
Halloween-Problem
„Ooonkel, bald ist Halloween!“ tönte meine Nichte kürzlich – und mir kommt es vor, als ob ich erst gestern Kürbisse für ihre Party ausgehöhlt hätte. Und natürlich will sie auch dieses Jahr feiern. Doch mir gehen nach all den langen Jahren des Onkel-Daseins langsam die Ideen für originelle Feiern aus. Also klage ich mein Leid meiner Schwester, der Mutter des Kindes. Sie tröstet mich: „Du hast in deinem Alter aber ein schlechtes Gedächtnis! Weißt du nicht mehr, dass du mir erst neulich „Hallo Halloween“ mitgebracht hast? Da sind doch genug Ideen drin, wie wir so eine Grusel-Fete gestalten können!“Ich erinnerte mich tatsächlich nicht mehr an den hilfreichen Ratgeber, mit dem sich eine Monster-Feier aus dem Hut zaubern lässt. Aber egal – schlussendlich muss ich mir nun meinen Kopf nicht mehr wegen der Kostüm- und Kuchenfrage zerbrechen. Der hat ja schon genug damit zu tun, die ganzen vergangenen Erinnerungen zu behalten …
(geschrieben von Matthias Stöbener)
12.10.2008, 09.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher | Tags: Halloween, Vorbereitung, Grusel-Fete,
Wenn Rüpelrapper Bücher schreiben
Beide schafften es in den vergangenen Jahren, sich durch höchst aggressive und gewalthaltige Raptexte aus dem Harz-VI-Proletariat an die Spitze der deutschen Charts zu rappen. Nach zig Alben ist jetzt, so scheint es, der Zenit des Künstlerstatus erreicht. Und was machen Prominente wie Oliver Kahn, Dieter Bohlen, Naddel und Co. an just dieser Stelle? Eben, sie schreiben ihre Memoiren.
Doch liegt hier, so fragte das Magazin, nicht ein Widerspruch? Hochaggressives, drogendealendes und kleinkriminelles Proletariat, zu dem sich die beiden Rapper ja eindeutig zählen, auf der einen Seite und Literatur auf der anderen? Die Chancen stehen schlecht, dass die Fans der beiden diese Bücher tatsächlich kaufen. Vielmehr werden die Bücher eher von der bürgerlichen Mittelschicht gelesen werden. Aus reiner Faszination an einer Welt, in die man sonst nicht blicken könnte. Resultat: eine neue Art der Freakshow. Büchermissbrauch, wie ich finde.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
11.10.2008, 12.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Bushido, Sido, Rapper,
Hellseher oder Genie?
Es gibt Bücher, da kann ich nur noch mit Staunen über die Kreativität der Autoren reagieren. So geht es mir z. B. bei Michael Ende und seiner Fantasie, bei Edgar Allen Poe angesichts des Grusels, den er zu schaffen versteht, oder bei Thomas Harris angesichts der Spannung, die er in seine Zeilen streut.Doch manche Autoren überschreiten alle Grenzen. Wie zum Beispiel Jules Verne. Letztes Wochenende nahm ich seit langer Zeit wieder „20.000 Meilen unter dem Meer“ zur Hand und verfiel sofort der alten Faszination, die mich schon als Kind gepackt hatte. Jules Vernes war seiner Zeit so weit voraus, dass es aus heutiger Sicht an Hellseherei grenzt. Schon 1870 beschrieb er das Atom-U-Boot bis ins kleinste Detail, und das über 80 Jahre, bevor das erste gebaut wurde!
