Jokers Blog Deutschland

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Roman

Vom Nesthäkchen zum Kiddie, vom Backfisch zum Teenie

Es war einmal in einer längst vergangenen Zeit, da hießen Kids noch Nesthäkchen und Teenies waren Backfische. Die Buben waren frech und entdeckten die Welt, die Mädchen hatten sittsam zu sein und spielten mit Puppen...


Nein, nicht alle, Annemarie Braun ist anders! Die Kleine mit der niedlichen Stupsnase und den blonden Zöpfen fällt aus dem Rahmen. Sie ist für ein Mädchen im Wilhelminischen Kaiserreich ungewöhnlich lebhaft, unordentlich, hasst Handarbeiten und interessiert sich für Biologie und allerlei »Jungs-Spiele«. Else Ury (1877 bis 1943) hat sich die Geschichten über die kleine Annemarie ausgedacht, die als Nesthäkchen einer angesehenen Berliner Arztfamilie um die Jahrhundertwende entsprechend verwöhnt wird.


Generationen von Mädchen liebten die »Nesthäkchen«-Geschichten über die gewitzte Berlinerin, die mit ihrem Charme alle um den Finger wickelt. Angefangen von ihrer Kindheit ("Nesthäkchen und ihre Puppen") über die Erwachsenenzeit ("Nesthäkchens Küken") bis ins Alter ("Nesthäkchen im weißen Haar") verfolgt die zehnteilige Reihe das Leben der Tochter aus gutem Hause. Und so aufmüpfig die kleine Annemarie sich auch gebärdet, ist sie doch ein Kind ihrer Zeit und soll zu einem lieben Mädchen erzogen werden.


Als »höhere Tochter« genießt die kleine Annemarie viele Privilegien. Sie verfügt über schönes Spielzeug, wird von einer treusorgenden Mutter und einem Kindermädchen gehegt und genießt eine gute Schulausbildung. Doch bei allem emanzipatorischen Drang, den sich Nesthäkchen leistet (sie beginnt sogar ein Medizinstudium), am Ende entscheidet es sich doch für Heim und Familie und wird Hausfrau, Mutter und Oma.


Wie Emmy von Rhodens »Trotzkopf«-Geschichten zählt die »Nesthäkchen«-Reihe zu den so genannten Backfisch-Romanen. Diese Erzählungen wurden jungen Mädchen ans Herz gelegt, damit sie sich zu benehmen lernen und sich zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft entwickeln. Transportiert wird ein überwiegend traditionelles und an bürgerlichen Werten orientiertes Frauenbild. Dennoch: Nesthäkchens Abenteuer machen großen Spaß, auch noch in fortgeschritteneren Jahren, denn sie wirken wie eine Zeitreise ins Deutsche Kaiserreich und die Weimarer Republik. Viel weiter allerdings kommt man nicht, denn Else Ury vollendete ihren Geschichtenzyklus um 1925, wobei sich ihr Nesthäkchen da vom Alter her bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren hätte befinden müssen. Es ergibt sich also beim Lesen der spannende Fall, dass die Handlung die damalige Zeitgeschichte überholt und man sich vom Standpunkt der Entstehungszeit aus betrachtet in der Zukunft befindet.



Nesthaekchen.jpgIn Nesthäkchens Universum gibt es kein Fernsehen, nur Radio, keine modernen Haushaltsgeräte, auch keine Autos als Massenphänomen und natürlich auch keinen Zweiten Weltkrieg. Den Ersten allerdings behandelt Else Ury in epischer Breite und widmet ihm einen eigenen Band: »Nesthäkchen und der Weltkrieg«. Er wird heute aufgrund seiner deutsch-nationalen, kriegsverherrlichenden Tendenzen nicht mehr aufgelegt.


