Jokers Blog Deutschland

Im Freibad

Hinter mir bauen Eltern ein Zelt auf. Neben mir rollt eine Kühlkiste heran. Vor mir wird eine Decke ausgebreitet. Wo ich bin? Im Freibad natürlich! Im Schatten eines Baumes. Wo sonst auch bei diesem heißen Sommer- Wetter? Ich liege auf meinem großen Handtuch unter dem Schatten eines Baumes. Den habe ich noch erwischt, weil ich früh genug ins Bad geradelt bin. Andere müssen Sonnenschirme in den Rasen rammen, damit sie von der Sonne nicht in eine lebendige Bratwurst verwandelt werden.

RettungsringOft gehe ich nicht ins Wasser, weil es um mich herum so spannend zugeht. Ist sehr unterhaltsam, dieses Treiben zu beobachten. Da ist der türkische Familien-Clan, der aus Omas und Opas, aus Kindern und Enkeln einen großen Kreis bildet, ausgestattet mit Dutzenden von Schüsseln aus denen diverse Leckereien gezaubert werden. Verwaltet von der Oma, die in voller Montur in der Sonne sitzt und nicht schwitzt. Wie sie das macht? Das deutsch-russische Pärchen, sie vollmollig und blond, er bodygebuilded mit Tattoos, baut sich ein Lager mit Sonnenzelt. Er steckt die Teile falsch zusammen und beschimpft sie, weil sie die Gebrauchsanweisung nicht mitgenommen hat. Zwei junge Mädchen wechseln ihren Platz, weil sie von Ameisen misshandelt werden. Damit kommen sie ein paar Meter näher an die Decke der braunhäutigen und schwarzhaarigen jungen Männer, die mit einem Ball schon öfters zufällig die jungen Mädchen getroffen haben. Eine Bio-Mutter erklärt ihrem zweifelnd dreinblickenden Kind, dass Steckerl-Eis ungesund ist. Ein Stück Melone muss auch reichen. Diese wird dramatisch auseinander geschnitten. Dann werden die Schalen in die Freibadbraune Tonne geworfen. Die Tonne für Essensreste. Die steht nur fünf Meter von mir entfernt. Sie wird von gelbschwarzen Wespen umkreist. Weil ich meine Weintrauben ausgepackt habe, sind die Wespen auch bei mir zu Gast. Eine Flucht ist unmöglich. Inzwischen ist jeder Quadratmillimeter Wiese im Freibad belegt. Was tun? Hätte ich jetzt nur einen richtig dicken Schmöker dabei! Wieso fahre ich ohne Buch ins Bad? Wie kann das passieren? Mit einem fetten Lese-Schinken könnte ich den Kampf gegen die Wespen aufnehmen. Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig als wieder ins kalte und nasse Wasser zu steigen. Wo ich doch gerade ein Kilo Sonnencreme auf meiner Haut verteilt habe! Und wie soll ich jetzt mitbekommen, wie die Sache mit den Mädels und den Jungen mit dem Ball weitergeht?

Dicke Schmöker zur Wespenjagd finden Sie bei Jokers





06.08.2006, 14.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Trau dich!

Neulich bekam ich einen Brief von Alfred Hornauer. Kennen Sie ihn auch? Also, wenn Sie verheiratet sind, dann könnten Sie ihn kennen. Er ist der Chef meines Standesamtes. Er führt die amtlichen Trauungen durch. Er besiegelt mit einer Urkunde als offizieller Vertreter der Kommu- ne den Bund des Lebens, den zwei Personen schließen.

HochzeitspaarVon einem Journalisten wurde er gefragt, an welche besonderen Vor- kommnisse er sich bei den tausenden von Trauungen erinnere, die er durch- geführt hat. Einmal habe eine Frau NEIN statt JA gesagt, wusste Hornauer zu berichten. Die hätte aber nur Spaß gemacht. Später habe sie dann schon JA gesagt zu ihrem zukünftigen Gatten. Ganz anders in Film und Literatur. Da wimmelt es von Hochzeiten, bei denen die Braut oder der Bräutigam NEIN statt JA sagt. Noch schöner sind die Filme und Bücher, bei denen der wirkliche Geliebte, die wirkliche Geliebte bei der Trauungszeremonie auftaucht und dann die Braut, den Bräutigam vor den Augen der entsetzten Hochzeitgäste mit nimmt. Der falsche Partner steht dann dumm da - mit den unnützen Ringen in der Hand. Da ist die Schadenfreude groß. Das sind Momente im Leben, mit denen niemand rechnet. Keine und keiner rechnen will. Im richtigen Leben sicherlich zu Recht, wie Alfred Hornauer bestätigt.

frisch verheiratetAls einen wunderbaren Beruf hat Alfred Hornauer seine Arbeit im Standesamt in dem Brief an mich bezeichnet. Verschwiegen hat er mir allerdings, was er sich denkt, wenn er Leuten begegnet, die er verheiratet hat, die sich aber scheiden haben lassen. Ist das nicht frustrierend? Oder denkt er sich, dass auch in anderen Berufen nicht alles perfekt klappt? Sagt er sich: Nichts hält ewig, auch wenn es mit größter Mühe und Liebe hergestellt wird? Auf jeden Fall ist eine Trauung weitaus unkomplizierter als eine Scheidung. Damit beschäftigen sich dann Rechtsanwälte und Richter. Dann geht es auch um den Besitz und die Kinder. Vielleicht sollte der oder die eine oder andere vor dem Standesbeamten doch öfters NEIN sagen?


