Jokers Blog Deutschland

Lieber mit geschlossenen Augen

Wer kennt sie nicht, die wunderschöne und traurige Ballade um die schöne Lore Lay, die von ihrem Liebsten betrogen wurde. Ihre Schönheit soll so einzigartig gewesen sein, dass sie alle Männer um den Verstand brachte. Lore Lay, als Zauberin verschrien und todes-sehnsüchtig, soll schließlich verbannt werden und stürzt sich vom Loreley-Felsen in den Tod … Clemens Brentano, Vertreter der Heidelberger Romantik, entführt den Leser im zweiten Band von „Godwi oder Das steinerne Bild der Mutter“ in die düster-melancholische Welt der rheinischen Schönheit.

Die Verzweiflung, die aus Liebe geboren wird, niedergeschmetterte Hoffnung, die Erlösung im Tod und in der Natur waren Themen der ergreifenden Liebesgedichte, die Clemens Brentano verfasste. Nehmen Sie sich eine Minute Zeit und genießen Sie:

Liebe

Die Liebe fing mich ein mit ihren Netzen,
Und Hoffnung bietet mir die Freiheit an;
Ich binde mich den heiligen Gesetzen,
Und alle Pflicht erscheint ein leerer Wahn.
Es stürzen bald des alten Glaubens Götzen,
Zieht die Natur mich so mit Liebe an.
O süßer Tod, in Liebe neu geboren,
Bin ich der Welt, doch sie mir nicht verloren.

Würden Sie diesen Zeilen auch lieber mit geschlossenen Augen lauschen? Dann haben wir eine ganz besondere Empfehlung für Sie: Die Hör-CD „Clemens Brentano - Selig, wer in Träumen stirbt“ entführt Sie in die tragisch-süße Liebeswelt von Brentano und anderen großartigen Liebesdichtern. 36 der schönsten Gedichte finden Sie auf diesem zauberhaften Werk!

03.02.2008, 15.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: andere Medien | Tags: Ballade, Clemens Brentano, Romantik,

Rettet das Kulturgut

loreMit einem goldenen Kamm strich sie durch ihre langen blonden Locken, mit süßer Stimme lockte sie die Schiffer in den sicheren Tod: Die Nixe Loreley ist eine der faszinierendsten Sagen-Ge- stalten. Der Fels, auf dem sie der Erzählung nach saß, befindet sich am östlichen Ufer des Rheins bei Sankt Goarshausen. 132 Meter ragt der Schieferfelsen heute aus den Wasserstrudeln. Die Nixe gab nicht nur dem Felsen, sondern auch dem umliegenden Gebiet seinen Namen. Das Loreley-Tal ist ein weltweit bekanntes Ausflugsziel für viele Touristen. Und ist nun wieder in den Blickpunkt des gesellschaftlichen Interesses gerückt: Das Mittelrheintal befindet sich auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes – doch nun droht seine Streichung, falls es tatsächlich zum aktuell diskutierten Brückenbau über den Rhein käme.

Der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) empfiehlt statt einer Brücke vermehrte Fährverbindungen, eine Alternative, die den Verkehr sichern und gleichzeitig das Kulturgut schützen würde.

Die Bewahrung von Kulturgütern ist ein wichtiges Thema, mit dem wir uns alle befassen sollten. Kulturgut gibt uns Tradition, Identität und ist auch ein merkantiles Pfund, mit dem wir wuchern können. Es gibt viele unterschiedliche Methoden, den Fortbestand unseres wunderbares Erbes zu sichern. Im Rahmen des MEDA-Programms der EU erfolgte eine umfangreiche und anschauliche Zusammenstellung der wertvollsten Kulturgüter des mitteleuropäischen Raums: Begeben Sie sich mit dem Werk „Rettung des Kulturerbes“ auf eine bunte Reise den schönsten Schätzen rund ums Mittelmeer!


02.02.2008, 14.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Kultur, Loreley, Denkmalpflege, Kulturgut,

Buch-TV

Buch TVAuch wenn es in der letzten Zeit weniger Sendungen geworden sind, es gibt sie noch: Büchersendungen im Fernsehen. Z. B. das Bücherjournal im NDR, Druckfrisch in der ARD, Fröhlich lesen im MDR, Lesen! Im ZDF, Lesezeichen im BR, Literatur im Foyer im SWR, den Literaturclub auf SF1, Quergelesen auf dem KiKi und Was liest du? im WDR. Aber: Alle diese Sendungen haben wenig attraktive Sendeplätze, die meisten kommen um Mitternacht und nur ein paar Mal im Jahr. Klar: Literatur-TV bringt keine Quote. Und so wurde der Weimarer Salon im MDR eingestellt, Wickerts Bücher in der ARD und Sachbuchsendungen wie Das politische Buch im BR oder Schriftzeichen auf Phoenix. Auch Markworts Bookmark auf 3sat gibt es nicht mehr. Ab und zu werden Bücher noch in Sendungen wie Aspekte vom ZDF oder Capriccio vom BR erwähnt oder empfohlen, aber die Tendenz im deutschsprachigen Fernsehen ist eindeutig.