Ein ähnlich angenehmer Lebensabend, wie ihn Nesthäkchen im Kreis der Kinder und Enkel genießen durfte, war seiner Schöpferin nicht vergönnt. Else Ury war Jüdin und wurde von den Nationalsozialisten mit einem Schreibverbot belegt. Schließlich deportierte man sie nach Auschwitz, wo sie 1943 in der Gaskammer starb. Ihre bewegende Biografie »Nesthäkchen kommt ins KZ« hat Marianne Brentzel 1992 geschrieben (heute unter dem Titel »Mir kann doch nichts geschehen - Das Leben der Nesthäkchen-Autorin Else Ury«).


Für alle NostalgikerInnen gibt es bei uns Nesthäkchen zum Lauschen:


"Nesthäkchen und ihre Puppen" als Hörbuch bei Jokers



Geschrieben von Petra Anne-Marie Kollmannsberger



05.08.2011, 15.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Happy Birthday, Milan Kundera!

Geboren wurde Kundera am 1. April 1929. Heute lebt er zurückgezogen in Frankreich. Seine letzte Veröffentlichung war sein 2009 erschienener Gedichtband »Rencontre« (Begegnung), der hierzulande jedoch lange nicht mehr die Aufmerksamkeit erregte wie viele seiner früheren Werke. Am bekanntesten ist wohl »Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins«. Dieses Buch wurde 1982 gedruckt und sogar verfilmt. Seine Gedichte sind nicht ganz so berühmt, dafür aber umso berüchtigter: Bereits als Schüler verfasste er erste (hochpolitische) Werke. Doch der Krieg kam seinen Zukunftsplänen dazwischen. Danach schlug sich Milan Kundera als Jazzmusiker durch, bevor er 19-jährig in Prag ein Studium der Literatur- und Musikwissenschaften beginnen konnte. Ebenfalls in diesem Jahr trat Kundera »der Partei« bei. Sein Studium der Literatur und Musik brach er bald ab, um auf die Filmhochschule zu wechseln.


Bereits nach zwei Jahren wurde er wegen »individueller Neigungen« aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen und musste deshalb auch sein Studium für zwei Jahre unterbrechen. 1967 wurde Kundera erneut in die KP aufgenommen. Wer seine Erzählung »Der Scherz« gelesen hat, mag gewisse Parallelen zwischen dem Protagonisten des Romans und dem Autor selbst erkennen. »Der Scherz« entstand im Jahre 1967 und setzt sich satirisch-zynisch mit dem Stalinismus auseinander. Nach dem Studium arbeitete Kundera an der Filmhochschule in Prag als Dozent für Weltliteratur. Seinen Durchbruch als Autor hatte er mit dem dreibändigen Prosawerk »Das Buch der lächerlichen Liebe«. Die drei Bände wurden zwischen 1958 und 1968 publiziert. Als einer der Hauptakteure im Prager Frühling verlor Kundera 1968 seine Dozentur. 1970 wurde er mit einem Veröffentlichungsverbot in der Tschechoslowakei belegt, alle seine Werke wurden aus den öffentlichen Bibliotheken verbannt.

 


So kam es, dass sein zweiter Roman, »Das Leben ist anderswo«, 1973 in Paris veröffentlicht wurde. 1975 folgte Kundera einem Lehrauftrag der Universität Rennes (Bretagne, Frankreich). 1979 entzog ihm die tschechische Regierung als Reaktion auf  »Das Buch vom Lachen und Vergessen« die Staatsbürgerschaft der Tschechoslowakei. Deshalb nahm Milan Kundera 1981 die französische Staatsbürgerschaft an. Fünf Jahre später publiziert Kundera sein erstes auf Französisch verfasstes Werk, den Essay »L'Art du Roman« (Die Kunst des Romans). »Die Unsterblichkeit« war 1990 sein erster in Frankreich geschriebener Roman. Weitere Werke folgten: 1994 die Erzählung »Die Langsamkeit«, 1998 »Die Identität« und 2000 »Die Unwissenheit«, zunächst in spanischer Fassung unter dem Titel »La Ignorancia«.


