
Der Vorleser
Die Themen Frührente und Altersteilzeit sind in aller Munde. Die Generation, die dazu erzogen wurde, ihr Leben lang zu schuften und zu ackern, erreicht nun die magische 60-Jahre-Grenze und beschließt, nun auch einmal etwas für sich zu tun. So kann man es überall lesen.
All die langen Arbeitsjahre hindurch mühten sie sich, ihre Familie zu ernähren und abzusichern, und nun möchten sie die Früchte ihrer Mühsal einholen. Ich finde das in Ordnung. Ich kenne gleich drei Männer, die gerade dabei sind, ihr neues Leben nach der Arbeit zu planen. Gänzlich unterschiedlich sind dabei die Vorstellungen: Der eine will Reitlehrer werden, der andere noch ein Haus bauen: Wo bleibt da das Freizeitvergnügen, frage ich mich im Stillen, wenn sie nun doch wieder tatkräftig zupacken wollen ... Der Dritte jedoch plant ein Leben ganz nach meinem Geschmack: Vorleser will er werden. Ja, Sie haben richtig gelesen: VORLESER. Für Erwachsene.
Wie er sich das konkret vorstellt? Genau das ist das Spannende an seinem Plan: Ein Plan existiert nicht. Er stellt sich vor im Garten im Schaukelstuhl zu sitzen, viel- leicht eine Pfeife schmauch- end seinem liebsten Hobby zu frönen: eben dem Sch- mökern. Laut will er die wunderbaren Zeilen, die herrlich tragischen, roman- tischen und mitreißenden Geschichten vortragen, sich dabei jedes Wort auf der Zunge zergehen lassen. Da sein Garten inmitten eines Wohngebiets liegt, würden die Nachbarn automatisch teilhaben an diesem Vergnügen, würden mitlauschen und sich für die literarischen Abenteuer immer mehr begeistern. Und irgendwann, irgendwann würden sie sich dann allabendlich bei ihm einfinden, sich um ihn herum versammeln, auf Sitzkissen oder einfach im Gras liegend zuhören. Und er ließe seine Stimme anschwellen, die großen Worte all der großartigen Schriftsteller erklingen …
Welch´ schöne Vorstellung! Mir selbst fehlen leider noch einige Jahre bis zu einer solchen Altersteilzeit oder Frührente …
All die langen Arbeitsjahre hindurch mühten sie sich, ihre Familie zu ernähren und abzusichern, und nun möchten sie die Früchte ihrer Mühsal einholen. Ich finde das in Ordnung. Ich kenne gleich drei Männer, die gerade dabei sind, ihr neues Leben nach der Arbeit zu planen. Gänzlich unterschiedlich sind dabei die Vorstellungen: Der eine will Reitlehrer werden, der andere noch ein Haus bauen: Wo bleibt da das Freizeitvergnügen, frage ich mich im Stillen, wenn sie nun doch wieder tatkräftig zupacken wollen ... Der Dritte jedoch plant ein Leben ganz nach meinem Geschmack: Vorleser will er werden. Ja, Sie haben richtig gelesen: VORLESER. Für Erwachsene.
Wie er sich das konkret vorstellt? Genau das ist das Spannende an seinem Plan: Ein Plan existiert nicht. Er stellt sich vor im Garten im Schaukelstuhl zu sitzen, viel- leicht eine Pfeife schmauch- end seinem liebsten Hobby zu frönen: eben dem Sch- mökern. Laut will er die wunderbaren Zeilen, die herrlich tragischen, roman- tischen und mitreißenden Geschichten vortragen, sich dabei jedes Wort auf der Zunge zergehen lassen. Da sein Garten inmitten eines Wohngebiets liegt, würden die Nachbarn automatisch teilhaben an diesem Vergnügen, würden mitlauschen und sich für die literarischen Abenteuer immer mehr begeistern. Und irgendwann, irgendwann würden sie sich dann allabendlich bei ihm einfinden, sich um ihn herum versammeln, auf Sitzkissen oder einfach im Gras liegend zuhören. Und er ließe seine Stimme anschwellen, die großen Worte all der großartigen Schriftsteller erklingen …Welch´ schöne Vorstellung! Mir selbst fehlen leider noch einige Jahre bis zu einer solchen Altersteilzeit oder Frührente …
15.10.2006, 09.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft
Bleib weg, o Schlaf
Je sehnlicher man ihn herbeiwünscht, desto länger bleibt er aus. Andererseits übermannt er einen genau dann, wenn man ihn am wenigsten gebrauchen kann. Bei der Lektüre dröge geschriebener Biographien, in nervenden Meetings. Sogar am Telefon bei langweiligen Gesprächen mit Tante Herta, die zum x-ten Mal über ihre geschwollenen Beine referiert. Oder eben am Steuer. Letzteres ist natürlich der gefährlichste Ort für ein Schläfchen. Und doch kommt es immer wieder vor. Besonders auf langen Strecken pennen Lkw-, Pkw- und sogar Motorradfahrer weg. Sie erwachen schließlich im Krankenhaus oder gar nicht mehr.
