
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Schutz
Schutz gegen den Schmutz
Gehören Sie auch zu denen, die ihn immer gleich abreißen, achtlos weglegen oder gar zerknüllt in den Papierkorb werfen? Ich meine den "Schutzumschlag". Scheinbar geht er vielen Leseratten gehörig auf die Nerven. Dabei hat er einen Sinn: Er soll das darin eingehüllte Buch schützen – vor Fingerabdrücken, Schrammen, Staub ... Und er bringt auch zusätzlichen Nutzen: Informationen über den Autor, einen Klappentext zum Buch, Kurzrezensionen ... Eigentlich eine feine Sache, sollte man meinen. Einige Zeitgenossen haben den Wert dieser Hülle auch durchaus erkannt. So gibt es Sammler, die sich auf Schutzumschläge spezialisiert haben, z. B. von großformatigen Bildbänden oder bibliophilen Werken. Die „Verpackung“ benötigt auch wesentlich weniger Platz, als der „Inhalt“ selbst ...
Die ersten Schutzumschläge tauchten bereits im ausgehenden 15. Jahrhundert auf und waren reich verziert. Erst 400 Jahre später entwickelte sich jedoch ihre heutige Form als Mixtur von Werbebotschaften, Informationen über das Buch und ansprechender grafischer Gestaltung. Zum Teil verwirklichten sich sogar Künstler an den Umschlägen, so etwa der Maler Henri Toulouse-Lautrec oder John Heartfield mit seinen berühmten Fotomontagen. Einen regelrechten Boom erlebten die Schutzumschläge durch den Aufschwung der Bahnhofsbuchhandlungen in den 1940er-Jahren. Mit knalligen Farben sollten sie Reisende auf das Produkt aufmerksam machen.
Behandeln Sie also den Schutzumschlag in Zukunft doch etwas liebevoller, er hat eine große Geschichte! Auch bei uns im Internet gibt es jede Menge "eingehüllter" Bücher, die Lust aufs Blättern und Entblättern machen.
20.10.2010, 21.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Rauchst du noch oder liest du schon?
Das neue Rauchverbot in Bayern trifft auch meinen Freundeskreis hart. Vor allem, nachdem „Nichtraucherclubs“ als letzte Bastion einiger Freunde geschlossen werden, bewegt das Thema bald mehr als die Fußball-WM. Rauchst du noch oder schimpfst du schon, heißt die neue Devise. Kollegen werden selbst bei Sturm und Hagel zum Rauchen vors Haus verbannt. Bierzelte auf Sommerfesten verwaisen. Und Allen Carrs „Endlich Nichtraucher!“ erlebt einen neuen Boom. Allein nach meinem Exemplar, mit dem ich selbst vor einigen Jahren zum Nichtraucher wurde, fragten schon drei Kollegen. Der einzige Lichtblick für Bayerns Raucher scheint das Oktoberfest zu sein. Denn dort darf zumindest dieses Jahr noch in den Festzelten nach Herzenslust geraucht werden.
So verhärten sich die Fronten. Spätestens beim Feierabendbier trennen sich Raucher von Nichtrauchern. Die einen lästern im „Rauchereck“ fernab vom Krug über die intoleranten Gesundheitsfanatiker. Die anderen trinken fröhlich weiter und preisen die neue, saubere Atmosphäre.
Ein Glück, dass ich schon vor einigen Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe. Denn neben gesundheitlichen Aspekten hat das auch meinem Geldbeutel genutzt. Und von dem Geld, das ich noch vor fünf Jahren für Zigaretten ausgegeben habe, finanziere ich heute so manches schöne Buch.
"Auferstanden aus der Asche" bei Jokers
Bild: Claudia Hautumm/pixelio
04.08.2010, 11.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Wieviel Tier darf´s denn sein?
Schutztiere sind aus der Mythologie und vielen Eingeborenen-Religionen bekannt. Und vielleicht freut sich der ein oder andere, dass sein persönliches Schutztier ein wagemutiger Löwe, ein starker Tiger oder gar ein imposanter Elefant ist. Autoren von Castaneda bis Allende haben Geschichten um die Begegnung zwischen Mensch und Schutztier verfasst. Und viele Menschen glauben, dass wir mehr, als uns bewusst ist, mit Tieren gemein haben.Wir haben uns zwischenzeitlich daran gewöhnt, dass wir etliche Gene mit Schweinen, Kühen und natürlich auch Affen teilen. Aber wie weit können wir die Evolutionsleiter hinunter klettern, bis sich unser Verstand weigert, Gemeinsamkeiten mit „niederen Tieren“ wie Fischen oder Würmern und Bakterien zu akzeptieren?
