
Woody Allen
Letztens auf einer Feier hatte ein Gast zu fortgeschrittener Stunde die Idee, ein Spiel zu spielen: Wir anderen sollten unsere Lieblingszitate auf Zettel schreiben. Dann sollten die Zettel gezogen werden, und das Publikum (außer dem Schreiber) sollte raten, wer der Autor des Ausspruchs war.
Relativ einfach war es, "cogito ergo sum" zuzuordnen: Ein Philo- sophie-Student im 20. Semester, der immer noch an an seiner Dis- sertation schrieb, konnte diesen Spruch von Descartes als Ent- schuldigung für seine Uni-Semester erraten. Aber jetzt halten Sie sich fest: Welchem Genie würden Sie diese humorige Sätze, die wir verbleibenden Zitate-Liebhaber teils in Deutsch, teils in Englisch, notierten, zuordnen?
Relativ einfach war es, "cogito ergo sum" zuzuordnen: Ein Philo- sophie-Student im 20. Semester, der immer noch an an seiner Dis- sertation schrieb, konnte diesen Spruch von Descartes als Ent- schuldigung für seine Uni-Semester erraten. Aber jetzt halten Sie sich fest: Welchem Genie würden Sie diese humorige Sätze, die wir verbleibenden Zitate-Liebhaber teils in Deutsch, teils in Englisch, notierten, zuordnen?
"I'm not afraid to die. I just don't want to be there when it happens."
"Das Leben ist voller Leid, Krankheit, Schmerz – und zu kurz ist es übrigens auch..."
"Depressionen sind mein täglich Brot. Aber wenn´s an die Arbeit geht, kann ich mir diesen negativen Luxus nicht mehr leisten..."
"Die Ewigkeit dauert lange, besonders gegen Ende."
"Ein Junggeselle ist ein Mann, der nur ein einziges Problem hat - und das ist lösbar."
Bei dem Genie handelt sich um keinen anderen als den größten und liebenswerten Alltagsverzweifelten: Woody Allen. Er war der Schöpfer all dieser Zitate!
Klicken sie doch mal in unser Spezial-Jokers-Programm - es sind nämlich noch ein paar wenige literarische T-Shirts im Angebot, unter anderem mit meinem Lieblingszitat! Welches das ist, verrate ich aber nicht.
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17.11.2006, 08.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft
Ganz schön lang
Auf meinem morgendlichen Weg ins Büro ging ich zwischen der Fachhochschule für Gestaltung und dem städtischen Heizkraftwerk durch ein Gässchen. Im Zaun vor dem Heizkraftwerk ist ein roter Kasten. Ich habe ihn noch nie besonders beachtet. Dieses Mal zog er meinen Blick an. Vielleicht wegen einem neuen Aufkleber, der ein Segelschiff zeigte. Eine Werbung für ein neues Reisebüro. Mitten auf dem Kasten war ein rot umrandetes weißen Schild angeschraubt, darauf ein langes Wort. Ich hielt an, kniff die Augen zusammen und begann zu lesen: „Löschschaumeinspeisung“ buchstabierte ich mir zusammen. Ich las das Brandwurm, äh, Bandwurmwort öfters. Musste was mit der Bekämpfung von Feuer zu tun haben. Hoffentlich weiß die Feuerwehr, was sie hier zu tun hat. War sehr umständlich ausgedrückt, wie hier mit dem Lösch-Schaum umgegangen werden soll.
Auf meinem weiteren Weg sprangen mir nun alle möglichen Worte ins Auge, die irgendwo standen. Neben einer Bushaltestelle schockte mich ein Satz mit zwei Worten und Ausrufezeichen: „LEBEN VERBOTEN!“ stand mit dunkler Schablonenschrift auf einem grauen Telefon- Verteilerkasten, der sich vor einer Hauswand befand, neben einem Schaufenster, in dem eine Urne ausgestellt war. Die Urne gehörte zum Bestattungs-Institut „Friede“. Dürfen die jetzt schon ihre Werbung auf Verteilerkästen machen?, rätselte ich. Bei genauerem Hinsehen entdeckte ich, dass ein kleines Plakat, das zu einem Punk-Konzert einlud, den Anfang des schockierenden Satzes verdeckt hatte. „ANKLEBEN VERBOTEN!“, konnte ich lesen, als ich das Punk-Plakat ein wenig auf die Seite zog. Ich war erleichtert - lebte und ging weiter.
Als ich im Büro einlief, setzte ich mich an meinen Schreibtisch und öffnete meine Post. Eine witzige Einladung war auch dabei - zur„Buchrauskommfete“. Kein Problem mehr für mich, das zu verstehen. Ich werde hingehen. Ist doch besser, als meine Zeit bei einer Book-Presentation-Party zu verbringen, oder?
Auf meinem weiteren Weg sprangen mir nun alle möglichen Worte ins Auge, die irgendwo standen. Neben einer Bushaltestelle schockte mich ein Satz mit zwei Worten und Ausrufezeichen: „LEBEN VERBOTEN!“ stand mit dunkler Schablonenschrift auf einem grauen Telefon- Verteilerkasten, der sich vor einer Hauswand befand, neben einem Schaufenster, in dem eine Urne ausgestellt war. Die Urne gehörte zum Bestattungs-Institut „Friede“. Dürfen die jetzt schon ihre Werbung auf Verteilerkästen machen?, rätselte ich. Bei genauerem Hinsehen entdeckte ich, dass ein kleines Plakat, das zu einem Punk-Konzert einlud, den Anfang des schockierenden Satzes verdeckt hatte. „ANKLEBEN VERBOTEN!“, konnte ich lesen, als ich das Punk-Plakat ein wenig auf die Seite zog. Ich war erleichtert - lebte und ging weiter.
