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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Slang

Die Vampire treten ab

Leseratten sind wir in meiner Familie. Allerdings gehen die Meinungen darüber auseinander, was man gelesen haben muss. Vor allem meine Nichte und ich bevorzugen verschiedene Unterhaltungslektüre. Die Nichte ist jetzt 13 Jahre alt und ich hätte es gern gesehen, wenn sie die Lieblingswerke meiner Kindheit genauso gerne verschlungen hätte wie ich. Aber weit gefehlt: Statt »Die unendliche Geschichte«, »Ronja Räubertochter« oder die sagenhaften Fantasy-Werke von Marion Zimmer Bradley wie »Die Nebel von Avalon« taucht sie, und das bereits seit Monaten, ihr Näschen in sämtliche Vampir-Romane, die der Markt hergibt.


Ich habe wirklich versucht, mich mit diesen jugendgerechten Horror-Liebesgeschichten anzufreunden, bin aber kläglich gescheitert. Ich wollte einfach nicht über die ersten drei Seiten des Vampir-Fortsetzungsromans, der gerade »hip« bei den Teenies ist, hinauskommen. Alles an dem Buch störte mich, vom Cover bis hin zu der Umgangssprache, die ab der ersten Zeile verwendet wurde: Slang mag ich nur, wenn er in Form eines jener witzigen Lexika daherkommt á la »Deutsch Jugendslang« oder ähnlich. Aber in einem Buch? Nein, danke!


024.731.956.jpgAlso begab ich mich pflichtbewusst auf die Suche nach geeignetem Ersatz für meine pubertierende Nichte ein Unterfangen, das gar nicht so einfach ist. Am Schluss erregte eine Trilogie vor allem deswegen meine Aufmerksamkeit, weil sie keine Trilogie ist: die vier Jugend-Romane, die aktuell vom amerikanischen Büchermarkt zu uns gekommen sind. Und man staune: Die Helden von Scott Westerfield sind keineswegs Blutsauger, sondern Jugendliche. Insbesondere die 15-jährige Tally steht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sie ist es, die wir in »Ugly«, »Pretty« und »Special« durch ihre außergewöhnliche Zeit, eine Zeit irgendwann in der Zukunft, begleiten, bevor in dem vierten Band »Extra« der »Trilogie« die junge Aya glaubt, die Welt retten zu müssen.


Bevor Sie Ihre jugendlichen Verwandten auf Scott Westerfield ansetzen (was in den Schulferien geschehen sollte, denn die Kids werden in ihrem neu geweckten Lesefieber keine Muse mehr für Hausaufgaben und Co. haben), gönnen Sie sich selbst diese außergewöhnlichen Jugend-Romane. Ich bin sicher, dass »Ugly«, »Pretty«, »Special« und »Extra« auch Sie in Bann ziehen. Das Schöne: Wir haben alle Werke der Serie auf Deutsch sowie einige im Original auf Englisch vorrätig!


Bücher von Scott Westerfield bei Jokers



23.12.2011, 08.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schwiegermutters neues Vokabular

Meine Schwiegermutter hat seit Kurzem einen Lieblingsausdruck. Jedes Mal, wenn sie über irgendetwas staunt, sagt Sie: „Das ist ja voll krass!“ Meine Schwiegermutter ist eine sehr aufgeschlossene und weltoffene Frau. Dennoch ist ihr neuer Slang symptomatisch für unsere Zeit. Denn wie Tilman Spengler in seinem neuen Buch "Sind Sie öfter hier? Von der Kunst, ein kluges Gespräch zu führen" feststellt, sind die Zeiten der hohen Redekunst lange vorbei. Wenn sie denn je existiert haben.

Wie Spengler erklärt, sah sich schon Kurt Tucholsky Anfang des vergangenen Jahrhunderts berufen, den Umgangston seiner Mitmenschen zu dokumentieren. Mit „Herrn Wendriner“ sah der Schriftsteller seinen Zeitgenossen buchstäblich „aufs Maul“ und schuf so einzigartige Gesprächsmitschnitte wie: "Gräßlich, so'n feuchter Regentag. Haben Sie Ihren Schirm? Ich nehm immer 'n Schirm mit". Besonders tiefgründiger redete man anscheinend auch gestern nicht.

Welche Vokabeln neben „Hammer“, „voll krass“ und „cool“ heute noch in sind, zählt das Lexikon des frühen 21. Jahrhunderts „Sprechen Sie Gegenwart“ auf. Das habe ich übrigens gestern meiner Schwiegermutter zum Geburtstag geschenkt. Jetzt weiß sie, was „Ego-Shooter“, „Blackberrys“ und „Extensions“ sind. Außerdem findet sie es „extrem okay“, im „Unterschichtenfernsehen“ Gerichtsshows zu sehen, während sie mir nebenbei mit ihrem neuen Handy „Spam“ „simst“. Da habe ich mir was Schönes eingebrockt!


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

16.06.2009, 20.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Rosige Zukunft

SchuelerDer Schulbuchmarkt stagniert wegen tendenziell zurück gehenden Schüler- zahlen? Kein Problem für die Schul- buchverlage. Der Bildungsmarkt ist groß und Bildungsdienstleistungen lassen sich ausbauen!

