
Sommer: ein Gedicht

Es sind kurze Sätze oder Strophen, die so wunderbar passen: „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“ ist so eine Zeile, die mir an langen Herbstabenden in den Kopf kommt. Genauso geht es mir mit dem Frühling. Wenn ich über eine taufeuchte Morgenwiese schlendere, murmelt Hölderlin in meinem Kopf:
Es kommt der neue Tag aus fernen Höhn herunter,
Der Morgen, der erwacht ist aus den Dämmerungen,
Er lacht die Menschheit an, geschmückt und munter,
von Freuden ist die Menschheit sanft durchdrungen.
Ein neues Leben will der Zukunft sich enthüllen,
Mit Blüten scheint, dem Zeichen froher Tage,
Das große Tal, die Erde sich zu füllen,
Entfernt dagegen ist zur Frühlingszeit die Klage.
Was aber ist mit dem Sommer? Lange war der Sommer, was Poesie betrifft, für mich nicht belegt. Bis ich neulich über ein Gedicht von Hermann Hesse „stolperte“. August heißt es und ich will es Ihnen nicht vorenthalten.
August
Das war des Sommers schönster Tag,
Nun klingt er vor dem stillen Haus
In Duft und süßem Vogelschlag
Unwiederbringlich leise aus.
In dieser Stunde goldnen Born
Gießt schwelgerisch in roter Pracht
Der Sommer aus sein volles Horn
Und feiert seine letzte Nacht.
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(Geschrieben von Matthias Stöbener)
21.08.2009, 08.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Hermann Hesse, Sommergedicht, August-Gedicht,
Mit einem der Größten in den Urlaub
Sie, lieber Leser, kennen uns: „Normalerweise“ brauchen wir unsere Preise nicht zu betonen. Sie wissen selbst, wie günstig Jokers ist. Aber ab und zu bin ich selbst noch erstaunt über die Preispolitik meines Chefs. Vor allem dann, wenn ich einen meiner Lieblingsautoren als Sonderausgabe bei uns entdecke. Wie zum Beispiel die Komplettausgabe des Gesamtwerks von Karl Valentin. Als Sonderedition für 29.95 € sparen Sie nämlich 440 Euro (!) gegenüber der Originalausgabe. Und ich finde, dass sich die neun Bände sogar dazu eignen, mit in den Urlaub genommen zu werden. Da geht Ihnen der Lesestoff sicher nicht aus und bei diesem Sommerpreis bleibt genug Taschengeld für einige Souvenirs mehr.Wussten Sie, dass Karl Valentin mit Bert Brecht befreundet war? Karl Valentin war ein waschechter Münchner: Er verbrachte nicht nur die meiste Zeit in dieser Stadt, sondern wurde sogar auf dem Planegger Friedhof beerdigt. Seinen bürgerlichen Namen kennen nicht viele. Als Valentin Ludwig Fey wurde er am 4. Juni 1882 geboren, er starb am 9. Februar 1948.
Seine Kindheit in der Münchner Vorstadt Au erlebte er als Einzelkind. Eine Schwester und zwei ältere Brüder starben kurz nach Karls Geburt. Karl Valentin war kein fleißiger und williger Schüler. Von der Volksschule (1888 bis 1895) sprach er später als Zeit im „Zuchthaus“. Bis 1901 war er nach einer Schreinerlehre Facharbeiter. In diese Zeit fielen auch erste Auftritte als „Vereinshumorist“. 1911 heiratete er Gisela Royes, das Dienstmädchen im Hause Fey. Zwei Töchter entstammten dieser Verbindung, aber treu war er nicht.
1902 trat er erstmals als Karl Valentin auf. Er hatte ein Gastspiel am Varieté Zeughaus in Nürnberg. Nach dem Tod seines Vaters, der Übernahme der Leitung der Speditionsfirma Falk und Fey zusammen mit seiner Mutter, der Pleite des Unternehmens im Jahre 1906 und einem Umzug nach Sachsen kehrte Karl nach einer erfolglosen Tournee durch verschiedene Städte 1908 nach München zurück. Hier schrieb er den Monolog Das Aquarium.
