
Billy wird 30!
Selbstverständlich machen wir hier keine Werbung für irgendwelche skandinavischen oder sonstigen Einrichtungshäuser. Aber wer Bücher hat, vielleicht wie Sie und ich sogar ein paar mehr, hat auch Bücherregale. Man möchte seine Schätze ja schließlich um sich haben und nicht in irgendwelchen Schränken einsperren.Seit drei Jahrzehnten jedenfalls dominiert besagtes Regal mit fünf Buchstaben viele Arbeitszimmer, Wohnzimmer und Bücherstuben, die ich kenne. Es scheint der kleinste gemeinsame Nenner von Bücherverstauern rund um den Erdball zu sein. Ich habe die Angewohnheit, bei Besuchen in fremden Wohnungen mehr oder weniger unverhohlen das Bücherregal in Augenschein zu nehmen. Dabei ist es mir völlig egal, aus welchem Möbelhaus es stammt, ob es beleuchtet ist oder eine kleine Staubschicht hat. Mich interessiert nur der Inhalt.
Ich finde, aus dem, was jemand liest, kann man eine Menge über ihn erfahren. Was ich außerdem spannend finde: Wie ist das Regal sortiert? Nach Genre? Nach Epochen? Gar nicht? Oder vielleicht nach Größe oder Farbe? Mein Freund Götz beispielsweise sortiert nach dem Herkunftsland des Autors. Ich fand das so pfiffig, dass ich diese Methode nun teilweise auch mit großem Vergnügen anwende (in der Belletristik). Sollten Sie Ihr Regal auffüllen wollen, etwa mit Büchern aus oder über Schweden, gibt es hier reichlich Material. Und besonders günstig, versteht sich.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
11.09.2009, 08.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Schwedenbücher, Billy, Ikea,
Krieg und Frieden
Ein Klassiker der Weltliteratur, ein Monumentalroman, ein Epos der Historie: Der vierteilige historische Roman von Leo Tolstoi ging in die Geschichte ein. „Krieg und Frieden“ zeichnet das Bild eines Russlands, das durch den Kampf mit Napoleon, mit Westeuropa gebeutelt wird. Sieben Jahre gewaltige Ereignisse (1805-1812) führt der Roman vor, Napoleon, Alexander I., Kutusow prallen aufeinander, „Krieg und Frieden“ ist voller gesellschaftlicher und politischer Gegensätze. 1863 erschien das Werk und gilt noch heute als Pflichtlektüre eines jeden gebildeten Lesers.Im September ist sein Gedenktag: Geboren wurde Leo Nikolajewitsch Tolstoi am 9. September 1828 in Jasnaja Poljana. Das Adelsgeschlecht, dem er entstammte, soll angeblich vor vielen Jahrhunderten aus Deutschland eingewandert sein, die Familiennamen Dick oder Dickmann wurden in wörtlicher Übersetzung zu Tolstoi.
Leo wurde früh zum Waisen: Seine Mutter starb, als er zwei Jahre alt war, seinen Vater verlor er mit neun Jahren. Von Verwandten erzogen, studierte Leo bereits mit 15 Jahren an der Universität Kasan orientalische Sprachen, dann Recht, 1848 kehrte er auf sein Gut zurück.
Nach einem eher ausschweifenden Leben trat Leo Tolstoi 1851 als Artilleriefähnrich in ein kaukasisches Regiment ein. Im Krimkrieg wurde er zur Donau-Armee versetzt und nahm an Schlachten und Belagerungen teil. Länger als ein halbes Jahr, von November 1854 bis August 1855, befand er sich im belagerten Sewastopol in der gefährlichen "vierten Bastion". Nach dem Friedensschluss nahm er seinen Abschied und widmete nun sein Leben der Schriftstellerei: Während der nächsten 15 Jahre verfasste er seine großen Romane.
Um 1877 trat seine bedeutungsvolle religiöse Krise ein: Als einfacher Bauer lebend und arbeitend lehnte er den ihm zugestandenen Nobelpreis ab. Im März 1901 wurde er von der griechisch-orthodoxen Kirche exkommuniziert. Bereits sehr betagt verließ er 82-jährig im Winter 1910 Haus und Hof, nur wenige Tage später verstarb er am 20. November. Seinen Frieden mit der Kirche fand er nie mehr.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
10.09.2009, 09.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Leo Tolstoi, Krieg und Frieden,
Für zu spät Geborene
Sind Sie auch schon ein bisschen Hippie? Es fällt zur Zeit ja schwer, das Thema „40 Jahre Woodstock“ auszuklammern. Wenn man die verwackelten Bilder des Kultkonzerts sieht, die noch heute legendären Bands und die entrückten Gesichter der Festivalteilnehmer, kann man fast ein wenig neidisch werden. Solche Entspanntheit und pure Lebensfreude strahlt das Ganze bis heute aus!Eine halbe Million Menschen fanden sich in Bethel im Bundesstaat New York zu diesem Mega-Konzert zusammen und ließen sich auch von Regen, Sturm und chaotischen Verhältnissen nicht den Spaß verderben. Dokumentationen und Filme wurden über das Phänomen „Woodstock“ gedreht und so mancher Musiker – sollte er nicht wie Janis Joplin und Jimi Hendrix übermäßigem Drogenkonsum zum Opfer gefallen sein – zehrt noch heute vom damaligen Ruhm.
