
Entspannt die Vergangenheit genießen
Es hat keinen Zweck zu jammern, wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass die Tage wieder kürzer werden. Aber das hat auch sein Gutes. Endlich kann ich es mir abends wieder so richtig schön mit einem Buch gemütlich machen. Ich meine, ohne dass mir die Sonne sagt: Buch zuklappen und raus an die frische Luft, du Stubenhocker!Das Buch, das ich Ihnen für kühle Abende ans Herz legen möchte, ist aus einer fernen Zeit, amüsant und mit feinem Humor. Geoffrey Chaucers „Canterbury Erzählungen“ sind etwas für diejenigen, die sich für vergangene Zeiten interessieren, aber nicht so sehr auf den klassischen historischen Roman stehen. Es geht zwar laut Rahmenhandlung der „Tales“ um eine Pilgerfahrt, doch geht es nicht wirklich fromm zu. Die insgesamt 22 Geschichten werden von den unterschiedlichsten Teilnehmern der Reise zum Besten gegeben und handeln von Liebe, Habsucht, Betrug, Rache und allerlei Menschlichem. Dabei bekommen alle Stände ihr Fett weg, Adel, Klerus und Bauern gleichermaßen. Die Geschichten stammen aus dem 14. Jahrhundert und bieten einen spannenden Einblick in eine für uns heute fremde Welt. Wer sie liest, wird feststellen: Die Umstände haben sich zwar enorm geändert, die Menschen selbst aber nicht.
Beeinflusst von Boccaccios Decamerone sind die „Canterbury Tales“ immerhin ein Stück Weltliteratur. Und Sie müssen die Geschichten schließlich nicht im originalen Mittelenglisch lesen, sondern können sie auf Deutsch ganz entspannt genießen.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
25.09.2009, 09.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher | Tags: Canterbury Tales, Geoffrey Chaucer, Decamerone ,
Junge Politik
Mal ganz ehrlich: Gehören Sie zu den Leuten, die den Tag der Bundestagswahl im Kalender angestrichen haben, die sich diesen Termin frei halten, um ja den Gang zur Urne nicht zu verpassen? Oder zählen Sie eher zu denen, die „halt vorbeischauen“, wenn „es sich einrichten“ lässt, die aber der Politik nicht mehr allzu viel Bedeutung bei messen?
Kurz vor der Bundestagswahl in Deutschland ist ein Projekt gestartet, das die Wähler von morgen zur Wahl ruft. Kinder und Jugendlichen verschiedener Wahlkreise können in einer Art „Probe-Abstimmung“, die in den tatsächlichen Wahllokalen stattfindet, ihren Kanzler-Favoriten wählen.
Auch meine kleine Nichte durfte zur Wahl. Die Elfjährige erzählte begeistert von der Stimmung vor den Wahlkabinen. Es war für die jungen Politikinteressierten sehr aufregend, ihre eigene Stimme abzugeben. Selbst, wenn die (noch) gar kein Gewicht hatte.
Ich unterhielt mich mit der Kleinen über das deutsche Wahlsystem und war verblüfft, wie gut das Mädchen Bescheid wusste. Fast besser als so mancher Wahlberechtigte, vermute ich. Und ich war fasziniert von der Leidenschaft, mit der das Kind politisches Geschehen betrachtete: eben genau mit der Passion, die uns Erwachsenen längst schon abhanden kam.
Als ich sie fragte, ob sie denn ihr Wissen allein in der Schule vermittelt bekommen habe, schmunzelte sie: Sie hat ja gerade erst mal Geschichte als Fach bekommen, irgendein Fach, das mit Politik zu tun hätte, hat sie gar nicht. Aber sie hat etwas anderes: Ihre Mutter schenkte ihr das Buch „So tickt die Politik“ – ein anregendes Einführungsbuch in das politische Geschehen für Kinder. Ich habe recherchiert und dieses Kinderwerk nun in unser eigenes Programm aufgenommen. So können auch Ihre Sprösslinge ihr Interesse für Wahlen und Co. entdecken.
Kurz vor der Bundestagswahl in Deutschland ist ein Projekt gestartet, das die Wähler von morgen zur Wahl ruft. Kinder und Jugendlichen verschiedener Wahlkreise können in einer Art „Probe-Abstimmung“, die in den tatsächlichen Wahllokalen stattfindet, ihren Kanzler-Favoriten wählen.
Auch meine kleine Nichte durfte zur Wahl. Die Elfjährige erzählte begeistert von der Stimmung vor den Wahlkabinen. Es war für die jungen Politikinteressierten sehr aufregend, ihre eigene Stimme abzugeben. Selbst, wenn die (noch) gar kein Gewicht hatte. Ich unterhielt mich mit der Kleinen über das deutsche Wahlsystem und war verblüfft, wie gut das Mädchen Bescheid wusste. Fast besser als so mancher Wahlberechtigte, vermute ich. Und ich war fasziniert von der Leidenschaft, mit der das Kind politisches Geschehen betrachtete: eben genau mit der Passion, die uns Erwachsenen längst schon abhanden kam.