Sein Engagement an der Volkssängerbühne im „Frankfurter Hof“ beendete seine Geldsorgen. 1911 traf er Elisabeth Wellano, die als Liesl Karlstadt seine Bühnenpartnerin werden sollte.
Dann ging es zum Film. Ab 1912 war Valentin, der sich in München ein eigenes Filmstudio eingerichtet hatte, Darsteller in gut 40 Kurzfilmen, die auch nach seinen Sketchen gedreht wurden. Auf der Bühne inszenierte Valentin ab 1914 Tingeltangel, sein eigenes Bühnenprogramm in mehreren Versionen. 1915 wird Valentin Direktor des Münchener Kabaretts Wien-München, der Waffendienst während des 1. Weltkriegs blieb ihm, dem Asthma-Kranken, erspart.
Mit Bertolt Brecht parodierte er im Jahre 1922 dessen „Trommeln in der Nacht“ an den Münchner Kammerspielen. Die gemeinsame Arbeit hat das spätere Schaffen Brechts stark beeinflusst. Valentin übernahm in dem surrealistischen Film „Mysterien eines Frisiersalons“ von Brecht und Erich Engel eine der Hauptrollen. Ab 1922 und 1923 trat Karl Valentin auch im Ausland auf, die Schweiz und Österreich waren erste Erfolgsstationen.
1931 eröffnete Karl Valentin ein eigenes Theater (Goethe-Saal) in der Münchner Leopoldstraße. Nach nur acht Wochen musste er jedoch wieder schließen, weil er gegen die Regeln der Feuerpolizei verstieß und auf eine brennende Zigarette in einem Sketch partout nicht verzichten wollte.
Sein 1934 eröffnetes „Panoptikum für Nonsens“ musste er nach zwei Monaten wieder schließen, und auch ein zweiter Versuch 1935 missglückte dem sonstigen Sonntagskind.
Politisch scheute Karl Valentin die Auseinandersetzung. Dem Nazi-Regime stand er zwar skeptisch gegenüber, äußerte sich aber nicht öffentlich. Dennoch arbeitete er mit satirischen Metaphern wie „Auf zum Endsieg“ oder „Das letzte Aufgebot“. Bekannt sind auch seine Bühnenworte „Heil..., heil..., heil...! ja wie heißt er denn nur – ich kann mir einfach den Namen nicht merken.“ Oder auch: „Wie gut es doch ist, dass der Führer nicht Kräuter heißt.“
Von 1939 an hatte Valentin eine neue Bühnenpartnerin, die auch seine Geliebte wurde: Die 35 Jahre jüngere Annemarie Fischer ersetzte auf der Bühne Liesl Karlstadt. Karl eröffnete die Ritterspelunke, eine Theater-, Kneipen- und Panoptikum-Mixtur, die er allerdings im Juni 1940 wieder schloss, bevor die NS-Behörde den Lagerraum für Requisiten zum Luftschutzkeller machte.
Mit Liesl Karlstadt sollte er 1940 im Deutschen Theater seine letzten erfolgreichen Auftritte haben. 1947 und 1948 trat Karl Valentin nach jahrelanger Trennung wieder gemeinsam mit Liesl Karlstadt auf. Unterernährt starb Karl Valentin im Februar 1948, am Rosenmontag, an einer Lungenentzündung.
Ich möchte diesen Artikel mit den Worten von Christoph Schlingensief beenden: Valentin ist für mich einer der Größten!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
20.08.2009, 13.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Karl Valentin, Liesl Karlstadt, Sämtliche Werke ,
Beam mich in den Urlaub
Bossa Nova. Klingt nach Sommernacht und kühlen Drinks. Für mich der perfekte Soundtrack für heiße Nächte, genauso wie Bar- und Loungemusik aus Kuba und anderen karibischen Ländern. Der Trend zu den coolen Sounds ist seit einigen Jahren ungebrochen und ich finde, man kann (und will) sich dem auch gar nicht entziehen.Weil ich mir in meinem Alter nicht mehr die Nächte in irgendwelchen Clubs um die Ohren schlage, ist es schön, wenn sich die südlichen Klänge auf der heimischen Terrasse ausbreiten und sich der Feierabend irgendwie ein wenig lässiger anfühlt.
