Jokers Blog Deutschland

Gegen den Trend

Während der so genannte stationäre Buchhandel entweder zurückgeht oder stagniert, freut sich der Versandbuchhandel über steigende Umsätze. Im letzten Jahr sollen es etwa 10 Prozent Umsatzzuwachs gewesen sein. So meldet es der Bundesverband der Versandbuchhändler. Online habe man etwa 7 Prozent zugelegt. Und das, obwohl es doch im Internet keine Beratung im klassischen Sinn gebe.
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Ein weiterer Trend ist die Zunahme von Gebrauchtbuchbörsen im Web. Immer mehr Menschen würden ihre alten Bücher über Internetauktionshäuser oder andere Gebrauchtbuch-Plattformen wieder verkaufen.

Was mich in dem Zusammenhang interessiert:

Aus welchen Gründen kaufen Sie im Internet Bücher? Und: Würden Sie eine Gebrauchtbuchbörse von Jokers nutzen, wenn es keine Einstellgebühren gäbe?

21.05.2006, 08.40 | (8/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Biergartenzeit

Gestern bin ich mit meinem neuen Rad heimgefahren. Aber nicht gleich. Ich radelte an meiner Stammkneipe vorbei. Da hielt ich. Bestellte mir als Radler ein Radler. Sie wissen schon, diese erfrischende Mischung aus Bier und Limonade. Setzte mich in den kleinen Biergarten, an dessen Rand der Wirt Max gerade Blumen pflanzte. Am Biertisch saßen noch zwei Männer. Sie sprachen über Autos. Einer war ein Fan amerikanischer Straßenkreuzer. Er war mit seinem Buick da. Dreißig Jahre alt. Mindestens. Er erzählte von seinem schlimmsten Tag, den er jemals erlebte. Er fuhr einmal mit einem wertvollen Cadillac in Richtung Hamburg. Plötzlich rauchte es aus dem Armaturenbrett. Er haute die Bremse rein. Die Feuerwehr kam. Das Auto war fast schon ganz abgebrannt. Die Sitze waren nämlich dick mit Kokosfasern gefüllt. Luxuriös eben. Er musste weinen, als sein Straßenkreuzer nur noch Schrott und Asche war. Dann erzählte der andere was von raffinierten Auto-Dieben.

Es klingelte. Ein weiterer Gast kam mit seinem Rad an. Auch ein neues Rad. Ein supersportliches BMX-Rad. Ich stand auf und schaute es mir an. Die Dämmerung ging in die Nacht über. Er zeigte mir die Bremsen mit Öl-Hydraulik. Wow! Die Teleskop-Gabel konnte ein- und ausgeschaltet werden. Wow! Bergauf aus, weil nicht günstig. Ich durfte das Rad hochheben. Leicht wie eine Feder. Wow! Dann ging ich zu meinem Rad. Der Wirt, ein Biker, kam hinzu. Ich ließ ihn raten, wo der Dynamo sitzt, für die Lampe. Er wusste es nicht. Ich wusste es vor dem Radlkauf ebenfalls nicht. Bei meinem neuen Rad ist nämlich der Dynamo in der dicken Nabe des Vorderreifens verborgen. Ich bekam den Eindruck, ganz gut mit dem Straßenkreuzer-Besitzer mithalten zu können, der gleich noch ein Bier bestellte und beschloss, das Auto stehen zu lassen.

Stolz radelte ich durch die dunklen Straßen und erinnerte mich an mein letztes Rad, das mir vorigen Sommer gestohlen wurde. Na gut, ich hatte es vor dem Freibad abgestellt, unabgesperrt. Heimlich hatte ich mir gewünscht, dass es jemand mitnimmt. Mit diesem Rad, gebraucht gekauft, konnte ich mich nie richtig anfreunden. Was will ich damit sagen? Vielleicht, dass man öfters baden sollte? Oder vielleicht, dass ein Fahrradlicht durch die Nacht den Blick in die Zukunft gestattet? Ich glaube, ich will mitteilen, dass der Sommer eine gute Zeit zum Fahrradfahren ist und ich öfters radeln sollte - auch wenn´s nur bis zum nächsten Biergarten ist.

