
Bond is back
Doch „Devil may care“ (zu Deutsch „Der Tod ist nur der Anfang“), der Bond-Roman, von dem die Rede war, stammt aus der Feder des britischen Schriftstellers Sebastian Faulks. Zwar hatten sich nach Flemings Tod viele Autoren um eine Fortsetzung der Romanreihe mit dem britischen Geheimagenten bemüht. Einen offiziellen Folgeroman zu Flemings 14. Bond-Band „Octopussy and The Living Daylights“ aus dem Jahr 1966 gab es jedoch nie. Bis jetzt.
Der neue „Bond“ spielt 1967, also auch zur Zeit des Kalten Krieges. Der Geheimagent hetzt die Bösewichte dieses Mal in Paris, Rom, und – wer hätte das gedacht? – im Nahen Osten. Ich bin mir schon jetzt sicher, dass auch dieser Roman bald verfilmt und im Kino ein noch größerer Kassenschlager als in den Buchläden wird.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
06.07.2008, 23.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: andere Medien | Tags: James Bond, Ian Fleming, Geheimagent,
Das demokratische Buch
Fans von Elfriede Jelinek dürfte die Suche nicht schwer fallen: Unter www.elfriedejelinek.com veröffentlicht die österreichische Autorin und Nobelpreisträgerin in einer von ihr so genannten „Blogwurst“ Texte zu aktuellen Themen wie dem Inzestfall von Amstetten. Aber auch zur Politik äußert sie sich in der ihr eigenen radikal-vulgär-poetischen Sprache. Daneben steht ihr neuester Roman „Neid“ exklusiv online und darf, wie sie gleich auf der Startseite resolut verkündet, ohne Erlaubnis weder zitiert noch veröffentlicht werden. Damit verabschiedet sich Jelinek offiziell von ihrem Verlag und nimmt die Verbreitung ihres Werks selbst in die Hand.
Die Jelinek kann sich so ein Verhalten natürlich leisten. Aber die anderen Autoren? Nur wenige verfügen bereits über so viel Bekanntheit und Publicity, dass der Leser von sich aus auf ihre Homepage findet. Und dann: Kein Leser bezahlt für die Jelinek-Downloads. Was aber ist mit Autoren, die in ihrem Leben nicht so viel Geld verdient haben und mit Preisen überhäuft wurden wie die berühmte Österreicherin? Von was sollen die leben?
(geschrieben von Matthias Stöbener)
05.07.2008, 15.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Elfriede Jelinek, Privatroman, Internetroman,
Junkies
Es gibt Geschichten, die man als Kind las und die einen lange Jahre prägen: „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist für viele Menschen meiner Generation eine solche Geschichte gewesen. Wohl auch deswegen, weil die auf Tatsachen beruhende Erzählung durch die Jahrzehnte hindurch nichts an Brisanz verlor: Die aktuellen Schlagzeilen in den Medien singen ein Lied davon. Amy Winehouse, der bekannte Musik-Star, leidet unter einem Lungenemphysem; es sei eine Angelegenheit von Leben und Tod, meint ihr Vater. Diese Art der chronischen Lungenüberblähung kommt bei Amy angeblich vom Drogenkonsum: Zu viel Crack habe die heute 24-Jährige geraucht, so heißt es.
„Lass mich die Nacht überleben“ heißt die Geschichte des erfolgreichen Journalisten Jörg Böckem, der für Zeitschriften und Magazine schreibt – und in nichts so sehr verliebt ist wie in den Drogenrausch. Nicht einmal die Liebe ist stärker als die Drogen: Mit 33 Jahren versucht er seine Freundin auf einem Horrortrip zu erwürgen.
Auf 5 Audio-CDs liest Alexander Scheer die packende Geschichte des Junkies Böckem, der Karriere und Liebe den Drogen opfert – lange zweifelt der gebannte Hörer, ob dem Journalisten die Befreiung aus seinem persönlichen Höllentrip gelingt.