Ich kann vom Urlaub träumen oder mir vorstellen, weißer Strand und zart brandendes Meer lägen gleich hinter dem Rasen. Die Tageshektik verschwindet mehr und mehr und macht Platz für Entspannung.
Nun will ich der Art von Musik nicht Unrecht tun und sie komplett in den Hintergrund verweisen, aber man kann natürlich auch wunderbar dazu lesen. Zum Beispiel mal wieder südamerikanische Autoren wie Isabel Allende, Carlos Fuentes oder Mario Vargas Llosa. Die finden Sie natürlich bei Jokers zum kleinen Preis.
Es muss also nicht immer der ganz große Urlaub sein – manchmal bewirkt ein wenig Chillout-Musik in Begleitung eines stimmungsvollen oder spannenden Buches auch schon ganz viel. Probieren Sie es doch einfach mal aus, es kostet ja schließlich nicht viel:
Chillout-Musik
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
19.08.2009, 13.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Bossa Nova, Chillout, südamerikanische Autoren,
Kafka, der unsterbliche Klassiker
An einem Dritten wurde er geboren, an einem Dritten starb er: Nur 41 Jahre war Franz Kafka alt, als er am 3. Juni 1924 verstarb. Vier Wochen später, am 3. Juli, hätte er Geburtstag gefeiert. Franz Kafka ist ein Autor der europäischen Moderne, der internationale Bedeutung erreichte. Hierzulande gibt es wohl keine Schule, in der nicht zumindest eines seiner Werke im Unterricht gelesen wird.Doch Kafkas Werke sind mannigfaltiger Interpretation unterworfen, bei ihm verschwimmt die Grenze zwischen öffentlichen Schriften und privater Kommunikation ständig. Obwohl sich schon Heerscharen von Literaturwissenschaftler über seine Texte gemacht haben, werfen sie noch immer schwierige editorische Probleme auf, die nicht nur Herausgeber und Verlage, sondern auch die Leser betreffen.
Die meisten seiner literarischen Texte vollendete und publizierte er nicht, auch seine drei Romane „Der Verschollene“, „Der Process“ und „Das Schloss“ blieben fragmentarisch. Viele Tagebucheinträge, Aufzeichnungen oder Briefe von Kafka sind von derart hohem sprachlichem und formalen Niveau, dass man sie fast für einen beabsichtigten und bewusst ausformulierten Nachlass an die Welt erachten könnte. Kafka selbst schien nicht stringent zwischen Privatem und Öffentlichem zu unterscheiden. Für seine Textentwürfe und Ideen wie auch für seine privaten Notizen verwendete er oft den gleichen Schreibblock.
Sein Leben ist geprägt von tiefen und intensiven Freundschaften, doch sein Liebesleben war eher tragisch als erfüllt, selbst wenn er in den letzten Lebensmonaten doch noch eine starke Beziehung zu erleben schien. Seine diversen Verlobungen und Entlobungen zuvor deuten darauf hin, dass Franz Kafka seine eigenen Vorbehalte Bindungen gegenüber nie überwinden konnte.
Für alle, die sich noch mehr für Kafka interessieren, habe ich einen Lebenslauf dieses facettenreichen Menschen zusammengestellt.
1883 Am 3. Juli wird Franz Kafka in Prag geboren.
1885-1888 Geburt zweier Brüder, beide sterben als Kleinkinder.
1889-1892 Die Schwestern Gabriele, Valerie und Ottilie werden geboren.
1889-1893 Besuch der Deutschen Volks- und Bürgerschule.
1893-1901 Besuch des Altstädter Deutschen Gymnasiums und Abitur.
1901 Beginn des Jura-Studiums an der Prager Deutschen Universität.
1902 Oktober: Begegnung mit Max Brod. Beginn der lebenslangen Freundschaft.
1904 Beginn der Arbeit an der 1. Fassung von Beschreibung eines Kampfes. Begegnung mit Oskar Baum.
1906
- Juni: Promotion.
- Oktober: Beginn des einjährigen Rechtspraktikums am Landes- und am Strafgericht.
- Beginn der Arbeit an der 1. Fassung von Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande. Begegnung mit Hedwig Weiler.
