Jokers Blog Deutschland

Keine Wortpatenschaft für Jokers

Normalerweise übernimmt man Patenschaften für Kinder. Der Verein Deutsche Sprache ist der Meinung, dass man auch für Wörter eine Patenschaft übernehmen kann. Deutsch müssen die Wörter sein, und 5 Euro muss man zahlen, um eine Wortpatenschaft für ein angeblich bedrohtes deutsches Wort zu übernehmen. Im Zeitalter der Anglizismen sei die deutsche Sprache so bedroht, dass man sie schützen müsse. Denn: »Auch in Deutschland veröden ganze Wortlandschaften. Mäßiges Englisch und krudes Denglisch überall.«

Der besorgte, wehrhafte deutsche Mensch hat die Auswahl unter 350.000 Begriffen, für die er eine Patenschaft übernehmen kann. Nur einmal wird ein bedrohtes deutsches Wort vergeben; es soll auf ewig mit dem Förderer verbunden bleiben. Natürlich ist es nicht damit getan, die 5 Euro zu zahlen und sich ein Wort zu schnappen. Beständige Anteilnahme ist gefordert: »Schreiben Sie Gedichte mit Ihrem Wort, tauschen Sie sich aus mit anderen Wortpaten und schaffen Sie Wörterbiotope oder museen, ertüfteln Sie Wortspielereien.« So die Anregung des Sprachvereins.

Leider gibt es »Jokers« nicht unter den 350.000 deutschen Begriffen, die für Wortpatenschaften zur Verfügung stehen, nur »Joker«. Wie gern hätte ich »Jokers« unter meine Fittiche genommen! Jeden Tag hätte ich ein kleines Gedicht geschrieben:

Morgens, wenn ich zu Jokers geh,
Auf dem Schreibtisch ich viel Arbeit seh

Und Wortbiotope habe ich auch schon geschaffen: Jokers, Jokers restseller, Jokers online, Jokers Lyrikpreis, Jokers Download-Portal, Jokers Filialen, Jokers Katalog Also: In mir hätten die Hüter der deutschen Sprache wirklich einen guten Mitstreiter gefunden. Pech nur, dass sie »Jokers« nicht in ihrer Datenbank haben. Ist »Jokers« vielleicht gar kein deutsches Wort? Hänge ich meine Energie etwa an ein Wort, das die deutsche Sprache als Denglizismus bedroht? Oh Gott! Nicht auszudenken!

26.03.2006, 18.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Ein Lebensmittel für alle

Heute las ich in der WELT einen Artikel von Anne Chaplet über die Frage, wie das Buch zum Leser kommt, ein Autor viele Bücher verkauft und damit reich wird. Darin beklagte sie, dass es unter anderem im Versandbuchhandel keine bücherliebenden und beratungsfesten Buchhändler mehr gebe.

Als Mitarbeiter in einem Versandbuchhandel fühle ich mich durch das Urteil von Frau Chaplet angegriffen. Woher weiß Frau Chaplet, dass ich keine Bücher liebe? Was meint Sie mit »nicht beratungsfest«? Hat sich Frau Chaplet die Mühe gemacht mit einem verantwortlichen Versandbuchhändler zu sprechen, bevor sie ihr negatives Urteil über den Versandbuchhandel in den PC tippte? In ihrem Artikel jedenfalls wurde kein Mitarbeiter von Amazon, Zweitausendeins, Weltbild, buecher.de oder Jokers als Beweis zitiert, dass diese Versandbuchhändler Bücher nicht lieben und Kunden nicht beraten können.

Was Frau Caplet macht, nämlich Behauptungen aufstellen, die sie nicht beweist, ist üblich geworden in der Presse. Der Fall Schweinsteiger / tz zeigt es. Oft brauchen die Zeitungen nicht mal einen Widerruf zu drucken, weil die meisten beleidigenden Falschaussagen eher nebenbei vorgetragen werden wie von Frau Caplet und sie dabei nicht die Schmerzgrenze übersteigen, die zur offensiven Gegenwehr mobilisiert.