"Mach Dir keine Sorgen um mich, Papa. Ich weiß, dass ich jetzt aufhören muss, Drogen zu nehmen", sagte Amy Winehouse angeblich zu ihrem Vater. Auch ihr wünsche ich, dass sie die Kraft hat, gesund zu werden.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
04.07.2008, 15.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: andere Medien | Tags: Drogen, Amy Winehouse, Jörg Böckem,
Mit Büchern gesund und fit
Allensbach kennt jeder. Nicht den Ort, sondern das Meinungsforschungsinstitut. Die neugierigen Wissenschaftler haben vor ein paar Wochen herausgefunden, dass die so genannten „neuen Alten“ fitter und mobiler sind als früher. Und dass sie sich mehr für Bücher interessieren, weil sie fitter und mobiler sind. 21.000 „neue Alte“ wurden dazu befragt.Indem die neugierigen Wissenschaftler die jetzigen Ergebnisse mit früheren Umfragen verglichen, fanden sie darüber hinaus heraus, dass das Interesse an Büchern unter dieser Gruppe in den letzten Jahren generell gewachsen ist und auch nicht mehr so schnell abnimmt wie in früheren Jahren. Gaben von den 68- bis 74-Jährigen im Jahr 1987 nur 69 Prozent an, sie interessierten sich für Bücher, sind es heute schon 74 Prozent. Über 74 Jahre ist der Anstieg noch bemerkenswerter: 1987 waren nur 53 Prozent der über 74-Jährigen an Büchern interessiert, heute sind es 67 Prozent. Die „neuen Alten“ lesen also nicht nur öfter, sondern auch länger.
Logisch eigentlich. In den letzten 20 Jahren sind die Rentner immer fitter, mobiler und kontaktfreudiger geworden. Und das schlägt sich auch im Buchmarkt nieder. Vielleicht hat sich unter den Pensionären auch herumgesprochen, dass sich das Gehirnjogging per Buch positiv auf die geistige Wachheit auswirkt. Dann wäre das Bücherlesen oder Lesen überhaupt möglicherweise mit ein Grund, warum sich heute ältere Menschen über einen besseren Gesundheits- und Geisteszustand als noch vor Jahrzehnten freuen dürfen.
03.07.2008, 16.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Neue Alte, Bücher lesen, Allensbach, Fitness, Mobilität,
Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an …
Seit 1950 wird die Ehrung des gesamten Buchhandels an Künstler verliehen, „die sich durch literarische, wissenschaftliche und künstlerische Tätigkeit zur Verwirklichung des Friedensgedanken in hervorgehobenem Maße verdient gemacht haben“. Erster Preisträger war 1950 der deutsch-jüdische Schriftsteller Max Tau. Seitdem erhielten die Auszeichnung unter anderem auch Albert Schweitzer (1951), Hermann Hesse (1955), Theodor Heuss (1959), Max Frisch (1976), Siegfried Lenz (1988) und Martin Walser (1998).
Die Auszeichnung selbst wird im Herbst anlässlich der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche überreicht. Mal sehen, ob ich dieses Mal wieder dabei sein kann. Mich würde nämlich noch interessieren, was Anselm Kiefer für den Frieden getan hat, das ist mir noch nicht aufgegangen. Die Begründung jedenfalls liest sich äußerst dünn.
http://www.boersenverein.de/de/96387?pid=144980
(geschrieben von Matthias Stöbener)
02.07.2008, 13.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Friedenspreis des Buchhandels, Anselm Kiefer,
Alles Käse
Vieles wird teurer: Die Spritpreise stiegen in den letzten Wochen unaufhaltsam, mancherorts zahlt man für eine Tasse Kaffee inzwischen fast 4 Euro, und was nun mit den Milchpreisen geschieht, weiß noch niemand. Ich persönlich finde es nur fair, wenn die Milchbauern adäquate Preise für ihre Produkte bekommen – schluss- endlich fordern wir Verbraucher ja auch humane Tierhaltung und unbelastete Nahrungsmittel. Wer nun glaubt, eine Verteuerung der Milch kümmere ihn nicht, weil er seinen Kaffee sowieso schwarz bevorzugt, irrt: Denn selbstverständlich werden alle Milchprodukte von der Preissteigerung betroffen sein. Und damit auch eines meiner Grundnahrungsmittel: Käse.
