
Ausgewählter Beitrag
Ein Autor, der in seinen Bann zieht

Zu den großen Freuden jedes Buchfreundes gehört die (Wieder-)Entdeckung eines Autors. Zum Beispiel diejenige Sándor Márais, der vor gut zehn Jahren durch die Veröffentlichung seines Romans „Die Glut“ erneut beim Lesepublikum präsent wurde. Zwar gehörte Márai bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts zu den wichtigen Autoren seiner Heimat Ungarn, doch geriet er nach seiner Emigration für lange Zeit in Vergessenheit.
Zum Glück für uns Lesehungrige, die wir immer auf der Suche nach neuen Erlebnissen sind, sind die Werke Márais (der übrigens eigentlich Grosschmid hieß) seit Ende der neunziger Jahre wieder auf dem Markt.
Sie eröffnen uns eine Welt, die längst versunken ist, eine Welt der altmodisch-mondänen Hotels, der monokeltragenden Herren und der Damen, die mit Sonnenschirm zum Nachmittagstee flanieren. Hinter dieser großbürgerlichen Fassade des alten Europa lauern bei Sándor Márai aber immer die menschlichen Abgründe, die die Menschen gnadenlos umtreiben, ihnen den Frieden rauben und sie nicht selten ins Verderben ziehen.
Im Roman „Die Fremde“ ist der Autor radikaler als sonst. Der alternde Professor Viktor Askenasi verlässt Frau und Kind und stürzt sich in eine oberflächliche Affäre mit einer Tänzerin. Doch auch dadurch findet er keinen Seelenfrieden, es bleibt eine stets flackernde Unruhe. An der dalmatinischen Küste versucht Askenasi auf Anraten seiner Freunde, durch einen allein verbrachten Urlaub wieder zu sich selbst zu finden. Wie dies gründlich misslingt und schließlich in einer sinnlosen Katastrophe endet, das ist, so komisch das klingt, wunderbar zu lesen. Márai beschreibt den Strudel, in den sein Held gerät, so plastisch, dass man ganz hautnah miterlebt, wie er langsam jegliches Maß verliert und unaufhaltsam in einen unheilvollen Wahn gerät.
Ein faszinierendes Buch und – falls Sie den ungarischen Autor noch nicht kennen – ein perfekter Einstieg in sein Werk. Denn ich prophezeie Ihnen: wenn Sie einmal angefangen haben, werden Sie mehr davon lesen wollen.
In unserer Auswahl von Sándor Márai stöbern.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
Zum Glück für uns Lesehungrige, die wir immer auf der Suche nach neuen Erlebnissen sind, sind die Werke Márais (der übrigens eigentlich Grosschmid hieß) seit Ende der neunziger Jahre wieder auf dem Markt.
Sie eröffnen uns eine Welt, die längst versunken ist, eine Welt der altmodisch-mondänen Hotels, der monokeltragenden Herren und der Damen, die mit Sonnenschirm zum Nachmittagstee flanieren. Hinter dieser großbürgerlichen Fassade des alten Europa lauern bei Sándor Márai aber immer die menschlichen Abgründe, die die Menschen gnadenlos umtreiben, ihnen den Frieden rauben und sie nicht selten ins Verderben ziehen.
Im Roman „Die Fremde“ ist der Autor radikaler als sonst. Der alternde Professor Viktor Askenasi verlässt Frau und Kind und stürzt sich in eine oberflächliche Affäre mit einer Tänzerin. Doch auch dadurch findet er keinen Seelenfrieden, es bleibt eine stets flackernde Unruhe. An der dalmatinischen Küste versucht Askenasi auf Anraten seiner Freunde, durch einen allein verbrachten Urlaub wieder zu sich selbst zu finden. Wie dies gründlich misslingt und schließlich in einer sinnlosen Katastrophe endet, das ist, so komisch das klingt, wunderbar zu lesen. Márai beschreibt den Strudel, in den sein Held gerät, so plastisch, dass man ganz hautnah miterlebt, wie er langsam jegliches Maß verliert und unaufhaltsam in einen unheilvollen Wahn gerät.
Ein faszinierendes Buch und – falls Sie den ungarischen Autor noch nicht kennen – ein perfekter Einstieg in sein Werk. Denn ich prophezeie Ihnen: wenn Sie einmal angefangen haben, werden Sie mehr davon lesen wollen.
In unserer Auswahl von Sándor Márai stöbern.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
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