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Die Natur als bacchantischer Gott

Sind Sie an Neujahr auch mit einem Kater aufgewacht? Das ausgiebige Trinken vor dem mitternächtlichen Anstoßen mit Sekt begleitet ja oft den »Rutsch« ins neue Jahr... Ein schlechtes Gewissen brauchen Sie deswegen nicht zu haben! Kein anderer als Georg Wilhelm Friedrich Hegel sah Alkohol, genauer: Wein, als Zeichen des Geistes in der Natur. Und an diesem Naturgeist wollen wir ja schließlich alle gerne teilhaben. Gut, letztlich sah Hegel die Natur als Durchgangsstadium ohne Entwicklungsmöglichkeit, welche der Geist zu verneinen habe, um zu sich selbst zu gelangen... Aber möchte man das wirklich glauben?


Georg_Wilhelm_Friedrich_Hegel.jpgGeboren wurde der erkenntnisreiche Weinkenner am 27. August 1770 in Stuttgart, gestorben ist er am 14. November 1831 in Berlin.


Man stelle sich einmal vor, wie der bekannte deutsche Idealist in seinem Kämmerchen saß und seine philosophischen Abhandlungen über die Natur und ähnliche Themen verfasste, in der einen Hand seine Feder, in der anderen ein gut gefülltes Weinglas... Vielleicht war es ein solcher Moment, der Hegel dazu veranlasste, die Natur als einen »bacchantischen Gott, der sich nicht zügelt und fasst" zu beschreiben und von einem "absoluten Gärungsprozess" des Geistes zu sinnieren?


In einem seiner Hauptwerke, der Phänomenologie des Geistes, ging er ebenso wenig sparsam mit Metaphern um: "Das Wahre ist so der bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist" oder: »Aus dem Kelche dieses Geisterreiches schäumt ihm seine Unendlichkeit.«


Ist diese Sprache samt der Erkenntnis nicht wunderbar? Einer der wichtigsten deutschen Philosophen, der die Philosophie als das »Begreifen der Wahrheit« verstand, gibt uns die Legitimation, den irdischen Freuden zu frönen ... und die finden sich nun mal besonders im Wein. Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind: Wir haben bei Jokers nicht nur zahlreiche Werke von und über den eloquenten Dialektiker Hegel, sondern mindestens genauso viele lehrreiche Bücher über den vollmundigen Traubensaft.


Artikel zum Thema Hegel bei Jokers


Artikell zum Thema Wein bei Jokers


Bild: Georg Wilhelm Friedrich Hegel/wikimedia

03.02.2012, 11.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Hegel, Wein, Phänomenologie, Natur,

Das gefährliche Königreich

Tolkien_1916.jpgAm 3. Januar wäre er 120 Jahre alt geworden: John Ronald Reuel Tolkien wurde am 3.1.1892 in Bloemfontein (Südafrika) geboren, am 2.9.1973 starb er in Bournemouth.


Zweifelsohne ist sein berühmtestes Werk »Der Herr der Ringe«. Es eroberte die Bestsellerlisten und wurde auch als Verfilmung ein Kassenschlager. Über J.R.R. Tolkiens Hauptwerk lässt sich nicht streiten. Er gilt als Wegbereiter der modernen Fantasy-Literatur, seine Phantasiewelt Mittelerde stattete er mit einer umfangreichen Mythologie und mehreren selbst erfundenen Sprachen aus. Die solide Basis für Tolkiens Geschichten bildet seine berufliche Beschäftigung mit mittelalterlicher Sprache und Literatur. Einige seiner Werke und Gedichte gründen auf mittelalterliche Vorlagen. Für den studierten Sprach- und Literaturwissenschaftler richtete die Universität Leeds im Jahre 1924 eigens eine Professur für englische Sprache ein, 1925 wurde er zum Rawlinson und Bosworth-Professor für Angelsächsisch in Oxford gewählt.


Vielleicht stutzen Sie bereits: Tolkien verfasste auch Gedichte? Ja, so ist es und alle, die den Herrn der Ringe kennen, sind auch bereits mit einigen der schönsten vertraut. Erinnern Sie sich:


Three Rings for the Elven-kings under the sky,

Seven for the Dwarf-lords in their halls of stone,

Nine for Mortal Men doomed to die,

One for the Dark Lord on his dark throne

In the Land of Mordor where the Shadows lie.

One Ring to rule them all, One Ring to find them,

One Ring to bring them all and in the darkness bind them

In the Land of Mordor where the Shadows lie.


Auf Deutsch:


Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,

Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,

Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,

Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,

Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.


