
Schmuddelig
Letzten Samstag gab es keine Ausrede mehr: Ich musste mal wieder ran an die Bücher! Zum Staubwischen. Eine furchtbare Arbeit für mich, kein Wunder, dass ich mich immer wieder davor drücken will. Schon zigmal habe ich meiner Frau erklärt, dass man mit Abstauben den Staub eigentlich nur verteilt statt ihn zu beseitigen. Aber bisher konnte dieses Argument sie nicht erweichen, mich von der lästigen Aufgabe zu befreien, Bücher und Buchregale abzustauben. Am liebsten würde ich die Bücher alle halbe Jahre in die Waschmaschine stecken und sie ohne Weichspüler waschen. So würden sie sicher blütenrein. Ob sie dann allerdings noch zu benutzen wären, bezweifle selbst ich.
Und so bleibe ich in regelmäßigen Abständen am Abstauben hängen. Ich habe es auch schon mit einem antistatischen Reinigungshandschuh probiert, doch komme ich damit nicht in alle Ecken und es dauert länger als mit dem Staubtuch. Manchmal, je nach Laune, benutze ich auch den Swiffer, so eine Art Staubmagnet. Nicht schlecht, aber nicht die Revolution, die er verspricht. Kennen Sie die Staubbiene? Ich schon. Steht bei uns in der Vorratskammer und hat einen etwa eineinhalb Meter langen Teleskopstiel für die höheren Regionen. Da ich 1,90 Meter messe, ist mir das Ding eher hinderlich.
Worauf ich schwöre sind der Straußenfedern-Wedel und eine extra Bürste für die oberen Kanten der Bücher. Mit dem Wedel fühle ich mich fast schon beschwingt, wenn ich über die Rücken der Bücher und das Holz der Regale wedele. Hin und wieder schüttele ich ihn am Fenster aus und schaue mich um, was es auf der Straße zu sehen gibt. Und mit dem tollen Bücherbürstchen, das mir meine Frau besorgt hat, fahre ich ein paar mal die Bücheroberkanten ab. Da kann man dann richtig den Staub wirbeln sehen. Unglaublich! Trotz dieser beiden schönen Gerätschaften würde ich doch gerne auf die Bücher-Abstauberei verzichten. Dass man E-Books nicht abstauben muss, ist im Moment noch einer der wenigen Vorteile, die ich an ihnen sehe.
Worauf ich schwöre sind der Straußenfedern-Wedel und eine extra Bürste für die oberen Kanten der Bücher. Mit dem Wedel fühle ich mich fast schon beschwingt, wenn ich über die Rücken der Bücher und das Holz der Regale wedele. Hin und wieder schüttele ich ihn am Fenster aus und schaue mich um, was es auf der Straße zu sehen gibt. Und mit dem tollen Bücherbürstchen, das mir meine Frau besorgt hat, fahre ich ein paar mal die Bücheroberkanten ab. Da kann man dann richtig den Staub wirbeln sehen. Unglaublich! Trotz dieser beiden schönen Gerätschaften würde ich doch gerne auf die Bücher-Abstauberei verzichten. Dass man E-Books nicht abstauben muss, ist im Moment noch einer der wenigen Vorteile, die ich an ihnen sehe. 13.10.2007, 08.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Staub
Romantischer Spaß zu zweit
Ein neuer Trend macht sich unter Pärchen breit, die mir als Literatur-Freund das Herz aufge- hen lässt! So erzählte mir Su- sanne, eine gute Freundin, wie Sie jüngst ein verregnetes Wochen- ende mit ihrem Freund Gregor verbrachte: „Überwiegend liegend und lesend“, verriet sie mit einem Augenzwinkern. „Wir haben uns fast das ganze Wochenende aus unseren Lieblingsbüchern vorge- lesen. Von früh bis spät.“ Ich war geradezu entzückt: Wie lang war es her, dass ich so etwas Rührendes von Frischverliebten gehört hatte! Ok, Blumen ver- schenken, zum Essen ausführen oder auch Gedichte schreiben, das sind alles wunderschöne Wege, Zuneigung zu beweisen. Doch der romantischste ist für mich immer noch Literatur zu teilen. Schon als Kind genoss ich es, wenn meine Mutter abends an meinem Bett saß und mir vorlas. Und heute liebe ich es, mit meiner Frau zu kuscheln und ihr vorzulesen oder mir von ihr vorlesen zu lassen. So wie es anscheinend auch Susanne und Gregor lieben.
