Jokers Blog Deutschland

Cowboys, Gott und Coca-Cola

USA BuchKürzlich lag meine Frau mit einem Magen-Darm-Infekt im Bett. Sie schluckt äußerst ungern Medikamente und so griff ich auf das alt bewährte Heilmittel meiner Kindheit zurück. Ich verabreichte ihr nichts anderes als ein Glas Cola, eben das, was ich früher von meiner Mutter bekam, wenn ich unter Übelkeit litt. In meiner Kindheit hatte Cola noch etwas herrlich Exklusives, ja fast Verruchtes: Damals diskutierte man darüber, ob Cola wirklich Extrakte der Koka-Pflanze enthält.

Cola wird immer wieder als gesundheitsschädigend kritisiert: Vor allem einer ihrer Hauptinhaltsstoffe, die Phosphorsäure, soll Karies verursachen, da sie das Kalzium der Zähne angreift. Ernährungsexperten sehen die Heilwirkung von Cola bei Durchfallerkrankungen natürlich anders als meine Mutter, auch wenn heute ganz sicher keine Koka-Bestandteile mehr in der süßen Brause zu finden sind.

Kennen Sie eigentlich die Geschichte der Cola? Heute wissen vor allem junge Leute wenig mehr, als dass sie das Nationalgetränk der USA ist. Und um Amerika rankten und ranken sich manche Klischees. Amerika bestand in den Augen vieler aus Cowboys, Goldwäschern und Baptisten, die sich Cola schlürfend in Saloons wilde Schießereien mit Indianern lieferten. Genau solche Vorurteile greift Sylvia Englert in ihrem Werk „Cowboys, Gott und Coca-Cola“ auf: Spannend und mit einer gesunden Portion Humor erzählt sie die faszinierende Geschichte der Vereinigten Staaten.


05.04.2008, 13.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: USA, Cowboys, Coca Cola,

Er steht einfach nicht auf dich

Telefon„Wie viel Zeit hab ich schon damit verschwendet, dass ich mich für Männer engagiert habe, die eigentlich nichts von mir wollten“, erklärte mir Susanne, eine Bekannte aus Studentenzeiten, neulich. Dann habe sie den Ratgeber „Er steht einfach nicht auf dich“ mit dem hübschen Untertitel „Warum Frauen nie verstehen wollen, was Männer wirklich meinen“ gelesen.

„Das Buch hat mir die Augen geöffnet. Wenn ein Mann sich urplötzlich nicht mehr meldet, dann ist meist nicht das Telefon kaputt, seine Mutter erkrankt oder die Arbeit zuviel. Nein. Dann interessiert er sich einfach nicht so für mich.“ Das klang irgendwie bitter, deshalb fragte ich nach und hörte: „Ich bin es leid, dass wir Frauen Entschuldigungen und Mythen rund um Männer erfinden, die sich urplötzlich nicht mehr melden. Wenn ein Mann verliebt ist, dann hält ihn auch eine kranke Mutter nicht davon ab anzurufen.“

Mittlerweile soll das Buch zu einem wahren Bestseller geworden sein und angeblich wird es in Hollywood verfilmt.

04.04.2008, 16.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Ratgeber

Werbesprüche


FrageManchmal verstehe ich die Werbung nicht mehr. Zugegeben, es gab immer schon Slogans, bei denen sich mir die Fußnägel hochbogen. Doch in den letzten Jahren wird das Spiel mit der Sprache, das Werbung ja eigentlich auch ist, immer mehr zur Qual. Und ich fürchte, Slogans wie „Da werden Sie geholfen“ sind erst der Anfang. Neulich hörte ich zum Beispiel: „Wir holen die Sonne in Ihre Ohren.“ Ein Bild, das so nicht wirklich passt und eher nach Mittelohrenzündung klingt denn nach Wohlbehagen. Oder der Spruch „Jede Woche wertvoll fernsehen“! Wie kann man wertvoll fernsehen, frage ich mich.