Auch in anderen Erzählungen ist die phantastische Poesie Tolkiens deutlich spürbar. Er verfasste sogar eine Ballade, in der er von den Abenteuern Tom Bombadils erzählt!


Tolkiens Gedenken zu Ehren haben wir ein Hörspiel ins Programm aufgenommen, auf dem zahlreiche seiner Geschichten zum Schwelgen einladen: »Geschichten aus dem gefährlichen Königreich« heißt die Sammlung aus sieben CDs.


Der Schriftsteller, Journalist und Radiosprecher Gert Heidenreich liest die poetischen Gedichte aus dem Roten Buch. Er verzaubert mit eben jener Ballade von Tom Bombadils Abenteuern. Der deutsche Theater- und Filmschauspieler Ulrich Noethen entführt uns in die Welt des kleinen Hundes "Roverandom", die Geschichte von "Bauer Giles" erzählt Hans Paetsch, der als Schauspieler, Regiesseur und Synchronsprecher berühmt wurde. Achim Höppner, dessen Stimme ebenfalls aus Film, Funk und Fernsehen bekannt ist, war bereits die deutsche Synchronstimme von Gandalf im Herrn der Ringe. Im Hörbuch »Geschichten aus dem gefährlichen Königreich« liest er die magische Geschichte von einem Jungen, der den "Elbenstern" findet.


Als Sonderausgabe finden Sie dieses umfangreiche Hörspiel für weniger als 17 Euro bei uns im Angebot!


Hörbuch "Geschichten aus dem gefährlichen Königreich" bei Jokers


Bild: J. R. R. Tolkien/wikimedia

01.02.2012, 16.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: andere Medien | Tags: Tolkien, Ballade, Herr der Ringe, Fantasy-Literatur, Gedichte,

Molybdomantie: Die Zukunft liegt im Blei

»Ohhh, ich habe einen Elefanten gegossen!« rief Marianne begeistert, als sie bei unserer Silvesterfeier ihr Figürchen aus dem Wasser fischte. »Der bedeutet sicher, dass ich ganz alt werde und ganz viel Kraft haben werde!« Tobias schmunzelte und Peter machte aus seiner Irritation keinen Hehl. Wer glaubt schon daran, dass die Bleigießerei ein zuverlässiges Orakel wäre?


Meine Nichte, die sich gerade sehr für die alten Griechen begeistert, erläuterte, dass die Molybdomantie, was griechisch für Bleigießen, Orakeln steht, im antiken Griechenland regelmäßig praktiziert wurde.


Die alten Römer waren dann die Ersten, die Blei »industriell« verarbeiteten, und schon damals wurde berichtet, dass im Baltikum statt Blei mit Wachs gewahrsagt wurde. Zu Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs benutzten dann die Knechte ihre eingeschmolzenen Bleikugeln, um sich ihre Zukunft vorherzusagen.


Bleigiessen_by_Paul-Georg Meister_pixelio.de.jpgFrüher war das Bleigießen ein weit verbreiteter Brauch, der am 30. November, dem Andreastag, gepflegt wurde. Der Andreastag war der typische »Lostag«, an dem Dienstboten, Mägde und Knechte erfuhren, ob ihr Dienstverhältnis verlängert wird. Als Los bezeichnete man damals das berufliche Schicksal. Der heilige Andreas war darüber hinaus für Heiratsorakel zuständig. Eine Jungfer, so die Mär, konnte durch das Bleigießen das Handwerkszeug, also den Beruf, ihres zukünftigen Bräutigams herausfinden. Leider ist es heute nicht mehr so einfach, die Bedeutung beispielsweise einer gegossenen Peitsche auszumachen schließlich sind Kutscher heute nicht mehr allzu oft anzutreffen.


Die Deutung der Bleifiguren ist immer unterhaltsam, hält sich doch das Blei nicht wirklich an Regeln, zu welcher eine eindeutig interpretierbaren Form es sich gießen lassen will: Es gibt zwar zahlreiche Bücher, die sich der Symbolik des Bleigießens widmen, aber manchmal erscheint das hart gewordene Weichmetall doch eher als unförmiger Klumpen, der dem Orakelnden viel Fantasie abverlangt. Meine Figur sah zum Beispiel wie eine missglückte Mischung aus Walfisch und Palme aus. Vielleicht eine besondere Art der Metamorphose? Oder werde ich einfach nur eine schöne Fernreise unternehmen? Wer weiß: 2012 wird es zeigen.


Buch "Bleigießen" bei Jokers




30.01.2012, 10.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Bleigießen, Zukunftsdeutung, Vorhersagen, Bleifiguren, Molybdomantie ,

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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