Jokers Blog Deutschland

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Schreiben

Gedichte gegen die „Innenweltverwüstung“

Unfreundliche Schuhverkäuferinnen, pöbelnde Autofahrer, intrigante Nachbarn – ich will erst gar nicht damit anfangen, über die Verrohung der Menschen zu klagen. Dennoch werde ich mich nie daran gewöhnen, dass man mit Ellenbogen und Aggression scheinbar weiterkommt als mit Freundlichkeit. Aber was hilft dagegen? Die Mitmenschen weiterhin nett behandeln? Achtsam und mitfühlend mit dem sozialen Umfeld umgehen, wie mir gestern mein Glückskeks riet?

 

apfelbaum.jpgMichael Ende hatte einen sehr schönen Begriff für dieses Verrohungsphänomen. Er nannte es die Innenweltverwüstung. Das beste Mittel gegen die eigene Verrohung sei es, gleich einem inneren Bäumepflanzen gute Gedichte zu schreiben. „Man pflanzt nicht nur einen Baum, um Äpfel davon zu haben, sondern ein Baum ist einfach schön, und es ist wichtig, dass er das ist, nicht nur, weil er zu etwas nütze ist. Und so ist das, was viele Schriftsteller, nicht viele, aber doch einige Schriftsteller und Künstler versuchen, nämlich einfach etwas zu schaffen, was dann da ist und was gemeinsamer Besitz der Menschheit werden kann - einfach, weil es gut ist, dass es da ist.“

 

Mein letztes Gedicht ist zugegeben schon lange her. Doch gleich heute Abend werde ich Stift und Papier zur Hand nehmen und wieder eines versuchen. Was draus wird, kann ich nicht sagen. Aber es ist sicher besser, Gedichte zu schreiben, als sich sinnlos über die Welt aufzuregen.


Bild: Andreas Hermsdorf/pixelio.de

08.12.2010, 11.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Auf Arnies Spuren

Was tut ein Schriftsteller nicht alles, um ein gutes Buch zu schreiben? Manche reisen jahrelang durch fremde Länder. Wieder andere verkleiden sich als Ausländer und arbeiten auf dem Bau. Und manche spritzen sich fragwürdige Chemie-Cocktails, stellen ihre Ernährung um und pumpen sich im Fitnessstudio auf Schwarzenegger-Format. So wie Craig Davidson. Um sich optimal in den Hauptdarsteller seines nächsten Romans hineinzuversetzen, spritzte er sich 16 Wochen lang Steroide und schlug auch sonst den klassischen Weg eines Extrem-Bodybuilders ein.

Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten. Schon in den ersten Tagen begannen seine Muskeln überdimensional zu wachsen. Nebenwirkungen wie „Neandertaler-Stirn“, Haarausfall, Leberschäden und schrumpfende Genitalien nahm er in Kauf.

hantelEr trainierte mehrmals am Tag und verschlang täglich bis zu 20 Dosen Thunfisch, vier große Pakete Protein- pulver, zahllose Bananen, Eier ohne Eigelb und gekochte Hühnerbrust in rauen Mengen. Dafür schwoll Davidsons Körper auf beachtliche Maße an. Er nahm um 13 Kilo zu und stemmte auf der Hantelbank schon bald sein eigenes Körpergewicht.

Als er nach 16 Wochen das Experiment abbrach, schrumpfte sein Körper in wenigen Tagen zusammen wie ein angestochener Luftballon. Schließlich sah er noch „schlaffer“ aus als zu Beginn des Experiments. Noch dazu waren seine Blutwerte so alarmierend, dass sein Arzt stinksauer ein Patientengespräch abbrach.

Und das alles für den nächsten Roman. Bleibt zu hoffen, dass die Leser das alles auch zu schätzen wissen …


(geschrieben von Matthias Stöbener)

02.10.2008, 14.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wie erkennt man ein wirklich gutes Buch?

