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Hellseher oder Genie?
Es gibt Bücher, da kann ich nur noch mit Staunen über die Kreativität der Autoren reagieren. So geht es mir z. B. bei Michael Ende und seiner Fantasie, bei Edgar Allen Poe angesichts des Grusels, den er zu schaffen versteht, oder bei Thomas Harris angesichts der Spannung, die er in seine Zeilen streut.Doch manche Autoren überschreiten alle Grenzen. Wie zum Beispiel Jules Verne. Letztes Wochenende nahm ich seit langer Zeit wieder „20.000 Meilen unter dem Meer“ zur Hand und verfiel sofort der alten Faszination, die mich schon als Kind gepackt hatte. Jules Vernes war seiner Zeit so weit voraus, dass es aus heutiger Sicht an Hellseherei grenzt. Schon 1870 beschrieb er das Atom-U-Boot bis ins kleinste Detail, und das über 80 Jahre, bevor das erste gebaut wurde!
In „Von der Erde zum Mond“ beschrieb er 1865 – also etwa 100 Jahre, bevor das erste Mal ein Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte - den Start einer Weltraumrakete so genau, als wäre er mal eben in die Zukunft nach Houston gereist und in Cape Canaveral dabei gewesen.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
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