Da ist z. B. der Privatschulmarkt. Gerade hat sich Klett mit Schweizern zusammengetan, um Privatschulen zu gründen, denn immer mehr Eltern wollen ihre Kinder auf einer Privatschule sehen. Man setzt sich damit von der Unterschicht und Familien mit Migrationshintergrund ab. Vermutlich werden hier noch andere Bildungsverlage nachziehen. Privatschulen finanzieren sich durch Gebühren, möglicherweise sind auch Städte als Zuschussgeber zu gewinnen. Noch sind 80 Prozent der Privatschulen kirchlich, aber das wird sich wohl bald ändern. Klett zieht das Projekt gleich als Ganztagsschule auf, damit entfällt für Eltern mit dem nötigen Kleingeld auch gleich die lästige Nachmittagsbetreuung.

Ein weiteres Feld, das sich Bildungsverlage in den letzten Jahren erobert haben, ist die Nachhilfe. Hier ist Cornelsen mit etwa 1.000 Ablegern des Studienkreises schon lange im Geschäft, aber auch Duden Paetec und neuerdings auch Klett.

Und dann sollte man nicht die private und berufliche Weiterbildung vergessen. Auch da sind die früheren Schulbuchverlage zu Dienstleistern geworden. Und mit ihren verschiedenen Fernschulen erwirtschaften sie schon ganz beträchtliche Umsätze. Der Tag der ersten Verlagsuniversität ist sicher nicht mehr fern.

Die Bildungsverlage werden in den nächsten Jahren noch mehr zu umfassenden Bildungsdienstleistern werden, weil sich der Staat immer mehr aus diesem Bereich zurückzieht und Bildung privatisiert. Die soziale Auslese wird damit verschärft, denn nur Eltern ab der Mittelklasse werden das Geld haben, ihren Kindern auch in Zukunft noch die beste Bildung zukommen zu lassen. Aber das juckt keinen Politiker und die Bildungsverlage freut´s. Denn lebenslanges Lernen bedeutet auch lebenslange Einnahmen.


17.02.2008, 14.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Porno im Friseur-Salon

„War dir schon mal ein Buch peinlich?“, fragte mich unlängst meine gute Freundin Susanne. Und sie erzählte mir kurzerhand, wie sie sich tags zuvor für ein Buch beinahe in Grund und Boden geschämt hätte.

Frisör„Ich saß auf dem Stuhl der Friseuse meines Vertrauens“, begann Susanne zu erzählen, „und ließ mir die Haare färben. Nachdem dieser Akt erfahr- ungsgemäß bis zu einer Stunde dauern kann, hatte ich vorgesorgt und den Roman mitgenommen, den ich aktuell lese. Umringt von anderen Kundinnen, die, wie es eben die weibliche Natur ist, neugierig auf alles spechten, was andere Weibchen aus ihrer Tasche fördern, zog ich Irvine Welshs ‚Porno‘ hervor. Da erst bemerkte ich, dass auf dem Cover unübersehbar das Gesicht einer aufblasbaren Gummipuppe prangt. Spätestens der dicke Titel darüber rundete das Bild so deutlich ab, dass auch ein Blinder im hintersten Eck des Friseur-Salons denken musste: ‚Liest dieses Frau dort etwa einen Porno-Roman?‘

‚Nein! Das tu ich natürlich nicht!‘ hätte ich antworten können, wenn mich jemand gefragt hätte. Es fragte aber keine®. Jede(r) schaute nur neugierig und verstohlen. Und so versuchte ich mühsam das Cover zu verdecken. Doch da stellte mir die Tücke des Objekts ein Bein. Denn der Fortsetzungsroman von Welshs legendärem Erstlingswerks ‚Trainspotting‘ trieft vor Schimpfwörtern, die, und das ist das Problem, flächendeckend in den Zwischenüberschriften verwendet werden, die auf jeder dritten Seite prangen. Und so blätterte ich mich von Vulgär-Überschrift zu Schimpfwort-Überschrift. Der ‚Gossenslang‘ ist quasi Welshs Markenzeichen und ein Kunstgriff, um seinen Romanfiguren aus der schottischen Arbeiterklasse Ausdruck zu verleihen.

Doch hier im Salon Welsh zu lesen, war mir furchtbar peinlich. Ich verrenkte mir fast die Hände beim Versuch, die verwerflichen Überschriften so unauffällig wie möglich zu bedecken. Schließlich wurde mir mein Buch so peinlich, dass ich resignierte und es zurück in meine Tasche räumte. Zum Glück lag vor mir ein Stapel Frauen-Zeitschriften, von denen ich mir die unverfänglichste herausgriff: Backen und Kochen.“

Können Sie sich vorstellen, wie ich über Susannes Bericht gelacht habe?

16.12.2007, 14.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bianka Schmidtlein:
Tatsächlich. Auf jokers.de führt die Sucheing
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Ute Berger:
es ist wirklich schlimm was mit den Handys un
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Gabi Bergermann:
Auweia. Jorges Verhalten erinnert schon sehr
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Anne-Marie Kollmannsberger:
Anti-BILD-Mail-Aktion:Hier klicken
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Gabi Bergermann:
Soso, man ist ein paar Wochen in Mittelamerik
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