Käse liebe ich in allen Variationen: Egal, ob es sich um deftigen Emmentaler oder milden Gauda handelt, bei mir kommt praktisch jeder Käse auf den Tisch bzw. aufs Brot. Sogar an dem gewöhnungsbedürftigen „Stinkkäse“ finde ich Geschmack. Da will ich natürlich auch wissen, welchen Weg die Milch geht, bis sie bei mir in Scheiben auf der Semmel landet.
Das „Lexikon vom Käse“ kommt mir da gerade recht: Hier finde ich nicht nur einen wunderbaren Überblick über die verschiedenen Sorten, sondern erfahre auch alles über die Herstellung, die Inhaltsstoffe … Und diverse Rezeptideen rund um den Käse gibt es obendrauf. Wohl bekomm´s!
(geschrieben von Matthias Stöbener)
01.07.2008, 13.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher | Tags: Käse, Grundnahrungsmittel, Preise, Rezeptideen,
Der schwere Weg an die Spitze
Medizin galt lange als reine Männerdomäne – und nur wenige Frauen bekamen den Medizin-Nobel- preis. Doch seit gut 150 Jahren holen Frauen langsam auf. Heute ist es sogar schon so weit, dass Mädchen meist bessere Schulleistungen haben als Jungs.Die erste Frau, die den „Nobelpreis für Medizin“ entgegennehmen konnte, war die aus der Tschechoslowakei stammende amerikanische Ärztin Gerty Cori (1896–1957), geborene Gerty Theresa Radnitz. Sie erhielt diese Auszeichnung zusammen mit ihrem Mann, dem deutsch-amerikanischen Mediziner und Physiologen Carl Ferdinand Cori, und dem argen- tinischen Mediziner Bernardo Alberto Houssay.
Gerty Theresa Radnitz wurde am 15. August 1896 in Prag geboren. Ihr Vater Otto Radnitz führte eine Zuckerfabrik. Gerty bestand 1914 am Tetschen-Realgymnasium in Prag die Matura. Noch im selben Jahr schrieb sie sich an der Deutschen Universität in Prag ein und studierte Medizin. 1920 promovierte Gerty Radnitz bereits zur Doktorin der Medizin, sie zog daraufhin mit ihrem Mann Carl Cori, einem Kommilitonen, nach Wien. Das Ehepaar Cori wurde im Dezember 1947 für seine Forschungen über Kohlehydratabbau im Muskel mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.
Dass Frauen sich ihre Position in Wissenschaft und Forschung hart erkämpfen mussten, zeigt ein banales Beispiel: 1931 wurde Carl Cori als Pharmakologieprofessor an die Washington University School of Medicine in St. Louis (Missouri) berufen. Seine Frau Gerty musste ihm zwölf Jahre lang für ein symbolisches Gehalt assistieren.
Gerty Cori ist nicht die einzige hochbegabte Lady, ohne deren Arbeiten die Welt heute ein Stück ärmer wäre: Frauen wie Marie Curie, Iréne Joliot-Curie•oder Dorothy Hodgkin-Crowfoo haben ebenfalls Erstaunliches geleistet. Wer diese bedeutenden Frauen waren, welchen Beitrag sie der Wissenschaft zollten und wie ihr Leben verlief: In dem Werk „Nobel-Frauen“ können sie insgesamt 15 spannende Porträts nachlesen.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
30.06.2008, 15.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher | Tags: Nobelpreisträgerinnen, Medizinerinnen, Gerty Cori,



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