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Schmidts gewalt´ger Zettelkasten
Alle im Laufe seines Literatenlebens notierten Ideen, Bruchstücke, Kernsätze und Ansätze hatte der Schriftsteller Arno Schmidt in Zettelkästen gesammelt: auf 120.000 Schnipseln! Als Hauptwerk des Arno Schmidt gilt denn auch „Zettels Traum“. Ein gewaltiges Buch von 1.334 Seiten im Format DIN A 3. Auf seiner Schreib- maschine 3-spaltig getippt, mit un- zähligen Randbemerkungen, Einkle- bungen, Zeichnungen und handschrift- lichen Notizen versehen.
Dieses Typoskript war in keiner Schriftsetzerei für den Druck vorzube- reiten. Also fotografierte man es und verlegte es als Faksimile. Als es 1970 endlich erscheinen konnte, kostete es stolze 295,- DM.
Trotz dieses hohen Preises wurden innerhalb von drei Monaten 2.000 handsignierte Exemplare verkauft. Wie viele davon wirklich gelesen wurden, das sei dahingestellt. Denn Schmidt war ein begnadeter Worterfinder, der ebenso „kreativ“ mit Satzbau und Zeichensetzung umging. Von den Gedankensprüngen einmal abgesehen…
(Geschrieben von Peter Konietschke)
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