Nennen Sie mich einen Nostalgiker, aber bei Werbung, die auf Verdummung der Konsumenten abzielt, trauere ich alten Zeiten nach. Ich erinnere mich an Werbesprüche wie „Wir machen den Weg frei“ oder „Nichts ist unmöglich“, die einem das Gefühl gaben, mit dem Produkt eine echte Lebenserleichterung zu kaufen. Unvergessen auch „Nicht nur sauber, sondern rein“ oder „Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können“. Meiner Meinung nach waren das noch Slogans mit Aussage. Und sie hatten sogar noch einen einigermaßen nachvollziehbaren Satzbau.

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03.04.2008, 14.43 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Werbespüche, Werbeslogans, Reklame,

Thema Alter

Ich erinnere mich noch genau an die Worte einer guten Freundin anlässlich ihres 40sten Geburtstags: „Dreißig zu werden, das ist ja noch ganz cool. Da liegt einem die Welt noch zu Füßen. Aber mit vierzig ist eigentlich alles vorbei.“ Ich selbst war damals gerade Anfang dreißig und konnte ihre Meinung nicht gut nachvollziehen. Heute, viele Jahre später, denke ich immer wieder an ihre Worte.

Erst recht, wenn ich von Jubiläen bekannter Persönlichkeiten lese. Wie etwa von Udo Lindenberg, der mit 62 Jahren jetzt ein neues Album herausgebracht hat, und von dem Zeitschriften wie der „Spiegel“ schwärmen: „Udos Stimme hat sich verändert: Sie will nicht mehr so viel. Sie klingt jetzt lässig alt. Es singen Zuversicht, Gelöstheit, die totale Entspannung.“

Gänzlich anders vom Altern spricht der amerikanische Schriftsteller Philip Roth in seinem neuen Roman „Jedermann“. Denn für den 73-Jährigen ist Altern kein Kampf, „das Alter ist ein Massaker“. Entsprechend beginnt das Buch mit der Beerdigung der namenlosen Hauptfigur. In zahlreichen Rückblicken erzählt Roth die Geschichte eines normalen Amerikaners, der seine mit dem Alter zunehmenden Krankheiten nur schwer akzeptieren kann. Im Mittelpunkt stehen der körperliche Verfall und das Altern. Eine Geschichte, die alles andere als verklärt und „entspannt“ ist.

Philip Roth bei Bücher-Wiki

02.04.2008, 16.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Jubiläen, Alter, Veränderungen, Siechtum,

Latein als erste Fremdsprache?

Eine meiner Nichten kommt im nächsten Schuljahr aufs Gymnasium: Jetzt steht die Entscheidung an, mit welcher Sprache sie startet. Ich selbst begann in meiner Schullaufbahn mit Latein, meine Schwester mit Englisch, aber heute ist sie der Meinung, dass Latein die besseren Voraussetzungen bietet, später die anderen Fremdsprachen an der Schule leicht erlernen zu können. Also versucht sie, meiner Nichte Latein schmackhaft zu machen.

RomDas ist nicht so leicht wie gedacht: Denn welches Kind hat schon Lust, sich mit den schwierigen Grammatikregeln auseinanderzusetzen? Doch Latein ist viel mehr als Ablativ und Co.: Latein, selbst wenn es heute eine tote Sprache ist, war einmal eine Weltsprache, war das Kommunikationsmittel schlechthin, das die Geschichte des Abendlandes mehr prägte als jede andere Sprache. Latein war Leben, beeinflusste und kreierte eine ganze Gesellschaft. Latein ist Rom, ist Nero, ist Caesar, ist Wein, ist Poesie, ist…

Als meine Schwester mich um Hilfe bat, die kleine Nichte von der Schönheit des Latein zu überzeugen, wusste ich, dass mir dies nur auf einem Weg gelingen konnte. Ich musste ihr zeigen, dass Latein vor allem „panem et circenses“ ist, Brot und Spiele. Also zeigte ich ihr mein wunderbares Puzzlebuch vom alten Rom: In 5 mal 63 Teilen wird das antike Leben in der einst brodelnden Stadt dargestellt. Klar, dass meine Nichte Feuer und Flamme war! Und natürlich will sie nun mit Latein als erster Fremdsprache beginnen… So einfach kann es manchmal sein, Kinder für die Schule zu begeistern!

01.04.2008, 17.57 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Bücher | Tags: Grammatikregeln, Fremdsprachen, Latein, Puzzlebuch,

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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