„Jaja, das passiert halt den anderen, die nicht genügend Pausen einlegen“, dachte ich mir bisher immer. Und dann dies: Vor wenigen Tagen fuhr ich nach einem anstrengenden Wochenendseminar zurück nach Hause. Alle 100 Kilometer legte ich brav eine halbe Stunde Pause ein, trank vier Tassen Kaffee, lief mehrmals um mein Auto, machte Kniebeugen, brachte den Kreislauf in Schwung und war überzeugt, mir kein Hotelzimmer nehmen zu müssen. „Das halte ich locker durch“, dachte ich.
Der Verkehr war ruhig, die Strecke schnurgerade, die Stimmung friedlich. Ich fuhr entspannt, gelassen, mit unaufregenden 130 km/h dahin. Bis ich plötzlich auf- schrak. Ich wollte nur den Arm zum Blinker heben, und doch war es mir, als würde ich jäh aus dem Schlaf gerissen. Meine Augen waren die ganze Zeit geöffnet gewesen, und doch musste ich einge- schlafen sein. Das war Alarm genug, und ich fuhr auf den nächsten Parkplatz, um mich hier etwas „abzulegen“. Sofort schlief ich ein und erwachte erst, als der neue Tag schon längst angebrochen war. Ausgeruht brachte ich den Rest der Strecke hinter mich, ohne dass sich das „Trauma“ noch einmal wiederholte.
Diese Episode gab mir natürlich zu denken. Generell habe ich nächtens keine Probleme. Ich kämpfe weder mit zu wenig, noch mit zu viel Schlaf. Und das Phänomen einfach wegzunicken, ist mir nur aus Unizeiten bekannt. Wenn die Party am Abend zuvor lang gedauert hatte, konnte es schon einmal passieren, dass mir in der ein oder anderen Vorlesung die Augen zu fielen.
Aber man kann auch mit offenen Augen schlafen. Viele Vogelarten wie Enten, Tauben oder Hühner schlafen mit halb geschlossenen Augen bzw. einem geschlossenen und einem offenen Auge. Von Katzen erzählt man sich ähnliches. Auch die Meerschweinchen einer Freundin habe ich unter ähnlichem Verdacht. Fliegen, Spinnen, Regenwürmer und alle Tiere, die keinen Lidschlag haben, „schlafen“ mit offenen Augen. Aber die sitzen eher selten am Steuer. Bei allen anderen blinzelfähigen Tierarten ist es Brauch die Augen zu schließen, wenn das Sandmännchen angeklopft hat.
Recherchen im Internet brachten mich schnell auf Seiten, die sich mit „Mysteriösem“ beschäftigten. Schlaf als Eintritt in die Welt des Mystischen … In meinem Fall hätte der Sekundenschlaf im Auto sogar den Eintritt ins Jenseits bedeuten können. Übermüdet werde ich mich definitiv nicht mehr ans Steuer setzen.
„Jaja, das passiert halt den anderen, die nicht genügend Pausen einlegen“, dachte ich mir bisher immer. Und dann dies: Vor wenigen Tagen fuhr ich nach einem anstrengenden Wochenendseminar zurück nach Hause. Alle 100 Kilometer legte ich brav eine halbe Stunde Pause ein, trank vier Tassen Kaffee, lief mehrmals um mein Auto, machte Kniebeugen, brachte den Kreislauf in Schwung und war überzeugt, mir kein Hotelzimmer nehmen zu müssen. „Das halte ich locker durch“, dachte ich.
