
Das schönste Buch der Welt
Für mich eigentlich immer das, welches ich gerade lese. Es sei denn, ich habe mich wirklich mal total im Buchregal vergriffen. Derzeit ist es zum Beispiel ein wunderschön verzierter Band mit Scheherazades Märchen aus 1001 Nacht, die mich mit ihrer blumigen Sprache bezaubern. Morgen ist es vielleicht das Kontrastprogramm ein knallharter Mankell. Und übermorgen ein außergewöhnliches Buch, das ich eigentlich für meinen Sohn gekauft habe...
Lassen sich denn eigentlich Kriterien festlegen für »das schönste Buch«? Oder liegt die Schönheit auch hier im Auge des Betrachters? Die Stiftung Buchkunst jedenfalls hat ganz klare Vorstellungen: Von »sensibel gestalteten Bänden« ist da die Rede, von »überzeugender Stringenz«, »detailreicher Codierung komplexer Inhalte« oder gar »Pseudo-Techno-Typografie«.

Im Februar hat die Stiftung wieder die schönsten Bücher der Welt gekürt und mit Preisen wie der »Goldenen Letter«, edlen Medaillen und Ehrendiplomen bedacht. 636 Titel aus 34 Ländern lagen der Jury zur Begutachtung vor. Und auf der Leipziger Buchmesse konnten wir neulich die Sieger bewundern: Die Niederlande erhielten dieses Jahr die höchsten Ehren. 6 Medaillen und Diplome, sowie der Hauptpreis der »Goldenen Letter« gingen an sie. Weitere Auszeichnungen erhielten Bücher aus China, Finnland, Österreich und der Schweiz. Immerhin: Gutenbergs Heimat Deutschland ist mit einem Ehrendiplom dabei.
Wer mehr wissen möchte:
http://www.stiftung-buchkunst.de
Lassen sich denn eigentlich Kriterien festlegen für »das schönste Buch«? Oder liegt die Schönheit auch hier im Auge des Betrachters? Die Stiftung Buchkunst jedenfalls hat ganz klare Vorstellungen: Von »sensibel gestalteten Bänden« ist da die Rede, von »überzeugender Stringenz«, »detailreicher Codierung komplexer Inhalte« oder gar »Pseudo-Techno-Typografie«.