Da muss man sich wundern, dass jetzt ein Pay-TV-Sender namens Lettra täglich live eine Büchersendung ausstrahlt: Lettra – Die Show. Die Sendung ist laut Börsenblatt des deutschen Buchhandels im Pay-TV-Angebot von Premiere Star, arenaSAT und Unity Media. Ich sage: Mutig, mutig. Auch im Netz gibt es Literatur-Fernsehen: Seit 2006 senden buch-tv.com und literatur-tv.com einmal im Monat eine 60-Minuten-Buchschau, in der Autoren interviewt und Bücher vorgestellt werden. Ich muss gestehen, dass ich noch keine dieser neuen Formate und Sendungen gesehen habe, aber das werde ich demnächst ändern.

01.02.2008, 15.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Büchersendungen, Literatur-TV, Pay-TV, Fernsehen,

Buch-Communities



Und wieder ein neues Portal, auf dem sich Bücherfreundinnen und –freunde austauschen können: http://www.booksmilers.de . Man kann das eigene Profil anlegen, ein virtuelles Bücherregal aufbauen, eigene Bestsellerlisten aufstellen, Bücher als Geschenke empfehlen, Bücher bewerten etc. Das Ganze ist sowas Ähnliches wie http://www.lovelybooks.de . Nur ist Lovelybooks schon viel länger im Netz und wirkt noch professioneller. Da kann man einfach nur stöbern in Mitgliedern, Büchern, Tags, Blogs (von denen es nur zwei gibt), man kann sich unter den Mitgliedern umschauen, sieht, wer neu, aktiv, fleißig, belesen, online oder im Chat ist, kann Empfehlungen abrufen, kann sich im eigenen Blog oder auf der eigenen Webseite ein Widget zu Lovelybooks einbauen etc.

Zwar lesen sich die Erfolgszahlen von Lovelybooks großartig: Jetzt, da ich schreibe, gibt es 8.442 registrierte Mitglieder, 37 sind gerade online, es gibt 1358216 Bücher in den verschiedenen Bibliotheken, aber komisch: Das Buch über den Bayerischen Wald, das ich gerade lese, „hat momentan keine Fans bei Lovelybooks“. Aber per Link bei Amazon kaufen kann ich es.

Was will ich damit sagen? Lovelybooks gibt es schon lange. Und in der Zeit haben sich erst etwas mehr als 8.000 deutschsprachige Leser in dieser Community eingetragen? Bei Millionen deutschsprachigen Lesern. Und jeder weiß ja, was registrierte User bedeutet: Schön, wenn von den 8.400 Tausend regelmäßig auf der Seite vorbeischauen. Wobei regelmäßig vielleicht einmal im Monat heißt. Es scheint nicht sonderlich sexy zu sein, sich im Internet über Bücher, die man liest, auszutauschen. Woran das liegt? Ich weiß es nicht, aber vielleicht braucht man das leibliche Gegenüber, das Gespräch mit Zwischentönen, Mimik und Gestik, um auszudrücken, was ein Buch für die eigene Person bedeutet. Oder es reicht bei den meisten Büchern, sie einfach nur zu lesen.

31.01.2008, 01.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Buch-Community, Lovelybooks, Booksmilers,

Schön war die Zeit

Generation GolfVor einiger Zeit habe ich mir ein neues Auto gekauft. Mein alter Opel hatte die 150 000 Kilometer-Schallgrenze überschritten, und so beschloss meine Frau: „Die Karre muss weg!“ Her kam dafür ein geleaster Meriva. Eigentlich eine schöne Sache, doch als ich die Jungfern-Fahrt mit meiner Lieblings- Musik untermalen wollte, erschrak ich zutiefst: Das Auto hat gar kein Kassetten-Fach mehr! Meine Frau lakonisch: „Das hat heute keine Auto-Anlage mehr. Kassetten sind total veraltet.“

Veraltet. Da war es. Das schlimme Wort. Das Wort, das niemand gerne hört. Doch leider ist es wahr. Ich, der ich mit Fug und Recht behaupten kann, zur Generation Golf (gut, vielleicht auch etwas davor) zu gehören, bin mit meinen Kassetten, Walkmans, meiner Vorliebe für New Wave und gute alte Vinyl-Platten veraltet!

Aus reiner Nostalgie griff ich am folgenden Abend zu meiner Lieblings-Droge, zum Buch. Ich tröstete mich mit dem Autor, der wie kein anderer das Lebensgefühl einer Generation einfängt, mit Florian Illies, und schwelgte genüsslich mit „Generation Golf zwei“ in der guten „veralteten“ Zeit. Schön war‘s damals …

28.01.2008, 15.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Kultur und Gesellschaft | Tags: Generations-Gefühl, Opel, Golf, Auto,

Wendy:
Hallo, vielen Dank für den Buchtipp! Das Buch
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Near-Dark.de:
Obwohl Polit-Thriller nicht so ganz mein Genr
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flo filmproduktion:
großartiger film! unbedingt ansehen! politthr
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Schüssler Salze abnehmen:
Toll, das ist endlich mal ein gut geschrieben
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E.Rasmus:
Ach ja, "die Rettung der Welt". Oder ist es n
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