Der Verkehr war ruhig, die Strecke schnurgerade, die Stimmung friedlich. Ich fuhr entspannt, gelassen, mit unaufregenden 130 km/h dahin. Bis ich plötzlich auf- schrak. Ich wollte nur den Arm zum Blinker heben, und doch war es mir, als würde ich jäh aus dem Schlaf gerissen. Meine Augen waren die ganze Zeit geöffnet gewesen, und doch musste ich einge- schlafen sein. Das war Alarm genug, und ich fuhr auf den nächsten Parkplatz, um mich hier etwas „abzulegen“. Sofort schlief ich ein und erwachte erst, als der neue Tag schon längst angebrochen war. Ausgeruht brachte ich den Rest der Strecke hinter mich, ohne dass sich das „Trauma“ noch einmal wiederholte.Diese Episode gab mir natürlich zu denken. Generell habe ich nächtens keine Probleme. Ich kämpfe weder mit zu wenig, noch mit zu viel Schlaf. Und das Phänomen einfach wegzunicken, ist mir nur aus Unizeiten bekannt. Wenn die Party am Abend zuvor lang gedauert hatte, konnte es schon einmal passieren, dass mir in der ein oder anderen Vorlesung die Augen zu fielen.
Aber man kann auch mit offenen Augen schlafen. Viele Vogelarten wie Enten, Tauben oder Hühner schlafen mit halb geschlossenen Augen bzw. einem geschlossenen und einem offenen Auge. Von Katzen erzählt man sich ähnliches. Auch die Meerschweinchen einer Freundin habe ich unter ähnlichem Verdacht. Fliegen, Spinnen, Regenwürmer und alle Tiere, die keinen Lidschlag haben, „schlafen“ mit offenen Augen. Aber die sitzen eher selten am Steuer. Bei allen anderen blinzelfähigen Tierarten ist es Brauch die Augen zu schließen, wenn das Sandmännchen angeklopft hat.
Recherchen im Internet brachten mich schnell auf Seiten, die sich mit „Mysteriösem“ beschäftigten. Schlaf als Eintritt in die Welt des Mystischen … In meinem Fall hätte der Sekundenschlaf im Auto sogar den Eintritt ins Jenseits bedeuten können. Übermüdet werde ich mich definitiv nicht mehr ans Steuer setzen.
14.10.2006, 17.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges
Und der Literaturnobelpreis geht an …
Erst vor wenigen Tagen fand wieder eins der jährlichen Ereignisse statt, die ich stets mit großer Achtung verfolge: Am 12. Oktober wurde die wohl höchste offizielle Auszeichnung im Bereich Literatur, der Literatur- nobelpreis, vergeben. Seit der ersten Verleihung im Jahr 1901 an den französischen Poeten und Philosophen Sully Prudhomme wurde die Ehrenauszeichnung bis heute an 103 Personen verliehen.
Der schwedische Erfinder und Chemiker Alfred Bernhard Nobel (geboren am 21. Oktober 1833 in Stockholm, gestorben am 10. Dezember 1896 in San Remo) hatte in seinem Testament festgelegt, dass mit seinem Erbe eine Stiftung geschaffen werden sollte, deren Zinsen „als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Mit einem „Nobelpreis“ für Literatur sollte derjenige geehrt werden, der „das Vorzüglichste in idealer Richtung geschaffen hat“.
Bisher wurden überwiegend englischsprachige Autoren ausgezeichnet, dicht gefolgt von Verfassern aus dem französischen, dem deutschen und dem spanischen Sprachraum. Bis heute sind insgesamt zwölf deutschsprachige Schriftsteller ausgezeichnet worden. Es sind der Historiker Theodor Mommsen (1902), der Philosoph Rudolf Eucken (1908), die Schriftsteller Paul Heyse (1910), Gerhart Hauptmann (1912), Carl Spitteler (1919), Thomas Mann (1929), Hermann Hesse (1946), die Dichterin Nelly Sachs (1966), die Autoren Heinrich Böll (1972), Elias Canetti (1981), Günter Grass (1999) und die bisher einzige österreichische Preisträgerin Elfriede Jelinek (2004).
In diesem Jahr ging der mit 1,1 Mio. Euro dotierte Nobelpreis zum ersten Mal an einen türkischen Schriftsteller. Orhan Pamuk erhielt ihn, da er „auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt neue Sinnbilder für Streit und Verflechtung der Kulturen gefunden“ habe, wie es in der Begründung des Nobel- komitees der Schwedischen Akademie heißt. Pamuk, der aus Istanbul stammt, wurde ausgezeichnet für seine Mittlerrolle zwischen Orient und Okzident. Schon vergangenes Jahr erhielt er dafür den Friedenspreis des Deutschen Buchhan- dels. Als seine bekanntesten Werken gelten „Die Weiße Festung“, „Schnee“ und „Rot ist mein Name“.
