
Novemberkind
Draußen dämmert es langsam, viel zu langsam. Es ist, als ob ich direkt vom Sommer in den Winter katapultiert worden wäre. Wo bleibt die Sonne, die Wärme?November ist für mich der endgültige Abschied von der Heiterkeit der Fe- rienzeit, ist für mich der Beginn langer Monate des Nachdenkens, des Re- flektierens. Ich wehre mich noch ein wenig gegen den Wunsch, mich in den Winterschlaf zurückzuziehen, suche nach der Energie, die kom- mende Zeit freudig zu begrüßen.
Auf meiner Suche nach Trost finde ich in einem meiner Gedichtbüchlein wunderbare Strophen von Hermann Broch, jenem österreichischen Dichter, der 1886 in Wien geboren wurde. Seine Gedichte sind ernst, treffen, und geben auf ihre ihnen eigene Weise Mut.
Lesen Sie mal selbst seine Gedichte. Hermann Broch versteht es hervorragend, das Zaudern, das wir gerade in dieser Jahreszeit empfinden, in Worte zu fassen. Den Wunsch, in die Leichtigkeit des Sommers zurückzukehren, unser Streben, den Winter auszublenden.
Hermann Broch hat Recht, wenn er uns in einfachen Worten rät, vorwärts statt nach hinten zu blicken. Und ich nehme mir fest vor, seinen Rat zu befolgen: Ich werde gleich heute Abend meinen Winterurlaub planen, werde mir neue Handschuhe kaufen, die all den Schneemännern, die ich dieses Jahr noch bauen werde, trotzen.
Die Poesie - wer sagt, sie könne dem Alltag nicht trotzen?
10.11.2006, 08.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren
Dracula
Fans der Gruselliteratur werden es wissen: Heute, am 08.11., hat Bram Stoker, der Schöpfer von "Dracula", Geburtstag. Er wurde 1847 in Clontarf bei Dublin geboren.Anno 1878 gelang dem eigenbrötler- ischen Autoren mit seinem Roman "Dracula" der große Durchbruch. Bis heute ist der Fürst der Finsternis eine der meist beschriebenen Gestalten der Literatur. Die Thematik der ewigen Wiederkehr, der Unsterblichkeit und des Mysteriums des Todes stand bei Bram Stoker in allen seinen Werken im Vordergrund. Biographen erklären sich diese vielleicht etwas makaber anmutende Affinität zum Sterben durch eine schwere Krankheit, die ihn fast vollständig seiner Mobilität beraubte. Nach Ansicht der Literaturexperten verarbeitete der Schöpfer von Dracula in seinen Romanen viele traumatische Erfahrungen.
Nur wenigen Menschen ist bekannt, dass Bram Stoker sogar seinen Zeitgenossen Oscar Wilde ausstach: Vielleicht nicht unbedingt literarisch, aber ganz sicher in der Liebe. Bram Stoker schnappte nämlich Oscar Wilde dessen Jugendliebe Florence Balcombe vor der Nase weg und heiratete sie im selben Jahr, als "Dracula" die Herzen der Leser eroberte. Bram Stoker jedoch konnte die Früchte seines Erfolgs nicht mehr selbst ernten: Obwohl "Dracula" bereits zu Lebzeiten seines Autors eine große Fangemeinde hatte, starb dieser 1912 unter ungeklärten Umständen verarmt in London. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt - einige Biographien nennen Syphilis als Grund, andere Quellen sprechen von Erschöpfung. Ob er von Dracula gebissen worden ist?
08.11.2006, 13.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren

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