Wer Folk, Blues, Soul und Rock liebt, der gerät bei Nennung des Namens „Woodstock“ noch immer ins Schwärmen. Haben Sie mal den Auftritt von Joe Cocker bei diesem Festival gesehen? Ein Herumzappeln und Schreien ist das – da ist so viel Kraft drin, da kommt einem ein Bühnenauftritt vieler anderer heutiger Musiker geradezu lahm dagegen vor.
Ok, Sie möchten das jetzt auch selbst versuchen und mal ein wenig abrocken. Kann ich verstehen und empfehle Ihnen unser Joe Cocker Songbook für Gitarre, Keyboard und Gesang. „Woodstock“ für zu spät Geborene sozusagen ...
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
09.09.2009, 09.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Woodstock, Joe Cocker, Songbook, Bethel,
Sir Arthur Conan Doyle
Sherlock Holmes kennt jeder. Aber wussten Sie, dass der geistige Vater des findigen Detektiven, Sir Arthur Conan Doyle, schon lange vor „Jurassic Park“ und Co. Geschichten um prähistorische Abenteuer schrieb? In „Die vergessene Welt“ reist zu Anfang des 20. Jahrhunderts der Wissenschaftler Challenger mit einem Forscher-Team ins tiefste Amazonasgebiet. Dabei entdecken sie Dinosaurier, die man seit Millionen von Jahren für ausgestorben geglaubt hat ... Diese faszinierende Geschichte gibt´s bei uns als Hörbuch: 6 Audio-CDs zum Satthören!Am 22. Mai 2009 hätte Sir Arthur Conan Doyle seinen 150. Geburtstag gefeiert. Er wurde in Edinburgh geboren. Nach dem Medizinstudium praktizierte er von 1882 bis 1890 in Southsea. Seine vielen Reisen führten ihn von den Polargebieten bis nach Westafrika.
1887 erschuf er seinen Meisterdetektiv Sherlock Holmes. 1902 wurde der Mediziner zu Sir Arthur Conan Doyle geadelt. Sein Sohn starb früh, bereits im Jahre 1921 fiel er ihm 1. Weltkrieg. Sir Arthur Conan Doyle wandte sich daraufhin dem Spiritismus zu. Er starb am 7. Juli 1930 in Crowborough/Sussex.
Hier finden Sie eine Kurzbiografie des facettenreichen Autors und Arztes:
- 1859 22. Mai: Arthur Conan Doyle wird als Beamtensohn im schottischen Edinburgh geboren.
- 1882 Nach seinem Medizinstudium in Edinburgh praktiziert Doyle als Arzt in Southsea.
- 1887 In der Erzählung "A Study in Scarlet" taucht bereits zum ersten Mal die Figur des Detektivs Sherlock Holmes auf.
- 1890 Doyle nimmt eine Tätigkeit als Schiffsarzt auf.
- ab 1891 Er arbeitet als freischaffender Schriftsteller, veröffentlicht kurze Abenteuer seines Sherlock Holmes im "Strand Magazine". So wird Doyle zum Begründer des modernen Kriminalromans, der zahlreiche Nacheiferer fand. Sein Erzählstil wird zum Vorbild des bürgerlichen Detektivromans des 20. Jahrhunderts.
- 1893 Doyle wollte Sherlock Holmes nach dem Erscheinen des zweiten Sammelbands "The Memoirs of Sherlock Holmes" sterben lassen, beugt sich aber dem Wunsch des Verlegers und der Leserschaft: Holmes darf weiter leben. In den Folgejahren erscheinen nach den ersten zwei Sammelbände mit "The Return of Sherlock Holmes" (1903/04) und "The Case Book of Sherlock Holmes" (1927) noch zwei weitere Ausgaben.
- um 1896 Doyle, die Politik der konservativen Regierung unterstützend, nimmt als Arzt freiwillig am Burenkrieg teil.
- 1900 Danach veröffentlicht er die Schrift "The Great Boor War" ("Der Krieg in Südafrika").
- 1901/02 Die Erzählung "The Hound of the Baskervilles" erscheint.
