Jokers Blog Deutschland

Witz komm raus!

Heinz ErhardtSie kennen das sicher auch: Nach ein paar Gläschen auf einer Party fängt der erste Witzbold an mit seinen Witzen zu prahlen und einen nach dem anderen zu erzählen. Am Wochenende war es Siggi, der begann: „Neulich hab ich meinen Lieblingswitz wieder gefunden! Darüber hab ich als Kind stundenlang gelacht.“ Und er erzählte:

Kommt das Häschen in ein Geschäft und fragt: „Haddu grüne Tomaten?“
Der Verkäufer sagt: „Nein, ich habe keine grünen Tomaten, nur rote.“
Am nächsten und übernächsten Tag kommt das Häuschen wieder und fragt: „Haddu grüne Tomaten?“
„Nein, ich habe keine grünen Tomaten.“
Das nächste Mal hat der Verkäufer tatsächlich grüne Tomaten besorgt.
Als das Häschen wieder in den Laden kommt, fragt es: „Haddu grüne Tomaten?“
„Ja, heute habe ich grüne Tomaten!“
Da antwortet das Häschen: „Muddu in die Sonne legen, werden dann rot!“

Das Gelächter in der angeheiterten Runde war groß. Und so ging es weiter. Der Reihe nach erzählte jeder seine Lieblingswitze. Bis ich an der Reihe war. Das ist immer der Moment, in dem ich am liebsten davon laufen würde. Denn ich kann mir keine Witze merken und wenn ich meine, einen Witz zu kennen, versemmele ich ihn sicher beim Erzählen.

Ein Glück, dass ich wusste, wo unser Heinz-Ehrhardt-Hausbuch stand. Ich huschte schnell ans Regal, blätterte ein wenig und fand:

Die Made

„Hinter eines Baumes Rinde
wohnt die Made mit dem Kinde.

Sie ist Witwe, denn der Gatte,
den sie hatte, fiel vom Blatte.
Diente so auf diese Weise
einer Ameise als Speise.

Eines Morgens sprach die Made:
„Liebes Kind, ich sehe grade,
drüben gibt es frischen Kohl,
den ich hol. So leb denn wohl!

Halt, noch eins! Denk, was geschah,
geh nicht aus, denk an Papa!“

Also sprach sie und entwich. -
Made junior aber schlich hinterdrein;
doch das war schlecht!
Denn schon kam ein bunter Specht
und verschlang die kleine fade
Made ohne Gnade. Schade!

Hinter eines Baumes Rinde
ruft die Made nach dem Kinde ....“

Die Runde kringelte sich vor Lachen – und ich war gerettet!

Noch mehr Erhardt-Witze?

08.07.2007, 08.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Heinz-Ehrhardt, Witze, Humor,

Die neue Ehrlichkeit

Nelson MandelaSelbstdarstellung ist out, ehrliche Menschlichkeit in. So titelte neulich ein Frauenmagazin, das mir zufällig im Zahnarztwartezimmer in die Hände fiel. Das Erstaunliche war, dass es um Autobiografien ging. Vorbei seien die Zeiten, in denen sich Prominente wie „Normalsterbliche“ für große Taten, für Außergewöhnliches rühmten. Vielmehr interessiere heute die menschliche Komponente, die Selbst- erfahrung. Als Paradebeispiel wurde der Entertainer Hape Kerkeling herausgestellt. In seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ schildert er seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Das Buch war 2006 viele Wochen ein Bestseller und wird auch heute noch prächtig verkauft.

Marlene DietrichIn eine ähnliche Richtung geht auch „Was in zwei Koffer passt“ von Veronika Peters. In ihrer Biografie schildert sie ihre Klosterjahre. Mit 21 Jahren be- schloss sie, in ein benediktinisches Kloster zu gehen. Sie beschreibt, wie sie knapp 12 Jahre als Nonne lebte, erzählt von ihrem Alltag im Kloster, welche Konflikte sie mit sich und ihren Mit- schwestern austragen musste, und wie sie letztendlich mit 33 Jahren in ihr „altes“ weltliches Leben zurückkehrte. Eine sehr ehrliche, ruhige, unaufgeregte Biografie, die nur wenig gemein hat mit Dieter Bohlens „Nichts als die Wahrheit“ oder anderen reißerischen Selbst- darstellungen.