Beeinflusst wurde er von Boccacio, Rabelais, Sterne, Diderot, Musil, Gombrowitz, Broch, Kafka und Heidegger. Milan Kunderas Preise und Auszeichnungen sind fast unüberschaubar. Ich glaube, es wird Zeit, dass ich mal wieder etwas von ihm lese.





03.05.2011, 14.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein spanisches Kleinod

Manche Leute – das erwähnte ich an dieser Stelle schon einmal – ordnen ihre Bücher nach Ländern. Ich versuche das auch. Im Bereich der spanischen Literatur stehen etliche Bücher, aber nicht so viele Titel wie etwa in meiner englischen, skandinavischen oder russischen Ecke. Ein spanischer Autor jedoch hat mich nachhaltig begeistert: Javier Marías. Sein Buch „Mein Herz so weiß“ habe ich mit großem Vergnügen gelesen. So plakativ, so eindringlich und gleichzeitig so nachdenklich und hintergründig fand ich selten ein Buch. Ein Weltbestseller, der den Autor Anfang der neunziger Jahre weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt machte.

Alle_Seelen.jpgUnd auch der Schriftsteller selbst blieb nicht im Lande. Schon als Kind verließ er seine Heimat Spanien zeitweise und verbrachte einen Teil seiner Jugend in den USA, wo sein Vater an verschiedenen Universitäten lehrte. Auch seinen Sohn zog es beruflich an die Universität und so ging Javier Marías an die britische Elite-Einrichtung Oxford, um dort Spanisch zu unterrichten. Und hier verwebt sich das Leben des Autors mit dem Titel „Alle Seelen“, einem seiner früheren Werke. Darin nämlich geht ein Spanier an eben jene Universität, berichtet von den dortigen Wunderlichkeiten und verliebt sich in die Ehefrau eines Kollegen.

Ein wunderbarer Campus-Roman voll von Geschichten über absurde Vorschriften, an die man sich als Gast eines festlichen Diners halten muss, über schrullige Professoren, langweilige Konversationsversuche in ehrwürdigen Hallen und obskure Literaturzirkel. Unter den schwarzen Talaren der Gelehrten verbirgt sich so manches Geheimnis und der feinen Beobachtungsgabe Marías’ entgeht wahrlich kein noch so kleines Detail, das macht „Alle Seelen“ so reizvoll und springlebendig. Ein Kleinod, das ich Ihnen auch für Ihr Bücherregal empfehlen möchte!

„Alle Seelen“ bei Jokers

23.09.2010, 13.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Frage nach dem Sinn

Ein Junge sitzt im Pflaumenbaum und verweigert sich dem Leben. Anstatt in die Schule zu gehen und sich mit Gleichaltrigen zu treffen, provoziert Pierre Anthon seine vorbei gehenden Mitschüler. Er wirft mit Pflaumen und ruft: „In demselben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben. Und so ist das mit allem.“ Auf Dauer beginnen seine nihilistischen Ansichten an den Seelen seiner Kameraden zu nagen. Schließlich beschließen die, Pierre Anthon das Gegenteil zu beweisen.

Ein fatales Spiel nimmt seinen Lauf, in dem sich die Kinder zu immer größeren Opfern anstacheln, die sie auf dem „Berg der Bedeutung“ im örtlichen Sägewerk stapeln. Es beginnt mit einem Paar grüner Sandalen, geht weiter mit einem geliebten Hamster und endet damit, dass ein Mädchen seine Unschuld und ein leidenschaftlicher Gitarrenspieler seine Finger opfern sollen.

Der Jugendroman „Nichts“ der dänischen Autorin Janne Teller provoziert vor allem Erwachsene. Es ist wohl die Fragestellung des Buches, die irritiert. Denn abseits romantisch-verklärter Vampir-Idyllen oder actionlastiger Zauberei stellt Teller die eher unspektakuläre Frage nach dem Sinn des Lebens und beantwortet sie kurz darauf selbst: In Geld und Ruhm liegt er schon mal nicht. In der heutigen Zeit der Möchtegern-Superstars und Castingshows ist diese Theorie erfrischend ehrlich. Wahrscheinlich macht das diesen Roman so umstritten.

