Jokers Blog Deutschland

Die spinnen, die Amis

Millionen Schadensersatz für verbrühte Finger, gute Chancen, ebenso viel für "verschnittenes" Haar vom Friseur zu erhalten: Amerika setzte schon immer Exempel, wenn es um die Rechtsprechung geht. Was allerdings jetzt im Bundesstaat Nebraska vor irdischen Gerichten behandelt wird, liest sich fast wie eine Satire.

Dort suchte man nämlich nach dem Verantwortlichen für Naturkatastrophen, die Amerika heimsuchen. Dem Bezirksgericht Douglas war nichts anderes als eine Anzeige gegen Gott höchstpersönlich in den Briefkasten geflattert: Ernie Chambers, Abgeordneter im US-Bundesstaat Nebraska, schlussfolgerte nämlich durch logisches Überlegen, dass Gott der Schuldige an den Natur-Tragödien sei und klagte ihn vor dem für ihn zuständigen Gericht an.

Der Wille zum Recht und das Streben nach GlückIch warte gespannt auf den Entscheid des irdischen amerikanischen Gerichts bezüglich des Fehlverhaltens des überirdischen Angeklagten. Wer weiß, welche göttlichen Konsequenzen das Urteil hat, wie es das Rechtsempfinden beeinflussen oder auf die Probe stellen wird. Gibt es auch für den Herrn im Himmel verbindliche Normen, an die er sich bitteschön zu halten hat? Wer wird Gott vor dem Gericht vertreten? Was, wenn der prominente Angeklagte verurteilt wird? Wie will man ihn zur Rechenschaft ziehen? Fragen über Fragen.

"Der Wille zum Recht und das Streben nach Glück". So der Titel eines Werkes, das wir gerade im Angebot haben. Nein, nicht die Anklageschrift, die in Douglas verlesen wird! Nein, ein Buch, das die Frage zu klären versucht, ob es auch dann verbindliche Normen für alle geben kann, wenn Menschen grundverschiedene Ansichten, Weltanschauungen und Religionen vertreten. Für mich fast so spannend wie der Verlauf des Prozesses in Douglas.


07.10.2007, 10.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Gott, Anklage, Entscheidung,

Was ficht dich an, Schnurrli?!

Ganz zufällig entdeckte ich neulich im Bücherregal eines Freundes einen Teilbereich der Literatur, den ich bislang viel zu wenig gewürdigt habe: Comics. Gelegentliche Ausflüge nach Entenhausen, ein paar Waldspaziergänge mit Asterix in Gallien – das waren in meiner Jugend die einzigen Streifzüge in diese Art der Literatur, an die ich mich erinnern kann.

Donald DuckAnders war es bei meinem Freund Gerhard. In seinem Wohnzimmer stehen über 300 Comics, rund 100 davon sind amerikanische Originale, worauf er besonders stolz ist. Seit seiner Kindheit sammelt sie der Grafiker, der nebenbei auch entsprechendes Fachwissen gesammelt hat. So erklärte er mir, dass der bzw. das Comic eine so genannte sequenzielle Kunst ist. Einfach ausgedrückt: Die Bilder einer Geschichte sind in einer Sequenz hintereinander angeordnet. Comics sind meistens gezeichnet und werden mit „Bildunterschriften“ oder den klassischen Sprechblasen erklärt.

Mickey Mouse und Co. sind nur ein kleiner Teilbereich im riesigen Comic-Universum. Es gibt „Graphic Novels“, also anspruchsvolle Comics für Erwachsene, „Funnies“ wie „Marsupilami“, „Lucky Luke“ oder „Donald Duck“ und „Superhelden-Comics“, zu denen „Die phantastischen Vier“, „Superman“ oder „Spiderman“ gehören.

Aber der wichtigste Aspekt ist für mich, dass sich bei Comics Literatur und bildende Kunst überschneiden. Immerhin bezeichnete der französische Literaturwissenschaftler Francis Lacassin 1971 Comics bzw. die sequenzielle Kunst als die „Neunte Kunst“ der bildenden Künste.