20.05.2006, 17.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges

Vom Märchenprinzen wachgeküsst...

"Wer hätte das gedacht?", entfuhr es mir gestern Abend, als ich mich mit Beate zum gemütlichen Kneipenbummel traf. Einmal im Vierteljahr ziehe ich mit meiner besten Freundin um die Häuser, und wir bringen uns gegenseitig auf den neuesten Stand der Gemütslage des anderen. Dabei ist mir eine Veränderung an Beate aufgefallen, wie ich sie nie für möglich gehalten hätte: Beate, Anfang 30, ledig, selbständige und vor allem erfolgreiche Geschäftsfrau war noch vor zwei Jahren glühender "Sex and the City"-Fan und verschlang jeden Roman, der nur ansatzweise nach tougher, unabhängiger Powerfrau mit abenteuerlichen Männergeschichten roch. Doch gestern erschien sie mir so vollkommen anders.

"Ich habe meinen Märchenprinz gefunden", rückte sie endlich nach dem zweiten Glas Wein heraus. "Seit langer Zeit bin ich wieder verliebt. Wir wollen nächsten Monat zusammenziehen." Auch die Hausarbeit sieht sie plötzlich im ganz neuen Glanz: "Ich mach jetzt an der VHS einen Kochkurs. Das musste schon lange mal sein. Liebe geht ja schließlich auch durch den Magen." Donnerwetter! Ein bis dato überzeugter Single ist zum verkuschelten Hausmenschen mutiert! Die Entwicklung schlägt sich, was mich besonders interessiert, auch in Beates Bücherwahl nieder, denn jetzt kommt ihre poetische Ader zur Geltung, sie ist "quasi wach geküsst vom Märchenprinzen". Sie erzählte mir, dass sie nicht nur die gesammelten Gedichte von Joseph von Eichendorff liest, sondern sich neuerdings auch sämtlichen Märchen von Hans Christian Andersen angenommen hat. Nur so könne sie die passenden Worte finden für ihr gerade so glückliches Seelenleben.




Nun denn! Ich freue mich für sie. Denn so froh habe ich sie schon lange nicht mehr gesehen. Und so höre ich schon die Nachtigall - und zwar trapsen. Zumindest, was ihr zukünftiges Familienleben angeht...

19.05.2006, 18.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges

Sprechen Sie Esperanto?

Wie lange ist es her, dass die Welt das erste Mal seit der biblischen Sprachverwirrung mit der Schöpfung der Kunstsprache Esperanto neue Hoffnung schöpfte? Hoffnung auf grenzenlose, internationale Verständigung?

Keiner mag sich mehr so recht erinnern... Esperanto war eine Totgeburt. Kaum jemand spricht mehr von dieser Sprache, kaum jemand spricht sie. Wie eine bizarre Mischung aus allen bekannten Sprachen klingt so mancher Satz in Esperanto, jeder glaubt, ein wenig zu verstehen. Finparolo zum Beispiel kann man mit etwas Kreativität leicht als Epilog erkennen, aber bei Ni realigas internacian interkomprenighon (Wir arbeiten an der Völkerverständigung) hört der Spaß schon auf. Ist das nun ein skandinavischer Dialekt oder hat jemand beim Italienisch-
Unterricht nicht aufgepasst? Ach, du mein armes Esperanto!



Die Idee war gut, schien unschlagbar: Eine einzige weltweite Sprache soll die Nationen vereinen. Aber es blieb bei der Theorie. Unsere Kinder quälen sich weiter auf dem neusprachlichen Zweig des Gymnasiums mit drei Fremdsprachen herum, Englisch ist immer noch die beste Wahl, will man sich im Ausland verständigen. Das Ziel einer weltweiten Muttersprache Esperanto war zu weit, nicht einmal der Weg dahin konnte ausfindig gemacht werden. Nun gut, die bekannten Sprachen sind abenteuerlich genug. Wenigstens findet man leichter ein bewährtes Englisch-Lexikon als ein Esperanto-Wörterbuch. Nicht einmal wir von Jokers haben so was.

