Jokers Blog Deutschland

Veränderliches

SpinnennetzWenn ich in der Schreibstube meines Freundes im ersten Stock zum Fenster hinausschaue, dann sehe ich an einem sonnigen Herbsttag unter dem Haus einen Kanal durchfließen. Auf seine Wellen schwimmen schon die ersten brau- nen Blätter mit. Vor dem Fenster, wo die Dachrinne vorbeiführt, da glitzert und glänzt etwas, wenn die Sonnenstrahlen durch die Wolken zu meinem Fenster gelangen. Ein wunderbarer Anblick. Ich lehne mich zurück und genieße diesen optischen Leckerbissen für meine Augen. Ach, wie das herrlich entspannt! Ich stehe auf, öffne das Fenster und sehe nach. Es sind die Fäden von einem Spinnennetz, die in der Sonne glitzern und glänzen. Und immer, wenn ein kleiner Windstoß kommt, dann schwingen die glitzernden und glänzenden Fäden hin und her. Wirklich ein zwar winziges, mit einem Durchmesser von rund dreißig Zentimetern aber romantisches Schauspiel. Allerdings nicht für die kleine Fliege, die sich plötzlich in dem Spinnen-Netz verfängt.

Welche Spinne hat diese Falle überhaupt gewebt? Wo sitzt sie denn? Es ist ein kreisrundes Netz, das diese Spinne als Falle für ihr zukünftiges Futter gebaut hat. Ich hole ein Tier-Lexikon aus dem Regal und bestimme das achtbeinige Ungeheuer im Netz als eine Haus- winkelspinne mit dem lateinischen Namen Tegenaria domestica. Sie war vor einigen Jahren die Spinne des Jahres erfahre ich dabei. Das macht mich neugierig. Wer ist die Spinne des Jahres 2006? Ich erfahre es im Internet. Es ist die Veränderliche Krabbenspinne. Aha, beginne ich zu sinnieren, nicht nur die Jahreszeiten ändern sich, auch die Spinnen können sich verändern. Wer hätte das gedacht? Ich nicht! Und wie verändert sich die Veränderliche Krabbenspinne? Sie kann sich dem Untergrund mit der Körperfarbe anpassen. Aber nur die erwachsene weibliche Veränderliche Krabbenspinne!

SpinneIst bei den Menschen ja auch so ähnlich, denke ich mir und schaue wieder raus zu meinem glitz- ernden und glänzenden Spinnennetz. Da hat sich auch was verändert. Die Fliege ist verschwunden. Aus ihr wurde die Magenfüllung einer Spinne. Ich setze mich wieder vor die Tastatur des Computers meines Freundes. Vielleicht sollte ich an dieser Geschichte auch noch was ändern. Vor allem den brutalen Schluss.

26.11.2006, 08.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sonstiges

Kurt überholt Elvis

Elvis PresleyDer Elvis-Club in Berlin berichtet auf seiner Homepage, dass der Rock'n- Roll-Star Elvis Aaron Presley mit der tollen Tolle nicht mehr der Meistver- diener unter den toten Stars ist. Inzwi- schen wurde er von einem gewissen Kurt Cobain überholt. Der war Sänger und Texter bei der einstigen Grunge- Band Nirvana. An die 50 Millionen Dollar wurden dem Sänger überwiesen, zu dessen größten Hits der Titel „Smells Like Teen Spirit" gehört. Kurt Cobain war nicht nur Rockmusiker, sondern auch Lyriker, Comic-Zeichner und Maler. Zusammen mit dem Schriftsteller William S. Burroughs brachte er eine CD heraus. Dabei unterlegte Cobain den Borroughs-Text „Priest They Called Him" mit Melodien seiner Gitarre. Kurt Cobain, der drogen- abhängig war, erschoss sich am 5. April 1994.

Den Erben von Elvis Presley, der bereits vor 30 Jahren von uns gegangen ist, werden für seine Musik, seine Filme und seine Merchandising-Rechte noch satte 40 Millionen US-Dollar in die Kasse gespült.