Der Trend weg von der Prominenten-Maske hin zu einer neuen Ehrlichkeit kann nur gut sein. Wenn ich wüsste, ob diese Autobiographien alle ehrlich sind, würde ich ja glatt mal eine lesen.

06.07.2007, 09.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Autobiografien, Prominente,

Mit den E-Books wird es ernst – zumindest in den USA

Bislang ist es mit den E-Books noch nichts geworden. Zum einen waren die Systeme noch nicht handhabbar, auch bestanden noch keine kompatiblen Formate. Und: Die wenigsten Menschen konnten sich vorstellen, statt in einem Buch auf einem Display zu lesen.

In den Vereinigten Staaten allerdings hat der E-Book-Verband jetzt Hoffnung, dass sich der Wind dreht. Die Verkäufe steigen. So machten vor fünf Jahren die US-Verlage erst 2 Mio. Dollar Umsatz mit E-Books; dieses Jahr schätzt man 54 Mio. Dollar Umsatz erreichen zu können. Das ist zwar ein minimales Niveau – aber Anlass zur Hoffnung. Vor allem im Schul- und Bibliotheksbereich wachsen die Umsätze, es gibt neue Geräte, neue Kundengruppen, weniger verschiedene Formate.

Übrigens machen die japanischen und koreanischen Verlage schon viel höhere Umsätze mit E-Books als die amerikanischen. Wir in Europa hinken natürlich wie immer hinterher. Aber schlafen dürfen die Verlage dennoch nicht. Der Trend wird auch hier in vielen Bereichen des Lesens und der Information in diese Richtung gehen. Und in nicht allzu langer Zeit werden Sie bei Jokers wahrscheinlich nicht nur körperlich greifbare Bücher kaufen.

05.07.2007, 08.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: andere Medien | Tags: Hörbücher, E-Books,

Eine kafkaeske Romanze

Franz KafkaVon einer Freundin, die nach wie vor Single ist, habe ich ab und zu auch schon erzählt, glaube ich. Ihre Ge- schichten geben mir manchmal Anlass, über die Liebe nachzudenken. Am 03. Juli jährt sich der Geburtstag von Franz Kafka. Was das mit meiner Freundin zu tun hat? Nun, einfach nur Anlass eine Geschichte von ihr zu erzählen, die mit Kafka zu tun hat.

Meine Freundin liebt Lesen. Deshalb gab sie diese Tätigkeit auch unter "Hobby" einer Online-Kontaktbörse an. Und als Lieblingsbuch "Das Schloss" von Kafka. Bald darauf kontaktierte sie ein anscheinend netter Mann und schlug ein Rendezvous bzw. Blind Date vor. Meine Freundin las sein Profil, in dem als Lebensmotto stand: "Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach Hindernissen - vielleicht ist keins da. Aufgeschlossener Mittvierziger sucht flotten Käfer zur gemeinsamen Verwandlung."Das Schloß Natürlich identifizierte meine Freundin den ersten Satz als Worte Kafkas und war begeistert. Und Verwandlung: Da dachte sie natürlich an die „Verwandlung“ von Kafka. Kurzum: Sie stimmte dem Treffen zu.

Was sich ihr bei dem Blind Date dann allerdings präsentierte, hatte mit ihrer Vorstellung eines belesenen, interes- santen, gebildeten Mannes nur wenig zu tun. Es wäre zu intim, ins Detail zu gehen, wahrscheinlich liest meine Freundin mit. Es muss ein wahrhaft kafkaeskes Treffen gewesen sein, denn der Typ, so stellte sich heraus, hatte überhaupt noch nichts von Kafka gehört, war arbeitslos und wollte anscheinend nur seine Freundin betrügen. Als ich sie letztens fragte, ob sie denn Partner- börsen im Internet überhaupt für sinnvoll hält, überlegte sie kurz und gab dann lapidar zurück: "Es gibt unendlich viel Hoffnung. Nur nicht für mich."


Darf´s noch ein bisschen mehr Kafka sein?


04.07.2007, 20.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Singlebörse, Partnerbörse, Kafka, Blind Date, Lebensmotto,

Wie der Mount XV zu seinem heutigen Namen Everest kam

So mancher hat in jungen Tagen davon geträumt, einmal den Everest zu besteigen. Allein der Name klingt wie ein Versprechen: "Himmelsgöttin" auf Nepalesisch, "Mutter des Universums" auf Tibetanisch. Diese wunderbaren Bedeutungen übertrugen viele von uns auch auf den englischen Namen "Everest": Schwingt hier nicht etwas von "ewig während", sozusagen als Kurzform von "ever lasting" mit?

