Jokers Blog Deutschland

Mehr als kalter Kaffee

Hand auf’s Herz: Sind Sie Kaffee- oder Teetrinker? Immer wieder stelle ich erstaunt fest, dass sich die Menschen in der Tat ziemlich genau in diese Gruppen einteilen lassen. Nach dem Motto „man liebt es oder man hasst es“ gibt es selten Schattierungen dazwischen. In Geschäftsge- sprächen erntet man mitunter sogar einen reichlich verwunderten Blick, wenn man anstatt des obligatorischen Kaffees doch lieber Tee wünscht.

TeeliebeIch für meinen Teil muss ge- stehen, ich bin ein Teetrinker. Und ich liebe es, die Zubereitung von Tee ein bisschen zu zelebrieren. In unserer Küche stehen dutzende Teebüchsen befüllt mit wohlduft- enden Tees, von Pu Erh, über Earl Grey oder Rooibos bis hin zu Lapacho. Eine gute Tasse Tee zu einem guten Buch, das ist für mich eine Kombination wie Sommer und Balkon.

Ab und an darf es natürlich auch eine Tasse Kaffee sein. So ein radikaler Tee-Fan bin ich dann auch nicht. Aber dann steigt mir das ungewohnte Koffein schnell zu Kopf bzw. zu Herz. Irgendwie bekommt mir Tee besser. Und: Ich stehe einfach auf das Besinnliche beim Zubereiten, auf das Aufbrühen, Ziehen lassen, Abtunken. Alles andere ist irgendwie kalter Kaffee …

Und Sie? Kaffee- oder Teetrinker?

20.08.2006, 15.09 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Uhrgeschäfte

In einem Second-Hand-Laden kaufte ich mir auf dem Heimweg eine originell aussehende Uhr. Sehr günstig. Dann bemerkte ich, dass die Uhr nicht ging. Batterie leer wahrscheinlich. Auf meinem Weg lag ein Schmuck- und Uhrengeschäft. Ich ging rein. Eine Frau sah meine Uhr an. „Das haben wir gleich“, sagte sie. „Mein Sohn macht das.“ Ein Winkel war mit einem Vorhang vom Laden abgetrennt. Da saß der Sohn. Eine Wand war in dem Laden entfernt worden. Dadurch ging der Blick in einen weiteren Raum, der früher ein Geschäft für handgemachte Marionetten war. „Was kommt denn hier rein?“, erkundigte ich mich. „Die Werkstatt für meinen Sohn“, sagte die Frau. Dann reichte sie mir meine Uhr. „Jetzt ist eine neue Batterie drin“, sagte sie. Das kostete mich fünf Euro.

ZeitIch ging weiter. Ist Uhrmacher ein Beruf mit Zukunft? Sah so aus. Warum sollte sonst die Frau ihren Laden für ihren Sohn erweitern? Ich kam ins Überlegen. Wäre ja schön, wenn nicht nur Konzerne ständig expandieren. Auch Hand- werker haben also noch eine Chance. Beim Zeitschriften-Kiosk legte ich mir eine Illustrierte zu. Mit Verwunderung musste ich später beim Durchlesen feststellen, dass in dem Heft die Werbung für Uhren gut vertreten war. Teure Luxus-Uhren bis zu 25.000 Euro wurden mit einer ganzen Seite beworben, praktische Uhren für 150,- Euro mit einer Spalte. Scheint also ein gutes Geschäft zu sein, das Geschäft mit den Uhren, dachte ich mir. Hätte ich nicht gedacht. In dem Heft war sogar ein Bericht über einen Uhrmacher in Glashütte. Wie präzise diese Leute arbeiten mit dieser merkwürdigen Lupe, die ins Auge geklemmt wird. Mir blieb es trotzdem ein Rätsel, wie Uhrmacher all diese winzigen Teilchen zu einem Gerät zusammenschrauben konnten, das exakt Tag, Stunde, Minute und Sekunde angeben konnte.

UnruhIch hatte schon gehört, dass es Sammler von Uhren gibt. Und ich hatte schon gesehen, dass Zeitschriften und Bücher nur über Armband-Uhren existieren. Aber gibt es schon einen Roman über einen Uhrmacher? Alche- misten, Kartenmacher, Philosophen, Kanonengießer, Spione, Detektive, Piraten, Künstler, Medicusse, Mönche und Wanderhuren, die wurden schon in Büchern verewigt. Aber Uhrmacher? Da hat wohl noch keiner dazu Zeit gehabt. Ist das nicht spannend, über einen Menschen zu schreiben, der die Zeit in den Griff bekommen will? Mit Hilfe einer Sonnen-Uhr. Oder mit einer Sand-Uhr. Oder mit einer Wasser-Uhr. Oder mit einer mechanischen Uhr.