Die Auszeichnung selbst wird jährlich am 10. Dezember, dem Todestag Nobels, durch den schwedischen König überreicht.
Der schwedische Erfinder und Chemiker Alfred Bernhard Nobel (geboren am 21. Oktober 1833 in Stockholm, gestorben am 10. Dezember 1896 in San Remo) hatte in seinem Testament festgelegt, dass mit seinem Erbe eine Stiftung geschaffen werden sollte, deren Zinsen „als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Mit einem „Nobelpreis“ für Literatur sollte derjenige geehrt werden, der „das Vorzüglichste in idealer Richtung geschaffen hat“.
Bisher wurden überwiegend englischsprachige Autoren ausgezeichnet, dicht gefolgt von Verfassern aus dem französischen, dem deutschen und dem spanischen Sprachraum. Bis heute sind insgesamt zwölf deutschsprachige Schriftsteller ausgezeichnet worden. Es sind der Historiker Theodor Mommsen (1902), der Philosoph Rudolf Eucken (1908), die Schriftsteller Paul Heyse (1910), Gerhart Hauptmann (1912), Carl Spitteler (1919), Thomas Mann (1929), Hermann Hesse (1946), die Dichterin Nelly Sachs (1966), die Autoren Heinrich Böll (1972), Elias Canetti (1981), Günter Grass (1999) und die bisher einzige österreichische Preisträgerin Elfriede Jelinek (2004).
In diesem Jahr ging der mit 1,1 Mio. Euro dotierte Nobelpreis zum ersten Mal an einen türkischen Schriftsteller. Orhan Pamuk erhielt ihn, da er „auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt neue Sinnbilder für Streit und Verflechtung der Kulturen gefunden“ habe, wie es in der Begründung des Nobel- komitees der Schwedischen Akademie heißt. Pamuk, der aus Istanbul stammt, wurde ausgezeichnet für seine Mittlerrolle zwischen Orient und Okzident. Schon vergangenes Jahr erhielt er dafür den Friedenspreis des Deutschen Buchhan- dels. Als seine bekanntesten Werken gelten „Die Weiße Festung“, „Schnee“ und „Rot ist mein Name“.Die Auszeichnung selbst wird jährlich am 10. Dezember, dem Todestag Nobels, durch den schwedischen König überreicht.
Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Literaturnobelpreis
http://www.nobelpreis.org/literatur.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Pamuk
13.10.2006, 09.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern
Rilke sei Dank
Am Wochenende gab ein Freund die Einweihungsfeier seiner neuen Wohnung: Stolz führte er uns Gäste durch das schmucke Einfami- lienhaus, sogar ein Kinderzimmer für die zukünftigen Nachkommen ist mit dabei. Ich war ein wenig verblüfft: Stellte doch dieser Freund immer Sinn und Zweck von Besitztümern mehr als in Frage!
Doch auf mein Drängen hin, mir den Grund für seine plötzliche Sess- haftigkeit zu verraten, konterte der ehemalige Weltenbummler mit einer Strophe aus einem meiner Lieblingsgedichte:
Doch auf mein Drängen hin, mir den Grund für seine plötzliche Sess- haftigkeit zu verraten, konterte der ehemalige Weltenbummler mit einer Strophe aus einem meiner Lieblingsgedichte:
"Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben."
Er weiß nur zu gut, dass ich, wenn ich einen Vers von Rainer Maria Rilke höre, keine weiteren Fragen mehr stelle - so auch dieses Mal nicht. Was gäbe es denn noch zu bezweifeln, noch zu hinterfragen, wenn man sich diesen gewaltigen Worten gegenübersieht? Diese Zeilen drücken alles aus, was so manchem von uns, besonders jetzt zum Beginn des Herbstes durch den Sinn geht: Es ist die Zeit gekommen, zur Ruhe zu finden. Es ist die Zeit ge- kommen, durchzuatmen, vergangene Umtriebigkeit hinter sich zu lassen, sich zurück zu lehnen. Die Seele Frieden finden zu lassen, vielleicht mit dem geliebten Partner ins Heim zurück- kehren und die Welt da draußen einfach sein zu lassen.Ja, ich verstehe meinen Freund, den stolzen Besitzer des neuen Eigenheims. Rilke sei Dank.