Aus einem wirklich guten Buch gibt es nichts, was man vergessen könnte - egal wie lange eine Trennung dauert: Es "blitzt" aus jeder Schublade, aus jedem Winkel. An jeder Seite wurde "gemeißelt", ohne Durchhänger, ohne Ermüdungen, aber mit herausragender Professionalität.
Es "blitzt" -

aus der Hochspannung,
aus der Wortwahl,
aus jeder Passage,
aus den Paraphrasen,
einfach aus der Perfektion, der Brillanz, der Eleganz.

ein gutes BuchAber auch die Persönlichkeit des Autors - oft in der literarischen Defensive - "blitzt", ja funkelt und glänzt geradezu: Mit seiner Menschen- kenntnis, mit seinem Ideenreichtum, seinen fundierten Recherchen … mit seiner unglaublichen Fleißarbeit, den ureigenen Wortschöpfungen, der mutigen Frivolität … mit seinen massiven Kenntnissen in der Semantik, der Etymologie, der Philosophie, dem Verismus, den Biographien auch einer vorzüglichen Begabung eines Übersetzers, die so oft unbeachtet bleibt.

Ergo, das schriftstellerische Genie, hat seinen Seelenstempel aufgedrückt, niemals abwaschbar. Eine äußerst geschätzte, liebenswerte Zugabe, ein Geschenk für den geschulten Leser. Nach der Trennung eine Wiedersehensfreude - mit der Unsterblichkeit der Weltliteratur!

(geschrieben von Peter Baust)


25.07.2008, 02.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Jobsuche auf besondere Art

„Du kannst doch schreiben, oder?“ Ein weitläufiger Bekannter sprach mich mit diesen Worten am Telefon an.
„Ähm, naja, zumindest habe ich ein paar Webseiten, auf denen ich hin und wieder schreibe und für Jokers blogge ich“, antwortete ich.
„Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Seit einem halben Jahr finde ich einfach keinen Job. Kannst du nicht mal meine Bewerbungen durchlesen und mir sagen, was du davon hältst?“, bat mich der Arbeitslose.
Ich sagte zu. Wenige Minuten später fand ich seine Unterlagen in meiner Mailbox.
Was ich da las, schockierte mich ehrlich. Der junge Diplom- Mathematiker hatte sein Anschreiben formuliert, als schriebe er eine mathematische Formel. Im aggressiven Ich-Stil „erschlug“ er den potenziellen Arbeitgeber regelrecht mit umständlichen Formulierungen und redete dabei im Grunde nur um den heißen Brei herum. Die wichtige Frage, warum gerade er der Richtige für den ausgeschriebenen Job sei, blieb unbeantwortet. Das Sahnehäubchen bildeten haufenweise Rechtschreibfehler, die zeigten, dass sich der junge Mann nicht wirklich mit seiner Bewerbung befasst hatte.

BewerbungIch fühlte mich bei meiner Ehre gepackt und griff zum Rotstift. Vom ersten Satz bis zum „Gerne würde ich mich in einem persönlichen Gespräch bei Ihnen vorstellen“ überarbeitete ich systematisch das Bewerbungsschrei- ben. Ich warf den Aufbau komplett um, strukturierte neu, strich umständliche Nominal-Konstruktionen, fand – wie ich meine - ansprechende Synonyme und versuchte, dem Brief den Tonfall zu geben, der einen potenziellen Arbeitgeber ansprechen kann.

Nach vielen Stunden harter Arbeit schickte ich die völlig neu geschriebene Bewerbung an den Anrufer zurück. Ich kann nicht sagen, ob der Diplom-Mathematiker jemals meine überarbeitete Bewerbung abgeschickt hat. Denn ich hörte nie wieder von ihm. Nicht einmal bedankt hat er sich bei mir. Ehrlich.

Das nächste Mal, so habe ich beschlossen, verschicke ich nur noch Buchtipps. Zum Beispiel den Klassiker „Die perfekte Bewerbungsmappe für Führungskräfte“ von Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader.


13.02.2008, 17.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Autoren-Abzocke

Nicht illegal, aber Bauernfängerei nennt das Literaturcafé die neueste Weise, Autorinnen und Autoren zur Kasse zu bitten. Mit Zuschuss-Verlagen hat manche Autorin, mancher Autor schon seine Erfahrungen gemacht und lässt die Hände davon, aber dass nun auch Literatur-Agenten auf das Geld von Autoren scharf sind, ist neu. Eigentlich vermittelt ein Literaturagent Manuskripte an Verlag und versucht, möglichst hohe Autorenhonorare herauszuschlagen, wovon er seinen Anteil bekommt.