Ich nahm meine neue Uhr vom Arm. Nachdem ich sie vorsichtig vor mir auf den Tisch gelegt hatte, sah ich sie lange an. Die beiden Zeiger drehten sich über dem Ziffernblatt. Sollte ich einen Roman über einen Uhr-Macher schreiben? Warum nicht? Aber vorher sollte ich noch einiges erledigen. Abendessen einkaufen, abspülen, abtrocknen, Wäsche waschen, Gerümpel vors Haus stellen, Grillsachen für Morgen herrichten, meinen Freund anrufen, wann es morgen losginge mit der Grillerei, dazu die Badesachen, weil wir doch am Baggersee grillen, ach es gab noch so viele Dinge zu erledigen. Ich verlor schier den Überblick. Tatendurstig stand ich auf und drehte mich im Kreis. Wie ein Uhrzeiger.


Unruh von Hansjörg Betschart


18.08.2006, 12.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Bitte warten

Fünf-Minuten-SpieleWarten Sie auch so gern wie ich? An der Eisdiele, vor den Umkleiden oder der Kasse zum Schwimmbad. Ferien- zeit ist Wartezeit. Und am allerschön- sten wird es auf der Autobahn! In Megastaus, in denen sich Urlauber auf Ihrer Reise gen Süden bis zu 100 Kilometer weit stauen. Herrlich! Diese Gelegenheiten nutze ich immer wieder gerne, ein paar Kapitel in meinem derzeitigen Lieblingsbegleiter „Der Weg zum gelassenen Leben“ von Block-& Bleistift-SpieleDuncan Steen zu studieren. Somit schlage ich für gewöhnlich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ich erweitere meinen Horizont und kann das Gelesene gleich prak- tisch umsetzen. Denn selten neigt man so gern zum Wutausbruch wie in einer endlosen Warteschlange.

Die Lage tendiert oft noch mehr zum Verkrampfen, wenn mehr als eine Person an meiner Seite wartet. Der Klassiker ist dabei die Fahrt in den Familienurlaub. „Sind wir schon da?“, „Papa, mir ist laaaangweiliiiiig“ schallt es dann vom Rücksitz. Richtig spannend wird es im Stau. Dann greift nicht einmal mehr das alte „Wir bilden Wörter aus Autokennzeichen“-Spiel. Und selten kann man die Kleinen so dermaßen für ein Buch begeistern, dass sie sich die ganze Fahrt (inklusive Standzeiten) darin komplett vertiefen. Zum Glück habe ich jetzt in unserem Repertoire nicht nur eine kleine Spiele-Sammlung extra für lange Fahrten und Wartezeiten im Auto gefunden!

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16.08.2006, 11.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Augsburger Festtag

Bertolt BrechtIm Augsburger Brecht-Jahr begehen wir heute einen wichtigen Jahrestag:
Vor fünfzig Jahren, am 14.08.1956, ist der Augsburger Literat Bertolt Brecht in Berlin gestorben.

Die Dreigroschenoper, Die Heilige Johan- na der Schlachthöfe, Mutter Courage, Der gute Mensch von Sezuan, Der Kauka- sische Kreidekreis: Bertolt Brechts Stücke werden von China bis Lateinamerika auf der ganzen Welt aufgeführt.

Seine Werke fesseln, prangern an, überspitzen und haben immer einen politisch-moralischen Hintergrund: Bert Brecht, der linksgerichtete Querdenker, erlebte im Laufe seines Lebens eine wahre Odyssee. Viele, viele Jahre verbrachte er im Exil - seine Flucht vor der Staatspolitik führte ihn über Skandinavien nach Amerika, über die Schweiz schließlich nach Berlin.

Der Begründer des Epischen Theaters nannte seine Erzählmethode den "Verfremdungseffekt": Der Zuschauer sollte mit seinen Schauspielen zum Nachdenken, zum Analysieren angeregt werden - nicht das Mitfühlen stand bei Brecht im Vordergrund.

Bert Brecht, der den berühmten Ausspruch prägte "Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann erkennen, dass A falsch war" bezog, ohne Rücksicht auf persönliche Verluste, stets eindeutig Position - in politischen und privaten Angelegenheiten. Der Vater von vier Kindern war zweimal verheiratet: Seine erste Ehe mit der Opernsängerin Marianne Zoff zerbrach kurz nachdem er seine zweite Frau Helene Weigel kennen lernte. "So verging die Zeit, die auf Erden mir gegeben war", wie Brecht in "An die Nachgeborenen" formulierte.

Die Stadt Augsburg gedenkt ihres großen Sohnes im Jahre 2006 mit zahlreichen Ausstellungen, Symposien und Veranstaltungen. In der Innenstadt erinnern vier eindrucksvolle Statuen an den revolutionären Dichter.

Hommage an Bertolt Brecht

14.08.2006, 07.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren

Bianka Schmidtlein:
Tatsächlich. Auf jokers.de führt die Sucheing
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Ute Berger:
es ist wirklich schlimm was mit den Handys un
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Gabi Bergermann:
Auweia. Jorges Verhalten erinnert schon sehr
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Anne-Marie Kollmannsberger:
Anti-BILD-Mail-Aktion:Hier klicken
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Gabi Bergermann:
Soso, man ist ein paar Wochen in Mittelamerik
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