ComicIn der Tat sind die Comics und ihre Texte manchmal hohe Kunst. Unvergessen sind zum Beispiel die brillanten Texte von Erika Fuchs, die in der Nachkriegszeit Disneys Werke übersetzte. Ein Beispiel: „Wir pfeifen auf Pomade, auf Seife, Kamm und Schwamm! Und bleiben lieber dreckig und wälzen uns im Schlamm!“ „Was ficht dich an, Schnurrli?“ ist eine ihrer bekanntesten Übersetzungen. Die Kunsthistorikerin versteckte in ihren Texten zahllose literarische Anspielungen und Verweise. So übernahm sie „dem Ingeniör ist nichts zu schwör“ vermutlich aus dem „Ingenieurlied“ von Heinrich Seidel („Dem Ingenieur ist nichts zu schwere ...“).

Mein Freund Gerhard meint, auch die deutsche Grammatik habe durch die Comics gewonnen. So ersann Erika Fuchs zum Beispiel mit „seufz“, „stöhn“, „saus“ so viele neue Inflektive, dass man ihr zu Ehren heute sogar vom „Erikativ“ spricht.

Vielleicht sollte ich nächstens doch mal wieder einen Trip nach Entenhausen machen!


06.10.2007, 08.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Entenhausen, Comic, Donald Duck,

Ein bedeutender Tag

"Onkel, weißt du, was für ein großer Tag heute ist?", fragte mich meine kleine Nichte spitzbübisch. Ich überlegte fieberhaft: Was hat der 1. Oktober Besonderes an sich? "In zwei Tagen ist Feiertag", antwortete ich schließlich und dachte, die Kleine hätte sich auf den schulfreien Tag bezogen.

BoeingDoch ich lag falsch. "Mann, Oooonkel", schalt sie mich, "heute ist der große Flugzeugtag!" Und erzählte mir, was sie gerade in der Schule gelernt hatte. Dass am 1. Oktober 1881 William E. Boeing als Sohn deutscher Einwan- derer in Detroit geboren wurde. Der clevere Ingenieur sollte einem ganz bestimmten Flugzeugtypus, der Boeing, seinen Namen geben. Das Leben Boeings ist spannend: Nach dem Studium in Yale arbeitete er erst als Ingenieur im Holz- verarbeitungsbetrieb seines Vaters, bevor er schließlich seine Leidenschaft für die Luftfahrt entdeckte - die er im letzten Drittel seines Lebens zugunsten der Pferdezucht und des Immobiliengeschäfts aufgab.

"Seit wann interessierst du dich denn für Flugzeuge? Und wieso lernt ihr das in der vierten Klasse?!", wollte ich von meiner klugen Nichte wissen. Die Frage war schnell beantwortet: Einer ihrer Klassenkameraden, ein begeisterter Bastelfreund, hatte Geburtstag und bekam von der Klasse als gemeinsames Geschenk ein Buch: "Willy Werkels Flugzeug-Buch". Es diente ihrem Klassenkameraden als Anregung, sein eigenes Flugzeug aus Pappmache zu konstruieren. Das flog zwar nicht wirklich eigenständig, wie meine Nichte mir erzählte, aber immerhin segelte es aus dem Klassenzimmerfenster im ersten Stock direkt der Lehrerin von oben auf den Hut. Und die Pädagogin nahm dieses Intermezzo zum Anlass, den Kindern ein wenig Unterricht in Technikgeschichte zu geben.

05.10.2007, 12.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Flugzeuge, Boeing,

Buchmesse-Podcast

Die Vorbereitungen für die Buchmessen laufen auf Hochtouren und auch wir sind nicht untätig gewesen. Unter

http://www.jokers.de/frankfurt

haben wir ein Special gehostet, das die wichtigsten Infos zur Buchmesse überschaubar zusammenfasst. Mit anderen Medienpartnern zusammen werden wir über diese Adresse aktuelle Podcasts von der Messe anbieten. Wer mag, kann hier schon jetzt ein RSS-Feed abonnieren, um keines der Interviews mit den VIPs der Buchmesse zu versäumen. Freuen Sie sich schon jetzt auf Gespräche mit den folgenden Autorinnen und Autoren:

Arno Geiger, Dieter Nuhr, Fay Weldon, Frank Goosen, Hans Leyendecker, Horst Jaedicke, Jess Jochimsen, Judith Franck, Juli Zeh, Katharina Schmidt (Sprecherin), Kathrin Passig, Martin Mosebach, Michael Köhlmeier, Michael Lentz, Nessa Altura, Quim Monzó, Reimer Gronemeyer, Roger Schawinski, Roger Willemsen, Rolf Dobelli, Rüdiger Safranski, Sibylle Berg, Thomas Glavinic, Thomas von Steinäcker, Thommie Bayer, Tommy Jaud, Torsten Casimir (Chefredakteur Börsenblatt), Urs Widmer …

Fünf davon stehen auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis!