11.10.2007, 09.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Romantik, Trend,
Hemingway im Fadenkreuz
Selten hat in meinem Bekanntenkreis ein Schriftsteller solch feurige Diskus- sionen entflammt wie Ernest Hem- ingway. Entweder lieben ihn meine Freunde oder sie hassen ihn. Jedenfalls habe ich bislang noch keinen getroffen, der dem amerika- nischen Lebemann neutral gegenüber gestanden hätte. Nehmen wir zum Beispiel meinen guten Freund Gerhard. „Das war doch ein absoluter Unsympath“ ereiferte er sich jüngstens. „Der hat gesoffen, geraucht und jeden Tag eine andere Frau im Bett gehabt. Außerdem hat er überhaupt nicht auf seine Umwelt geachtet. Im Gegenteil! Abgeknallt hat er alles, was sich bewegt hat. Der hat sich sogar damit gebrüstet, dass er im Zweiten Weltkrieg 122 deutsche Soldaten erschossen hat! Und das soll der amerikanische Traumschriftsteller sein? Pah!“
Andere, zum Beispiel meine Freundin Susanne, sind da ganz anderer Meinung: „Klar war er ein Lebemann, wie er im Buche steht. Er hat halt sein Leben in vollen Zügen genossen, war Abenteurer, Großwildjäger, Hochsee- fischer, Boxer, Stierkämpfer … Was er getan hat, hat er mit ganzem Herzen getan. Das kann man ihm doch nicht vorwerfen! Seine Leidenschaft spiegelt sich in seinen Büchern, und das ist doch das einzige, was bei einem Schriftsteller zählt.“Fakt ist, dass Ernest Miller Hemingway (geb. 1899 in Illinois, gest. 1961 in Idaho) einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts war. 1953 bekam er den Pulitzerpreis, ein Jahr später den Literaturnobelpreis für sein Buch „Der Mann und das Meer“. Er war viermal verheiratet und brüstete sich gerne mit seinen Jagd- und Kriegserfolgen.
Davon abgesehen verfasste er aber zahllose Romane, Geschichten und Erzählungen, die weltweit einzigartig sind. Unvergessen bleiben „Die grünen Hügel Afrikas“ (1935), „Schnee auf dem Kilimandscharo“ (1936), „Wem die Stunde schlägt“ (1949) oder „Der alte Mann und das Meer“ (1952).
09.10.2007, 08.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Hemmingway, Autor, Lebemann,
Besessener Sammler
Sie haben sich überschlagen: Kein Feuilleton, das ihn nicht betrauert und gerühmt hat, den Schriftsteller Walter Kempowski, der jüngst mit 78 an Krebs gestorben ist. Selbst in seinen letzten Tagen hat er noch an einem neuen Buch geschrieben.Beinahe unglaublich, was der Mann alles zu Papier gebracht hat: „Tadellöser & Wolff“, „Uns geht´s ja noch gold“, „Deutsche Chronik“, „Das Echolot“, „Alles umsonst“ … Allein das „Echolot“ ist mit seinem mehr als 9.000 Seiten ein Mammutwerk, bei dem ich mich gefragt habe, wie es jemand alleine schafft, ein solches Werk auf die Beine zu stellen.
„Das Echolot“ habe ich mir angetan. Als es erschien, wurde es überall so stark beworben, dass auch ich mich diesem Werk nicht entziehen konnte. Ich habe mich eingelesen und sogar zwei der Bände geschafft. Aber ehrlich: Die Lektüre des „Echolots“ hat mir den ganzen Kempowski verdorben. Ich habe selten ein so ermüdendes Werk gelesen. Irgendwann hatte ich es satt, die Briefe der Frontsoldaten an ihre Mütter, Väter, Geliebten zu lesen. Hat man ein paar gelesen, kennt man sie alle. Was soll ich 9.000 Seiten davon lesen? Nach den ersten 1.000 Seiten dachte ich immer noch, jetzt muss aber etwas Entscheidendes kommen – doch es kam nichts. Mein Voyeurismus war längst befriedigt.
Danach habe ich natürlich nie mehr ein Kempowski-Buch in die Hand genommen. Vielleicht ein Fehler. Denn laut Feuilletons soll er einer der meistgelesenen deutschen Autoren sein, die FAZ nennt ihn gar einen Jahrhundertschriftsteller, die TAZ erkennt einen Chronisten der deutschen Geschichte in ihm und die FR betitelt ihn gar als Archivar des babylonischen Chores. Vielleicht kommt ihm die FR damit am nächsten, jedenfalls habe ich es noch nicht geschafft, in Walter Kempowski in erster Linie den Dichter zu sehen. Für mich ist er nach dem „Echolot“ vor allem der besessene Sammler. Kempowski als Dichter harrt bei mir noch der Entdeckung. Wir von Jokers haben im Moment sogar ein Buch von ihm günstiger im Programm: Im Block. Darin erzählt er von seiner Gefängnishaft in Bautzen. Ob ich hier den Dichter in ihm entdecken kann? Ich weiß nicht.
08.10.2007, 08.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Walter Kempowski, Buch,

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