
Sie können in diesem Blog mitschreiben. Laden Sie einfach Ihren Text oder Ihr Bild hoch!
Hier mitmachen!
Hier mitmachen!

- Autoren
- Belletristik
- Buchmesse
- DVD/Filme
- Englische Bücher
- Fachbücher
- Fremdbeiträge
- HÖR-Bar
- In der Presse
- Jokers intern
- Kinder und Jugend
- Kulturgeschichte
- Kunst
- Musik
- Naturwissenschaften
- Nebensächliches
- Philosophie
- Politik/Gesellschaft
- Ressourcen
- Rund ums Buch
- Sachbücher
- Software
- Termine
- Gewinnspiele
- Zeitgeschehen
- Zum Schmunzeln
- Unterwegs


ø pro Tag: 0,7
Kommentare: 250
ø pro Eintrag: 0,2
Online seit dem: 15.05.2005
in Tagen: 1943
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Soldaten
Tucholsky war nicht nur politisch
Den meisten seiner Texte merkt man seine zerrissene Seele kaum an. Und doch beging Kurt Tucholsky 1935 im schwedischen Exil Selbstmord. Er spaltete die Meinungen der Leser wie kaum ein anderer nicht nur zu Lebzeiten während der Weimarer Republik, sondern weit über seinen Tod hinaus. Wer kennt nicht seinen Ausspruch „Soldaten sind Mörder“? Das Zitat stammt aus Tucholskys Werk Der bewachte Kriegsschauplatz:
„Der Feldgendarm wachte darüber, dass vorn richtig gestorben wurde. Für viele war das gar nicht nötig. Die Hammel trappelten mit der Herde mit, meist wussten sie gar keine Wege und Möglichkeiten, um nach hinten zu kommen, und was hätten sie da auch tun sollen! Sie wären ja doch geklappt worden, und dann: Untersuchungshaft, Kriegsgericht, Zuchthaus, oder, das schlimmste von allem: Strafkompanie. [...] Manche Nationen jagten ihre Zwangsabonnenten auch mit den Maschinengewehren in die Maschinengewehre. So kämpften sie. Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“
Doch Kurt Tucholsky war keineswegs „nur“ ein politischer Journalist. Viele seiner Werke sind geprägt von seinem speziellen Humor, der oft die herrschenden Gesellschaftsverhältnisse kommentiert. Doch auch der Mensch als Individuum bekommt wie der Mensch als Herdentier immer wieder auf ironisch-bezaubernde Weise sein Fett ab. Ganz besonders hat es mir sein Frühlingsgedicht angetan:
„Der Feldgendarm wachte darüber, dass vorn richtig gestorben wurde. Für viele war das gar nicht nötig. Die Hammel trappelten mit der Herde mit, meist wussten sie gar keine Wege und Möglichkeiten, um nach hinten zu kommen, und was hätten sie da auch tun sollen! Sie wären ja doch geklappt worden, und dann: Untersuchungshaft, Kriegsgericht, Zuchthaus, oder, das schlimmste von allem: Strafkompanie. [...] Manche Nationen jagten ihre Zwangsabonnenten auch mit den Maschinengewehren in die Maschinengewehre. So kämpften sie. Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“Doch Kurt Tucholsky war keineswegs „nur“ ein politischer Journalist. Viele seiner Werke sind geprägt von seinem speziellen Humor, der oft die herrschenden Gesellschaftsverhältnisse kommentiert. Doch auch der Mensch als Individuum bekommt wie der Mensch als Herdentier immer wieder auf ironisch-bezaubernde Weise sein Fett ab. Ganz besonders hat es mir sein Frühlingsgedicht angetan:
Das Lenzsymptom zeigt sich zuerst beim Hunde,
dann im Kalender und dann in der Luft,
und endlich hüllt auch Fräulein Adelgunde
sich in die frisch gewaschene Frühlingskluft.
Ach ja, der Mensch! Was will er nur vom Lenze?
Ist er denn nicht das ganze Jahr in Brunst?
Doch seine Triebe kennen keine Grenze –
dies Uhrwerk hat der liebe Gott verhunzt.
Der Vorgang ist in jedem Jahr derselbe:
Man schwelgt, wo man nur züchtig beten sollt,
und man zerdrückt dem Heiligtum das gelbe
geblümte Kleid – ja, hat das Gott gewollt?
Die ganze Fauna treibt es immer wieder:
Da ist ein Spitz und eine Pudelmaid,
die feine Dame senkt die Augenlider,
der Arbeitsmann hingegen scheint voll Neid.
Durch rau Gebrüll lässt sich das Paar nicht stören,
ein Fußtritt trifft den armen Romeo
mich deucht, hier sollten zwei sich nicht gehören...
Und das geht alle, alle Jahre so.
Komm, Mutter, reich mir meine Mandoline,
stell mir den Kaffee auf den Küchentritt.
Schon dröhnt mein Bass: Sabine, bine, bine ...
Was will man tun? Man macht es schließlich mit.
Selbstverständlich haben wir einen ganzen Fundus an Werken von Kurt Tucholsky in unserem Programm: Stöbern Sie doch einfach mal darin!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Jokers 03.03.2010, 08.07 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Lili Marleen: Was viele nicht wissen
Man kennt die wehmütige Ballade über den Krieg vom Nordpol bis Australien. Ein junger Soldat muss sein geliebtes Mädchen zu Hause zurücklassen, um an der Front zu dienen … "Lili Marleen" ist bis heute eines der bekanntesten Soldatenlieder. Es erzählt zwar vom Krieg, ist aber kein Kriegslied. Im Jahre 1915 schrieb der junge Hans Leip die romantisch-nostalgische Ballade. In den folgenden Jahren wurde sie oft vertont und landete anno 1942 in der Version von Lale Anderson auf dem Index des nationalsozialistischen Regimes.Was nur wenige wissen: Lili Marleen existierte nie wirklich - viel mehr handelt es sich hier um zwei Frauen, die beide von dem jungen Hans Leip geliebt wurden: Betty, genannt Lili, und Marleen. Kurz vor seiner Einberufung schickte er den beiden Damen seinen Text zu. Geheiratet hat er jedoch schließlich Lina, als er nach dem 1. Weltkrieg seine Lehrtätigkeit in Hamburg wieder aufgenommen hatte und von seiner Rückgratsverletzung durch den Sturz von einer Behelfsbrücke genesen war.
Um Hamburg geht es auch in der Erzählung "Jan Himp und die kleine Brise": Wer bislang glaubte, Hans Leip sei "nur" ein begabter Romantiker gewesen, wird in dieser mitreißenden Geschichte eines Besseren belehrt. Aber lassen Sie sich doch einfach selbst von den Abenteuern und Gefahren der Reeperbahn, des Opiumschmuggels und dem Leben in der Hansestadt fesseln!
Jokers 21.09.2007, 08.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bücherfreunde Prominente Bücher Harry Potter Brauch Romantik Buch Gewinner Buchhandel Philosophie Poesie Krimi DVD Katalog Thomas Mann Märchen Gedichte Musik Messe Zitate Jokers Leipzig Lesen Autor E-Books Sherlock Holmes Wilhelm Busch Liebe Hörbuch Buchhändler Geburtstag Hermann Hesse Bücher-Wiki Frühling Duden Lyrik Weihnachten Gewinnspiel Comic Reiseführer Kinder Thriller Reise Wien Humor E-Book Buchmesse Geschenke Goethe Herbst
| << | September 2010 | >> | ||
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
| 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | ||
| 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 |


















