die Befeuerung des hauseigenen Kamins mit überflüssigen Schmökern irgendwie anrüchig. Was also anstellen mit den unzähligen Seiten gebundenen Papiers?
Eine besonders elegante Lösung ist die Einrichtung einer dekorativen Hausbibliothek. Wie so etwas aussehen kann - und dabei noch kostengünstig mit nur wenigen Stunden angestrengten Schraubens zu bewerkstelligen ist - entdeckt, wer sich samstags durch überfüllte schwedische Möbelhäuser schieben lässt. Doch die Mühe lohnt sich! Farblich sortierte Buchrücken in blütenweiß lackierten Regalen sind laut Feng Shui unglaublich harmonisierend.
Eine andere Möglichkeit der zweckentfremdeten Buchverwendung dann nämlich wenn es mit dem Möbelaufbau wieder einmal nicht so richtig klappen wollte sind die sogenannten »tragenden Bücher«. Analog zur tragenden Wand stabilisieren sie vortrefflich Schränke, Betten oder was da sonst nicht ordentlich stillstehen mag.
Wenn selbst das nichts hilft, bietet sich dem leidgeplagten Do-it-Yourself-Wohndesigner noch ein letzter, viel besserer Ausweg sozusagen die Königsklasse des buchgestützten Wohnens: Man lege eine Glasplatte auf vier gleich hohe Bücherstapel und erhalte im Handumdrehen einen sehr belesen wirkenden Schreibtisch. Auf ähnliche Weise und mit etwas Fantasie lassen sich auch durchaus tragfähige Fernsehtischchen, Sideboards oder gar Wohnwände konstruieren. Nur Mut! Günter Grass wäre sicher nicht beleidigt. Denn auch er weiß: Papier ist geduldig.
Vielleicht möchten Sie einen Film drehen, was man mit Büchern alles machen kann? Es gibt tolle Preise zu gewinnen!
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02.02.2011, 08.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Überraschende Auszeichnungen
Bereits 1987 war sie mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Richard Wagner, von Rumänien nach Deutschland ausgewandert, sie ließ damit ein von ihr verabscheutes politisches System zurück, das sie in vielen Erzählungen beschrieb. Müllers Werke sind hauptsächlich von jenen Erfahrungen im totalitären System des rumänischen Ceausescu-Regimes geprägt.
Wichtige Werke sind die Bände "Niederungen" (1984), "Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt" (1986) und "Barfüßiger Februar" (1987). Ihre bedeutendsten Romane sind: "Der Fuchs war damals schon der Jäger" (1992), "Herztier" (1994), "Heute wär ich mir lieber nicht begegnet" (1997) und ihr letztes Werk "Atemschaukel" (2009).
Herta Müller publizierte auch die Essay-Sammlungen "Der fremde Blick oder Das Leben ist ein Furz in der Laterne" (1999), "Der Teufel sitzt im Spiegel" (1991), "Hunger und Seide" (1995) und "Der König verneigt sich und tötet" (2003).
Mit Herta Müller ist zum 13. Mal ein deutschsprachiger Autor mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Hier eine Übersicht über ihre deutschsprachigen Vorgänger:
1902 Theodor Mommsen
1908 Rudolph Eucken
1910 Paul Heyse
1912 Gerhart Hauptmann
1919 Carl Spitteler (Schweiz)
1929 Thomas Mann
1946 Hermann Hesse (Schweiz)
1966 Nelly Sachs (schwedisches Exil)
1972 Heinrich Böll
1981 Elias Canetti (Bulgarien)
1999 Günter Grass
2004 Elfriede Jellinek (Österreich)
2009 Herta Müller
Egal, wie sehr die beiden frisch gekürten Nobelpreisträger polemisiert werden: Ich finde, beide haben ihren Preis verdient. Und ich gratuliere ihnen aus ganzem Herzen.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
23.10.2009, 09.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Alles Käse
Vieles wird teurer: Die Spritpreise stiegen in den letzten Wochen unaufhaltsam, mancherorts zahlt man für eine Tasse Kaffee inzwischen fast 4 Euro, und was nun mit den Milchpreisen geschieht, weiß noch niemand. Ich persönlich finde es nur fair, wenn die Milchbauern adäquate Preise für ihre Produkte bekommen – schluss- endlich fordern wir Verbraucher ja auch humane Tierhaltung und unbelastete Nahrungsmittel. Wer nun glaubt, eine Verteuerung der Milch kümmere ihn nicht, weil er seinen Kaffee sowieso schwarz bevorzugt, irrt: Denn selbstverständlich werden alle Milchprodukte von der Preissteigerung betroffen sein. Und damit auch eines meiner Grundnahrungsmittel: Käse.
Käse liebe ich in allen Variationen: Egal, ob es sich um deftigen Emmentaler oder milden Gauda handelt, bei mir kommt praktisch jeder Käse auf den Tisch bzw. aufs Brot. Sogar an dem gewöhnungsbedürftigen „Stinkkäse“ finde ich Geschmack. Da will ich natürlich auch wissen, welchen Weg die Milch geht, bis sie bei mir in Scheiben auf der Semmel landet.
Das „Lexikon vom Käse“ kommt mir da gerade recht: Hier finde ich nicht nur einen wunderbaren Überblick über die verschiedenen Sorten, sondern erfahre auch alles über die Herstellung, die Inhaltsstoffe … Und diverse Rezeptideen rund um den Käse gibt es obendrauf. Wohl bekomm´s!
(geschrieben von Matthias Stöbener)
01.07.2008, 13.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Literatur-TÜV
Unter den deutschen Literaturpreisen, die Bestseller zu machen imstande sind, greift die FR zwei heraus, den Preis der Leipziger Buchmesse und den Deutschen Buchpreis. Und sie zeigt an Hand von ein paar Beispielen, was mit Büchern passieren kann, die ausgezeichnet werden. Etwa mit Ilija Trojanows Roman "Der Weltensammler". Vor dem Preis der Leipziger Buchmesse hatte sich das Buch gerade mal 5.000 mal verkauft, heute schon 330.000 mal. Oder „Die Mittagsfrau“ von Julia Franck, im Oktober dieses Jahres mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Der Verlag will bis Ende dieses Jahres 300.000 Exemplare verkauft haben, obwohl bis Oktober erst 20.000 Exemplare verkauft wurden.
Die FR führt noch weitere Beispiele dafür an, dass Literaturpreise heutzutage funktionieren. Im Gegensatz zu früher, als sie eher eine finanzielle Unterstützung für Autoren waren, die sich mit ihrem Schreiben kaum über Wasser halten konnten, weniger ein Marketinggewinn.
Ich habe mich gefragt, warum heute Literaturpreise solche Wellen schlagen. Zum einen denke ich, hat man es im Alten Europa nun auch gelernt, Literaturpreise zu inszenieren – nicht nur drüben jenseits des Großen Teichs. Zum anderen meine ich schätzt der heutige Leser Orientierung. In der Überfülle des Angebots vertraut er sich gerne Institutionen und Jurys an, die vorselektieren und Gütesiegel vergeben – sozusagen als Literatur-TÜV fungieren. Ich brauche ja heute nur in eine der großen Buchhandlungen zu gehen. Da springen mich die Jahrhundertwerke, die einzigartigen Würfe, die besten Bücher dieses Leseherbstes, dieses Lesewinters so aggressiv an, dass ich am liebsten oft rückwärts wieder das Buchkaufhaus verlassen würde, so desorientiert bin ich.
27.12.2007, 12.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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