Außerdem gibt es Hintergrundberichte zur Buchmesse, Themenbeiträge und vieles mehr. Wenn da nicht für jeden etwas dabei ist!

05.10.2007, 07.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Buchmesse, Podcast, Frankfurt,

Eine Frage der Glaubwürdigkeit

Auch wenn man es gerne lesen würde: Schriftsteller und Philosophen waren nicht von moralischen Irrtümern frei. Sie sind keine Heiligen. Man denke nur an Martin Heidegger, Gottfried Benn, Günter Grass und andere. Es wäre so schön, wären die großen Repräsentanten der Literatur und Philosophie auch große Vorbilder der Ethik. Dem ist aber leider nicht so, wie jüngst auch von Arthur Miller bekannt wurde

Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 galt er vielen als eine Art soziales Gewissen, weil er in seinen Stücken die Zukurzgekommenen in den Mittelpunkt stellte („Tod eines Handlungsreisenden“, „Hexenjagd“) und dem Kommunisten-Jäger McCarthy die Stirn bot. Jetzt wurde bekannt, dass er einen Sohn hatte, der an einem Down-Syndrom litt, weswegen er ihn kurz nach seiner Geburt 1966 in ein Heim für Schwerbehinderte gab und ihn – im Gegensatz zur Mutter des Jungen – nie besuchte. Selbst in Arthur Miller Autobiographie „Zeitkurven“ findet Daniel, so heißt der Sohn, keine Beachtung. War es gekränkte Eitelkeit, die den großen Dramatiker so handeln ließ? Auch wenn es früher sicher üblich war, ein Kind, das an einem Down-Syndrom litt, in ein Heim zu geben: Eine solche Verbannung aus dem Leben Arthur Millers hätte niemand vermutet.

Wenigstens hat Arthur Miller seinen Sohn, der heute in einer Schwerbehinderten-Wohngruppe lebt, als vollberechtigten Erben anerkannt. Doch ein Schatten bleibt – auch wenn wir wissen, dass die Großen der Literatur und des Denkens keine Heilige sind oder sein müssen.

04.10.2007, 07.05 | (0/1) Kommentare | (1) TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Arthur Miller, Dramatiker, ,

Amateur der Literatur

Manchmal frage ich mich, welche Berechtigung ich habe über Literatur zu schreiben. Ich habe Rechtswissenschaften und katholische Theologie studiert. Germanistik, Literaturwissenschaft oder ähnliche Fächer: Fehlanzeige. Ich bin also kein Profi des Literaturbetriebs, sondern ein Dilletant, ein Amateur. Amateur meint einen, der einen Gegenstand liebt. So gesehen, bin ich gerne ein Amateur. Ich muss nichts beweisen, ich bin nicht in einer Karrierepflicht, keinem Verlag verpflichtet, ich kann „frei Schnauze“ schreiben, was ich von einem Buch oder einem Autor halte. Ich muss auch nicht gedrechselt schreiben, damit alle anderen professionellen Literaturkritiker oder –wissenschaftler sehen, wie intelligent ich zu einem Thema schreiben kann oder dass ich ein Angebot von der FAZ bekomme …

Eigentlich gut, dass ich ein Amateur bin. So wie all die Menschen, die bei Amazon, Weltbild oder anderen Online-Buchhandlungen ihre Kritiken von Büchern hinterlassen. Eine tolle Sache und für viele andere Menschen eine Anregung oder Warnung, Geld für Bücher auszugeben – wenn sich hinter den Rezensenten nicht gerade die Autoren der jeweiligen Bücher verstecken, was ja auch schon vorgekommen sein soll.

KritikBei Jokers haben wir einen solche Buchkritik noch nicht eingebaut. Viele Kunden fragen, warum? Warum habt ihr das nicht auch? Ganz einfach: 90 Prozent unserer Titel sind Rest- auflagen und oft ganz schnell ausverkauft, weil wir nur noch geringe Mengen von ihnen haben. Bis da jemand eine Rezension geschrieben und eingestellt hätte, wäre so ein Titel oft schon ausverkauft. Oder es schreibt jemand eine Rezension und am anderen Tag ist der Titel schon aus dem Shop gefallen, weil er ausverkauft ist: Als Rezensent würde ich mich da gehörig ärgern.