In „Von der Erde zum Mond“ beschrieb er 1865 – also etwa 100 Jahre, bevor das erste Mal ein Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte - den Start einer Weltraumrakete so genau, als wäre er mal eben in die Zukunft nach Houston gereist und in Cape Canaveral dabei gewesen.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
10.10.2008, 14.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren | Tags: Jules Verne, Cape Canaveral, Weltraumrakete, Atom-U-Boot,
Kinder und Religion
Laut einer Onlinezeitung, die ich lese, soll das theologische Werk von Papst Benedikt XVI. „Jesus von Nazareth“ erfolgreicher als Harry Potter Band 7 sein. Und das, obwohl Potter in Insiderkreisen als eines der erfolgreichsten Bücher aller Zeiten gilt! Aber ganz ehrlich: So verblüffend finde ich das gar nicht. Schlussendlich lässt sich auch der Lesermarkt in ein unterschiedliches Publikum aufteilen: Der, der einen Ratgeber zur Reparatur seines Oldie-Käfers sucht, ist nicht unbedingt an einem Liebesroman interessiert. Sprich: Der Mensch, der ein Fantasy-Epos verschlingt, gähnt vielleicht bei einem religiösem Traktat vor Langeweile. Und umgekehrt.Klar ist, dass Potter vor allem Kinder und Jugendliche begeisterte, ebenso selbstverständlich ist, dass Religion nicht nur etwas für „die Großen“ ist. Dennoch denke ich (ich habe ja nicht umsonst Theologie studiert!), dass das Christentum und andere Religionen zu wertvoll sind, um sie nicht auch kindgerecht darzustellen: Sicher wird kein Achtjähriger seine Nase in „Jesus von Nazareth“ stecken, trotzdem kann er sich für die Religionsgeschichte begeistern. Es bedarf vielleicht nur einer anderen Vermittlungsweise.
„Tamar und ihre Freunde erzählen von Jesus“ ist ein solches Kinderbuch, das ich empfehlen kann: Aus der Perspektive der jungen Menschen wird in diesem reich bebilderten Werk erzählt, wie sie Jesus in seiner Zeit erlebten.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
09.10.2008, 14.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher | Tags: Bibel kindgerecht, Harry Potter, Jesus von Nazareth,
Für Dummies
Doch das allein brachte mich noch nicht aus der Fassung. Erst als ich las, wie der Jungunternehmer schon im zarten Alter von acht Jahren sein späteres Erfolgsrezept fand, kam ich ins Grübeln: Schon früh vom unbezähmbaren Bedürfnis getrieben, den Dingen auf den Grund zu gehen, legte sich der achtjährige Zuckerberg mit seinem ersten Computer auch gleich das Buch „C++ für Dummies“ zu. So erarbeitete er sich sein Wissen über die wichtigste Programmiersprache der Welt
„Wenn das bei einem Achtjährigen funktioniert, wieso dann nicht auch bei mir“, dachte ich und spazierte bei nächster Gelegenheit in den Buchladen um die Ecke. Nach wenigen Sekunden stand ich auch schon vor dem Regal mit der „Für Dummies“-Reihe. Eigentlich war es schon kein Regal mehr, vielmehr eine ganze Wand. Von „Grundlagen der Mathematik für Dummies“ über „Angstfrei Leben für Dummies“ bis hin zu „Sex für Dummies“ gibt es wohl kein Thema, das nicht auch für „Dummies“ aufbereitet werden könnte.
Ich griff mir die Bücher zu C++ und neurolinguistischem Programmieren. Zum Glück bremste meine Frau die Euphorie. „Denk trotzdem daran, dass es sich immer noch um Programmiersprachen handelt!. Du weißt doch noch, dass Mathematik in der Schule dein schwaches Fach war.“ Sie hatte Recht. Vielleicht sollte ich lieber selbst ein „Für Dummies“-Buch schreiben. Wie wär´s mit „Bücherkauf für Dummies“?
(geschrieben von Matthias Stöbener)
08.10.2008, 11.04 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Für Dummies, Facebookgründer, Mark Zuckerberg, Bücherkauf,
Glückwunsch an die Stiftung Lesen
„Lesefreude wecken, um Lesekompetenz zu vermitteln: Das ist das Ziel der Stiftung Lesen. Seit 1988 entwickelt sie zahlreiche Projekte, um das Lesen in der Medienkultur zu stärken. Dafür hat die gemeinnützige Organisation viele Medienpartner und Kultursponsoren gewonnen. Traditionell steht die Stiftung Lesen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Zweck der Stiftung Lesen ist die Förderung von Buch, Zeitschrift und Zeitung in allen Bevölkerungskreisen sowie die Pflege und Erhaltung einer zeitgemäßen Lese- und Sprachkultur, nicht zuletzt in den neuen Medien.“
Als eine ihrer Aufgaben sieht die Stiftung Lesung, Empfehlungen für die fast 90.000 jährlichen Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt auszusprechen.
Der Geschäftsführer der Stiftung Lesen, Heinrich Kreibich, wurde im Jahre 2007 sogar von Bundespräsident Professor Dr. Horst Köhler mit dem Verdienstkreuz am Bande für sein langjähriges Bemühen um die Leseförderung ausgezeichnet.
