Jokers Blog Deutschland

Geheimtipp für Kultur-Begeisterte

Kürzlich war ich am Wochenende mit einem Freund unterwegs. Er hat lange in der Straubinger Gegend gewohnt und kennt sich in der Gegend relativ gut aus. Über seine Freunde bekamen wir einen Geheimtipp. Mitten im Wald bei Rimbach, auf einer uralten Burgruine, sollte ein Theaterstück der wirklich anderen Art aufgeführt werden. „Da Judas vom Woid“ heißt das Stück, das in bestem Niederbayerisch in die Welt der Passionsspielvorbereitungen eines kleinen Dorfes entführt.

Es war ein unerwartetes Spektakel. Wir rechneten mit einem netten Bauernstück und kamen zu einem Theatergenuss der Extraklasse. Mit Leib und Seele agierten die Schauspieler als Judas, Jesus, Maria Magdalena und andere an der Passionsgeschichte beteiligten Figuren. In handgenähten Kostümen, die sehr authentisch wirkten, zogen sie Hunderte von Zuschauern, die Vorführung war ausverkauft, in ihren Bann.

Vor der Kulisse des Waldes, der langsam im Dunkel der Nacht verschwand, entfaltete sich ein aktuelles und brisantes Thema. Das Publikum erlebte mit, wie Schritt um Schritt das „Ich“ der Schauspieler verschwand und einer anderen Persönlichkeit Platz machte, von der man nicht wissen konnte, welche Grundzüge bereits vor der Rolleneinnahme vorhanden waren.

Fasziniert verfolgten mein Freund und ich das Schauspiel, und wir waren beileibe nicht die einzigen, die „Da Judas vom Woid“ als eine der besten Inszenierungen mit gesellschaftskritischem Inhalt erachteten.

Sehen Sie selbst, die Reise lohnt sich:

http://www.libu.de/judas.htm


(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

14.08.2009, 10.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Da Judas vom Woid, Theaterstück,

Humor hilft heilen

LachenEigentlich bin ich kein großer Fan von Ratgebern. Entsprechend skeptisch war ich, als mir eine Freundin jüngst den derzeitigen Kassenhit zum Thema „Glück“ in die Hände legte. „Vielleicht hilft es ja auch dir, du kannst es definitiv gebrauchen“, sagte Susanne und überreichte mir „Glück kommt selten allein“ von Dr. med. Eckart von Hirschhausen. Eben jenen kannte ich noch von „Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“.

Weil ich von Haus aus ein neugieriger Mensch bin, gab ich dem Buch eine Chance – und wurde nicht enttäuscht. Schon beim Vorwort, das ich in den meisten Fällen eher schnell überfliege, fingen meine Mundwinkel an, sich unkontrolliert nach oben zu ziehen. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Buch nicht um einen Ratgeber. Es ist vielmehr eine sehr intelligente Untersuchung des buchstäblich unfassbaren Themas Glück. Viele schöne Anekdoten aus dem Leben des Komikers Hirschhausen, überraschend lustige Witze, Wortspiele und Illustrationen verwandeln die Lektüre schnell in ein echtes Glückserlebnis.

Und das vielleicht Schönste: Hirschhausen verfolgt mit diesem Buch nicht nur den üblichen Autoren-Wunsch, das eigene Glück durch hohe Verkaufszahlen zu vermehren. Vielmehr spendet er von jedem verkauften Buch einen Euro an die Stiftung „Humor hilft heilen“, die er vor einem Jahr gründete. Seitdem möchte die Organisation nach eigenen Aussagen „Spender und Akteure vernetzen, Ärzte, Pflegekräfte und Clowns weiterbilden und therapeutisches Lachen in Medizin, Arbeitswelt und Öffentlichkeit fördern“. Ein alles andere als lachhafter Vorsatz, wie ich finde!