Als ich im Büro einlief, setzte ich mich an meinen Schreibtisch und öffnete meine Post. Eine witzige Einladung war auch dabei - zur„Buchrauskommfete“. Kein Problem mehr für mich, das zu verstehen. Ich werde hingehen. Ist doch besser, als meine Zeit bei einer Book-Presentation-Party zu verbringen, oder?
15.11.2006, 08.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges
Auf zur Schatzsuche!
Letztens musste ich wieder einmal meinen familiären Pflichten nachkommen: Meine kleine Nichte feierte ihren achten Geburtstag. Nachdem ich mich letztes Jahr hervorragend als Spiele-Moderator bewährt hatte, setzte mich meine Schwester kurzum wieder auf diese Position. Oh je! Letztes Jahr war ich zwei Wochen nach der Feier noch heißer - dieses Jahr musste ich mir also etwas einfallen lassen, um nicht zu leiden. Ich beschloss, einfach die Kids zu fragen, was sie denn gerne spielen möchten. Von "Räuber und Gendarm" bis zu "Topfschlagen" wurden zahlreiche Ideen genannt - doch eine gefiel mir als Buchfreund natürlich am besten: Lasst uns Schatzsuche spielen, tönte es bald unisono. Und das spielten wir dann auch.
Sofort kamen in mir die Erinnerungen hoch, wie ich als Jugendlicher bis spät abends unter der Bettdecke den sagen- haften Klassiker der Abenteuerliteratur "Die Schatzinsel" verschlang. Der Autor dieses Jugend-Bestsellers, Robert Louis Stevenson, hat heute Jahrestag. Am 13.11.1850 wurde der schottische Schriftsteller in Edinburgh geboren. Knapp 30-jährig erschuf er die pack- ende Geschichte um die Schatzinsel, die neben dem Psycho-Reißer "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" sein größter Erfolg werden sollte.
Eine nette Anekdote schmückt die Schaffungsgeschichte der Schatzinsel. Robert musste sich nach einem Beinbruch schonen und saß zu Hause fest - eine echte Strafe für einen freiheitsliebenden Weltenbummler wie ihn. Aufgrund seiner Tuber- kulosekrankheit nämlich reiste er immer vor allem in südliche Länder, schließlich verstarb er am 3.12.1894 auf Samoa. Im kalten Edinburgh war ein Nachbarsjunge seine Rettung, als er wegen seines Beinbruchs kaum gehen konnte. Der nämlich skizzierte ihm eine Schatzinsel – und damit war die Idee für diesen spannungsgeladenen Abenteuerroman geboren. Seine Schonzeit nutzte Stevenson auch gleich, um die Erzählung niederzuschreiben...
All dies ging mir durch den Kopf, während ich auf der Geburtstagsfeier die kleinen Schatzsucher beaufsichtigte. Und ich nahm mir fest vor, gleich einmal eine Ausgabe der "Schatzinsel" aus unserem Jokers-Programm beiseite zu legen, um sie meiner Nichte zu Weihnachten zu schenken...
Sofort kamen in mir die Erinnerungen hoch, wie ich als Jugendlicher bis spät abends unter der Bettdecke den sagen- haften Klassiker der Abenteuerliteratur "Die Schatzinsel" verschlang. Der Autor dieses Jugend-Bestsellers, Robert Louis Stevenson, hat heute Jahrestag. Am 13.11.1850 wurde der schottische Schriftsteller in Edinburgh geboren. Knapp 30-jährig erschuf er die pack- ende Geschichte um die Schatzinsel, die neben dem Psycho-Reißer "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" sein größter Erfolg werden sollte.Eine nette Anekdote schmückt die Schaffungsgeschichte der Schatzinsel. Robert musste sich nach einem Beinbruch schonen und saß zu Hause fest - eine echte Strafe für einen freiheitsliebenden Weltenbummler wie ihn. Aufgrund seiner Tuber- kulosekrankheit nämlich reiste er immer vor allem in südliche Länder, schließlich verstarb er am 3.12.1894 auf Samoa. Im kalten Edinburgh war ein Nachbarsjunge seine Rettung, als er wegen seines Beinbruchs kaum gehen konnte. Der nämlich skizzierte ihm eine Schatzinsel – und damit war die Idee für diesen spannungsgeladenen Abenteuerroman geboren. Seine Schonzeit nutzte Stevenson auch gleich, um die Erzählung niederzuschreiben...
All dies ging mir durch den Kopf, während ich auf der Geburtstagsfeier die kleinen Schatzsucher beaufsichtigte. Und ich nahm mir fest vor, gleich einmal eine Ausgabe der "Schatzinsel" aus unserem Jokers-Programm beiseite zu legen, um sie meiner Nichte zu Weihnachten zu schenken...
13.11.2006, 08.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren

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