Die wenigsten Träumer schafften es aber tatsächlich, ihr großes Abenteuer zu realisieren - oder gibt es jemand unter Ihnen, der schon einmal auf dem "XV", wie der Gipfel im Jahre 1852 getauft wurde, seine Augen auf dem schneebedeckten Himalaja ruhen lassen konnte?

Den Sherpas gilt er als heiliger Berg, bewohnt von Geistern und magischen Gestalten. Den Europäer hält mehr die gigantische Höhe und der Sauerstoffmangel dort oben von einer Besteigung zurück. Bei der genauen Höhenangabe sind sich die Experten nach wir vor uneinig: Auf 8.844,43 Meter einigte man sich schließlich im Jahre 2005, mit einer angegebenen Ungenauigkeit von 21 Zentimetern.

Mount EverestAber der Berg wächst: Aufgrund tektonischer Plattenverschiebungen reckt er sich Jahr für Jahr um mehrere Millimeter mehr dem Himmel entgegen. Doch auch die modernsten Vermes- sungssysteme mit Satelliten, Lasern und Radar sind nicht in der Lage, ganz akkurate Angaben zu machen. Um wie viel schwieriger war es dann wohl anno 1852, als die ersten Messungen auf eine Distanz von 150 Kilometer durchgeführt wurden? Man kann sich vorstellen, welch schwieriges Unterfangen es war, die "Mutter des Universums" in Zahlen packen zu wollen! Welch ein Trupp von Träumern und Abenteurern muss es gewesen sein, der sich da heran wagte!

Einer der damaligen Landvermesser war Sir George Everest, ein britischer Ingenieur. Er gab dem Mount Everest schließlich seinen Namen - sein Nachfolger im Dienst der britischen Krone wandelte ihm zu Ehren kurzerhand den "XV" in den "Everest" um: Und das ist er bis heute geblieben, auch wenn der Geburtstag von George Everest recht lange her ist. Der wagemutige Techniker erblickte am 4. Juli 1790 das Licht der Welt.

04.07.2007, 14.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher | Tags: Mount Everest

Die juristischen Fallgruben von Harry Potter 7

Harry PotterAchtung Buchhändler! Sollten Sie eine kleine Buchhandlung haben, passen Sie bei Potter-Partys auf! Wenn Sie das nicht tun, stehen Sie schon mit einem Fuß im Gefängnis. In Bayern, Sachsen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Mecklenburg- Vorpommern kann es eine Abmahnung geben, wenn Sie den Gedanken, eine Potter-Party zu feiern, zwischen dem 21. Juli und dem 27. Oktober in die Tat umsetzen sollten.

Ja, ja, da werden stramme Juristen, ausgeschickt von der Konkurrenz, nachts um Ihren Laden schleichen und schauen, ob sie nach Ladenschluss noch offen haben! In den genannten Ländern ist der Ladenschluss nämlich noch nicht liberalisiert. Und wehe, Ihnen fällt ein …

Okay, andere Juristen haben herausgefunden, dass Sie sich wehren können: Geben Sie Ihrer Party einfach den Charakter einer Privat- veranstaltung! Lassen Sie den Azubi Hunderte von Kunden- Einladungskarten per Hand schreiben, verzichten Sie auf öffentliche Werbung für Ihre „private“ Potter-Party und lassen Sie Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren nur in Begleitung Erwachsener in Ihre Geschäftsräume.

Ach ja, und sollten Sie zu den Buchhändlern gehören, die anlässlich von HP Band 7 eine sonntägliche Matinee planen, sind Sie ganz arm dran. Da geht gar nichts mehr, ohne vorher den Rechtsanwalt zu konsultieren. Ein Trost, dass Sie sich über die rechtlichen Harry-Potter-Fallgruben schon mal vorab beim Börsenverein des deutschen Buchhandels im Download-Bereich (( http://boersenverein.de/de/69181 )) unter dem Titel: „Harry Potter und das Wettbewerbsrecht – Die Rechtsabteilung des Börsenvereins informiert“ schlau machen können. Allerdings müssen Sie dafür ein bisschen mehr Zeit aufwenden als für die Discounter-Werbung „ALDI informiert“ …

02.07.2007, 08.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Harry Potter, Buchhändler, Börsenverein,

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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