(Geschrieben von Matthias Stöbener) 

12.08.2009, 09.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Humor hilft heilen, Glück kommt selten allein, Eckart von Hirschhausen,

Dann doch lieber das Original

König ArthurMeine Frau bekam von ihrer besten Freundin ein Ticket für „Excalibur“ in Kaltenberg geschenkt: eine keltische Rock-Oper, so die Ausschreibung. Die beiden Freundinnen schenken sich gegenseitig zu diversen Anlässen im Jahr immer „Zeit“ – kombiniert mit Karten für Konzerte, Theater, Circus oder dergleichen. „Normalerweise“ gehen sie gerne auf Konzerte von Alt-Rocker, auf diese Weise besuchten sie schon Auftritte von den Rolling Stones, den Ärzten, Mark Knopfler, Joan Armatrading und vielen anderen Stars. Eine „Rock-Oper“ klang da natürlich sehr verlockend.

Die Zusatzaufführung, für die sie Tickets hatten, war ausverkauft. So dauerte es bis gut nach Beginn von „Excalibur“, bis die Publikumsmassen Einlass in das Areal fanden. Doch voller Vorfreude auf die musikalische Verarbeitung des Epos brachte sie das Gedrängel und Geschubse nicht aus der Ruhe.

Selbstverständlich wollte ich von meiner Frau genau wissen, wie „Excalibur“ war. „Nun ja“, entgegnete sie, „eine Rock-Oper war es nicht – eher Kuschelrock mit szenischen Einlagen“. Sie war also etwas enttäuscht von dem Akt. Die Geschichte um Excalibur wäre zu kurz gekommen, meinte sie, auf der anderen Seite wäre es wohl auch schwer, den großartigen Mythos in eine „Rock-Oper“ zu packen. Ihre Enttäuschung kann ich ihr nicht verübeln. Es ist wirklich schwierig, im Theater, im Musical und im Film Lesestoff so zu verarbeiten, dass Fans den Zauber des Buches auch auf der Bühne wieder finden.

Deshalb habe ich mich auf die Suche nach dem „Original“ der König Artus-Sage in unser Lager begeben und bin fündig geworden!

(Geschrieben von Matthias Stöbener)

11.08.2009, 10.04 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: König Artus, Artus-Sage, Ritter der Tafelrunde, Excalibur,

Bücher sind trendy

Bücherleser sind alles andere als langweilig. Der „typische“ Bücherwurm, der sich mit dicker Hornbrille, Bauchansatz, Cordhose und Pullunder lieber im stillen Kämmerlein seinen Büchern widmet und nur selten ins Tageslicht tritt, scheint endgültig Vergangenheit zu sein. Das zumindest ergab eine Untersuchung von TNS Infratest. Das Marktforschungsunternehmen deckte bei der „erlebnisorientierten“ Zielgruppe, die gern Trendsportarten wie Inline, Skateboard und Kickboard betreibt, eine erstaunliche Affinität zu Büchern auf.

Mit 36 Prozent bildet diese Gruppe einen wesentlichen Teil der 14- bis 49-Jährigen. Mehr als die Hälfte, also 51 Prozent davon, lesen laut Untersuchung in ihrer Freizeit mindestens einmal im Monat Bücher. Im Vergleich dazu ist die Gesamtbevölkerung mit 48 Prozent beinahe lesefaul. Der Grund liegt möglicherweise im relativ hohen Bildungsstand: 28 Prozent der Trendsportler hat Abitur oder sogar einen Hochschulabschluss. In der gesamten Bevölkerung sind dies gerade mal 23 Prozent.

Noch ein Vorurteil räumt die Untersuchung somit aus: Dass stylische Base-Jumper, Surfer oder Halfpipe-Springer nur auf Spannung und Spaß aus sind und sich nicht im Geringsten für die leisen Töne des Lebens interessieren. Lesen und Action – wer jemals glaubte, dies passe nicht zusammen, muss jetzt wohl umdenken.


(Geschrieben von Matthias Stöbener)

10.08.2009, 09.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Base-Jumper, Surfer, Halfpipe, lesen,

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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