18.05.2006, 08.27 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Tag des Internets

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen: Für jeden Anlass gibt es einen besonderen Tag im Jahr. So dürfen wir uns über Mutter- und Vatertag freuen, der internationale Frauentag ist wohl für Emanzen reserviert, es gibt den Tag des Buchs für Leute wie mich, und, eine ganz neue Erfindung, des Girls-Day für wen auch immer. Nicht alle diese Tage dienen dem Kommerz, tatsächlich wurden einige davon ins Leben gerufen, um die Wichtigkeit, die Tragweite außergewöhnlicher Erfindungen in Erinnerung zu rufen. Der Tag des Internets, der am 17. Mai begangen wird, ist ein Paradeexempel dafür.

Fast jeder bewegt sich heute im weltweiten Netz: Grenzenlose Kommunikation und Information sind mit dem Web möglich geworden. Es ist eine bekannte Tatsache, dass das Internet auf militärische Motive zurückzuführen ist. Aber kaum jemand weiß, dass die Wurzeln des Internets fast fünfzig Jahre zurückreichen: Mit dem Start des berühmten Sputnik im Jahre 1957, dem ersten (russischen) Satelliten im All, sahen sich die Amerikaner zur Reaktion gezwungen: Die ARPA (Advanced Research Projects Agency) wurde gegründet. Und diese Institution trug entscheidend zur Entwicklung des Internets bei: Am 30.08.1969 wurde das weltweit erste Netz, das APRANET, an das System der Brown-University angeschlossen. In der Folgezeit wurden verschiedene Internet-Protokolle entwickelt, bis schließlich in den siebziger Jahren das TCP/IP zum Standardprotokoll für die "Sprache" der Computer wurde - dieses Protokoll wird noch heute benutzt.

Was ist Ihre bevorzugte Beschäftigung im Internet? Nutzen Sie es vorwiegend als Informationsquelle, verlieren Sie sich gerne im digitalen Einkaufsparadies, chatten oder mailen Sie gerne? Schreiben Sie einen Kommentar, was für Sie das Wichtigste am Internet ist.

17.05.2006, 08.16 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Das Geschäft mit der Magie

Ein Bekannter von mir arbeitet als freiberuflicher Informatiker für verschiedene Firmen. Dabei richtet er zum Beispiel auch 0190-Nummern ein und betreut sie. Unsereiner denkt, wenn er "0190" hört, natürlich sofort an "Ruuuuf miiiich aaaaan", mit sanfter oder auch fordernder Stimme ins Ohr geflüstert... Doch er klärte mich auf: Den meisten Umsatz versprechen nicht Erotik-Hotlines, sondern Esoterik-Beratungen. Das Geschäft mit der Magie blüht.

Was er mir erzählte, schockierte mich zutiefst: Viele, viele Menschen rufen jede Woche teure Orakel-Hotlines an, um sich in allerlei Lebensdingen Hilfe von oben zu sichern. Die „Hellseherin“ oder der "Hellseher" haben meist nur ein Interesse: Das Telefonat in die Länge zu ziehen. Angeblich z. B. benötigt man für eine Ferndiagnose allerlei Hilfsmittel, die der Anrufer dann während des Telefonats zusammensuchen muss. Das dauert natürlich, und der Gebührenzähler tickt. Nach knapp einer Stunde, so erzählte mir mein Bekannter, wird das Gespräch wie von Zauberhand unterbrochen, was der "Prophet" selbstverständlich auch voraussieht. Mit Vorhersehung hat das aber wenig zu tun: Die Unterbrechung bei Gebühren-Hotlines nach einer Stunde ist nichts weiter als eine eingebaute technische Sicherheitsmaßnahme. Also muss noch mal angerufen werden, und noch mal und... So kommen ganz schnell einige Stunden und ganz viele Euros zusammen.