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08.04.2006, 12.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft
Goethe reist wieder
Hat Daniela Brasil da was falsch verstanden? »Wie im Himmel, also auch auf Erden«, heißt es bekanntlich im Vaterunser. Die brasilianische Künstlerin dreht die biblische Vorlage um: Und schickt den zu Lebzeiten äußerst reisefreudigen Johann Wolfgang Goethe posthum wieder auf die Reise. Mitsamt seinem Freund und Dichterkollegen Friedrich Schiller.
Seit 1857 ziert deren bronzenes Denkmal den Theaterplatz in Weimar. Aber demnächst könnten Touristen, die sich davor ablichten wollen, vor einem leeren Sockel stehen. Weil die Statue der beiden größten deutschen Dichter gerade in Jena weilt. Dort, am Jenaer Markt nämlich stand bis zum Zweiten Weltkrieg jenes Haus, in dem sich die beiden Literaten erstmals trafen, und ihre langjährige Freundschaft ihren Anfang nahm. Und just an diesem denkwürdigen Ort kann ihr Ebenbild einen einwöchigen Urlaub genießen.
Die Weimarer werden sich fragen, was ihnen das Denkmal eigentlich bedeutet, hofft die »Reiseleiterin« Daniela Brasil. Im Moment sei es ja einfach nur da, ohne richtig wahrgenommen zu werden. Deutlich wahrgenommen werden dagegen schon die Reisekosten der beiden Klassiker: zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Und keiner weiß, wer dafür in die Tasche greifen soll. Zudem äußerte die Denkmalschutzbehörde Bedenken. Sie befürchtete, dass Goethe und Schiller auf der Reise entzwei gehen könnten. Bliebe für uns Bücherfreunde immerhin ein Trost: Ihr Werk ist schließlich unvergänglich.
Seit 1857 ziert deren bronzenes Denkmal den Theaterplatz in Weimar. Aber demnächst könnten Touristen, die sich davor ablichten wollen, vor einem leeren Sockel stehen. Weil die Statue der beiden größten deutschen Dichter gerade in Jena weilt. Dort, am Jenaer Markt nämlich stand bis zum Zweiten Weltkrieg jenes Haus, in dem sich die beiden Literaten erstmals trafen, und ihre langjährige Freundschaft ihren Anfang nahm. Und just an diesem denkwürdigen Ort kann ihr Ebenbild einen einwöchigen Urlaub genießen.Die Weimarer werden sich fragen, was ihnen das Denkmal eigentlich bedeutet, hofft die »Reiseleiterin« Daniela Brasil. Im Moment sei es ja einfach nur da, ohne richtig wahrgenommen zu werden. Deutlich wahrgenommen werden dagegen schon die Reisekosten der beiden Klassiker: zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Und keiner weiß, wer dafür in die Tasche greifen soll. Zudem äußerte die Denkmalschutzbehörde Bedenken. Sie befürchtete, dass Goethe und Schiller auf der Reise entzwei gehen könnten. Bliebe für uns Bücherfreunde immerhin ein Trost: Ihr Werk ist schließlich unvergänglich.
07.04.2006, 18.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft
Leidenschaft
Die Welt geht unter und ich amüsiere mich. Darf das sein? Ich gestehe es: Ich spiele gern! Ja, am Computer. Stundenlang in letzter Zeit. Natürlich nicht im Geschäft. Das ist kein läppisches Moohrhuhn-Schießen. Für mich sind Dummie-und-Doofie-Games total out! Ich bevorzuge ernste Spiele. Seit einiger Zeit kämpfe ich als Mitarbeiter einer besonderen Task Force im Auftrag der UNO in verwüsteten Krisengebieten gegen den Untergang unserer Erde. Kein leichter Job. Aber ein unterhaltsamer Abend! Wo? Nicht in Afghanistan, nicht im Kongo, nicht im Sudan und nicht in Nordkorea, sondern ganz bequem bei mir zu Hause vor dem Bildschirm. Wie das geht? Ich habe mir einen bunten Karton mit der Aufschrift »Genius - Task Force Biologie" geschnappt. Darin ist eine CD-ROM für einen Pentium-PC verstaut. Die habe ich eingelegt und schon bin ich durch eine Echtzeit 3-D-Grafik in bestechender Qualität mit 5 Szenarien und 40 verschiedenen Gebäudetypen mittendrin im virtuellen Abenteuer, bei dem ich als Umwelt-Retter spannende Aufgaben zu erledigen habe. Mit Verstand und Geschick muss ich verendende Tiere und verdurstende Menschen durch umsichtige Aktionen retten. Dadurch bekommt mein Leben nun doch noch einen tieferen Sinn. Ein Bundesverdienstorden dürfte nicht weit sein. Die Menschheit wird mir ein Denkmal errichten und ..., äh, Moment, ich muss mich erst noch in die Highscore-Liste eintragen ...
Deswegen verrostet langsam die Fernbedienung meines Fernsehers. Fürs Wochenende habe ich mich schon mal mit einigen Tüten Erdnussflips und Getränke-Kisten eingedeckt. Ich habe mir vorgenommen, einen Wirbelsturm zu besiegen. So eine Task-Force ist übrigens kein Kinderkram, nein, da sind nämlich clevere Männer und starke Frauen gefragt. Ich weiß also nicht, ob das wirklich was für jeden ist ...

Deswegen verrostet langsam die Fernbedienung meines Fernsehers. Fürs Wochenende habe ich mich schon mal mit einigen Tüten Erdnussflips und Getränke-Kisten eingedeckt. Ich habe mir vorgenommen, einen Wirbelsturm zu besiegen. So eine Task-Force ist übrigens kein Kinderkram, nein, da sind nämlich clevere Männer und starke Frauen gefragt. Ich weiß also nicht, ob das wirklich was für jeden ist ...

06.04.2006, 12.58 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: andere Medien
Sind wir nicht alle ein bisschen Alzheimer?
Bald ist Ostern, das ist keine neue Erkenntnis - ich jedoch pflege solche Feste zuweilen zu vergessen. Aber irgendein banaler Zufall ruft mir solche Ereignisse dann doch noch rechtzeitig ins Gedächtnis, damit ich pünktlich die Grußkarten an Verwandte und Freunde verschicken kann. Dieses Mal war es ein Besuch bei einem Freund: Während wir gemütlich unseren Kaffee tranken, blieb mein Blick plötzlich an einem Kunstdruck an der Wand hängen: Der leibhaftige Dürer-Hase prangte dort in seiner ganzen Pracht. Nun, die Assoziation mit dem Osterhasen lag nahe. Danke für den stillen Hinweis, Albrecht Dürer!
Am 06.04.1528 starb der berühmte Künstler - somit ist heute sein Todestag. Insbesondere für die Perfektionierung des Kupferstichs und Holzschnitts erlangte er internationale Bekanntheit - doch mir gefallen seine Naturbilder am besten, eben zum Beispiel jenes Häschen. Vor allem dann, wenn sie mir als solch wertvolle Gedächtnisstütze dienen.
Am 06.04.1528 starb der berühmte Künstler - somit ist heute sein Todestag. Insbesondere für die Perfektionierung des Kupferstichs und Holzschnitts erlangte er internationale Bekanntheit - doch mir gefallen seine Naturbilder am besten, eben zum Beispiel jenes Häschen. Vor allem dann, wenn sie mir als solch wertvolle Gedächtnisstütze dienen.
06.04.2006, 11.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in:
Kinderschwund
In unseren Breitengraden bricht Panik aus: Geburtenalarm! Laut den Statistikern sollen in Deutschland immer weniger Kinder auf die Welt kommen. 1,4 Kinder pro Familie können hier gerade mal noch gezählt werden. Nur im Vatikan gibt es weniger Kinder, die das Erdenlicht erblicken. Die Geburtenrate zwischen Boden- und Ostsee sinkt ständig. Wer oder was ist daran schuld? Die Frauen? Die Männer? Die wenigen Kindergärten? Das zu niedrige Kindergeld? Die fehlende Unterstützung für Familien insgesamt? Wann stirbt Deutschland durch Kinderschwund aus? lautet die bange Frage, die ich mir stelle.

