
Navigierende Reisebuchverlage
Immer mehr Navigationsgeräte sind nicht einfach mehr nur zum Finden von Straßen geeignet, sondern werden mehr und mehr zu intelligenten umfassenden Guides. So wurden auf der IFA in Berlin Geräte vorgestellt, die nicht nur günstiger sind als früher, sondern auch mehr Funktionen haben.
Navis begleiten heute nicht mehr nur den Autofahrer, sondern auch den Radfahrer, den Wanderer, den Wassersportler … Es gibt Geräte, die mit Wetterdiensten oder Diensten zur Hotelreservierung verbunden sind. Andere Geräte haben Inhalte von Reiseführern parat oder nutzen das Erfahrungswissen von den Benutzern.
Elektronische Reiseführer und Navigationsgeräte wachsen also immer mehr zusammen. Im Hintergrund werden die Reisebuchverlage also auch weiterhin gebraucht, um sauber recherchierte Inhalte in die mobile Navigationswelt zu bringen. Wahrscheinlich werden sich aber nicht alle dieser Verlage auf die neuen technischen Möglichkeiten einstellen können, während ihnen das Printgeschäft immer weniger Umsatz beschert. Denn die Umstellung fordert große Investitionen in die Technik und bis die Reisebuchverlage von dem Boom der intelligenten Allrounder profitieren können, dauert es noch ein wenig.
(geschrieben von Matthias Stöbener)
08.11.2008, 09.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Navigationsgeräte, Freizeitführer, elektronische Reiseführer, Reisebuchverlage,
Frei abrufbar?
Je mehr du gibst, desto mehr bekommst du. Das war in etwa das Fazit der Eröffnungsrede des brasilianischen Bestsellerautors Paulo Coelho zur Buchmesse. Der international erfolgreiche Schriftsteller hat selbst das Blog „Pirate Coelho“ erschaffen, in dem einige seiner Werke kostenlos abrufbar sind. Coelho geht dabei davon aus, dass dies den Verkauf seiner gedruckten Bücher fördert. Natürlich hat das Marketingdenken auch einen philosophischen Hintergrund: Ideen sollen frei sein und damit auch frei zugänglich.
Die Erfahrung scheint ihm auch im ökonomischen Sinn Recht zu geben: Als Beispiel erwähnt er seinen Bestseller „Der Alchimist“, der Ende der 90er Jahre in Russland gerade mal auf 1000 verkaufte Exemplare kam. Doch als eine Kopie illegal im russischsprachigen Internet erschien, übertraf das Buch auch dort plötzlich alle Verkaufserwartungen.
Viele Autoren zitieren nun Coelho und fordern, dass Verlage alle Bücher kostenlos ins Netz stellen sollen – frei und gratis für jedermann verfügbar. Wie dann allerdings ihre Honorare bezahlt werden sollen, wenn ihre Werke nicht mehr verkauft, sondern verschenkt werden – nun, dass ist eine andere Frage, die sie nicht so einfach beantworten können. Schließlich sind wir nicht mehr im Russland des Jahres 1999, sondern wir befinden uns im Jahr 2008. Und ob No-Name-Autoren die gleichen Erfahrungen machen wie Coelho – das wage ich zumindest zu bezweifeln.
Wie sehen Sie das: Sollten Bücher grundsätzlich kostenfrei im Internet abzurufen sein? Würden Sie sich dann noch ein neues Werk für durchschnittlich 20 EUR kaufen, wenn Sie die Chance auf einen Gratis-Download hätten?
(geschrieben von Matthias Stöbener)
07.11.2008, 13.16 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Paulo Coelho, Bücher-Downloads gratis, Kostenlos Bücher lesen,
Empfehlen Sie ruhig weiter
Haben Sie schon einmal bei Jokers oder einem anderen Buchshop den Button gedrückt „Dieses Buch, diesen Artikel weiterempfehlen“? Wenn ja haben Sie „ein gutes Werk“ getan. Letztens hat nämlich das Wirtschaftsprüfungsunternehmen „PriceWaterhouseCoopers“ Konsu- menten befragt, wie sie auf Bücher aufmerksam werden.
Die meisten, nämlich 55 Prozent der Befragten, gaben an, dass ihnen eine persönliche Empfehlung weitergeholfen habe. Nur 32 Prozent nennen Beratung im Buchhandel, 29 Prozent Besprechung in Zeitung und Zeitschrift, 21 Prozent Bestseller-Listen, 20 Prozent Buchtipps im Fernsehen etc. Sie sehen: Auf Empfehlungen von Freunden und Bekannten reagieren andere Menschen.
Und ich wage sogar die Behauptung: Andere Menschen sind dankbar, wenn man ihnen ein Buch empfiehlt. Denn wie soll man bei etwa 90.000 Neuerscheinungen pro Jahr überhaupt noch durchblicken, was gut und was schlecht ist, was es lohnt zu lesen und was nicht.
Trauen Sie sich also ruhig öfter den Weiterempfehlen-Button bei einem Buchtitel zu drücken und ihn jemand zu empfehlen, den sie kennen oder von dem sie denken, dieses Buch könnte ihm nützlich sein!
(geschrieben von Matthias Stöbener)
04.11.2008, 09.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Jokers intern
Wegfliegen...
Schon vor Tagen fiel mein Blick aus dem Fenster und streifte einen Schwarm vorüber ziehender Vögel. Kurz schien es, als ob der bleierne Morgenhimmel sich noch ein wenig mehr verdüsterte. Die Zugvögel begannen ihren Flug Richtung Wärme, zur Sonne hin. Und mir wurde schwer ums Herz: Alleine saß ich in meinem Arbeitszimmer, vor mir leuchtete der Flachbildschirm, und um mich schien sich die unendliche Einsamkeit des Herbstes auszubreiten.
Nehmt mich doch mit, rief ich still den flatternden Vögeln nach, bringt mich in den Süden! Ich will auch ein Vogel sein. Später im Büro fiel meiner Kollegin auf, dass ich versonnen durch die Glasscheibe in die grauen Wolken blickte. „Was ist da?“, wollte sie wissen, „Vögel“, antwortete ich nur knapp, denn ich wollte noch einige Momente länger das wunderbare Bild in mir halten.
Doch die Kollegin war in Plauderstimmung. Sofort begann sie, in freien Assoziationen eine literarische rote Schnur durch das Motiv Vögel zu ziehen. „Die Vögel“ erwähnte sie, auch „Krabat“ und andere Geschichten, deren Protagonisten Vögel waren. Böse wie gute Vögel, verzauberte wie auch reale. Als sie später am Mittag wieder in mein Büro kam, hatte sie sich ein Buch unter den Arm geklemmt: „Mythos Vogel“ führt durch die Geschichte des Vogels. Ich glaube, es gibt wenig Tiere, die derart oft in der Magie, Mystik und auch Religion „gebraucht“ wurden. „Mythos Vogel“ stellt vierzig der gefiederten Geschöpfe vor und beleuchtet sie z. T. auch aus der wissenschaftlichen Perspektive, doch gut für Laien verständlich.
Nachdem ich hier und dort in dem Werk geblättert und gelesen hatte, stand für mich fest: Besser doch kein Vogel sein! Als Vogel lebt man ständig in der Gefahr, in einer Hexenküche zu landen und von ihrer Besitzerin in den Suppentopf geworfen zu werden!
(geschrieben von Matthias Stöbener)
03.11.2008, 12.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges | Tags: Mythos, Vogel, Hexenküche, Herbsteinsamkeit,



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