Wie gut, dass ich keinen Hang zum Aberglauben verspüre. Von Hellsehern kann ich zumindest nicht ausgenutzt werden.

16.05.2006, 08.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges

Was hat Dracula, das Fuchur fehlt?

Nennen Sie mich ruhig einen Träumer oder gar einen Idealisten. Aber Literaturverfilmungen stehe ich grundsätzlich skeptisch gegenüber. Es gibt wenige Bücher, die ich unbedingt auf der Leinwand zum Leben erweckt haben muss. Meistens habe ich die gelesenen Bücher so lieb gewonnen, habe die Charaktere, die Schauplätze, die Handlungen in meiner Fantasie so schön ausgeschmückt, dass ich gar nicht wissen will, wie dies alles wohl ein Regisseur sehen könnte: Welche Schauspieler die Hauptrollen spielen, ob die Dialoge nur sinngemäß oder (wie es mir natürlich am liebsten wäre) wörtlich übernommen wurden, und welche Szenen dem Schnitt zum Opfer fielen – all dies entzaubert Bücher für mich ein bisschen.

Doch es gibt Ausnahmen: 21 Jahre, nachdem Patrick Süßkind „Das Parfum“ geschrieben hat, wagt sich jetzt der relativ junge und innovative Tom Tykwer (man kennt ihn von „Lola rennt“) an die Verfilmung. Und das, nachdem Kult-Regisseur Stanley Kubrick das Buch als „unverfilmbar“ bezeichnet hatte. Wie wird Jean-Baptiste Grenouille wohl dargestellt werden? Der unmenschliche Junge ohne eigenen Körpergeruch, der dafür über einen überirdischen Geruchssinn verfügt, und, um das perfekte Parfum herzustellen, 25 junge Mädchen umbringt und ihren Duft stiehlt.


Meine größte Sorge gilt immer der Atmosphäre. Diese sublime und schwebende, leicht romantische Stimmung des Frankreich im 18. Jahrhundert. Die vielen Stimmungswechsel, welche die Literatur doch mit so völlig anderen Stilmitteln - der reinen Sprache - erzeugt als der Film. Mit Schaudern denke ich da an früher zurück, als die Verfilmung der „Unendlichen Geschichte“ gerade ihren Lauf nahm. Als leidenschaftlicher Fan der Werke von Michael Ende konnte ich damals kaum mehr eine Originalzeile Text wiederfinden - ganz zu schweigen von den Figuren. Zum Beispiel hatte ich den Glücksdrachen Fuchur im Buch als luftiges Fantasiewesen kennengelernt. Im Film erschien er mir als netter Kinderliebling mit Dackelanleihen – aber doch sehr farblos.


DraculaHingegen scheint Bram Stokers „Dracula“ ein schier unerschöpflicher Schatz für immer wieder neue Verfilmungen zu sein. Alle Jahre wieder erscheint er neu auf der Leinwand, mehr oder weniger werksgetreu aber doch immer wieder mit der typischen Stokerschen Stimmung. Auch als Hörbuch ist "Dracula" ein besonderes Erlebnis.


Es bleibt wohl, wie in allem, einfach eine Frage des Geschmacks, was besser ist - die Verfilmung oder die Vorlage. Natürlich werde ich mir auch diese anschauen, neugierig wie ich bin. Aber es kann passieren, dass ich das Buch mit ins Kino schmuggle und heimlich mitblättere. Und wenn ich dann mindestens einmal das auf der Leinwand Gesagte wiederfinde, bin ich auch schon wieder besänftigt…

15.05.2006, 17.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in:

Bianka Schmidtlein:
Tatsächlich. Auf jokers.de führt die Sucheing
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Ute Berger:
es ist wirklich schlimm was mit den Handys un
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Gabi Bergermann:
Auweia. Jorges Verhalten erinnert schon sehr
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Anne-Marie Kollmannsberger:
Anti-BILD-Mail-Aktion:Hier klicken
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Gabi Bergermann:
Soso, man ist ein paar Wochen in Mittelamerik
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