Das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes" listete unter den posthumen Großverdienern weitere Musiker auf. Ein enormes Einkommen nach ihrem Ableben können Ray Charles, Johnny Cash und Bob Marley vorweisen. Kann ich nur hoffen, dass die reichlich bedachten Erben die Gräber der verblichenen Stars mit größter Dankbarkeit hegen und pflegen.

Links:

http://www.elvisclubberlin.de/

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24.11.2006, 08.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Elke

Theodor StormAb und zu überkommt's mich und ich greife mir einen Klassiker. Neulich schnappte ich mir einen dicken Schmö- ker von Theodor Storm mit seinen sämtlichen Werken. Bei der Geschichte vom Schimmelreiter stoße ich auf eine Frau, die Elke heißt. Meine Erinnerungs- maschine läuft an. Da war doch was? Richtig, ich hatte mal eine Freundin, die hieß Elke. Ich verglich sie mit Storms Elke, die einen Experten für Deichbau heiratete und von ihm ein behindertes Kind bekam. Was war aus meiner Elke geworden? Mich hatte sie nicht geheira- tet. Storms Elke muss dramatische Dinge erleben. Ihr Mann baut als Deichgraf einen neuen Deich, damit die Wellen der Nordsee nicht über die Siedlungen am Meer hereinbrechen können. Allerdings lehnt er dabei einen alten Brauch ab, der besagt, dass etwas Lebendiges im Deich vergraben werden muss. Mich schauderte an dieser Stelle. Die alten Deichbauer hatten manchmal Zigeunern ein Kind abgekauft, schrieb Storm, damit man etwas Lebendiges im fertigen Deich vergraben konnte. Mit seinem Schimmel reitet Storms Deichbauer bei Stürmen zur Beobachtung auf dem Deich. Aber ein Sturm ist zu stark. Der Deich bricht. Der Schimmelreiter, seine Frau und ihr Kind versinken in den Fluten, als der Deich bricht. Mir kam sogar der düstere Gedanke, ob meine Elke wohl noch lebte? Im Leben können viele Deiche brechen, begann ich zu sinnieren.

Um meine düsteren Gedanken zu vertreiben, begann ich schnell die nächste Geschichte des Schriftstellers zu lesen, der 1817 im „Tor zur Halligwelt", in der Hafenstadt Husum, geboren wurde. Ich lese die Geschichte von „Pole Poppenspäler", bei der sich eine Lisei in einen Paul verliebt, der ... Ich komme wieder ins Sinnieren. War es nicht ein Paul, der mich bei Elke ablöste und dann ... Ich las weiter in einer Geschichte über eine gescheiterte Liebe, wo ein Constantin sein Fränzchen trifft und ...

P.S.: Geht es Ihnen auch manchmal so, dass sie einen Namen in einem Buch entdecken, der einige, vielleicht längst verschüttete Erinnerungen auslöst?

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22.11.2006, 08.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft

Gourmet

Zu unserem letzten Hochzeitstag wollte mich meine Frau kulinarisch verwöhnen und führte mich in ein so genanntes Gourmet-Restaurant. Nun, ich selbst habe mich nie als Gourmet eingestuft, aber ich fand es doch spannend, eine so exklusive Lokalität einmal zu besuchen. Ich machte mich also vornehm zurecht, zog meinen besten Anzug an, und meine Frau stylte sich perfekt: Sie trug sogar Rouge auf ihre gepuderten Wangen, bemalte ihre Lippen mit dem 24-Stunden-Nonstop-Lippenstift, hüllte sich in ihr bestes Kleid und los ging´s!