Nun ist auf Internetseiten ein Literaturagent unterwegs, der in Foren und auf Literaturseiten Autoren gewinnt und schon nach kurzer Zeit Vermittlungserfolge meldet. Allerdings müsse der Autor vor der Veröffentlichung noch sein Manuskript überarbeiten lassen. Und das natürlich bei einem dem Literaturagenten vertrauten Lektorat, das schon mal Summen in zweistelliger Höhe kassiert. Manchmal forderte der Literaturagent das kostenpflichtige Lektorat schon im Voraus von den Autoren, da dies ja die Vermittlung des Manuskripts erleichtere.

Nun gut, wenn Autoren meinen, mehr als 10.000 Euro für ein Lektorat zahlen zu müssen, um mit ihrem Werk in einem Verlag unterzukommen, vielleicht in der Hoffnung, so einmal im Leben groß rauszukommen, ist das zum Schmunzeln – jedenfalls für Insider des Buchgeschäfts. Aber dennoch sei hier vor solchen Machenschaften gewarnt, denn nicht jeder werdende Autor kennt ja die Gepflogenheiten im Literaturbetrieb. Und Arglosigkeit schützt leider nicht vor Bauernfängerei.


07.01.2008, 18.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Tagebuchschreibers Rechte

Sabine, eine ebenso begeisterte Liebhaberin des geschriebenen Wortes wie ich, führt seit sie schreiben kann Tagebuch. Entsprechend viele einzelne Tagebücher füllen heute ihr Regal. Sie hält darin ihre Gedanken und Erinnerungen fest, um sich auch als alte Frau noch an das Erlebte erinnern zu können. Doch genau das stößt ihrem Freund Gregor sauer auf.

„Ich fühle mich seziert und bloßgestellt“, überraschte er sie eines Tages. „Ich möchte nicht in einer Reihe stehen mit den Männern, die du vor mir gekannt hast, wie in einer Galerie.“ Die junge Frau war sprachlos. Was sollte sie antworten? Ratlos erzählte mir Sabine von dem Ärger Gregors.

Auch ich schreibe meine Gedanken nieder. Nicht ganz so regelmäßig wie Sabine, aber immer mal wieder. Manchmal ein paar Monate lang, manchmal nur über ein paar Wochen. Einmal habe ich vier Jahre hintereinander Tagebuch geschrieben. Doch nicht, um „Buch zu führen“ über alle Menschen, die ich treffe. Wer tut das schon?! Sondern um Klarheit über meine Gefühle zu gewinnen, um zu reflektieren, um Erlebtes zu verarbeiten, um das eigene Selbst zu ergründen. Und natürlich, um das eigene Leben ein wenig festzuhalten und nicht ganz so schnell dahin fließen zu lassen. Wie oft habe ich schon zeitvergessen in den eigenen Erinnerungen geblättert!

Gregors Sicht auf die „Tagebuch führende Zunft“ machte mich ein wenig sauer. Normalerweise ist doch ein Tagebuch ausschließlich für den Schreibenden bestimmt. Außerdem: Wie viele Bücher wären niemals entstanden, hätten die Dichter, Denker oder Komponisten einen ähnlich eifersüchtigen Lebensgefährten gehabt wie Sabine. Johann Wolfgang von Goethe, Franz Kafka, Gottfried Keller oder Richard Wagner – sie alle, um nur ein paar Beispiele zu nennen, schrieben Tagebuch.

Natürlich ist nicht gleich jeder Tagebuchschreiber ein Künstler, auch Sabine und ich zählen uns nicht dazu. Doch ein Recht seine Gedanken aufzuschreiben sollte wohl jeder haben, oder?

Mehr Bücher zum Thema Tagbuch finden Sie hier.

08.08.2007, 12.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bianka Schmidtlein:
Tatsächlich. Auf jokers.de führt die Sucheing
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Ute Berger:
es ist wirklich schlimm was mit den Handys un
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Gabi Bergermann:
Auweia. Jorges Verhalten erinnert schon sehr
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Anne-Marie Kollmannsberger:
Anti-BILD-Mail-Aktion:Hier klicken
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Gabi Bergermann:
Soso, man ist ein paar Wochen in Mittelamerik
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