Bild: knipseline/pixelio.de

14.09.2010, 16.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Auf Schatzsuche

Der_Goldsucher.jpgAuch wenn der Sommer 2010 zickt, lässt sich mein Bedürfnis nach Sonne, Strand und Meer nicht verhageln. An einem verregneten Juni-Wochenende, an dem der Wind besonders kalt um die Häuser pfiff, schnappte ich mir deshalb „Der Goldsucher“ von J.M.G. Le Clézio, der vor zwei Jahren den Literaturnobelpreis erhielt. Wie der Klappentext versprach, sollte es ein Abenteuerroman um einen Jungen sein, der den sagenhaften Goldschatz des Korsaren finden möchte.

Besser hätte ich es nicht treffen können. Denn das Buch beginnt im tropischen Paradies der Insel Mauritius. In unendlich poetischen Bildern beschreibt Le Clézio, wie sogar im Winter die Tage sonnendurchflutet dahin fließen, die Wellen sich warm und sanft am Muschelstrand brechen. Die Handlung nimmt eine jähe Wendung, als die Familie durch den Geschäftsbankrott des Vaters verarmt und ein Zyklon die Idylle verwüstet. Um der Familie den alten Wohlstand zurückzubringen, macht sich Protagonist Alexis mit einem Segelschoner auf die Suche nach dem Gold des Korsaren, dessen Versteck sein Vater ihm kurz vor seinem Tod verraten hatte. Doch bis auf die Liebe zu Uma, einer jungen Schwarzen, findet er nichts.

Mauritius_kl.jpgAls der erste Weltkrieg ausbricht, meldet sich Alexis freiwillig bei der englischen Armee. Der Traum vom Paradies scheint endgültig zerstört, als er nach „toten Jahren“ im Krieg in die Heimat zurückkehrt. Dort ist nichts mehr, wie es war, die Familie ist ihm fremd, Uma nicht mehr da, die Suche nach dem Schatz gescheitert. Doch hier tritt die poetische Leistung Le Clézios hervor. Denn anstatt an Verlorenem zu verzweifeln, entdeckt Alexis etwas viel Wertvolleres als das Gold des Korsaren: den eigenen Schatz in sich selbst.

„Der Goldsucher“ bei Jokers

Bild Mauritius: Gloria Holsatia/pixelio.de

30.06.2010, 15.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Eine weniger bekannte Seite von Precht

kosmonauten.jpg"Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?" Das ist einfach ein genialer Titel, das muss man Autor und Verlag lassen. Gefragt haben wir uns das doch schon alle mal zu dem einen oder anderen Zeitpunkt. Mit dieser scharfsinnigen Frage, hinter der sich ein Bestseller verbirgt, überraschte uns vor drei Jahren der Autor Richard David Precht. Da er nicht nur gut schreiben kann, sondern darüber hinaus ausgesprochen telegen ist, kann man ihn häufig in Talkshows erleben. Dort äußert sich Precht nicht nur druckreif über philosophische Fragen, sondern auch zu Zwischenmenschlichem. „Liebe: Ein unordentliches Gefühl“ ist ein weiterer erfolgreicher Titel des Autors aus Solingen.

Dass sich der promovierte Germanist auch im belletristischen Bereich mit diesem Thema beschäftigt, ist nicht ganz so bekannt – vielleicht weil seine Sachbücher mit ihrer Popularität und Verkaufsstärke alles überstrahlen. Jedenfalls hat Richard David Precht mit „Die Kosmonauten“ eine veritable Liebesgeschichte geschrieben.