BücherschrankWahrscheinlich hätte auch ich Frau Chaplets Artikel mit Schweigen zugedeckt, wenn nicht im letzten Teil noch ein Satz gestanden hätte, der mich dann vollends gegen die Autorin aufbrachte. Sie schreibt: »Vermarkten mag dem Kulturgut Buch höchstens dann abträglich sein, wenn man dabei an Discounter denkt, bei denen die Massenware Buch möglichst billig verramscht wird.« Merke: Günstige Preise schaden dem Kulturgut Buch! Frau Chaplet weiter: »Markt war und ist ja auch der Ort, an dem die Gourmets die Ware mit spitzen Fingern prüfen und nur das Beste erwerben.«

Frau Chaplet scheint sich einen Leser zu wünschen, der viel, viel Geld in der Tasche hat, um möglichst hohe Buchpreise zu bezahlen. Gourmet muss er sein, gell. Und er muss von gehobener Intelligenz sein: »Schließlich ist Bücherlesen noch immer eine kulturelle Leistung, also nichts für Dumme«, so erklärt Frau Chaplet an einer anderen Stelle ihres WELT-Artikels. Vielleicht sollte an den Eingängen von Buchhandlungen Intelligenztests durchgeführt und die Bonität der Kunden geprüft werden.

Ein Wort in dem Artikel von Frau Chaplet hat mir gefallen: Sie sprach davon, dass Bücher ein Lebensmittel seien. Da kann ich ihr zustimmen. Und wir von Jokers versuchen, dieses Lebensmittel für alle möglichst günstig abzugeben. Und dabei achten wir immer da kann sich Frau Chaplet gleich in unserem Online-Shop überzeugen auf hohe Qualität. Es stimmt einfach nicht, dass Bücher nur durch hohe Preise zu einem Kulturgut werden. Das Gegenteil ist wahr.

25.03.2006, 16.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Koeppen und die Tauben

Kürzlich hatte mein Onkel Geburtstag. Leider ging sein Festtag im allgemeinen Trubel fast unter jeder aus der Familie hat im Moment zu viel um die Ohren. Geburtstage kommen da schon mal zu kurz. Erst am Abend konnte ich ihm gratulieren. Ich rief ihn an und holte mir seinen unterschwelligen Vorwurf ab: Wie Koeppens "Tauben im Gras" würden sich alle Familienmitglieder benehmen, blind ihren verschiedensten Aktivitäten nachrennen, immer auf der Suche nach... Ja, nach was?

Koeppen Tauben im GrasEs ist lange her, dass ich die berühmte Nachkriegserzählung von Wolfgang Koeppen las. Doch dies war Anlass, mir das Buch noch mal zu Gemüte zu führen. Denn "Tauben im Gras" liest man nicht einfach, man lässt sich darauf ein. Die Darstellungen der Personen, die gierig versuchen, ihr Leben zu finden, nimmt mit, reißt mit, bedrückt und erleichtert gleichermaßen.

Doch auch ein Wolfgang Koeppen kämpft gegen die Vergesslichkeit des Zeitgeists: Am 15.März jährte sich sein Todestag zum zehnten Mal 1996 starb er in München. Und kaum einer dachte an ihn. Bis auf meinen Onkel.

21.03.2006, 14.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren

Nichts gebloggt

Seit Tagen nichts gebloggt. So kann es nicht weitergehen! Nicht einmal die Leipziger Buchmesse gestreift. Gut: Über die Leipziger Buchmesse haben andere geschrieben. Da muss ich nicht auch noch meinen Senf dazugeben. Aber es gäbe ja so viele andere Themen! In meinem Kopf stapeln sie sich schon.

Das Problem aber ist der Jokers Lyrikpreis. Jeden Tag lese ich Gedichte. Es funktioniert so: Die Juroren bekommen die Gedichte der TeilnehmerInnen und bewerten sie. Wenn sie die Gedichte bewertet haben, laufen sie bei mir ein. Ich sortiere dann noch einmal für die Endausscheidung, den finalen Durchgang. Das nimmt ganz schön Zeit in Anspruch. Und erst die finale Entscheidung! Ich kenne das von den bisherigen Lyrikpreis-Jahren. Im Laufe der Wochen werden immer mehr Gedichte aussortiert, man sitzt und liest und diskutiert. Am Ende sind es dann ein paar wenige GewinnerInnen: die Unterschiede zu Gedichten, die kurz vorm Gewinn standen, sind klein. Im Sport würde man sagen, es geht um Millisekunden. Ich bin gespannt, wer diesmal das Rennen macht und wie sich die Jury am Ende entscheidet.

http://www.jokers.de/lyrikpreis

20.03.2006, 16.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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