- Oktober: Anstellung als Hilfskraft bei einer Versicherungsgesellschaft.
- März: Veröffentlichung kleiner Prosastücke unter dem Titel Betrachtung in der Zeitschrift Hyperion.
- 30. Juli: Eintritt in die halbstaatliche Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen in Prag. Beginn der erhaltenen Tagebucheintragungen. Erste Begegnung mit Franz Werfel.
- September: Reise mit Max Brod und dessen Bruder Otto nach Norditalien. Ausflug zu einem Flugtreffen, das Kafka in seinem Text Die Aeroplane in Brescia beschreibt.
- Herbst: Arbeit an der Zweitfassung von Beschreibung eines Kampfes.
1911 August/September: Reise mit Max Brod in die Schweiz, nach Italien und Frankreich. Freundschaft mit dem Schauspieler Jizchak Löwy. Kafka und sein Schwager Karl Hermann gründen die Erste Prager Asbest-Fabrik.
1912
- Arbeit an der 1.Fassung des Romans Der Verschollene, die Kafka später vernichtet.
- Juni/Juli: Reise mit Max Brod nach Leipzig und Weimar. Begegnung mit den Verlegern Kurt Wolff und Ernst Rowohlt. Aufenthalt im Naturheilsanatorium Jungborn bei Stapelburg im Harz.
- August: Erste Begegnung mit Felice Bauer, seiner späteren Verlobten.
- September: Beginn des intensiven Briefwechsels mit Felice Bauer. Das Urteil entsteht. Tägliche Arbeit an der 2. Fassung von Der Verschollene.
- Dezember: Die Verwandlung entsteht.
- Januar: Abbruch der Arbeit an Der Verschollene.
- März: In Berlin erstes Wiedersehen mit Felice Bauer.
- Mai: Der Heizer (das 1. Kapitel von Der Verschollene) erscheint im Kurt Wolff Verlag.
- Juni: Das Urteil erscheint im Jahrbuch Arkadia (hrsg. von Max Brod). Beginn der Freundschaft mit dem Schriftsteller Ernst Weiß.
- September/Oktober: Reise allein nach Wien, Venedig, Gardasee. Sanatorium Dr. von Hartungen in Riva.
- 1. Juni: Verlobung mit Felice Bauer.
- 12. Juli: Bei einer von Kafka als „Gerichtshof“ empfundenen Auseinandersetzung in Berlin wird die Verlobung aufgelöst.
- 28. Juli: Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg (Beginn des Ersten Weltkriegs).
- August: Beginn der Arbeit am Roman Der Process.
- Oktober: In der Strafkolonie entsteht.
- Dezember: Das Fragment Der Dorfschullehrer entsteht.
- Januar: Kafka gibt die Arbeit am Process auf. Erneute Annäherung an Felice Bauer.
- April: Reise nach Ungarn.
- Juli: In einem Sanatorium in Rumburg (Rumburk) in Nordböhmen.
- Oktober: Die Verwandlung erscheint bei Kurt Wolff.
- Juni: Kafka wird aus beruflichen Gründen vom Militärdienst freigestellt.
- Juli: In Marienbad gemeinsamer Urlaub mit Felice Bauer. Neuerlicher Entschluss zur Heirat.
- November: Kafka liest in München In der Strafkolonie
- Im folgenden Winter entstehen dort zahlreiche kürzere Erzählungen und Fragmente, darunter Ein Landarzt, Schakale und Araber, Beim Bau der chinesischen Mauer und Auf der Galerie.
- April: Ein Bericht für die Akademie entsteht.
- 10. August: Lungenblutsturz.
- September: Kafka bittet wegen der diagnostizierten Tuberkulose um Pensionierung, was jedoch abgelehnt wird. Er übersiedelt zu seiner Schwester Ottla nach Zürau.
- Oktober: Kafka beginnt, aphorismenartige Texte zu schreiben.
- Ende Dezember: Endgültige Trennung von Felice Bauer.
- Mai: Ende der Beurlaubung.
- Oktober: Sturz der österreichisch-ungarischen Monarchie, Proklamation der Tschechoslowakei als Republik. Kafka erkrankt an der Spanischen Grippe.