Wir wählten das Menü "Menage a tres" - wie dieser Name zustande kam, erklärt sich vielleicht daraus, dass es drei Hauptspeisen waren! Aber mitnichten hatten diese Miniportionen tatsächlich den Namen Hauptgericht verdient! Ich will Sie hier nicht mit Wachteleiern und Co. langweilen, aber ein wenig mehr als einen Teelöffel schwarzen Wildreis mit einer Wacholderbeere hätte ich mir von einer Hauptspeise schon erwünscht!

Reichlich enttäuscht, mit knurrendem Magen und ziemlich wütend verließen wir das Restaurant - nachdem wir fast 200 Euro für ein relatives "Nichts" losgeworden waren. Gut, der Sekt hatte auch einen gehörigen Anteil an der Rechnungssumme.

357759n.jpgMeine Laune war dahin. Zu Hause jedoch machten wir es uns dann noch richtig gemütlich: Wir beschlossen nämlich, am nächsten Abend unser eigenes "Hochzeitsmenü" zu zaubern. Ich beschloss, meine Herzensdame am nächsten Tag selbst zu bekochen - mit mehr als Makkaroni plus Käse. Dazu suchte ich aus meinem reichhaltigen Fundus an Kochbüchern einen besonderen Schatz heraus: "Männer kochen - Frauen genießen" - die Heimwaffe für alle frustrierten Mikrowellen-Benutzer. Meine Liebste konnte am nächsten Tag vorzüglich schlemmen.

BLW 20.11.2006, 15.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Bücher

Behinderung ist kein Hindernis

"Nils Holgersson" oder "Der Fuhrmann des Todes" - diese beiden Titel, die wohl jeder kennt, sind nur zwei Beispiele aus dem umfangreichen Schaffenswerk einer ganz und gar außergewöhnlichen Frau: Selma Lagerlöf, die am 20.11.1858 in Schweden geboren wurde. Ja, Frauen an die Front! Auch beim Schreiben!

Sie war die erste Frau, die den Nobelpreis für Literatur bekam! Weshalb sie im wahrsten Sinne des Wortes stets etwas aus der Rolle tanzte, beschreibt die erfolgreiche Autorin selbst in ihren Kindheitserinnerungen "Marbacka". Sie wurde mit einem Hüftleiden geboren, das sich an- scheinend nach und nach so verschlimmerte, dass ihr Bein teilweise vollständig gelähmt war. Verschiedene Physiotherapien führten schließ- lich zu einer erstaunlichen Verbesserung. Nur noch ein leichtes Hinken blieb zurück. Dennoch war diese leichte Behinderung für die junge Frau ein Makel, der auch ihre Psyche belastete, konnte sie doch nicht so tanzen und sich wie andere Mädchen elegant bewegen. Wie ich Sie verstehen kann! Aufgrund dieser körperlichen Einschränkung glaubte sie für den Beruf der Schriftstellerin prädestiniert zu sein. Hier konnte sie ihre ganze Phantasie ausleben, ihren Geist auf Reisen schicken, ihrer Neugierde Flügel wachsen lassen.

Nils HolgerssonIch selbst erinnere mich noch gut daran, wie ich als Kind gebannt den Abenteuern des Zei- chentrick-Helden Nils Holgersson im Fernsehen gefolgt bin - war es nicht ein Wunder, den kleinen Jungen auf seinen Wildgänsen fliegen zu sehen? Für mich gehört diese großartige Autorin zu den unvergesslichen Begleitern meiner Kindheitstage - und ich bin ihr sehr, sehr dankbar für ihre literarischen Figuren, die für mich durch und durch lebendig wirken.


20.11.2006, 09.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Autoren

Bianka Schmidtlein:
Tatsächlich. Auf jokers.de führt die Sucheing
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Ute Berger:
es ist wirklich schlimm was mit den Handys un
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Gabi Bergermann:
Auweia. Jorges Verhalten erinnert schon sehr
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Anne-Marie Kollmannsberger:
Anti-BILD-Mail-Aktion:Hier klicken
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Gabi Bergermann:
Soso, man ist ein paar Wochen in Mittelamerik
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