Wie hoch die Stiftung auch in der Politik geachtet ist, zeigt die Tatsache, dass sogar Kanzlerin Merkel ein Grußwort an die Stiftung richtet:
http://www.stiftunglesen.de/grusswort/default.aspx
Auch wir von Jokers möchten an dieser Stelle der Stiftung herzlich zu ihrem runden Geburtstag gratulieren!
(geschrieben von Matthias Stöbener)
07.10.2008, 08.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Stiftung Lesen, Leseförderung, Heinrich Kreibich,
Interview mit der Bremer Filialleiterin
Matthias Stöbener: Liebe Frau Knüppel, ehrlich gesagt, ich war noch nie bei einer Filialeröffnung von Jokers dabei. Wie läuft denn sowas ab?
Birgit Knüppel: Also erst einmal steht da nur der leere Laden, dann kommen täglich neue Handwerker und Ladenbauer und ...! Alles recht chaotisch, doch schon nach wenigen Tagen bekommt man ein ungefähres Bild, was geschieht.Hinter den Kulissen werden die besten Angebote aus dem Jokers-Programm für die neue Filiale ausgewählt. Ein paar Tage später, die letzten Handwerker sind noch im Laden, kommen Unmengen von Containern, gefüllt mit vielen interessanten Titeln.
Nun beginnen wir mit dem Einräumen: Wohin mit den Krimis? Was ist denn an Fachbuch mitgekommen? Hat jemand die Hörbücher entdeckt? Mit der Hilfe von Kolleginnen aus anderen Filialen und dem Jokers Stammhaus findet alles rasch seinen Platz.
Besonders interessante und spannende Titel verführen uns schon jetzt zum Lesen ... Dann wird noch einmal gemeinsam durchsortiert und nachbestellt. Die Eröffnung ist nun nur noch wenige Tage entfernt. Vorfreude und Spannung wachsen, letzte Handwerkerarbeiten nehmen ihren Lauf. Der neue Laden wird dann noch für die Eröffnung dekoriert, letzter Feinschliff und dann geht´s loooos!
Matthias Stöbener: Klingt nach sehr viel Arbeit. Können Sie uns erzählen, was Sie in den ersten Tagen "Ihrer" Filiale besonders gefreut hat?
Birgit Knüppel: Besonders gefreut haben uns die vielen herzlichen Glückwünsche zur Eröffnung sowie die Freude unserer Kunden, dass Jokers nun auch endlich in "ihrer" Stadt eröffnet hat.
Matthias Stöbener: Sicher gab es nicht nur schöne Erlebnisse ...
Birgit Knüppel: Doch, denn die kleinen Ärgernisse sind in der Freude über einen gelungen Start für unser Team völlig untergegangen..
Matthias Stöbener: Sind Sie mit der Eröffnung zufrieden oder würden Sie von heute aus gesehen etwas anders machen?
Birgit Knüppel: Wir sind super zufrieden. Das Wetter war prima, unser Jokers-Clown hat viele Menschen begeistert und unsere Kunden haben den Laden gut angenommen. Außerdem hatten wir alle im Team viel Spaß während der Eröffnungstage.
Matthias Stöbener: Wie sind Sie zum Buchhandel gekommen und was macht Ihnen in Ihrem Beruf besonders Spaß?
Birgit Knüppel: Meine ursprüngliche Ausbildung habe ich im pädagogischen Bereich absolviert. Sparmaßnahmen und Stellenabbau haben es sehr schwer gemacht hier Fuß zu fassen. Gelesen habe ich immer sehr gern und viel. Mit den Kindern war es immer erstaunlich, wie sehr sie Vorlesen und Geschichten erzählen genossen haben. Und so entstand der Wunsch, den Spaß am Buch, die Lust am Umgang mit großen und kleinen Menschen und das täglich Neue im Buchhandel zu suchen ... Nach 20 Jahren immer noch die richtige Entscheidung!
Matthias Stöbener: Liebe Frau Knüppel, ich wünsche Ihnen viel Spaß bei Jokers und mit ihrem Team! Bleiben wir in Kontakt. Sie können uns immer mit Neuigkeiten aus der Filiale "füttern", mit netten Geschichten rund um Ihre Arbeit oder dem, was Sie den Lesern unseres Jokers Blogs sagen wollen. Schön, dass ich in Ihnen eine so Buch-begeisterte neue Kollegin gefunden habe!
06.10.2008, 12.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern | Tags: Bremen, Jokers-Filiale, Birgit Knüppel,



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