Die Kandidatin - wenn der schönste Tag des Lebens zum Alptraum wird





05.08.2006, 16.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Die Insekten sind los!

Kürzlich hatte der Kleine meiner Freunde Geburtstag. Ich tue mich immer etwas schwer, das richtige Geschenk für kleine Jungs zu finden - vor allem, wenn sie schon zu groß zum Autospielen sind. Der Bub wurde 11 Jahre alt und ich war ratlos - bis ich dann aber beim Stöbern auf eine faszinierende Zeitungsnotiz stieß: Die Phasmide leben!


PhasmidWenn sie bisher keine Ahnung hatten, was ein Phasmid ist, seien Sie beruhigt: Bis vor wenigen Tagen wusste ich es auch nicht. Phasmide sind nichts weiteres als meist flügellosen Stockinsekten: Im Zoo von Melbourne existieren heute zehn erwachsene und 40 Jungtiere sowie 1000 Eier der ausgestorben geglaubten Balls Pyramid Phasmide.
Balls Pyramid ist eine kleine Felsengruppierung, eine Art Insel etwa 20 km südöstlich von Lord Howe Island vor der Küste Australiens: noch unerreichbarer als Lord Howe Island selbst, das nur 400 Touristen jährlich betreten dürfen. Eine unglaubliche Fauna konnte sich auf Lord Howe Island ungestört weiterentwickeln - das ist heutzutage so ungewöhnlich, dass dort einige Tiere ihr Dasein fristen können. Vor rund 90 Jahren jedoch wurde Lord Howe Island jedoch von einer Rattenplage heimgesucht: Ein Schiff verunglückte die Ratten, die bekanntlich das sinkende Schiff verlassen, fanden auf Lord Howe ein wahres Paradies. In kurzer Zeit vernichteten sie zahlreiche Insektenspezies. Unter anderem, so glaubte man bis vor wenigen Jahren, auch die "Landhummer" genannten Phasmide. Mit einer enormen Größe beeindruckten die nachtaktiven Insekten die Einheimischen: Bis zu 15 cm wurden die Weibchen groß.
Doch die Ratten schafften es nicht, die beeindruckenden Rieseninsekten auszurotten, auch wenn sich auf Lord Howe kein einziges Exemplar mehr findet. Die Wissenschaft steht vor einem Rätsel: Die Phasmide flüchteten nämlich kurzerhand auf die benachbarte Felseninsel - flügellos und schwimmunfähig. Vielleicht erreichten die Landhummer Balls Pyramid auf Treibholz ausharrend, das dort angeschwemmt wurde? Wer weiß.
Doch so viel ist sicher: Sie überlebten Jahre auf dem nackten Felsen. Forschern ist es gelungen, einige Tiere in künstlichem Ambiente aufzuziehen: Heute, wie gesagt, existieren wieder 50 Tiere - wesentlich mehr als die Handvoll, die auf Balls Pyramid entdeckt wurde.
Und nun nähert sich die Zeit, in der die Balls Pyramid Phasmide reexportiert werden sollen: Ziel ist, sie wieder auf Lord Howe Island anzusiedeln.

Die Insekten sind los!Jene Zeitungsnotiz also brachte mir die zündende Idee für das passende Geburstagsgeschenk: Jungs sind ja im Allgemeinen rechte Abenteurer, nicht wahr? Sie wollen entdecken, sich bewähren, schlauer werden: Und natürlich unterhalten. Unser interaktives Spielbuch "Die Insekten sind los!" erfüllt all diese Kriterien für ein gelungenes Geschenk - der Kleine war richtig happy. Wenn die Phasmide wüssten, welche Freude sie einem Kind bereiteten...

Die Insekten sind los!



03.08.2006, 14.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher

Mozart in Moskau

Es war nicht zu verhindern ;-) Olga aus Moskau ist engagiert für das Jokers Blog. Sie haben es so gewollt. Okay. Gerade hat sie mir ihr neuestes Blog geschickt, von mir nur noch etwas grammatikalisch und rechtschreibtechnisch aufgehübscht. Das Wort hat Olga:

Gestern war ich in einem Konzert. Meine Mutter, die immer Ideen im Kopf hat, wie man die Zeit gut verbringen kann, hat mir als Geburtstagspresent eine Karte für das Moskauer Tschaikovsky- Konzerthaus geschenkt. Aufgeführt wurde Mozarts Oper „Don Juan“.

Ich kenne mich in der klassischen Musik, besonders was Opern angeht, überhaupt nicht aus. Früher habe ich gedacht, Opern seien was Langweiliges oder nur ein Ding für Kenner. Gestern habe ich meine Meinung geändert.

