
Deutschlands erfolgreichster Autor
Es gibt einen deutschen Autor, der wie kein zweiter die Gemüter in meinem Bekanntenkreis spaltet: Wolfgang Hohlbein. Der Fantasy-Schreiber gehört mit rund 35 Millionen verkauften Werken zwar zu Deutschlands erfolgreichsten Schriftstellern. Bei über 200 Werken ist meiner Meinung nach allerdings auch einiges dabei, auf das, verzeihen Sie meine Direktheit, die Welt hätte verzichten können. Leider habe ich von ihm bislang nur Bücher gelesen, die in eben diese Kategorie fallen. Ich denke da vor allem an seine Horror-Werke „Der Inquisitor“ und „Am Abgrund“. Zu Gute halten muss man ihm allerdings, und so argumentieren auch seine Verehrer unter meinen Bekannten, dass er aus einem schier unermesslichen Einfallsreichtum schöpft und fast alle Genres bedient. Fantasy, Horror, Kinderromane, historische Romane, Science Fiction, es gibt kaum einen Bereich, zu dem Hohlbein noch kein Buch geschrieben hat. Es fehlt höchstens noch eine wissenschaftliche Abhandlung. Aber vielleicht schreibt er die ja auch noch.
13.04.2008, 16.03 | (7/5) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Hohlbein, Autor, Fantasy,
Lieber das Echte
Shortbooks als Hörbucher sind in. Was man unter diesem Anglizismus versteht, liegt scheinbar ganz im Trend der Zeit: Literatur im Espresso-Format. Schnell, ergiebig, eilig – und damit ein Kultur-Schock für Lesefans.Seien wir mal ehrlich. Was bringt es, wenn man über die aktuellen Neuerscheinungen mitplappern kann, gepflegten Small-Talk über die „wichtigsten“ Bücher der Jetzt-Zeit halten kann, weil man eben mal schnell die Zusammenfassung des Inhalts auf einer Seite las oder, noch moderner, als 5 Minuten Audio-Format auf die Ohren bekam? Wo bleibt der Lesegenuss, wo bleibt die Entspannung, wo bleibt das Eintauchen in faszinierende Welten?
Sie wissen, dass auch ich mich für Hörbücher interessiere. Aber bitte als Gesamtwerk und keine Espresso-Zusammenfassung! Stellen sie sich nur mal vor, eines der schönsten Gedichte von Rilke, „Die Dinge singen hör ich so gerne“, wäre in ein paar Zeilen zusammengefasst, was dann vielleicht so klingen würde: Singen statt Sprechen!
Nein, nein: Ich lasse mich viel lieber ganz auf Literatur ein, z. B. Rilkes einmalige Welt, sauge jedes seiner poetischen Worte in mir auf:
Die Dinge singen hör ich so gern
Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.
Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott.
Sie wissen alles, was wird und war,
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt gerade an Gott.
Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.
Noch schöner ist es, diese Verse zu hören – und zwar gesungen, von keinem anderen als Xavier Naidoo. Denn der interpretiert jenes Gedicht auf dem einmaligen Hörbuch „Der überfließende Himmel“, die 3. Fortsetzung des Rilke-Projekts. Xavier Naidoo ist nicht der einzige Star, der sich für Rilke begeistert – doch wer die anderen Berühmtheiten sind, die mit ihrer einzigartigen Stimme die schönsten Rilke-Strophen vortragen, hören Sie besser selbst.
Hörbuch „Der überfließende Himmel“
12.04.2008, 16.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: andere Medien | Tags: Shortbooks, Hörbücher, Rilke-Projekt, Xavier Naidoo,
Es piepst im Haus
Durch meine Wohnung hallt seit neuestem fröhliches Vogelgezwitscher. Nein, nicht wegen den Frühlingswochen. Ich höre bzw. lese ein neues Buch über Vogelstimmen mit CD! Ich hatte schon immer große Freude am mannigfaltigen Piepen und Tirilieren vor meinem Fenster. Naja, bislang konnte ich zwar eine Amsel von einer Nebelkrähe unterscheiden, aber oft nicht wirklich genauer bestimmen, was da so alles an Federvieh am Meisenknödel baumelte. Auch schallte mir bei Waldspaziergängen so manches Mysterium aus den Wipfeln entgegen, das ich nur allzu gern gelöst hätte. Jetzt meine ich langsam hinter die Vogelsprache zu hören und glaube zielsicher Feldschwirl, Gartengrasmücke und Gartenbaumläufer schon beim ersten Piep voneinander unterscheiden zu können.
Meine Frau begegnet meiner neuen Begeisterung für Vogelstimmen mit Skepsis. Sie befürchte, gestand sie mir neulich, ich würde schon bald mit einem Richtmikrophon im Gebüsch hocken und Vögel belauern. Die Sorge kann ich ihr getrost nehmen. Das Buch und die CD reichen mir völlig aus. Die kann man nämlich auch zu Hause genießen. Und ein Sofa ist mir immer noch lieber als ein Platz im Gebüsch oder auf einem Hochsitz.
11.04.2008, 23.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: andere Medien | Tags: Vögel, Vogelstimmen, Feldschwirl, Gartengrasmücke, Gartenbaumläufer, Nebelkrähe, Amsel,
Die Vogtin
Sie hat die schärfste Zunge von Jokers. Sie kam als Auszubildende zu mir. Und an ihren Redeschwall, ihre Fragen, ihre Einfällen, ihre sprühende Kreativität musste ich mich erst gewöhnen. Gott, war Katja Vogt anstrengend! Bis zur Begegnung mit ihr dachte ich, ich könne schnell denken, schnell reagieren, sei immer auf Zack, redegewandt und schlagfertig. All diese Illusionen nahm sie mir. Und ich versank in Depressionen.

Monate der Erholung brauchte es, mich von dem Schock Vogt Katja zu erholen. Dabei kamen wir immer gut miteinander aus, war sie eine der besten Auszubildenden, die ich je bei mir hatte. Seit sie ihre Ausbildung bei uns abgeschlossen hat, studiert sie an der Fachhochschule Augsburg BWL. Und nebenbei arbeitet sie bei uns. Seit ein paar Wochen absolviert sie in der Schweiz bei Weltbild in Olten ein Praktikum, das sie im Zuge ihres Studiums machen muss. Ich, äh, wir alle denken oft an sie. Hoffen, dass sie wiederkommt, die Schweizer ihren Wirbelwind überleben und dass sie ihre muntere, ihre freche, ihre aufmerksame, ihre liebenswert frische Art behält und wir sie so wieder von den Kolleginnen und Kollegen in der Schweiz zurückbekommen.
Katja, wir lieben und vermissen dich!
Katja, wir lieben und vermissen dich!
09.04.2008, 01.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Sehnsucht

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