Aber wer will, kann ja hier das Buch vorstellen, das er gelesen hat und toll findet. Einfach oben links den Text hochladen! Oder er kann eine Rezension für das Bücher-Wiki schreiben. Auch im Umfeld von Jokers gibt es also Möglichkeiten, sich als Amateur der Literatur einen Namen zu machen.

03.10.2007, 08.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Bücher-Wiki, Kritik, Rezension,

Eine gigantische Veranstaltung

Frankfurter BuchmesseDie 59. Frankfurter Buchmesse nähert sich mit Riesenschritten. Dieses Jahr will ich zum ersten Mal mit meiner Frau und meinem Sohn zur weltgrößten Bücher- schau vom 10. bis 14. Oktober fahren. 7.300 Aussteller aus 110 Ländern haben sich angemeldet. Mehr, so meldet die Messe, geht nicht. Man sei am Ende der Kapazitäten Frankfurts angelangt. 170.000 Quadratmeter sind gebucht, alle sechs monumentalen Hallen belegt. 400.000 Bücher und buchnahe Produkte werden präsentiert.

Aus Deutschland kommen 3.300 Aussteller, viele Verleger kommen aus Großbritannien und den USA. Auch China schickt mit 160 Verlagen mehr und mehr Verlage ins internationale Literaturgeschäft und hat seine Ausstellungsfläche deutlich vergrößert.

130 katalanische Schriftsteller werben für die reichste spanische Provinz mit der Hauptstadt Barcelonas. Zahlreiche Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen stellen Katalonien ins Rampenlicht. Das ist aber nur ein kleiner Teil der 2.500 Veranstaltungen mit etwa 1.000 Autoren, die auf der Frankfurter Buchmesse stattfinden. Dieses Jahr kann man z. B. Umberto Eco, Richard Ford, Fay Weldon, aber auch Politikern wie Klaus Wowereit, Joschka Fischer, Eduard Schewardnadse und vielen anderen über den Weg laufen.

Ein besonderer Schwerpunkt wird die Digitalisierung der Buchwelt sein. Da geht es um das E-Book oder das Online-Marketing für Bücher, um die Folgen der Digitalisierung für das Urheberrecht … Wichtige Themen, die noch nicht restlos geklärt sind.

Da Frankfurt auch der weltweit wichtigste Ort für den Lizenzhandel ist, hat man auch das Zentrum, wo Verlage und Literaturagenten um Rechte feilschen, vergrößert.

BuchmesseWeitere Schwerpunkte sind im Forum Film & TV, wo es um die Kooperation von Film- und Buchbranche geht, und bei den Fachverlagen, die sich mit Bildung be- schäftigen, zu besichtigen. Das Thema Analphabetis- mus ist am „Afrikatag“ (Samstag, 13. Oktober) sich- er nicht zu übersehen.

Meinen Sohn und meine Frau interessieren vor allem die englischen Verlage. Ich glaube nicht, dass sie an einem Tag alle Ausstellungsflächen dieser Sprache „schaffen“ werden. Was ich auf der Messe anschauen werden? Ich weiß noch nicht genau. Berufsmäßig müsste ich mich mit dem Thema „Digitalisierung“ beschäftigen, aber ich könnte mir auch vorstellen, mit meiner Frau und meinem Sohn zu gehen, da immer noch viel Neues aus der englischsprachigen Welt kommt.

Übrigens haben wir von Jokers ein Special zu Frankfurt vorbereitet, wo Sie noch eine von 1.000 Eintrittskarten und eine Reise nach Barcelona gewinnen können. Wenn die Buchmesse am 10. Oktober eröffnet ist, berichten wir auf diesem Special regelmäßig mit Podcasts direkt von der Messe.