- Ende November: Kafka fährt nach Schelesen (Želizy), wo er bis März in einer Pension lebt.
- Ende Januar: In Schelesen Begegnung mit der Prager Angestellten Julie Wohryzek.
- Sommer: Verlobung mit ihr.
- Oktober: In der Strafkolonie erscheint bei Kurt Wolff. Kafka sagt die geplante Heirat ab.
- November: In Schelesen schreibt Kafka den Brief an den Vater.
- März: Ernennung zum „Anstaltssekretär“.
- April: Kafka fährt für drei Monate auf Kur nach Meran.
- Mai: Bei Kurt Wolff erscheint Ein Landarzt. Kleine Erzählungen.
- Juli: Er löst die Verlobung mit Julie Wohryzek auf.
- Dezember: Beginn eines achtmonatigen Kuraufenthalts in Matliary in der Hohen Tatra.
1922
- Januar: Beginn der Arbeit an dem Roman Das Schloss.
- Februar: Kuraufenthalt in Spindelmühle (Špindlerův Mlýn) im Riesengebirge.
- Frühjahr: Ein Hungerkünstler entsteht.
- Juni: Forschungen eines Hundes entsteht. Kafka fährt für etwa drei Monate nach Planá in Südböhmen.
- 1. Juli: „Vorübergehende“ Pensionierung.
1923
- Juni: Letzte erhaltene Tagebucheintragung.
- Juli: Kafka fährt für ca. einen Monat nach Müritz an der Ostsee, wo er Dora Diamant trifft.
- September: Kafka übersiedelt nach Berlin-Steglitz. Er bezieht wechselnde gemeinsame Wohnungen mit Dora Diamant.
- November/Dezember: Eine kleine Frau und Der Bau entstehen. Verschlechterung von Kafkas Gesundheitszustand.
- März: Rückkehr nach Prag. Josefine, die Sängerin entsteht.
- April: Kafka reist in das Sanatorium „Wiener Wald“ in Ortmann, Niederösterreich. Hier erfolgt die Diagnose der Kehlkopftuberkulose. Überführung in die Universitätsklinik Wien, später in das Sanatorium Dr. Hugo Hoffmann in Kierling bei Klosterneuburg.
- 3. Juni: Kafka stirbt gegen Mittag.
- 11. Juni: Bestattung auf dem jüdischen Friedhof in Prag-Straschnitz.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
18.08.2009, 08.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Autor, Franz Kafka,
Ein Leseverführer
Als Leser wissen Sie es genauso gut wie ich: Viele Bücher sind mittelmäßig, manche sind schlecht. Da kann man schon mal fast vergessen, dass es sie tatsächlich gibt, die Bücher, die man in einem Rutsch liest und darunter vergisst, etwas zum Abendessen zu kaufen.Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ gehört dazu – ein E-Mail-Roman, der jeden gefangen nimmt, der weiß, wie anziehend sprachlicher Austausch sein kann. Zwei einander fremde Personen schreiben sich wie besessen Mails, sie sind voller Nähe und naturgemäß doch auch voller Distanz. Faszinierend, wie sich die Mailpartner gegenseitig Geheimnisse offenbaren und sich langsam ein intensiver Flirt entwickelt.
Ich neige nicht zur romantischen Lektüre, daher war ich zuerst skeptisch. Aber das Buch war ruckzuck ausgelesen – ich glaube, da hat mich Daniel Glattauer tatsächlich auf meinem ansatzweise romantischen Fuß erwischt. Das mag daran liegen, dass hier keine Gefühlsduseleien vorkommen, kein Kitsch und keine Sonnenuntergänge, sondern packende und kluge Dialoge.
Eben das kann Daniel Glattauer aus dem Effeff – wie gut, dass der Mann noch mehr geschrieben hat. „Alle sieben Wellen“ heißt der Nachfolgeband des Bestsellers. Und wie pointiert der Wiener Journalist das Alltagsleben porträtieren kann, beweist er auch mit der Sammlung seiner Kolumnen, die bei uns zum Taschenbuch-Preis zu bekommen ist:
Die Ameisenzählung
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
17.08.2009, 08.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Daniel Glattauer, romantische Lektüre, Ameisenzählung,

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