„Don Juan“, wie er aufgeführt wurde, war eigentlich keine richtige Oper, alles ging ohne Kostüme und Dekorationen ab. Gesungen haben weltbekannte Stimmen aus sechs verschiedenen Ländern. Donna Anna war Simone Kermes, die berühmte Sängerin aus Deutschland mit einer wundeschönen, kristallklaren Stimme, Don Juan Simone Albergini aus Italien. Die anderen Partien sangen Natan Berg (Kanada, das Publikum war begeistert von seinem Spiel), Natascha Marsch (UK), Michael George (UK). Dirigent war der junge Grieche Theodor Kurentsis. Als er in einem schwarzen T-Shirt und mit Pferdeschwanz auf die Bühne trat, war das Publikum etwas irritiert. Aber schon nach seinen ersten Handbewegungen, nach den ersten Musikklängen bewunderten tausende von begeisterten Zuhörern und Zuschauern die harmonische Einheit des jungen Künstlers und des Orchesters. Der Saal war überfüllt. Im großen, eigentlich schlecht durchlüfteten Raum waren alle Plätze, ja alle Treppenstufen und Gänge besetzt.



Neugierig beobachtete ich das Publikum. Die älteren Damen und Herren, richtige Kenner der klassischen Musik, saßen wie versteinert auf ihren Plätzen und lauschten. Doch die Jugend war in Überzahl. Wunderschön gekleidet, mit einem Lächeln auf den Lippen, folgten junge Damen und ihre Kavaliere der Handlung auf der Bühne. Auf einmal wurde mir klar: Egal, ob man ein richtiger Opern-Profi oder nur ein zufällig ins Konzert geratener Laie ist: Die sagenhaft vielfältige und bezaubernde Musik dieses Genies namens Mozart wirkt auf alle gleich, sie erschüttert mit ihrer Schönheit, umhüllt mit ihrer Rätselhaftigkeit, greift mit ihrer Klarheit ans Herz. Unglaublich, wie man aus nur sieben Noten so etwas Schönes komponieren kann!

Nach einer betäubenden fünfzehnminütigen Ovation am Ende des Stückes haben die Sänger wiederholt eine wunderschöne Passage gesungen. Im Blumenregen, begeisterten "Bravo-Rufen" und wellenhaft anbrausenden Applaus des dankbaren Moskauer Publikums standen die glücklichen Stars noch lange auf der Bühne, bis der Beifall endlich nachließ.

Schweigend verließ ich den Saal - fast als letzte. Kein Wort wollte ich verlieren, aus Angst die zauberhafte Stimmung in meinem Herzen zu verletzen. Langsam ging ich auf der Tverskaja Strasse entlang zur U-Bahn-Station. In meinen Ohren klang immer noch die Musik, vor meinen Augen bewegten sich die musikalischen, geschmeidigen Hände des jungen Dirigenten.

MozartAls ich einige Zeit später ins Bett ging, wünschte ich mir noch mehr Musik von Mozart zu hören. Und zwar nicht auf einer CD, sondern wieder live, von der Bühne. Ich möchte wieder in Mozarts Musikwelt eintauchen, mit jeder Zelle meines Körpers die Musikklänge erspüren, mein Herz mit ihrer Zauber füllen. Ich griff nach dem Programm von „Don Juan“. Auf der letzten Seite fand ich die Annonce zur nächsten Aufführung: Mitte November wird der Figaro gegeben, Dirigent T. Kurentsis. Da gehe ich bestimmt hin! Mit diesem Gedanken schlief ich glücklich ein.

Übrigens, liebe Olga: Können deine Leser mal ein Bild fürs Blogteam bekommen und vielleicht auch eine kleine Biographie? Ich denke doch, deine LeserInnen wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben!

Ach ja, auch wenn unsere Olga Mozart live erleben will, nicht jeder von uns hat die Gelegenheit dazu und ein bisschen Werbung muss ich auch machen: Hier gibt es

Mozart bei Jokers.

01.08.2006, 13.41 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges

Bianka Schmidtlein:
Tatsächlich. Auf jokers.de führt die Sucheing
...mehr

Ute Berger:
es ist wirklich schlimm was mit den Handys un
...mehr

Gabi Bergermann:
Auweia. Jorges Verhalten erinnert schon sehr
...mehr

Anne-Marie Kollmannsberger:
Anti-BILD-Mail-Aktion:Hier klicken
...mehr

Gabi Bergermann:
Soso, man ist ein paar Wochen in Mittelamerik
...mehr

Einträge ges.: 1525
ø pro Tag: 0,6
Kommentare: 272
ø pro Eintrag: 0,2
Online seit dem: 15.05.2005
in Tagen: 2566
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
Bloggeramt.de
frisch gebloggt
Deutsches Blog Verzeichnis
Blog Top Liste - by TopBlogs.de
TwitThisFacebookGoogleMySpaceTechnoratiMister WongDiggDeliciousYiggLinksilo
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3





<< Mai 2012 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
 010203040506
07080910111213
14151617181920
21222324252627
28293031