Von der Logik her ist es uns klar: Der Mensch ist nichts weiter als ein höher entwickeltes Tier, Resultat der Evolution. Das Werk „Der Fisch in uns“ erzählt die spannende Geschichte, wie unser Organismus genau so geworden ist, wie er heute ist. Angeblich gehört dazu auch ein Anteil Fisch in uns. Anhand neuester Ergebnisse aus Paläontologie und vergleichender DNA-Forschung schildert der Autor Neil Shubin, wie er das evolutionsgeschichtliche Bindeglied zwischen Fisch und Landlebewesen entdeckte.
Anno 2006 machte er einen Fund von enormer Bedeutung: Er entdeckte Tiktaalik, eben genau das bis dato fehlende Bindeglied zwischen Fisch und Landwesen. In seinem Buch berichtet Shubin davon, wie Tiktaalik gefunden wurde und zeigt packend die Konsequenzen dieses sensationellen Fundes auf.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
07.05.2009, 07.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Die Logik meiner Nichte
Meine kleine Nichte ist verzweifelt: Sie ist zwar schlau, aber wirklich verstehen kann sie mit 10 Jahren die politisch-ökonomischen Zusammenhänge noch nicht. Da tut sich ja manch Erwachsener schon schwer genug! Was sie zur Zeit belastet ist, dass der Umweltschutz zurückgestellt werden soll – wegen der internationalen Finanzkrise, wegen des finanziellen Fiaskos bei den Autobauern, wegen der Rezession...
In ihrer Kinderlogik dürfen die „Großen“ weiterhin unsere Erde mit Schadstoffen und Abgasen kaputtmachen, damit niemand seine Arbeit verliert. Und dann werden in einigen Jahren Mittel gefunden werden müssen, um die gestiegene Belastung der Umwelt wieder rückgängig zu machen.
„Macht es nicht viel mehr Sinn, Onkel“, fragt mich das junge Mädchen, „wenn man den Menschen, die Autos bauen, Arbeit im Umweltschutz geben würde?“ Ich weiß nicht recht, was ich ihr antworten soll – mit dieser bestechenden Kinderlogik kann mein akademischer Verstand nicht mithalten. Ich sage ihr, dass jeder Einzelne etwas dazu beitragen kann, unsere Erde zu schützen. Z. B. dadurch, dass wir das Auto auch mal stehen lassen, um mit dem Fahrrad zum Einkaufen zu radeln.
Sie macht große Augen: „Aber ich habe doch noch gar keinen Führerschein! Können wir Kinder denn gar nichts machen? Bei der Frage musste ich passen.
Wieder in der Arbeit bin ich über den Titel „33 einfache Dinge, die du tun kannst, um die Welt zu retten“ gestolpert. Ein Buch, das exakt für solche intelligenten und aktiven Kinder wie meine Nichte geschrieben ist. Ich werde es ihr noch vor Weihnachten schenken. Vielleicht schmökere ich auch mal darin.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
15.12.2008, 11.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eine tierische Gewissensfrage
Die Kampagne wurde in höchstem Maß verurteilt. Der Zentralrat der Juden beschwerte sich, da die Aktion den Massenmord an den europäischen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus relativiere. Das Amtsgericht Stuttgart verurteilte PETA wegen Volksverhetzung.
Als ich mich mit der Geschichte etwas näher befasste, stieß ich auf ein Zitat von Isaac Bashevis Singer, dem jüdischen Literaturnobelpreisträger, aus dessen Feder unter anderem die Werke „Gimpel der Narr“, „Yentl, the Yeshiva Boy“, erfolgreich verfilmt mit Barbara Streisand in der Hauptrolle, oder „Enemies“ („Feinde“) stammen. Er sagte: „Wir sind alle Gottes Geschöpfe - dass wir um Gnade und Gerechtigkeit beten, während wir weiterfahren, das Fleisch der Tiere zu essen, die um unseretwillen geschlachtet wurden, ist unvereinbar. (…) Atomkraft, Hungersnöte, Grausamkeit - wir müssen Schritte dagegen unternehmen. Vegetarismus ist mein Schritt. Und ich glaube, es ist ein sehr wichtiger. Es wird oft gesagt, dass die Menschen schon immer Fleisch gegessen hätten, als ob dies eine Rechtfertigung wäre, dies weiterhin zu tun. Gemäß dieser Logik dürften wir nicht versuchen, Menschen daran zu hindern andere Menschen umzubringen, da dies auch schon seit je her getan wurde. Wo es um Tiere geht, wird jeder zum Nazi ... Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka.“
Nicht, dass ich Vegetarier bin, aber die Frage ist wirklich: Wie weit darf der Mensch bei der Tierhaltung und –nutzung gehen?