Sie spielt zu Beginn der neunziger Jahre in Berlin, wo die Wiedervereinigung mit ihrer ganzen Aufregung und der brodelnden Aufbruchstimmung eine prima Kulisse für die Geschichte zweier Frischverliebter abgibt. Georg und Rosalie sind Ende zwanzig und lernen sich in Köln kennen. Es zieht sie jedoch aus dem Westen der Republik ins pulsierende Nachwende-Berlin, das mehr Bohème, mehr Zeitgeist verspricht. In der Hauptstadt stürzen sie sich mitten hinein ins Leben, treffen auf Künstler, Nachtschwärmer und allerlei wunderliche Gestalten. Ein Leben wie im Rausch. Doch plötzlich stellen Georg und Rosalie fest, dass ihnen das Gefühl füreinander abhanden gekommen ist.

Großstadtroman und Liebesgeschichte in einem, von einem der derzeit angesagtesten deutschen Autoren und das Ganze zum portemonnaiefreundlichen Taschenbuchpreis – was will man mehr?

01.04.2010, 15.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein Gedicht zum Auswendiglernen

Erich KästnerAm 23. Februar diesen Jahres würde Erich Kästner 111 Jahre alt: Wenn diese Schnapszahl nicht ein besonderer Geburtstag ist! In Dresden geboren, studierte der weltbekannte deutsche Autor nach dem Ersten Weltkrieg Germanistik, Geschichte und Philosophie. Im Jahre 1925 promovierte er in Philosophie, 1927 übersiedelte er nach Berlin.

Auch als Theaterkritiker und als freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen war Kästner tätig. Doch seinen Ruhm erlangte er sicherlich mit seinen in mehr als einhundert Sprachen übersetzten Kinderbüchern. Doch er war auch ein Schriftsteller für „große“ Leser: Viele seiner Romane wurden auch verfilmt. Drei Männer im Schnee, Der kleine Grenzverkehr, Notabene, Die Schule der Diktatoren, Kurz und bündig, Die kleine Freiheit, Die verschwundene Miniatur, Fabian, Gesang zwischen den Stühlen, Ein Mann gibt Auskunft, Lärm im Spiegel, Herz auf Taille hießen die Verfilmungen.

Die „Lyrische Hausapotheke“ ist einer meiner Lieblingsgedichtbände von Kästner: Wir bieten sie Ihnen jetzt als besonderen Hörgenuss auf CD an. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die Verse des einzigartigen deutschen Autors:

Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen, sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie anderen Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken. –
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.



(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

03.02.2010, 15.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein Leseverführer

Die AmeisenzählungAls Leser wissen Sie es genauso gut wie ich: Viele Bücher sind mittelmäßig, manche sind schlecht. Da kann man schon mal fast vergessen, dass es sie tatsächlich gibt, die Bücher, die man in einem Rutsch liest und darunter vergisst, etwas zum Abendessen zu kaufen.

Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ gehört dazu – ein E-Mail-Roman, der jeden gefangen nimmt, der weiß, wie anziehend sprachlicher Austausch sein kann. Zwei einander fremde Personen schreiben sich wie besessen Mails, sie sind voller Nähe und naturgemäß doch auch voller Distanz. Faszinierend, wie sich die Mailpartner gegenseitig Geheimnisse offenbaren und sich langsam ein intensiver Flirt entwickelt.

Ich neige nicht zur romantischen Lektüre, daher war ich zuerst skeptisch. Aber das Buch war ruckzuck ausgelesen – ich glaube, da hat mich Daniel Glattauer tatsächlich auf meinem ansatzweise romantischen Fuß erwischt. Das mag daran liegen, dass hier keine Gefühlsduseleien vorkommen, kein Kitsch und keine Sonnenuntergänge, sondern packende und kluge Dialoge.

Eben das kann Daniel Glattauer aus dem Effeff – wie gut, dass der Mann noch mehr geschrieben hat. „Alle sieben Wellen“ heißt der Nachfolgeband des Bestsellers. Und wie pointiert der Wiener Journalist das Alltagsleben porträtieren kann, beweist er auch mit der Sammlung seiner Kolumnen, die bei uns zum Taschenbuch-Preis zu bekommen ist:

Die Ameisenzählung


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

17.08.2009, 08.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Jokers Texter stellt Roman-Debut vor



Abendtermin für die Jokers-Werbegruppe: Dirk Neu, unser Kollege aus der Textabteilung, las am Freitag im Augsburger Hempels-Club das erste Kapitel aus seinem Roman-Debüt. "Der Schemen" ist der Titel des noch unveröffentlichten Werks.