Als ich sie fragte, ob sie denn ihr Wissen allein in der Schule vermittelt bekommen habe, schmunzelte sie: Sie hat ja gerade erst mal Geschichte als Fach bekommen, irgendein Fach, das mit Politik zu tun hätte, hat sie gar nicht. Aber sie hat etwas anderes: Ihre Mutter schenkte ihr das Buch „So tickt die Politik“ – ein anregendes Einführungsbuch in das politische Geschehen für Kinder. Ich habe recherchiert und dieses Kinderwerk nun in unser eigenes Programm aufgenommen. So können auch Ihre Sprösslinge ihr Interesse für Wahlen und Co. entdecken.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
24.09.2009, 16.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher | Tags: Kinder und Politik, So tickt die Politik,
Michael Ende – Ein Rückblick
Am 28. August 1995 starb Michael Ende an Magenkrebs in Filderstadt-Bonlanden, geboren wurde er am 12. November 1929 als Michael Andreas Helmut Ende in Garmisch-Partenkirchen. Er zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren der neueren Zeit. Insbesondere seine Kinderromane wie „Die unendliche Geschichte“ oder „Momo“, aber auch „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ sind auch international bedeutend. So mancher erinnert sich an eine seiner Figuren noch in hohem Alter. Ich zum Beispiel habe als Kind vor allem den weißen Glücksdrachen Fuchur über alles geliebt, der in der „unendlichen Geschichte“ durch die Lüfte flog. Letztens besuchte ich meine Nichte: Die Kleine besitzt schon ein eigenes Handy und spielte mir ihre neuesten Klingeltöne vor. Ihr ganzer Stolz ist zur Zeit „Eine Insel mit zwei Bergen“, das Lummerlandlied aus Jim Knopf. Ich war entzückt!Michael Endes Leben war genau wie seine Bücher abwechslungsreich und ausgefüllt. Seine Eltern waren Luise Ende (1892-1973) und Edgar Ende (1901-1965). Der Vater Edgar Carl Alfons Ende war ebenfalls Künstler, ein surrealistischer Maler, seine Kunst galt während der NS-Zeit als "entartet". 1933 erhielt er deswegen von der Reichskulturkammer ein Ausstellungsverbot. Der Sohn Michael wuchs im Zweiten Weltkrieg auf, erlebte die Bombenagriffe und die weitgehende Zerstörung Hamburgs 1943 mit. In Hamburg sollte er als 16-Jähriger im Jahre 1945 zur Waffen-SS eingezogen werden, Michael floh zu seiner Mutter nach München. Der Vater geriet während dieser Zeit in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Im Jahr 1946 konnte Michael Ende bereits wieder ein Gymnasium in München besuchen, wechselte aber in die Waldorfschule Stuttgart. 1947 wurde sein erster Text "Der Gaukler" in einer Zeitung veröffentlicht. Von 1948 an besuchte er die Schauspielschule Otto Falckenberg der Münchner Kammerspiele. Dort studierte er 2 Jahre klassische und moderne Schauspieltheorien. Daran anschließend erhielt er ein Engagement an der Landesbühne Schleswig-Holstein. In der Zeit von 1954 bis 1962 war Michael Ende Mitarbeiter sowie Filmkritiker beim Bayerischen Rundfunk. Um sein mageres Gehalt aufzubessern begann er, Sketche und Kabarett-Stücke zu schreiben.
1960 wurde „Jim Knopf“ veröffentlicht und postwendend mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Michael Ende erlangte Popularität. Im Jahr 1962 wurde der zweite Band „Jim Knopf und die Wilde Dreizehn“ veröffentlicht. Das Buch wurde in mehreren Sprachen herausgegeben, der erfolgreiche Autor erlangte so finanzielle Unabhängigkeit. Michael Ende heiratete am 7. August 1964 die Schauspielerin Ingeborg Hoffmann, die er bereits seit 1952 kannte. Gemeinsam zogen sie in das italienische Genzano in der Nähe von Rom.
Der internationale Durchbruch gelang Ende im Jahr 1972 mit "Momo", ein Buch, das verfilmt wurde. 1974 wurde „Momo“ mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Zu Endes bekanntesten Werken zählt „Die unendliche Geschichte“ aus dem Jahr 1979, für die er 1981 mit dem Europäischen Jugendbuchpreis prämiert wurde. „Der Spiegel im Spiegel“ ist eines seiner anderen Werke, die international bekannt wurden.