06.08.2008, 17.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Eine Empfehlung für Hannover-Messe-Besucher
Biogas, Solarthermie, Wind und Geothermie sind Trendthemen des Klimaschutzes. Diese Jahr dreht sich vieles auf der Hannover Messe um diese neuen Energien. Mit Japan als Partnerland findet die riesige Messe vom 21. bis 25. April in der nieder- sächsischen Landeshauptstadt statt. Mehr als 5.000 Aussteller aus 62 Ländern präsentieren ihre Produkte sowie Dienstleistungen auf 170.000 Quadratmetern Fläche.Immer mehr rückt der Umweltschutz in den Fokus der Industrie. Und dennoch: Die Zahlen, die das Sekretariat der Klimarahmenkonvention von Rio (UNFCCC) in Bezug auf Treibhausgas- Emissionen in westlichen Industriestaaten und früheren Ostblockländern vorlegte, zeigen, dass Klimaschutz scheinbar nur als Kunstwort fungiert. Was vor 10 Jahren in Kyoto beschlossen wurde, ist bis heute meilenweit von seiner Realisierung entfernt. Es gibt kaum ein Land, das seine Verpflichtung zur Reduktion der Schadstoffemissionen eingehalten hätte. Vielmehr steigen die Emissionen klimaschädlicher Spurengase in fast allen Industrie- und Umbruchsländern.
Kennen Sie sich aus, welche Faktoren unser Klima beeinflussen? Wissen Sie, was Sie von Schlagworten wie der „globalen Erwärmung“ oder dem „Abschmelzen der Pole“ zu halten haben? Wenn auch Sie sich unsicher sind, wie Sie die neuen Versprechen der Politik zum Klimaschutz einzustufen haben, schlagen Sie doch einfach mal in „Wir Wettermacher“ von Tim Flannery nach. In diesem Standardwerk zum Klima erklärt der Autor anschaulich alle wissenschaftlichen Fakten, Folgen und Lösungsansätze. Das Buch empfehle ich auch allen Wirtschaftbossen, die in dieser Woche die Hannover Messe besuchen.
22.04.2008, 08.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Bücher können schützen
Ich überlegte. Hatte ich selbst auch schon ein Buch als Vorwand benutzt, in Ruhe gelassen zu werden? Sofort kam mir Petra in den Sinn. Die Schwester einer ehemaligen Freundin war nicht selten aufdringlich. Mit ihrem Grinsen kommentierte sie vor vielen, vielen Jahren gerne jedes Händchenhalten, jeden Kuss, jeden Schritt, den meine Freundin und ich taten.Eines Tages platzte sie ins Wohnzimmer, als meine Freundin und ich gerade etwas „abhingen“. Sie erblickte mich, wie ich auf dem Sofa lümmelte und las.
„Um was geht’s in deinem Buch?“, fragte sie mich.
Ich las gerade „Mach mir das Walross“. Der Roman von Laurie Foos dreht sich um die Frage, wie man sich zum Künstler entwickelt. Auch klassische Themen wie Erwachsenwerden, Tochter-Vater-Beziehungen und die erste Liebe werden thematisiert.
Ich antwortete spontan: „Es geht um die subtile Zwischenwirkung elterlicher Einflüsse, präadoleszenter Stigmatisierungen und – ich glaube – um die differenzierte Rezeption künstlerischer arbeitender Männer mit Kettensägen.“ Jedenfalls so ähnlich.
Ab diesem Zeitpunkt machte meine ehemalige Fast-Schwägerin einen weiten Bogen um mich, sobald ich ein Buch in der Hand hielt. Und das war gut so.
09.02.2008, 16.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL



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