Im Mittelpunkt steht ein Mann namens Pohl, der in einer REHA-Klinik in allerlei Irrungen und Wirrungen gerät. So wird aus der anfänglichen Liebesgeschichte rasch ein spannender Mystery-Krimi.

Neu (36) schreibt in einem markanten, lakonischen Tonfall. Seine Charaktere sind überzeugend und lebendig, die Schauplätze originell. Wir sind schon ganz gespannt, wie es weiter geht. Aber der Kollege verrät nichts, egal wie wir ihn in den Mittagspausen "löchern". Wenn "Der Schemen" erstmal erschienen ist, hat er schon einige neugierige LeserInnen sicher!

Timm Boßmann

27.06.2009, 12.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sehnsucht nach Weite und Freiheit

Dschingis KhanDschingis Khan: Jeder hat schon etwas von ihm gehört. Noch immer erinnere ich mich daran, wie ich als Kind im Fernsehen einen Spielfilm über den berühmten Mongolen-Herrscher sah. Dieser Streifen hat mich so beeindruckt, dass ich bis heute einzelne Bilder davon im Kopf habe.

Aber sonst? Was wissen wir über den Imperator aus dem Osten wirklich? Was wissen wir über die Mongolen, die im Mittelalter unter eben jenem Dschingis Khan vereint wurde? Warum haben sie die Grenzen ihres Reiches bis nach Europa erweitern wollen?

Eine Freundin träumt von dem einmaligen Steppenland des Dschingis Khan, seit sie den Film „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ im Kino sah. Und jetzt hat sie tatsächlich für Anfang September eine Reise in die Mongolei gebucht. Zwei Wochen wird sie auf einem Kamel-Treck unterwegs sein.

Als ich sie fragte, weshalb die unbedingt in dieses Land reisen will, wusste sie keine rechte Antwort zu geben. Eine unbestimmte Sehnsucht bringt sie dazu, vor Ort Weite und Freiheit nachempfinden zu wollen. Ich habe sie überredet, einen Fotoapparat mitzunehmen. Normalerweise weigert sie sich beharrlich, ihre Reiseindrücke woanders als in ihrem Herzen festzuhalten. Wenn sie zurückkehrt, lässt sie mich sicherlich an einigen Erlebnissen teilhaben.

Ich habe ihr derweil schon einmal die geeignete Vorbereitungslektüre herausgesucht. Die Romanbiografie „Dschingis Khan“ beschreibt spannend und anschaulich das Leben und Wirken des großen Mongolenführers im 12. Jahrhundert.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

19.06.2009, 08.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bianka Schmidtlein:
Tatsächlich. Auf jokers.de führt die Sucheing
...mehr

Ute Berger:
es ist wirklich schlimm was mit den Handys un
...mehr

Gabi Bergermann:
Auweia. Jorges Verhalten erinnert schon sehr
...mehr

Anne-Marie Kollmannsberger:
Anti-BILD-Mail-Aktion:Hier klicken
...mehr

Gabi Bergermann:
Soso, man ist ein paar Wochen in Mittelamerik
...mehr

Einträge ges.: 1524
ø pro Tag: 0,6
Kommentare: 272
ø pro Eintrag: 0,2
Online seit dem: 15.05.2005
in Tagen: 2564
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Bloggeramt.de
frisch gebloggt
Deutsches Blog Verzeichnis
Blog Top Liste - by TopBlogs.de
TwitThisFacebookGoogleMySpaceTechnoratiMister WongDiggDeliciousYiggLinksilo
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3





<< Mai 2012 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
 010203040506
07080910111213
14151617181920
21222324252627
28293031