Dabei wüsste ich durchaus einen Grund für fröhliches Kinderlachen: Es hat noch nie so viele so schöne so gute Kinderbücher gegeben wie in diesen Tagen. Ich würde heutzutage gerne zur Welt kommen. Als Kind besaß ich einst nur ein Buch mit den »Deutschen Heldensagen«, das ich wieder und wieder las. Später durfte ich mir dann im Bücher-Bus die begehrte Lektüre ausleihen. »Aber nicht mehr als drei Bücher, die anderen wollen auch was zu lesen«, belehrte mich die Bibliothekarin. Der Bücher-Bus kam leider nur ein Mal im Monat in unsere Gegend. Die drei Bücher hatte ich schon in der ersten Woche ausgelesen.
Heute könnte ich als Lese-Zwerg in meinem Lese-Hunger Bücher wie »The Very Hungry Caterpillar« oder »The Bad-Tempered Ladybird« in die Hand nehmen. Das sind die englischen Ausgaben der Kinderbuch-Klassiker »Die kleine Raupe Nimmersatt« und »Der kleine Käfer immerfrech«. In unseren Tagen würde ich zweisprachig aufwachsen. Ich könnte die Kinder-Szene in den USA studieren, wo die Geburtenrate noch bei 2,0 Kindern pro Familie liegt ...
Link zu englischen Kinderbüchern
Link zu deutschsprachigen Kinderbüchern

Heute könnte ich als Lese-Zwerg in meinem Lese-Hunger Bücher wie »The Very Hungry Caterpillar« oder »The Bad-Tempered Ladybird« in die Hand nehmen. Das sind die englischen Ausgaben der Kinderbuch-Klassiker »Die kleine Raupe Nimmersatt« und »Der kleine Käfer immerfrech«. In unseren Tagen würde ich zweisprachig aufwachsen. Ich könnte die Kinder-Szene in den USA studieren, wo die Geburtenrate noch bei 2,0 Kindern pro Familie liegt ...
Link zu englischen Kinderbüchern
Link zu deutschsprachigen Kinderbüchern
04.04.2006, 14.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher
Stanislaw Lem ist tot
Ich bin mit ihm groß geworden. All meine Jugendjahre hat er begleitet, jedes seiner Bücher habe ich verschlungen, er hat mich mit zu dem gemacht, was ich heute bin: Ein Mensch, der an die Zukunft glaubt, aber um deren Risiken Bescheid weiß.
Vor mir erlag bereits eine andere Generation seinem futuristischen Zauber, seinem phantastischen Weitblick. Seine "Phantomatik", die er in den 50er Jahren entwarf, ist nichts anderes als der heutige Cyberspace, die virtuelle Realität.
Und nun ist der Mann, der unter anderem für den Ausspruch "Die erste Voraussetzung für die Unsterblichkeit ist der Tod" bekannt wurde, tot. Letzten Montag verstarb der Science-Fiction-Autor Stanislaw Lem 85-jährig in einer Krakauer Klinik.
Ach, wie habe ich seine philosophisch inspirierten Zukunftsentwürfe geliebt: Solaris, die Sterntagebücher, die Robotergeschichten... Niemand wird ihn je ersetzen können. Seine Werke, die mir bleiben, werde ich wie einen Schatz hüten.
Vor mir erlag bereits eine andere Generation seinem futuristischen Zauber, seinem phantastischen Weitblick. Seine "Phantomatik", die er in den 50er Jahren entwarf, ist nichts anderes als der heutige Cyberspace, die virtuelle Realität.
Und nun ist der Mann, der unter anderem für den Ausspruch "Die erste Voraussetzung für die Unsterblichkeit ist der Tod" bekannt wurde, tot. Letzten Montag verstarb der Science-Fiction-Autor Stanislaw Lem 85-jährig in einer Krakauer Klinik.
Ach, wie habe ich seine philosophisch inspirierten Zukunftsentwürfe geliebt: Solaris, die Sterntagebücher, die Robotergeschichten... Niemand wird ihn je ersetzen können. Seine Werke, die mir bleiben, werde ich wie einen Schatz hüten.
03.04.2006, 14.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren

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