Im März 1985 starb seine Frau Ingeborg. Ende zog zurück nach München. 1989 heiratete Michel Ende in zweiter Ehe Mariko Sato. Zu seinem 60. Geburtstag wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
In den 1990er Jahren folgten Romane wie „Der lange Weg nach Santa Cruz“, „Die Vollmondlegende“ oder „Lirum Larum Willi Warum“. „Die Geschichte von der Schüssel und dem Löffel“ wurde posthum im Jahr 1996 publiziert.
Mein Favorit bleibt nach wie vor „Die unendliche Geschichte“: Es beflügelt auf packende Weise die Phantasie.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
23.09.2009, 16.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Michael Ende, Biographie, Die unendliche Geschichte, Momo, Jim Knopf,
Eduard Mörike: eine Empfehlung
Am 8.September wäre er 205 Jahre alt geworden: Eduard Mörike wurde am 8. September 1804 in Ludwigsburg geboren. Er starb am 4. Juni 1875 in Stuttgart. In Ludwigsburg besuchte er die Lateinschule, ab 1818 wechselte er zum Seminar in Urach. 1826 begann er als Vikar seine Tätigkeit in Nürtingen, dann arbeitete er 1827/1828 zwei Jahre lang als Zeitschriftredakteur. Von 1834-1843 war er Pfarrer im Ort Cleversulzbach. Eduard Mörike wurde vorzeitig pensioniert, in dieser Zeit „jobbte“ er als Literaturlehrer in Stuttgart, 1855 war er Hofrat und 1856 erhielt er eine Professur. Ab 1871 lebte er wieder in Stuttgart.
Ich persönlich mag manche seiner Gedichte sehr gerne, bekannt wurde Eduard Mörike aber vor allem mit seinen Erzählungen und Prosatexten wie „Mozart auf der Reise nach Prag“ oder den „Brautbriefe“. Seine Mozart-Erzählung bieten wir Ihnen als umfangreiches Hörbuch auf drei CDs an, auch die Brautbriefe finden Sie in unserem Programm. Ich will Ihnen aber an dieser Stelle eines seiner Gedichte vorstellen:
Nimmersatte Liebe
So ist die Lieb! So ist die Lieb!
Mit Küssen nicht zu stillen:
Wer ist der Tor und will ein Sieb
Mit eitel Wasser füllen?
Und schöpfst du an die tausend Jahr,
Und küssest ewig, ewig gar,
Du tust ihr nie zu Willen.
Die Lieb, die Lieb hat alle Stund
Neu wunderlich Gelüsten;
Wir bissen uns die Lippen wund,
Da wir uns heute küssten.
Das Mädchen hielt in guter Ruh,
Wie's Lämmlein unterm Messer;
Ihr Auge bat: nur immer zu,
Je weher, desto besser!
So ist die Lieb, und war auch so,
Wie lang es Liebe gibt,
Und anders war Herr Salomo,
Der Weise, nicht verliebt.
Wenn nun auch Sie Gefallen an den poetischen Gedanken von Eduard Mörike gefunden haben, lege ich Ihnen den Band „Hundert Gedichte“ ans Herz: Hier finden Sie traumhafte, manchmal heitere, manchmal melancholisch-nachdenkliche Verse des genialen Poeten.
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
22.09.2009, 08.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Eduard Mörike, Brautbriefe, Gedichte, Mozart auf der Reise nach Prag,
Glücksmomente
Es gibt wohl kaum ein Gefühl, über das so viel geschrieben und gedichtet wurde wie über die Liebe: In Abertausenden von Büchern, Geschichten, Filmen und Versen sterben und leiden, kämpfen und siegen die Helden und Heldinnen für oder wegen der Liebe. „Jemanden sehr zu lieben, verleiht Stärke. Von jemandem sehr geliebt zu werden verleiht Mut“, sagte Laotse. Dieser eingängige Spruch findet sich unter vielen anderen in unserer Schatzkiste „Meine Glücksbox für sonnige Tage“, die leider schon ausverkauft ist. Die Käufer dürfen sich jede Woche an einem anderen Zitat, begleitet von einem wunderbaren Bild, erfreuen. Nicht nur um die Liebe geht es da, viel mehr alles, was unser Herz erfreut. Gute Worte sollen uns Tag für Tag, Woche für Woche durch die Jahreszeiten begleiten. Eine schöne Idee, wie ich finde.
Doch zurück zur Liebe: Haben Sie ein Lieblingszitat? Vielleicht eines von Konfuzius, der riet: „Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer.“ Oder die Einsicht von Mahatma Gandhi: „Du und ich: Wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.“
Schreiben Sie mir doch hier als Kommentar die Zeilen, die Sie am meisten berühren!
(Geschrieben von Matthias Stöbener)
21.09.2009, 08.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Liebeszitate, Glücksbox,

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