Mehr Rilke bei Jokers
11.10.2006, 10.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren
Nachlese
Das große Frankfurter Kulturspektakel ging mit überwältigendem Erfolg zu Ende: Ganze 7.272 Aussteller, ein neuer Rekord in der Geschichte der Buchmesse, boten den zahlreichen Fach- und Privatbesuchern ein umfangreiches Programm. Mehr als 2.500 Veranstaltungen - für jeden Geschmack das richtige Rahmenprogramm.
Vor allem asiatische Länder, insbesondere auch China, Gastland des Jahres 2009, glänzten mit einem reichhaltigen Literaturangebot: Von asiatischen Comics bis hin zu spannender Unterhaltungsliteratur war alles, was das Schmökerherz begehrt, auf der diesjährigen Messe zu finden.
Vor allem asiatische Länder, insbesondere auch China, Gastland des Jahres 2009, glänzten mit einem reichhaltigen Literaturangebot: Von asiatischen Comics bis hin zu spannender Unterhaltungsliteratur war alles, was das Schmökerherz begehrt, auf der diesjährigen Messe zu finden.

Besonders die Bildung stand im Rampenlicht: Schließlich war Indien das Gastland - um 1,3 Prozent reduziert sich dort nach amtlichen Angaben die Analphabetismusrate jährlich. In 20 Jahren können somit um die 95 % aller Inder schreiben und lesen. Damit würde Indien Deutschland, dessen Analphabetismusquote bei ca. 10 Prozent liegt, sogar übertreffen. Wenn es so weitergeht mit der Bildung in Indien. Und mit den Bildungsproblemen in Deutschland.
Um Schritt mit der fortschreitenden Digitalisierung der Medien zu halten, will der Deutsche Börsenverein des Buchhandels mit einem neuen Internetauftritt namens VTO (Volltextsuche Online) Verlegern und Buchhändler den Verkauf von digitalen Daten ermöglichen. Das Projekt wendet sich direkt gegen Googles Buchsuche oder Amazons Search Inside. Man will das Feld der Digitalisierung von Büchern nicht amerikanischen Bigplayern überlassen.
Alles in allem bin ich zufrieden mit der diesjährigen Messe: Ich habe nicht nur viele Anregungen für unser künftiges Jokers-Programm mit nach Hause gebracht - auch als Privatmann bin ich beim langen Schmökern in den Musterexemplaren richtig auf meine Kosten gekommen: Sogar das erste gedruckte Kochbuch aus dem 15. Jahrhundert konnte ich bestaunen! Auch ein Vortrag von Professor Dr. Manfred Spitzer über Lesen und Lernen in Halle 4 Saal Europa hat mich beeindruckt. Lesen, so stellte er fest, sei eine Gehirndroge, die uns glücklich macht. Da kann ich ihm nur zustimmen.
Um Schritt mit der fortschreitenden Digitalisierung der Medien zu halten, will der Deutsche Börsenverein des Buchhandels mit einem neuen Internetauftritt namens VTO (Volltextsuche Online) Verlegern und Buchhändler den Verkauf von digitalen Daten ermöglichen. Das Projekt wendet sich direkt gegen Googles Buchsuche oder Amazons Search Inside. Man will das Feld der Digitalisierung von Büchern nicht amerikanischen Bigplayern überlassen.
Alles in allem bin ich zufrieden mit der diesjährigen Messe: Ich habe nicht nur viele Anregungen für unser künftiges Jokers-Programm mit nach Hause gebracht - auch als Privatmann bin ich beim langen Schmökern in den Musterexemplaren richtig auf meine Kosten gekommen: Sogar das erste gedruckte Kochbuch aus dem 15. Jahrhundert konnte ich bestaunen! Auch ein Vortrag von Professor Dr. Manfred Spitzer über Lesen und Lernen in Halle 4 Saal Europa hat mich beeindruckt. Lesen, so stellte er fest, sei eine Gehirndroge, die uns glücklich macht. Da kann ich ihm nur zustimmen.
11.10.2006, 08.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft
Verdi: ein ungewöhnlicher Künstler
Was ungewöhnlich beginnt, hat gute Chancen auch ungewöhnlich zu enden - das Leben des großartigen Komponisten Giuseppe Verdi ist ein solches Beispiel. Die erste bekannte "Anormalität" im Leben Verdis ist schon seit Geburtsdatum: Bis heute ist unbekannt, ob der berühmte Musiker nun am 09. oder 10. Oktober 1813 in Le Roncole bei Parma das Licht der Welt erblickte. Sicher ist allerdings, dass er am 27. Januar 1901 in Mailand im stolzen Alter von 88 Jahren verstarb.