02.10.2007, 08.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Frankfurter Buchmesse, Digitalisierung, Afrikatag,

Ohne Beule

OktoberfestEin Arbeitskollege trat seinen Dienst mit einem blauen Auge und einer ge- schwollenen Nase an. Er war einer der Ersten, die dieses Jahr zum "O´zapft is!" ihren Bierkrug hoben. Natürlich war er nicht der einzige. So kam es, dass aus dem Gedränge der schnell angeheit- erten Erstbesucher ein Gemenge wurde, aus dem Gemenge ein Geraufe, aus dem Geraufe eine Keilerei und mein Kollege einen Krug gegen die Nase geschlagen bekam. „Das nächste Oktoberfest feiere ich auf Bali, das schwöre ich“, kommentierte er den Vorfall.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Auch auf Bali gibt es eine "Wies´n", genau wie in Brasilien oder in den USA oder ... Schätzungsweise mehr als 2.000 Plagiate hat das bayerische Volksfest auf der ganzen Welt.

An dieser Art Volksbelustigungen scheiden sich die Geister. Ich kenne es von München. Während das Oktoberfest jährlich Millionen von Besuchern aus aller Welt anlockt, die sich amüsieren, stöhnt so mancher Münchner: Schließlich befindet sich die Stadt mehrere Wochen in einem Ausnahmezustand. Die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Münchens kommt in dieser Zeit einem Überlebenstraining gleich.

Da braucht es einen "Wies´n-Ratgeber", um unbeschadet durch den Rummel zu kommen. Selbst wir haben uns ein "Oktoberfest Handbuch" ans Lager gelegt. Wenn Ihnen aber wie mir der Anblick Tausender betrunkener Menschen zu viel ist, lehnen Sie sich entspannt zurück und blättern Sie in unserem Bildband "Oktoberfest München". So können Sie die Münchener Wies´n beulenlos entdecken.


01.10.2007, 15.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Oktoberfest, Volksfest, Wies´n,

Ein kleines Rätsel

Mein Sohn liebt es, im Sommer am Baggersee zu liegen und sich zu bräunen. Mir wird da leider immer schnell langweilig, selbst wenn ich mir etwas zum Lesen mitgenomme. Aber bei der Hitze, der Musik von Liege-Nachbarn, dem Hundegebell und Kindergekreische schaffe ich es nie so recht, mich auf mein Buch zu konzentrieren.

Im vergangenen Sommer habe ich mir deshalb ein neues Spiel: Ich schaue mir an, was die anderen Sonnenanbeter so lesen und male mir dann das Leben aus, das sie im Alltag führen. Je nach Lektüre ist es manchmal recht einfach, die Leute zu identifizieren: Die Studenten haben meist Lernstoff dabei, die Schüler Zeitschriften und Comics, die Manager und solche, die es werden wollen, Wirtschafts- und Rhetorikbücher.

FahrenheitSchwierig ist es jedoch, die Tätigkeit all jener Menschen zu raten, die statt mit einem Buch mit einem CD- oder MP3-Player am Strand liegen - die wenigstens haben das Cover der CD neben sich. Aber hier gibt es einige Indizien, die möglicherweise auf den Inhalt des Gehörten schließen lassen: Der im Takt wippende Fuß beispielsweise könnte auf heiße Rhythmen hindeuten, hochgezogene Schultern und ein angestrengter Blick vielleicht auf ein Krimi-Hörbuch, träumendes Lächeln eventuell auf einen Liebesroman.

Eine junge Frau gab mir ein Rätsel auf: Mit geschlossenen Augen lag sie auf ihrem Handtuch, ihren CD-Player neben sich, das Headset hatte sie unter anderem dazu benutzt, sich die feuchten braunen Haare aus der Stirn zu halten. Ab und zu murmelte sie ein zustimmendes "Ja, Ja", manchmal schmunzelte sie vergnügt vor sich hin, einige Male schüttelte sie wütend den Kopf oder hielt erstaunt den Atem an. Es interessierte mich gar nicht, was die Frau von Beruf war, ich wollte wissen, was sie da hörte.

Unter ihren Bade-Utensilien entdeckte ich die Hülle des Hörbuchs: "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury. 5 CDs mit einer aufrüttelnden Erzählung: In einer totalitären Welt sollen alle Bücher verbrannt werden - bis sich ein Feuerwehrmann aufmacht, einige Exemplare zu retten. Meine Frau kommt später ins Gespräch mit der Hörenden und es stellt sich heraus, dass sie Mitglied der freiwilligen Feuerwehr ist und das Hörbuch zum Geburtstag geschenkt bekam.

01.10.2007, 08.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: andere Medien | Tags: Hörbuch, CD, Ray Bradbury,

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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