
Sehnsucht nach Weite und Freiheit
Dschingis Khan: Jeder hat schon etwas von ihm gehört. Noch immer erinnere ich mich daran, wie ich als Kind im Fernsehen einen Spielfilm über den berühmten Mongolen-Herrscher sah. Dieser Streifen hat mich so beeindruckt, dass ich bis heute einzelne Bilder davon im Kopf habe. Aber sonst? Was wissen wir über den Imperator aus dem Osten wirklich? Was wissen wir über die Mongolen, die im Mittelalter unter eben jenem Dschingis Khan vereint wurde? Warum haben sie die Grenzen ihres Reiches bis nach Europa erweitern wollen?
Eine Freundin träumt von dem einmaligen Steppenland des Dschingis Khan, seit sie den Film „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ im Kino sah. Und jetzt hat sie tatsächlich für Anfang September eine Reise in die Mongolei gebucht. Zwei Wochen wird sie auf einem Kamel-Treck unterwegs sein.
Als ich sie fragte, weshalb die unbedingt in dieses Land reisen will, wusste sie keine rechte Antwort zu geben. Eine unbestimmte Sehnsucht bringt sie dazu, vor Ort Weite und Freiheit nachempfinden zu wollen. Ich habe sie überredet, einen Fotoapparat mitzunehmen. Normalerweise weigert sie sich beharrlich, ihre Reiseindrücke woanders als in ihrem Herzen festzuhalten. Wenn sie zurückkehrt, lässt sie mich sicherlich an einigen Erlebnissen teilhaben.
Ich habe ihr derweil schon einmal die geeignete Vorbereitungslektüre herausgesucht. Die Romanbiografie „Dschingis Khan“ beschreibt spannend und anschaulich das Leben und Wirken des großen Mongolenführers im 12. Jahrhundert.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
19.06.2009, 08.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher | Tags: Dschingis Khan, Mongolei, Romanbiografie, Mongolenführer,
Kriminell gut
Etwas enttäuscht war ich, als mein Freund Gregor bei unserem letzten gemeinsamen Videoabend ausgerech- net die eine Folge der Krimiserie „Bones – die Knochenjägerin“ einlegte. Darin kämpft eine forensische Anthro- pologin namens Dr. Temperance "Tempe" Brennan zusammen mit ihrem professionellen Wissenschaftsteam und einem gut aussehenden FBI- Agenten gegen das Verbrechen. Ich hatte noch nie eine Folge gesehen.An Hand von teilweise winzigen Knochenstücken rekonstruieren die Verbrechensjäger Opfer und Todes- ursache. Was auf den ersten Blick sehr weit hergeholt klingt, wird in der Serie sehr wissenschaftlich, schlüssig und sehr, sehr spannend erklärt.
Doch was das Beste ist: Die Anthropologin schreibt nicht nur in der Serie, sondern auch im wahren Leben unter dem Namen Kathy Reichs nicht minder spannende Bücher. Das war der Ausschlag, dass ich mir mit „Totgeglaubte leben länger“ zum ersten Mal nach langer Zeit wieder einen waschechten Krimi kaufte.
Ich wurde nicht enttäuscht. Ähnlich wie Umberto Eco unterlegt Reichs ihre Romane gern mit fundiertem und sauber recherchiertem Wissen. Man lernt eine Menge über Forensik, die Altersbestimmung von Knochen und Material sowie im genannten Buch die christliche und jüdische Glaubensgeschichte. Das Ganze ist in eine spannende Geschichte verpackt und dank perfider Fälle ziemlich gruselig.
Ob das aber der Beginn einer Leidenschaft für Kathy Reichs ist, wird sich zeigen. Mal sehen, vielleicht lasse ich mir noch „Knochen zu Asche“ aus dem Jokers Lager kommen.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
17.06.2009, 08.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Kathy Reichs, Bones, Krimiserie, Totgeglaubte, Knochen zu Asche,
Schwiegermutters neues Vokabular
Meine Schwiegermutter hat seit Kurzem einen Lieblingsausdruck. Jedes Mal, wenn sie über irgendetwas staunt, sagt Sie: „Das ist ja voll krass!“ Meine Schwiegermutter ist eine sehr aufgeschlossene und weltoffene Frau. Dennoch ist ihr neuer Slang symptomatisch für unsere Zeit. Denn wie Tilman Spengler in seinem neuen Buch "Sind Sie öfter hier? Von der Kunst, ein kluges Gespräch zu führen" feststellt, sind die Zeiten der hohen Redekunst lange vorbei. Wenn sie denn je existiert haben.
Wie Spengler erklärt, sah sich schon Kurt Tucholsky Anfang des vergangenen Jahrhunderts berufen, den Umgangston seiner Mitmenschen zu dokumentieren. Mit „Herrn Wendriner“ sah der Schriftsteller seinen Zeitgenossen buchstäblich „aufs Maul“ und schuf so einzigartige Gesprächsmitschnitte wie: "Gräßlich, so'n feuchter Regentag. Haben Sie Ihren Schirm? Ich nehm immer 'n Schirm mit". Besonders tiefgründiger redete man anscheinend auch gestern nicht.
Welche Vokabeln neben „Hammer“, „voll krass“ und „cool“ heute noch in sind, zählt das Lexikon des frühen 21. Jahrhunderts „Sprechen Sie Gegenwart“ auf. Das habe ich übrigens gestern meiner Schwiegermutter zum Geburtstag geschenkt. Jetzt weiß sie, was „Ego-Shooter“, „Blackberrys“ und „Extensions“ sind. Außerdem findet sie es „extrem okay“, im „Unterschichtenfernsehen“ Gerichtsshows zu sehen, während sie mir nebenbei mit ihrem neuen Handy „Spam“ „simst“. Da habe ich mir was Schönes eingebrockt!
Wie Spengler erklärt, sah sich schon Kurt Tucholsky Anfang des vergangenen Jahrhunderts berufen, den Umgangston seiner Mitmenschen zu dokumentieren. Mit „Herrn Wendriner“ sah der Schriftsteller seinen Zeitgenossen buchstäblich „aufs Maul“ und schuf so einzigartige Gesprächsmitschnitte wie: "Gräßlich, so'n feuchter Regentag. Haben Sie Ihren Schirm? Ich nehm immer 'n Schirm mit". Besonders tiefgründiger redete man anscheinend auch gestern nicht.
Welche Vokabeln neben „Hammer“, „voll krass“ und „cool“ heute noch in sind, zählt das Lexikon des frühen 21. Jahrhunderts „Sprechen Sie Gegenwart“ auf. Das habe ich übrigens gestern meiner Schwiegermutter zum Geburtstag geschenkt. Jetzt weiß sie, was „Ego-Shooter“, „Blackberrys“ und „Extensions“ sind. Außerdem findet sie es „extrem okay“, im „Unterschichtenfernsehen“ Gerichtsshows zu sehen, während sie mir nebenbei mit ihrem neuen Handy „Spam“ „simst“. Da habe ich mir was Schönes eingebrockt!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
16.06.2009, 20.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Slang, Gegenwartssprache, Umgangston, Vokabular,

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