„Nabucco“, „Aida“, „Rigoletto“, „Il trovatore“ und „La traviata“ sind die wohl bekanntesten Opern des Komponisten, der ein großes Faible fürs Landleben hatte: Nachdem der politisch engagierte Artist enttäuscht das Ausbleiben des sozialen Fortschritts in Italien feststellte, zog sich der 1872 zum Senator des Königreichs Italien ernannte Verdi auf sein Landgut zurück und beschränkte sein Engagement auf persönliches Tun.
So errichtete er, bereits selbst hoch betagt, ein Altersheim in Mailand für ehemalige Musiker. Dieses Senioren- heim bezeichnete der einzigartige Kom- ponist dann auch als sein Lebenswerk, das beste, was er geschaffen hat. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass seine Opern bis heute gefeierte Klassiker auf allen internationalen Bühnen sind. Auch Kantaten, Kam- mermusik und Geistliches schuf das musische Genie - ich persönlich liebe sein Ave Maria, geschaffen für einen vierstimmigen Chor a cappella.
Herzlichen Glückwunsch, also, Herr Verdi, zum Geburtstag. Auch wenn wir nicht genau wissen, wann Sie genau geboren sind, geraten Sie nicht in Vergessenheit!
„Nabucco“, „Aida“, „Rigoletto“, „Il trovatore“ und „La traviata“ sind die wohl bekanntesten Opern des Komponisten, der ein großes Faible fürs Landleben hatte: Nachdem der politisch engagierte Artist enttäuscht das Ausbleiben des sozialen Fortschritts in Italien feststellte, zog sich der 1872 zum Senator des Königreichs Italien ernannte Verdi auf sein Landgut zurück und beschränkte sein Engagement auf persönliches Tun.
So errichtete er, bereits selbst hoch betagt, ein Altersheim in Mailand für ehemalige Musiker. Dieses Senioren- heim bezeichnete der einzigartige Kom- ponist dann auch als sein Lebenswerk, das beste, was er geschaffen hat. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass seine Opern bis heute gefeierte Klassiker auf allen internationalen Bühnen sind. Auch Kantaten, Kam- mermusik und Geistliches schuf das musische Genie - ich persönlich liebe sein Ave Maria, geschaffen für einen vierstimmigen Chor a cappella.Herzlichen Glückwunsch, also, Herr Verdi, zum Geburtstag. Auch wenn wir nicht genau wissen, wann Sie genau geboren sind, geraten Sie nicht in Vergessenheit!
Verdi bei Jokers
10.10.2006, 15.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft
Der Blick aus dem Weltall
Die Crew der "Atlantis" beendete ihren zweiten Weltraumeinsatz: Mehr als sie- ben Stunden hielten sich die Astronau- ten außerhalb ihrer Raumfähre im Weltall auf. Faszinierend, denke ich mir. Zu gerne würde ich selbst einmal einen Blick von dort oben zu uns herunter werfen. Wenn ich unseren kleinen blau- en Planeten denn überhaupt in diesem Gewirr von Sternen und Monden er- kennen würde!Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich: Manchmal, in einer wunderschönen sternenklaren Nacht, blickt man mit seinem Partner in den dunklen Himmel, bewundert all das Blinken und Glitzern - bis plötzlich der Partner wissen will, welches dieser Blinklichter denn nun die Venus, bekannt auch als Göttin der Liebe, sei. Natürlich hat man keine Ahnung - vielleicht bekommt man mit einiger Mühe noch die Namen der Planeten unserer Milchstraße zusammen: Der Spruch "Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unsere Neun Planeten" hilft da gewaltig - Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto. Aber ERKENNEN ist wieder gänzlich etwas anderes.
Damit ich nicht mehr überfordert bin, die einzelnen Sterne und Planeten zu benennen, habe ich mir ein Computerprogramm besorgt und mir den Sternenhimmel erklären lassen. Und Sie werden es nicht glauben: Es hat gehörig viel Spaß gemacht. Weil es nämlich nicht nur schön ist, die näheren und weiteren Sterne identifizieren zu können, sondern weil die Aussicht auf "da oben" einfach auch überwältigend ist - und auf dem Bildschirm so lange man will bestaunt werden kann. Nicht nur läppische sieben Stunden, die die Astronauten außerhalb ihrer Raumkapsel hatten.
Sternenkunde bei Jokers
09.10.2006, 10.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher

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