- 1902 Doyle wird wegen seiner Verdienste im Burenkrieg geadelt.
- um 1918 Scheinbar aus Verzweiflung über den Tod seines Sohns, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist, wendet sich Doyle dem Mystizismus und Spiritismus zu.
- 1930 7. Juli: Arthur Conan Doyle stirbt in Crowborough (Sussex).
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
08.09.2009, 09.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Sir Arthur Conan Doyle, Kurzbiografie, Sherlock Holmes,
In diesen Spiegel sollen schauen die Menschen alle, Männer, Frauen
„Zů nutz vnd heylsamer ler / vermanung vnd
ervolgung der wyßheit / vernunfft und gůter
sytten: Ouch zů verachtung vnd straff der narheyt /
blintheyt yrrsal vnd dorheit / aller stæt / vnd
geschlecht der menschen: mit besunderem flyß
ernst vnd arbeyt / gesamlet zů Basell: durch
Sebastianū Brant. in beyden rechten doctor.“
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
ervolgung der wyßheit / vernunfft und gůter
sytten: Ouch zů verachtung vnd straff der narheyt /
blintheyt yrrsal vnd dorheit / aller stæt / vnd
geschlecht der menschen: mit besunderem flyß
ernst vnd arbeyt / gesamlet zů Basell: durch
Sebastianū Brant. in beyden rechten doctor.“
Mit diesen Versen beginnt die Vorrede des „Narrenschiffs“ von Sebastian Brant, dem großen Humanisten. Auf Latein wurde er Titio genannt. Der deutsche Professor lebte von 1457 (oder 1458) bis zum 10. Mai 1521. Sein genaues Geburtsdatum ist unbekannt, Straßburg war seine Heimatstadt: Hier wurde er geboren und hier starb er.
Titio war Jurist, von 1489 bis 1500 Professor für Rechte an der Universität und von 1502 bis zu seinem Tod 1521 Stadtschreiber und Kanzler der Freien Reichsstadt Straßburg. 1494 veröffentlichte Sebastian Brant das berühmte „Narrenschiff“. Mit dieser gereimten Satire auf die gesellschaftlichen Missstände seiner Zeit wurde er als humanistischer Autor international bekannt. Und schon in der Vorrede zum „Narrenschiff“ deutet Brant an, in welche Richtung sein Text geht: „In diesen Spiegel sollen schauen die Menschen alle, Männer, Frauen.“
Ich habe eine wunderbare Internetseite zum „Narrenschiff“ entdeckt: http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/15Jh/Brant/bra_n000.html bringt den kunstvollen Text in digitaler Form. Was mir daran so gut gefällt: Auch die originalen Holzschnitte sind abgebildet, die Brants Verse untermalen. Angeblich hat Albrecht Dürer die Schnitte angefertigt. Und eines haben Brant und Dürer sicher gemeinsam: Beide sollen sich durch eine besonders feinsinnige und ironische Ständekritik ausgezeichnet haben...
Albrecht Dürer war zweifelsohne einer der genialsten Künstler seiner Zeit: 1471 wurde er in Nürnberg geboren, dort starb er 1528. Klicken Sie doch mal, welche Werke zu Dürer wir für Sie auf Lager haben!
Titio war Jurist, von 1489 bis 1500 Professor für Rechte an der Universität und von 1502 bis zu seinem Tod 1521 Stadtschreiber und Kanzler der Freien Reichsstadt Straßburg. 1494 veröffentlichte Sebastian Brant das berühmte „Narrenschiff“. Mit dieser gereimten Satire auf die gesellschaftlichen Missstände seiner Zeit wurde er als humanistischer Autor international bekannt. Und schon in der Vorrede zum „Narrenschiff“ deutet Brant an, in welche Richtung sein Text geht: „In diesen Spiegel sollen schauen die Menschen alle, Männer, Frauen.“Ich habe eine wunderbare Internetseite zum „Narrenschiff“ entdeckt: http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/15Jh/Brant/bra_n000.html bringt den kunstvollen Text in digitaler Form. Was mir daran so gut gefällt: Auch die originalen Holzschnitte sind abgebildet, die Brants Verse untermalen. Angeblich hat Albrecht Dürer die Schnitte angefertigt. Und eines haben Brant und Dürer sicher gemeinsam: Beide sollen sich durch eine besonders feinsinnige und ironische Ständekritik ausgezeichnet haben...
Albrecht Dürer war zweifelsohne einer der genialsten Künstler seiner Zeit: 1471 wurde er in Nürnberg geboren, dort starb er 1528. Klicken Sie doch mal, welche Werke zu Dürer wir für Sie auf Lager haben!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
07.09.2009, 09.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Narrenschiff, Sebastian Brant, Albrecht Dürer,

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